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Veröffentlicht am 09.10.2025

Historischer Kinderkrimi

Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten
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Davide Morosinottos "Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten" bietet eine tolle Mischung aus historischem Roman und Kriminalgeschichte. Da mich die Geschichte rund um Kaspar Hauser schon als Kind ...

Davide Morosinottos "Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten" bietet eine tolle Mischung aus historischem Roman und Kriminalgeschichte. Da mich die Geschichte rund um Kaspar Hauser schon als Kind fasziniert hat, bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden.

Zunächst einmal hat das Buch ein wunderschönes Hardcover, das durch die dunklen sowie goldenen Akzente sofort ins Auge sticht. Das Buch fühlt sich wertig an und die Innengestaltung des Buchs (Stadtplan, Illustrationen) unterstreicht dies noch einmal.

Der Autor schafft es direkt zu Beginn wunderbar, das Nürnberg von 1829 vor meinem Auge zum Leben zu erwecken. Ich konnte mir das Stadtbild und die Stimmung zur damaligen Zeit sehr gut vorstellen. Außerdem mochte ich, dass das Setting sehr düster und daher passend zur Geschichte rund um Kaspar Hauser ist.

Der Spannungsbogen beim Lesen war für mich angenehm: Es gibt immer wieder Andeutungen und Hinweise, die einen als Leserin auf verschiedene Fährten locken. So war das Buch bis zum Ende hin spannend und man fiebert mit. Der Schreibstil liest sich flüssig und angenehm.

Die Protagonistin Greta ermittelt selbstbewusst auf eigene Faust und wirkt dabei sehr sympathisch und klug. Wenn man Romane für Erwachsene gewohnt ist, fehlt es einem in Kinder- und Jugendbüchern häufig an Tiefe bei den Charakteren. Das habe ich bei diesem Buch auch so empfunden, für junge Leser
innen ab 12 Jahren finde ich es aber vollkommen angemessen. Insbesondere Kaspar Hauser bleibt bis zum Ende eine diffuse Figur - das hat der Autor vermutlich aber bewusst so konzipiert.
Die Komplexität der Handlung ist stimmig für das Alter und wird vor allen denjenigen viel Freude bereiten, die Rätsel bzw. Geheimnisse und eine düstere Atmosphäre mögen. Eine klare Leseempfehlung für dieses Alter, aber auch für Erwachsene, die sich für die Geschichte rund um Kaspar Hauser interessieren!

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Frauen zwischen persönlichen Wünschen und gesellschaftlichen Erwartungen

Hello Baby
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Sechs südkoreanische Frauen und ein Wunsch: Mutter werden. In einem Gruppenchat tauschen sie sich über ihren bislang unerfüllten Kinderwunsch und die Behandlung in einer Fruchtbarkeitsklinik in der Stadt ...

Sechs südkoreanische Frauen und ein Wunsch: Mutter werden. In einem Gruppenchat tauschen sie sich über ihren bislang unerfüllten Kinderwunsch und die Behandlung in einer Fruchtbarkeitsklinik in der Stadt Seoul aus. Dabei erfährt man viel über die verschiedenen Frauen, was den Leser*innen auch einen Einblick in die südkoreanische Gesellschaft gibt.

Ich fand es erschütternd, was die Frauen auf ihrer „Kinderwunschreise“ so alles erleben müssen. Ich habe schon bei Frauen aus meinem Freundeskreis mitbekommen, dass eine Kinderwunschbehandlung körperlich und psychisch hart ist, aber die Einblicke aus dem Roman haben mir noch einmal deutlich vor Augen geführt, wie hart dieser Weg tatsächlich ist. Die Autorin macht im Nachwort deutlich, dass sie persönliche Erfahrungen in diesem Bereich machen musste, weshalb ich die Schilderungen im Roman als sehr realistisch einschätze. Abgesehen von den Einblicken in die Kinderwunschbehandlung haben mich vor allem die Schilderungen der gesellschaftlichen Umstände sehr fasziniert. In Südkorea scheint das Paradoxon zu existieren, dass insbesondere die älteren Generationen die Frauen unter Druck setzen, doch bitte möglichst schnell Nachwuchs zur Welt zu bringen, während die Wirtschaft hofft, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt verfügbar bleiben und nicht durch Schwangerschaft und Eltern-Dasein ausfallen. Die Autorin Kim Eui-kyung verwebt diesen Widerspruch wunderbar in ihrem Roman und macht deutlich, was diese nicht miteinander vereinbaren Ansprüche auf emotionaler Ebene mit ihren Romanfiguren macht.

Auch wenn der Erzählsstil recht nüchtern ist, werden die Emotionen sehr gut deutlich und man fühlt sich schnell in die verschiedenen Frauen hinein. Ich mochte die abwechselnden Erzählperspektiven sehr gern und habe mich durch diesen Roman insgesamt sehr gut unterhalten, aber auch informiert gefühlt. In der Zukunft werde ich definitiv anders auf IVF blicken.

Für alle, die gesellschaftskritische Romane mögen und Interesse am Thema haben, kann ich diesen Roman nur wärmstens empfehlen!

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Politisch, klug, begeisternd

Das Geschenk
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Deutschland verbietet die Einfuhr von Jagdtrophäen, der Präsident von Botswana schickt daraufhin 20 000 Elefanten als „Geschenk“ nach Berlin, was Politik, Gesellschaft und Machtstrukturen in einer satirischen ...

Deutschland verbietet die Einfuhr von Jagdtrophäen, der Präsident von Botswana schickt daraufhin 20 000 Elefanten als „Geschenk“ nach Berlin, was Politik, Gesellschaft und Machtstrukturen in einer satirischen Krisensituation gnadenlos auf die Probe stellt.

Nachdem mich Schoeters’ Roman „Trophäe“ sehr begeistert hat, konnte ich es kaum abwarten, „Das Geschenk“ endlich in den Händen zu halten und zu lesen.
Das Szenario ist natürlich reichlich absurd, aber doch auch genial. Gaea Schoeters schafft es auf kluge Art und Weise, diese absurde Situation mit den großen Fragen unserer Politik zu verknüpfen. Besonders begeistert hat mich, wie die Autorin gesellschaftliche Debatten, politische Strategien und mediale Mechanismen in einem kurzweiligen Roman unterbringt. Sie zeigt dabei einen humorvollen, aber in der Konsequenz doch auch ernsten Umgang mit aktuellen Machtverhältnissen und der Frage, wie Politik, die häufig von kurzsichtigen Interessen der verschiedenen Akteure geleitet wird, mit den großen Fragen unserer Zeit umgeht. Die Sprache ist dabei sehr pointiert und unaufgeregt.

Ich habe diesen Roman sehr gern gelesen und kann ihn uneingeschränkt empfehlen. Abgesehen von politischen und medialen Machtverhältnissen habe ich auch noch eine ganze Menge Neues über Elefanten gelernt. Diese meisterhafte Satire regt definitiv zum Nachdenken an, unterhält einen als Leser*in aber auch gut.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Lust auf Literatur

Einfach Literatur
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Dieses Buch macht einfach Lust auf Literatur! Doch vorab: Ich finde die Geschichte rund um die Beziehung zwischen Klaus Willbrand und Daria Razumovych einfach wunderbar. Zwei Menschen, die viele Lebensjahre ...

Dieses Buch macht einfach Lust auf Literatur! Doch vorab: Ich finde die Geschichte rund um die Beziehung zwischen Klaus Willbrand und Daria Razumovych einfach wunderbar. Zwei Menschen, die viele Lebensjahre trennen, aber doch eines verbindet: die Literatur. Die Idee, Klaus Willbrand und sein Kölner Antiquariat über Social Media bekannt zu machen, war toll und ich mochte die Videos unglaublich gern.

„Einfach Literatur“ weist eine tolle Mischung aus Informationen über Klaus Willbrands Leben und seinen literarischen Tipps auf. Dabei sind die Literaturtipps in „deutschsprachige Literatur“, „angloamerikanische Literatur“ und „französischsprachige Literatur“ unterteilt. Als Germanistin interessiere mich sehr für Literatur und habe mich sehr über die persönlichen Empfehlungen des Antiquars gefreut. Einige Autor*innen haben es nach dem Lesen des Buches auf jeden Fall auf meine Wunschliste geschafft. Neben den Empfehlungen hat mich aber insbesondere die Schilderung des Lebenswegs von Klaus Willbrand und seines Zugangs zur Literatur begeistert. So lernt man nicht nur etwas über die vorgestellten Bücher, sondern entdeckt auch, wie diese mit dem Leben des Antiquars verwoben waren. Es ist unglaublich schade, dass dieser die Veröffentlichung des Buches nicht mehr miterleben konnte. Mir gefällt auf jeden Fall sehr, was Daria Razumovych aus all den gemeinsamen Gesprächen und aufgenommenen Videos geschaffen hat! Dieses Buch macht definitiv Lust auf Literatur und ist etwas für alle, die sich gern mit Büchern auseinandersetzen.

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Veröffentlicht am 07.12.2017

Absoluter Pageturner!

Palast der Finsternis
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„Palast der Finsternis“ war eines meiner Lieblingsbücher in diesem Jahr: unglaublich spannend, mit dem ein oder anderen Schocker-Moment versehen und vor allem durch die Wahl des Handlungsortes sehr überzeugend ...

„Palast der Finsternis“ war eines meiner Lieblingsbücher in diesem Jahr: unglaublich spannend, mit dem ein oder anderen Schocker-Moment versehen und vor allem durch die Wahl des Handlungsortes sehr überzeugend und interessant!

Inhalt:
Die 17-jährige Anouk fliegt gemeinsam mit vier weiteren Jugendlichen nach Paris, um dort an einer streng geheimen Expedition teilzunehmen. Unglaublich froh, das strenge Auswahlverfahren bestanden zu haben und bei dieser spannenden Reise dabei zu sein, können es alle fünf Auserwählten kaum abwarten, endlich den lange versteckten unterirdischen Palast aus den Zeiten der Französischen Revolution zu betreten. Doch was erwartet sie dort? Kann die Expedition möglicherweise nie dagewesene historische bzw. wissenschaftliche Erkenntnisse ans Tageslicht bringen? Soviel kann vorab gesagt werden: Nicht nur der mysteriöse unterirdische Palast, sondern auch die verschiedenen Charaktere der Auserwählten werden für zahlreiche Probleme sorgen!

Eigene Meinung:
Bereits das Cover hat mir sehr gut gefallen und hat mich neugierig auf das Buch gemacht! Die Gestaltung der Diogenes-Bücher finde ich sonst häufig etwas „altbacken“, doch dieses Cover spricht ganz klar auch jüngere Altersstufen an! Ein toller Hologramm-Effekt sowie ein mysteriös und leicht gruselig wirkendes Motiv ziehen sicher die Blicke vieler Bücherfreunde auf sich!
Neben der äußeren Erscheinung konnte mich jedoch auch der Inhalt des Buches vollkommen überzeugen! Es wurde sehr schnell spannend und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass der Spannungsbogen während der gesamten Handlung nie abgeflaut ist und sich „Palast der Finsternis“ somit zum absoluten Pageturner für mich entwickelt hat! Ich hatte wirklich Mühe, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen.
Anfangs dachte ich, dass es sich möglicherweise um die typische Gruselstory in einem alten Gemäuer handeln würde – dies ist jedoch nicht der Fall! Vieles kam anders als ich erwartet hatte, was mich positiv überrascht hat. Bachmann hat hier eine tolle Idee in einem tollen Roman verpackt!
Toll finde ich die Perspektivwechsel zwischen der Ich-Erzählerin aus der Gegenwart, Anouk, sowie der Ich-Erzählerin aus der Vergangenheit, Aurélie. Das bringt viel Abwechslung und lässt einen mit beiden Handlungsebenen sehr stark mitfiebern. Insgesamt haben mir auch die Figuren des Romans gut gefallen, da sie nicht die für „Abenteuergeschichten“ typischen Helden mit tollen Charaktereigenschaften sind. Die Protagonistin Anouk wirkt beispielsweise zunächst wie eine absolute Anti-Heldin: hochbegabt, aber in Bezug auf soziale Kontakte sehr unfähig, was sie durch viel Sarkasmus zu überspielen versucht. Im Laufe der Handlung lassen sich jedoch Veränderungen im Verhalten der fünf Auserwählten beobachten, welche die Figuren weniger oberflächlich als zunächst angenommen zeigen. Interessant war, wie sich die Jugendlichen mit ihren sehr verschiedenen Eigenschaften innerhalb der Gruppe verhalten! Außerdem wurde man immer wieder mit der Frage konfrontiert, wem man nun vertrauen kann und wem nicht – auch als Leser hat man sich dies gefragt und war dementsprechend häufig hin- und hergerissen, was die Handlung noch spannender gemacht hat.
Neben dem Inhalt hat mir auch die Sprache gut gefallen! Stefan Bachmann lässt „Palast der Finsternis“ mit viel sprachlichem Geschick zeitweise flapsig und am jugendlichen Leser orientiert wirken, dann aber wiederum auch ernst und informativ.

Fazit:
Ein toller Roman, der sowohl Jugendliche als auch „ältere Leser“ anspricht! Die Handlung ist nicht vorhersehbar und unglaublich spannend, was „Palast der Finsternis“ zu einem absoluten Pageturner macht. Man sollte jedoch fantastische Elemente mögen und sich auf die Idee Bachmanns einlassen!