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Horatia

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Stetig steigende Spannung auf beschränktem Handlungsort

Eisnebel
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Ein spannender Thriller, der dadurch besondere Atmosphäre schafft, daß er in einer Art geschlossenem Raum stattfindet.

Theo ist mit ihrem Verlobten Connor auf dem Weg zum Anwesen der Daltons, der reichen ...

Ein spannender Thriller, der dadurch besondere Atmosphäre schafft, daß er in einer Art geschlossenem Raum stattfindet.

Theo ist mit ihrem Verlobten Connor auf dem Weg zum Anwesen der Daltons, der reichen Familie Connors. Dort, auf Idlewood, findet das jährliche Familientreffen über die Weihnachtstage auf einem malerischen Berg in einer luxuriösen Lodge mit verschiedenen Unterkünften für die Familienmitglieder statt.
Es soll das erste Kennenlernen Theos mit der Familie ihres Verlobten werden.

Theo, als Adoptivkind aufgewachsen in einer wenig liebevollen Umgebung, mit keinerlei Erinnerung an ihre Zeit vor der Adoption und oft mit Alpträumen belastet, sieht dem Aufenthalt mit gemischten Gefühlen entgegen.
Einerseits interessiert an Connors Familie, anderseits in Sorge um die Anerkennung eben jener Familie. Zudem erreichen sie seit einiger Zeit anonyme Nachrichten, daß sie sich von Connor fernhalten solle.

Schon bald bewahrheiten sich ihre Befürchtungen, sie wird von einigen Familienmitgliedern skeptisch beäugt und auch nicht sehr herzlich aufgenommen.
Dazu kommen ihre Alpträume verstärkt zurück, Erinnerungsfetzen bahnen sich ihren Weg.....


Das Buch ist größtenteils aus der Ich Perspektive von Theo geschrieben, spielt meist im Hier und Jetzt, mit einigen kurzen Rückblenden aus ihrem Leben.
Der eingeschränkte Handlungsort sorgt für weitere Beklemmungen.
Langsam, aber nie langweilig, nimmt die Handlung Fahrt auf, der Leser erfährt peu á peu immer mehr über Theo und auch Connors Familie, zudem spitzt sich die Situation immer weiter zu bis eine Person ums Leben kommt und sich Theo immer bedrohter fühlt ...
Bis hin zum Showdown erhöht sich die Spannung stetig, die subtile Bedrohungslage erhöht das Ganze zusätzlich.

So ganz warm bin ich zwar nicht mit Theo geworden, aber das beeinträchtigt die Spannung nicht sonderlich. Im Laufe der Geschichte wird sie etwas zugänglicher und auch verständlicher und so gesehen auch sympathischer.
Mir fiel es schwer, das Buch zwischendurch zur Seite zu legen, da ich doch immer wissen wollte, wie es denn weitergeht.
Ich kann das Buch als Thriller sehr empfehlen


Fazit
Ein spannender Thriller, der durch seinen verkleinerten Handlungsspielraum auf einem abgeschiedenen Berg, besondere Atmosphäre schafft.
Undurchsichtige Charaktere verstärken die beklemmende Situation und lassen einen schwer das Buch beiseite lesen.

Ich kann es sehr empfehlen.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Wunderschönes Buch für kleine und zukünftige BallettänzerInnen

Ballett
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Ein wunderschönes Buch für kleine zukünftige Ballettänzerinnen und Tänzer.

Das großformatige Buch ist eine kleine Einführung und auch Anleitung für kleine ballettinteressierte Kinder.

Es beginnt mit ...

Ein wunderschönes Buch für kleine zukünftige Ballettänzerinnen und Tänzer.

Das großformatige Buch ist eine kleine Einführung und auch Anleitung für kleine ballettinteressierte Kinder.

Es beginnt mit der Geschichte des Balletts, das auf Katarina von Medici zurückgeht. Die Königin von Frankreich schwärmte für das Tanzen und so förderte sie es am Königshof, lud bekannte Tänzer an den Hof und so entwickelte sich eine neue Kunstform, die sich unter dem Namen "Ballet de cour" etablierte.


So geht es weiter, mit spannenden Geschichten zum Ballett.

Auch berühmte BallettänzerInnen werden kurz vorgestellt.

Alles untermalt mit schönen gezeichneten Bildern.


Besonders schön für die Kleinen, die ersten Schritte und Übungen werden vorgestellt, die speziellen Namen der Positionen beschrieben und so regt es auch zum nachmachen ein und üben.

Auf die Musik zum Ballett wird ebenfalls eingegangen.

Und am Ende befindet sich ein kleinen Wortregister, das die wichtigsten "schwereren Begriffe" erklärt.


Ein wunderschön gestaltetes Buch, das für kleine Ballettänzer und auch für zukünftige Ballettänzerinnen hervorragend geeignet ist und ich freue mich schon, es einer kleinen Dame zu übergeben, die mir seit Monaten in den Ohren liegt, daß sie Ballett tanzen möchte.



Fazit

Ein wunderschönes, liebevoll gestaltetes Buch über das Thema Ballett.

Sowie die Geschichte der Entstehung des Balletts, berühmte Tänzer und auch die verschiedenen Positionen des Tanzes werden kindgerecht dargestellt, anhand von kurzen Texten und sehr schön gestalteten Bildern zu den jeweiligen Themen.

Ebenfalls enthält es einen Anhang mit den wichtigsten Begriffen.


Ich kann es für Kinder, die das Thema Ballett lieben, sehr empfehlen.

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Veröffentlicht am 04.06.2025

Eine Lehrerin im Wien des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg

Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung
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Als sehr großer Fan der Anton & Ernestine Reihe von Beate Maly konnte ich hier natürlich nicht um das Buch herum gehen.
Ich hatte vor Jahren schon einmal - die Salzpiratin - von Beate Maly gelesen auch ...

Als sehr großer Fan der Anton & Ernestine Reihe von Beate Maly konnte ich hier natürlich nicht um das Buch herum gehen.
Ich hatte vor Jahren schon einmal - die Salzpiratin - von Beate Maly gelesen auch der historische Roman gefiel mir ausnehmend gut.
Und ich wurde nicht enttäuscht, die Trümmerschule hat mich wieder überzeugt. Ich mag die Autorin und ihren Schreibstil sehr.

Nach dem zweiten Weltkrieg, im Jahre 1946, kommt die Lehrerin Stella in ihre alte Heimatstadt Wien zurück.
Als Jüdin mußte sie 1938 aus ihrer Heimat fliehen und hatte in London Fuß gefaßt.
Nun aber überfällt sie doch das Heimweh und sie verspürt den Wunsch am Wiederaufbau, nach der verheerenden Naziherrschaft , ihrer Geburtsstadt teilzuhaben.

Erschrocken über den Zustand Wiens kommt sie erste einmal bei ihrer alten Freundin Feli - dessen Eltern ihr damals bei der Flucht geholfen hatten - unter.
Sie bekommt die ersehnte Stelle als Lehrerin auf dem Gymnasium und versucht sich dort gut einzuleben und mit ihrer modernen Pädagogik gewinnt sie schnell die Herzen ihrer Schüler.
Einfach wird es Stella aber nicht gemacht, da sich auch unter den alten Lehrern noch alte Nazis und Befürworter den schwarzen Pädagogik befinden, die noch auf die veraltete Prügelstrafe stehen.
Aber auch positive Bekanntschaften darf Stella in der Schule machen.
Das Buch ist sehr bildhaft beschrieben, man sieht das zerbombte Wien förmlich vor sich, die ruhigen Stellen im Wald, die noch stehenden alten Häuser und auch die Schule ersteht beim Lesen sozusagen auf.

Der Schreibstil selber ist flüssig und schön, so wie ich ihn von Beate Maly gewohnt bin.

Die Personen sind gut beschrieben, sei es die positiven aber auch die negativen.

Sehr gut gefällt mir, daß es, obwohl es einen zweiten Teil geben soll, hier keinen gewaltigen Cliffhanger gibt über die ich mich sonst sehr aufrege, da ich es hasse, auf einen weiteren Teil warten zu müssen.
Hier ist es ein Ende, das zwar die Neugier auf den zweiten Teil weckt, aber den Leser eben auch zufrieden das Buch zuklappen läßt.
Ich kann es sehr empfehlen, als spannenden Roman über die Zeit unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg und den Wiederaufbau Wiens.


Fazit
Ein sehr gelungener Roman über eine jüdische Lehrerin, die sich nach dem zweiten Weltkrieg wieder auf in ihre Heimat macht um dort am Wiederaufbau teilzunehmen und doch einige Hindernisse zu bewältigen hat.
Ein schöner flüssiger Schreibstil, wie gewohnt von Beate Maly, rundet das Buch wunderbar ab.

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Veröffentlicht am 16.05.2025

Flucht aus Sicht eines Kindes

Wie ein Foto unser Leben rettete
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Ein sehr kindgerechtes und behutsames Buch über die Judenverfolgung im dritten Reich.

Gavra, ein kleine jugoslawischer jüdischer Junge, lebt mit seiner Schwester Irene, genannt Beba und seinen Eltern ...

Ein sehr kindgerechtes und behutsames Buch über die Judenverfolgung im dritten Reich.

Gavra, ein kleine jugoslawischer jüdischer Junge, lebt mit seiner Schwester Irene, genannt Beba und seinen Eltern in Novi Sad, einer kleinen Stadt in Jugoslawien.

Das Besondere an der Familie ist der Beruf des Vaters, er ist Fotograf, ein sehr guter und vielbeschäftigter. Das liegt in der Familie, denn schon dessen Vater war ein bekannter Fotograf.

Die friedliche Zeit der Kindheit findet ein Ende, als die Deutschen im 2.Weltkrieg in Jugoslawien einmarschieren und die Familie nicht mehr sicher ist, da sie jüdisch ist.

Sie versuchen zu fliehen - erst nach Italien - später weiter Richtung Albanien.

Ein ganz spezielles Foto, das der Vater auf der Flucht dabei hat, rettet der Familie sozusagen das Leben, da es etwas zeigt, daß die Familie als nicht jüdisch, sondern christlich erscheinen läßt.....



Das Buch beschreibt die Flucht der Familie Mandil vor den Deutschen während des Krieges aus Sicht von Gavra, dem kleinen Sohn. Er beschreibt, sozusagen mit seinen Worten, wie die Flucht verlaufen ist, wo sie jeweils landeten und wie sich die Menschen dort jeweils ihnen gegenüber verhalten haben.


Ganz besonders schön ist die Zeit in Albanien beschrieben, wo die Familie später ankommt und die Gastfreundschaft, die ihnen dort von einer muslimischen Familie gewährt wird.

Dort ist es ganz selbstverständlich, Menschen, die auf der Flucht sind, aufzunehmen, sich ihrer anzunehmen und sie vor ihren Verfolgern zu beschützen. Ein - Besa - genannter Ehrenkodex, der in Albanien selbstverständlich ist.


Wie die Familie in die albanische Familie integriert wird, die Kinder alle gemeinsam toben, mithelfen und fast als Familie gelten, wie die Mandils geschützt werden, als auch in das albanische Dorf die Deutschen kommen.


Das Buch ist Hoffnung verbreitend, da sie von guten Menschen in schlimmen Zeiten erzählt. Daß es auch in schrecklichen Zeiten möglich ist, auf Menschen, die sich das menschliche bewahrt haben, zu treffen.


Am Ende ist ein Nachwort, was aus den verschiedenen Personen aus Gavras Geschichte geworden ist.


Der Schreibstil ist einfach und kindgerecht gehalten, so daß es sich auch für Kinder schon gut selber lesen läßt und sie so teilhaben können an Gavras Geschichte.



Fazit

Ein behutsames, hoffnungsvolles, kindgerechtes Buch über eine jugoslawische jüdische Familie, die während der Zeit des zweiten Weltkrieges vor den Deutschen fliehen muß.

Erzählt aus der Sicht des kleinen Gavra, der die Geschichte seiner Familie erzählt.

Für einen Einstieg in die Geschichte des zweiten Weltkrieges gut geeignet.

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Veröffentlicht am 26.04.2025

St.Pauli als Schauplatz im Jahre 1913

Elbnächte. Die Lichter über St. Pauli
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Ein wunderbares neues Buch von Henrike Engel. Habe ich doch schon ihre "Hafenärztin" Reihe verschlungen, so begeistert mich dieses erste Buch einer neuen Reihe tatsächlich noch mehr.


Es liegt wohl ...



Ein wunderbares neues Buch von Henrike Engel. Habe ich doch schon ihre "Hafenärztin" Reihe verschlungen, so begeistert mich dieses erste Buch einer neuen Reihe tatsächlich noch mehr.


Es liegt wohl daran, daß mir die drei Hauptpersonen hier noch ein wenig mehr ans Herz gewachsen sind.


Louise, die bisher in Wohlstand aufgewachsen ist, mit ihrem Mann die Welt bereist hat und nun in Hamburg gelandet ist bis dort auf einmal ihr Mann verschwindet. Angeblich soll er ermordet worden sein, aber so ganz glauben kann sie es nicht.


Ella, als junges Mädchen in Galizien von Mädchenhändlern verschleppt und zur Prostitution gezwungen, gelingt die Flucht und so verschlägt es sie nach Hamburg, wo sie sich ein neues, freies Leben aufbauen möchte.


Paul, ein ehemaliger Polizist , der durch einen Angriff einen Arm verliert und seinen Dienst bei der Polizei quittiert, einen neuen Sinn im Leben sucht.



Louise und Ella treffen sich zufällig und sind sich , trotz ihrer Unterschiedlichkeit, sofort sympathisch - beschließen, sich gemeinsam ein Zimmer zu suchen und ihre Leben neu zu beginnen. Vor allem ist ihnen ihre Unabhängigkeit von Männern - in einer noch von Männern dominierten Zeit - besonders wichtig, ebenso ihre Freiheit.


Auf St.Pauli, wo das Leben unterschiedlichster Menschen pulsiert, treffen sie auf Paul. Dort treibt auch eine Bande von Kindern und Jugendlichen ihr Unwesen. Mit dem Anfüherer der Bande hat Paul persönlich noch ein Hühnchen zu rupfen.

Auch andere Delikte sind in der Gegend nicht ganz fern.....


Die drei Hauptpersonen sind mir sehr sympathisch und vor allem Ella, mit ihrer wunderbaren Fröhlichkeit, hat es mir angetan.

Diese Kraft, trotz ihres Schicksals, sich so ihre Lebensfreude zu bewahren ist doch bewundernswert.


Ganz besonders hat mir das Auftauchen, bereits aus der Hafenärztin bekannter Personen, gefallen.

Das war ein wenig, wie eine Art wiedertreffen von alten Bekannten, die sich mit den hier agierenden Charakteren zusammentun und versuchen, den Machenschaften, in die sie geraten, zu widersetzen.


Wenn man die "Ärztin Reihe" nicht kennt, fällt es nicht auf und Vorwissen ist auch nicht nötig, aber wenn man sie kennt, empfinde ich es als ein besonderes Schmankerl, zu sehen, wie es diesen bekannten Figuren mittlerweile ergangen ist.



Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm, so daß sich das Buch sehr gut lesen läßt und das unterbrechen, dank der Spannung, eher schwer macht.


Auch bin ich ganz froh, daß es hier ein halbwegs schlüssiges, nicht allzu offenes Ende gibt und kein fieser Cliffhanger, wie leider mittlerweile üblich zu sein scheint, bei Büchern einer Reihe.


Hier läßt es sich gemütlich zurücklehnen, das Ende genießen und sich gleichzeitig auf den nächsten Band der Reihe freuen, in dem es mit den dreien weitergeht.


Fazit

Ein spannender neuer historischer Krimi, der im alten St.Pauli, im Hamburg des Jahres 1913 spielt und drei sehr unterschiedliche, aber hochsympathische Menschen zusammenbringt.

Die gemeinsam auf der Suche nach Unabhängigkeit und Freiheit sind und gemeinsam Gefahren meistern.

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