Profilbild von Hundenaerrin

Hundenaerrin

Lesejury Star
offline

Hundenaerrin ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Hundenaerrin über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.11.2020

Eine fesselnde Geschichte voller Magie und Grusel!

Millenia Magika – Der Schleier von Arken
0

Adrian hat die Nase voll von seinem Stiefvater und der Schule. Kurzerhand macht er sich auf den Weg zu seiner Tante, die in dem kleinen verschlafenen Städtchen Arken wohnt. Dort gibt es nicht mal Handyempfang, ...

Adrian hat die Nase voll von seinem Stiefvater und der Schule. Kurzerhand macht er sich auf den Weg zu seiner Tante, die in dem kleinen verschlafenen Städtchen Arken wohnt. Dort gibt es nicht mal Handyempfang, geschweige denn eine anständige Straßenbeleuchtung. Doch das bleibt nicht das einzig merkwürdige... Wieso nennt das Mädchen namens Jazz seine Tante „Magista“ und was hat es mit den sich bewegenden Tattoos an ihrem Arm auf sich? Und wieso sieht Adrian plötzlich einen Troll im Bus? Wie sich herausstellt, ist Arken die geheime Zufluchtsstätte aller magischen Wesen und Adrian ist nun ein Teil von ihnen, denn nur Magika können untereinander ihre wahre Gestalt erkennen, allen anderen verbirgt der Schleier ihr Aussehen. Als wären das nicht schon genug schockierende Neuigkeiten für einen Tag, verschwindet plötzlich auch noch Adrians Tante, die das Oberhaupt der Magika ist. Kann Adrian die Stadt retten?

Wow, ich hatte nach der Leseprobe hohe Erwartungen an die Geschichte, aber was ich dann zu lesen bekam, war noch hundert Mal besser! Dieses Buch ist ein spannungsgeladener Jugend-Fantasy-Abenteuerroman mit Thriller-Elementen (jedenfalls für mich, die auf Grund der Spannung kaum Thriller liest), den ich kaum aus der Hand legen konnte!

Die Figuren sind sympathisch und authentisch angelegt, sodass man durchweg mit ihnen mitfiebert. Die Widersacher haben mir ein angenehmes Maß an Gänsehaut verursacht, die Idee dahinter ist spannend und mir so noch nicht begegnet. Das Setting in und unter der Stadt Arken wird durch den eingefügten Lageplan im Buchdeckel gut nachvollziehbar und was würde besser zu so einer magischen Geschichte passen als ein mittelalterliches Städtchen?

Die Illustrationen dieses Buches, die vom Autor selbst stammen, sind eine wunderbare und in keinster Weise störende Ergänzung. Manchmal tue ich mich schwer damit, wenn ich die Figuren in Form einer Zeichnung vorgesetzt bekomme, da ich mich dann immer ein wenig in meiner Fantasie beschränkt fühle. Aber hier entsprachen sie genau meinem Geschmack. Die Schlichtheit durch die Beschränkung auf die Farben schwarz, grau und rot passt zur düsteren Stimmung der Geschichte, setzt aber gleichzeitig einen Akzent, denn rot steht hier immer in Verbindung mit der Magie.

Einen halben Stern Abzug gibt es leider, weil ich mir ein ganz klein wenig mehr über die verschiedenen Bewohner Arkens, die Magie und ihre Ausprägung gewünscht hätte. Leben dort Magika und Nicht-Magika gemeinsam, ohne das Letztere etwas von der Magie in Arken wissen, oder ist es eine rein magisch bewohnte Stadt?

Es war eine grandiose Halloween-Lektüre, die alles hatte, was einen guten Jugendfantasy Roman ausmacht: Magie, Gruselgestalten, Action, Spannung, Freundschaft, Abenteuer und Intrigen. Und der Cliffhanger am Schluss lässt mich sehr auf eine Fortsetzung hoffen, die ich kaum erwarten kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.11.2020

Viele Parallelen zu Band 1, aber leider wenig Neues

Code: Elektra
0

Orestes und Malin sind wieder auf Schatzsuche! Diesmal bringt Antes Oma sie auf eine heiße Spur, als diese bei einer Séance von Orestes Mutter Mona plötzlich mit einer anderen Stimme davon spricht, dass ...

Orestes und Malin sind wieder auf Schatzsuche! Diesmal bringt Antes Oma sie auf eine heiße Spur, als diese bei einer Séance von Orestes Mutter Mona plötzlich mit einer anderen Stimme davon spricht, dass die Kinder unter Silvias Stein suchen sollen. Dort entdecken sie einen Brief von Axel Åström und es beginnt erneut eine Schnitzeljagd quer durch den Ort Lerum. Aber auch diesmal sind die beiden nicht die einzigen Jäger...
Das Erzählmuster dieses zweiten Bandes folgt leider sehr stark dem „Code: Orestes“, die Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen. Auf den ersten 180 Seiten fehlt es an der bekannten – und, wie ich finde, diese Geschichte ausmachende – Codetüftelei. Die dann verwendeten Chiffren sind sehr schwer, sodass ich es schnell aufgab, den Code selbst knacken zu wollen. Auch die Geheimnissuche an sich wirkt erzwungen und dirigiert. Und plötzlich erscheint noch ein weiteres mögliches Rutenkind auf der Bildfläche? Das ist zu verwirrend, wie ich finde.
Und dann das Ende: Es gleicht einfach viel sehr dem Ausgang von Band 1. Ich habe mich sehr über die Naivität der Kinder geärgert. Haben sie denn gar nichts dazu gelernt? Ich als Leser bleibe wieder mit zu vielen losen Enden und dadurch recht unzufrieden zurück. Ich muss gestehen: Ich bin tatsächlich ein wenig enttäuscht. Meine Hoffnung setze ich nun vollends auf den Abschluss der Trilogie!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.11.2020

Dein Herzenswunsch ist nur einen Wurf entfernt...

Talus
0

Seitdem sie klein ist wurde Erin von ihrer Tante Charly eingeredet, dass Magie real sei und sie beide eine besondere Verbindung zu ihr hätten. Nun ist Erin Anfang 20, studiert mehr schlecht als recht in ...

Seitdem sie klein ist wurde Erin von ihrer Tante Charly eingeredet, dass Magie real sei und sie beide eine besondere Verbindung zu ihr hätten. Nun ist Erin Anfang 20, studiert mehr schlecht als recht in Edinburgh, und Tante Charly liegt im Koma, aus dem sie vielleicht nie wieder erwachen wird. Doch Erin wird immer noch angezogen von allem geheimnisvollen und unerklärlichem. Sie hat ihre Leidenschaft darin gefunden, Geistertouren durch die Vaults und Friedhöfe von Edinburgh anzubieten. Doch dann sieht sie einen echten Geist und alles ändert sich. Denn Hexen gibt es wirklich: Sie leben in Höhlen unter der Stadt und sind derzeit in Aufruhr, denn ein magischer Würfel namens Talus wurde wiederentdeckt. Und dieser erfüllt jedem, der ihn wirft, seinen Herzenswunsch...
Ich musste diese Geschichte etwas sacken lassen und sortieren, was mich an dieser Geschichte gestört hat bzw. warum der entscheidende Funke nicht übergesprungen ist.

Der Gedanke, mehrere Jäger auf Talus anzusetzen und ihre jeweiligen Geschichten erzählen zu wollen, finde ich prinzipiell interessant. Aber leider artet die Umsetzung hier in viel zu kurzen Kapiteln aus. Der dadurch häufige Wechsel der Erzählperspektive hat mich besonders am Anfang doch recht irritiert. Nach einer Eingewöhnungs- und Kennenlernzeit der Figuren fiel es mir dann leichter, aber es blieben einfach zu viele Handlungsträger und -stränge, die durch ihre pure Menge einfach gelitten haben, denn die Figuren blieben blass, die Motive und Intentionen konnten teilweise nicht klar herausgestellt werden und es traten zu viele Unbekannte und nie wieder in Erscheinung tretende Figuren auf. Auch fehlt es mir an Hintergrundwissen, zum Beispiel über den Inhalt des Tagebuchs, das eine so wichtige Rolle in dieser Erzählung spielt, oder über die Magie im Allgemeinen. Es bleiben mir leider zu viele offene Enden am Schluss – über den man übrigens auch diskutieren kann – der Geschichte übrig. Es wurde leider recht viel Potenzial verschenkt, wie ich finde.

Sehr gelungen und durchdacht finde ich das Weltensetting. Die Hexen in magisch angelegten Höhlen unter der Stadt anzusiedeln gefällt mir. Es wurde sehr bildlich beschrieben, wie man sie sich vorzustellen hat, ebenso, wie es sich mit den Durchgängen zur realen Welt verhält. Diese Abschnitte haben die Geschichte für mich gerettet, denn hier war der Erzählstil ganz klar und eindeutig, ohne ständig links und rechts zu anderen Schauplätzen und Handlungen abzubiegen.

Die Geschichte erscheint mir leider eher wie ein Teppich, aus dem einige Fäden herausschauen und ihn daher löchrig machen. Man kann ihn zwar noch benutzen, bleibt beim Darübergehen aber an einigen Stellen mit den Zehen hängen und kann ins Stolpern geraten. Aber das Grundmuster des Teppichs gefällt mir!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.11.2020

Eine moderne „E-Mail für dich“-Geschichte mit bizarren Konversationen

Wrong Number, Right Guy (College Love 1)
0

Als Delia eine Nachricht bezüglich eines Treffens von einer ihr fremden Handynummer erhält, denkt sie sich nicht viel dabei. Schließlich verliert ihr Bruder öfter mal sein Mobiltelefon. Allerdings stellt ...

Als Delia eine Nachricht bezüglich eines Treffens von einer ihr fremden Handynummer erhält, denkt sie sich nicht viel dabei. Schließlich verliert ihr Bruder öfter mal sein Mobiltelefon. Allerdings stellt sich schnell heraus, dass sie nicht mit ihrem Bruder gechattet hat, sondern mit einem mysteriösen Fremden namens Zach. Doch beide finden sich auf Anhieb sympathisch und dehnen ihre Chatbekanntschaft weiter aus, ohne sich jemals gesehen zu haben. Aber darf man sich wirklich in jemanden verlieben, mit dem man nur Whatsapp Nachrichten ausgetauscht hat?

Mir gefiel die Idee einer modernen Geschichte à la „E-Mail für dich“ und ich war gespannt auf die Umsetzung. Vielleicht ist es ein Problem des ebook Formats, aber ich hätte eine deutlichere grafische Absetzung der Chatverläufe vom restlichen Fließtext ansprechend gefunden.

Zu Anfang fand ich die Chatinhalte recht befremdlich. Würde man wirklich so mit einem völlig fremden Meschen chatten? Es war mir einfach zu offensiv und teilweise zu albern. Zum Glück wandelten sich die Inhalte in den Face-to-Face Gesprächen im Verlauf der Geschichte. Delia und Zach sind sympathische Figuren mit einem etwas skurrilem Humor, aber auf ihre Art ganz liebenswert. Allerdings hat die Tierschützerin in mir doch sehr aufbegehrt, als es um die kleine Ziege in einer Stadtwohnung ging... Hätte es nicht auch eine Kuscheltier sein können?

Alles in allem ist es eine nette, kurzweilige New Adult-College Liebesgeschichte mit den bekannten Höhen und Tiefen und auch vielen witzigen Elementen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.11.2020

Eine schaurig-schöne, fantastische Halloweenlektüre

Brombeerfuchs – Das Geheimnis von Weltende
0

Portia soll in den Ferien Urlaub bei ihren Tanten Olivia, genannt Bramble, und Viola, genannt Rose, in Wales machen, da ihre Mutter wieder einmal krank ist. In Trefriw trifft Portia aber nicht nur auf ...

Portia soll in den Ferien Urlaub bei ihren Tanten Olivia, genannt Bramble, und Viola, genannt Rose, in Wales machen, da ihre Mutter wieder einmal krank ist. In Trefriw trifft Portia aber nicht nur auf Ben, den Sohn der Buchhändlerin des Ortes, sondern auch auf einen sonderbaren Fuchs, der sie zu verstehen und etwas bestimmtes von ihr zu verlangen scheint. Als sie den Fuchs beim Stöbern im Schreibtisch ihrer Tante erwischt, findet Portia einen Schlüssel, der dem Fuchs sehr wichtig zu sein scheint. Sie folgt ihm zu einer geheimnisvollen Tür mitten im Wald und betritt mit ihm gemeinsam die dahinter liegende Welt, ohne auch nur zu erahnen, in welches unglaubliche Abenteuer sie sich dabei begibt. Denn die Tür ist ein Portal in die Anderswelt, in der Feen, Gestaltwandler und andere, weit bösartigere Lebewesen ihr Zuhause haben...

Ich musste die Geschichte zugegebenermaßen ein Weilchen verdauen. Das hatte folgende Gründe: Das Abenteuer von Portia und Ben ist unglaublich spannend, magisch und geheimnisvoll, aber auch sehr düster und stellenweise verdammt gruselig! Im Gesamtpaket gefiel sie mir wirklich gut, besonders das Weltensetting ist sehr fantasievoll und detailreich gestaltet. Die Idee mit den Türen zwischen den Welten und auch das mythische Figurenpersonal waren interessant und vielfältig angelegt. Die vier Sterne hat die Geschichte also wirklich verdient.

Nun kommt das Aber: Es gab sooo viel mehr Potenzial, das nicht ausgeschöpft wurde! Die Faktenlage – oder von mir aus auch die fantastische Ausgestaltung dessen – rund um die britisch-walisische Mythologie bleibt leider ziemlich im Verborgenen, so als wären der Autorin hier die Ideen ausgegangen. Was genau hat es mit dem Feenkönigspaar auf sich? Wie kann man sich Runenmagie aneignen? Kann dies jede Person oder muss man dafür magisches Potenzial in sich tragen? Und was mich am meisten gestört hat, und dafür gibt es einen Punkt Abzug: Die Motivation des Grauen Königs bleibt völlig im Verborgenen! Es muss doch einen Grund dafür geben, warum er seine Welt verlassen hat und nun von diesem Gedanken, sämtliche Welten beherrschen zu wollen, angetrieben wird. Hier hätte man meiner Meinung nach noch viel mehr schreiben müssen und es zwickt mich immer noch in der Magengegend, dass ich seine Beweggründe nicht kenne...

Zu den Figuren: Zu Portia habe ich leider keinen richtigen Zugang gefunden, sie erschien mir etwas zu blass und kalt, fast schon emotionslos an einigen Stellen. Ihre Innenweltdarstellung hätte ruhig noch etwas ausgeschmückt werden können. Ben war mir da direkt sympathischer und zugänglicher – vielleicht weil er von Anfang an emotionaler war? Und wenn ich ehrlich bin, ist es eigentlich auch eher die Geschichte von Bramble und Robin Goodfellow. Schließlich heißt das Buch ja auch „Brombeerfuchs“, oder? Aber auch hier ist mir alles zu vage, leider. Wenn ich einen so offensichtlich an die Vergangenheit der Figuren angelehnten Titel wähle, dann sollte diese Geschichte auch etwas mehr dargelegt werden. Der Leser erfährt – wie Portia und Ben – immer nur schnipselweise, was sich vor vielen Jahren zwischen den Welten abgespielt hat.

Mir persönlich fehlt es an einigen Stellen an Tiefe, in Bezug auf die Hintergrundgeschichten und die Figuren, aber dennoch habe ich das Erstlingswerk von Kathrin Tordasi sehr genossen. Und wer weiß, vielleicht ergibt sich irgendwann eine Gelegenheit, die Geschichte wieder aufzugreifen...?

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere