Profilbild von Hundenaerrin

Hundenaerrin

Lesejury Star
offline

Hundenaerrin ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Hundenaerrin über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.01.2022

Rebellen vs. Fanatiker – und Sophie mittendrin

Keeper of the Lost Cities – Das Feuer (Keeper of the Lost Cities 3)
0

Nach Sophies Heilung durch Black Swan möchte sie eigentlich nur eines: Endlich Prentice helfen. Doch der Hohe Rat hat andere Pläne und befielt ihr, stattdessen den Pyrokinetiker Fintan zu heilen, da dieser ...

Nach Sophies Heilung durch Black Swan möchte sie eigentlich nur eines: Endlich Prentice helfen. Doch der Hohe Rat hat andere Pläne und befielt ihr, stattdessen den Pyrokinetiker Fintan zu heilen, da dieser die wichtigeren Geheimnisse verbirgt. Doch das ist nicht alles, über das Sophie sich Gedanken machen muss, denn irgendjemand hat es auf das Alicorn Silveny abgesehen, das sich in der Zuflucht am Mount Everest befindet. Gemeinsam mit Keefe findet sie heraus, dass das wertvolle Tier mit Oger-Technologie markiert worden ist und höchstwahrscheinlich Teil eines Anschlags werden soll. Zudem versucht Sophie immer noch hinter das Geheimnis von Jolie, der verstorbenen Tochter ihrer Adoptiveltern, zu kommen. Welche Verbindung hatte sie zu Black Swan?

Okay... wow! Es geht noch spannender! Dieser Band hat tatsächlich noch einmal eine Schippe Action und Geheimnisse oben draufgelegt. Ich war mir nicht bewusst, dass es geht, bis ich die letzten Seiten fertig gelesen hatte. Eine Steigerung der Dramatik und Verluste hat das Ganze noch zusätzlich abgerundet und mich wieder einmal sehr gefesselt.

Auch die Vierecksbeziehung zwischen Sophie, Fitz, Keefe und Dex nimmt neue Formen an und vertieft sich stark, was mir persönlich gut gefiel. Dex nimmt seine Fähigkeit endlich an und wirkt damit etwas erwachsener. Auch wenn seine Bemühungen in falsche Bahnen gelenkt werden, so erscheint er doch reifer, empathischer und verantwortungsbewusster.

Und auch Sophie entwickelt sich weiter – wenn auch in kleineren Schritten als die männlichen Protagonisten. Sie steht endlich voll und ganz hinter ihren Adoptiveltern und besonders hinter Fitz. Ihre Fähigkeiten werden in diesem dritten Band erneut auf eine harte Probe gestellt und nicht nur diese, denn auch Sophies Vertrauen wird aufs härteste getestet und ausgereizt.

Ich bin so sehr gespannt auf den vierten Band Ende Februar! Denn Band drei endete – so viel sei verraten – mit einem echten Wendepunkt-Cliffhanger!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.12.2021

Aushilfstod (in Ausbildung) trifft auf immunschwachen Bazillen-Phobiker

Hey, ich bin der kleine Tod … aber du kannst auch Frida zu mir sagen
0

Seit elf Jahren kennt Samuel nur das Krankenhaus, denn dort hat er auf Grund einer Immunschwäche mehr Zeit seines Lebens verbracht als Zuhause. Bei seiner letzten Lungenentzündung hat er ihn jedoch gesehen: ...

Seit elf Jahren kennt Samuel nur das Krankenhaus, denn dort hat er auf Grund einer Immunschwäche mehr Zeit seines Lebens verbracht als Zuhause. Bei seiner letzten Lungenentzündung hat er ihn jedoch gesehen: den Tod. Aber wenn Samuel eines nicht will, dann ist es sterben! Und so kämpft er sich zurück ins Leben und eine Stammzellspende ermöglicht es ihm sogar endlich wieder dauerhaft bei seinen Eltern zu leben. Doch da passiert es: In seinem Zimmer steht plötzlich wieder der Sensenmann. Aber war der letztes Mal nicht größer? Und tatsächlich: Unter dem schwarzen Umhang taucht ein Mädchen auf, die sich als Frida vorstellt und Samuel erklärt, sie sei der kleine Tod und müsse das Leben der Menschen kennenlernen, um mal ein großer Tod zu werden. Doch was sie verschweigt ist, dass sie einen Menschen durch den Tod begleiten muss. Und dafür wurde Samuel ausgewählt. Was dieser jedoch nicht ahnt, ist die Menge an Chaos und Herausforderungen, die Frida mitbringt...

Kurz vor Ende des Lesejahres hat mich dieses Buch noch einmal richtig aus den Socken gehauen! Ich bin wirklich froh, dass es mir durch Zufall in der Buchhandlung meines Vertrauens in den Schoß gefallen ist. Ich hatte befürchtet, dass es auf Grund der Thematik, die der Titel ein wenig andeutet, doch sehr düster und für einen Jahresabschluss zu emotional sein könnte. Und das war es an einigen Stellen auch. Aber in so unfassbar viel Witz, Charme und Lachen verpackt, dass ich diese Geschichte einfach nur lieben konnte. Die Themen Krankheit, Tod, Verlust, Isolation und Ängste treffen auf Wortwitze, Slapstickmomente, wunderbar treffende Illustrationen und zwei Protagonisten, die unterschiedlicher und gleichzeitig liebenswerter kaum sein könnten. Ich hatte ständig Tränen in den Augen – vom Lachen und vom Weinen!

Ich möchte nicht zu viel verraten, es sei nur so viel gesagt: Es ist einfach eine tolle Geschichte fürs Herz, über das Menschsein und wie wir zu der Person werden, die wir sein wollen. Und auch über den Wert des Lebens, über Freundschaft und Vertrauen lehrt dieses Buch sehr viel. Ein rundum gelungenes und stimmiges Werk, in Erzählung, Stil und Illustration! Den Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis hat es vollkommen zu Recht erhalten!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.12.2021

Leider eine Enttäuschung

Das Rätsel von Ainsley Castle
0

Lizzy ist genervt: Sie musste mit ihrem Vater zu ihrer neuen Stiefmutter in ihr Hotel ziehen. Doch Lizzy kann sie nicht ausstehen und fühlt sich von ihr unter Druck gesetzt. Doch damit nichtgenug, bekommt ...

Lizzy ist genervt: Sie musste mit ihrem Vater zu ihrer neuen Stiefmutter in ihr Hotel ziehen. Doch Lizzy kann sie nicht ausstehen und fühlt sich von ihr unter Druck gesetzt. Doch damit nichtgenug, bekommt Lizzy plötzlich E-Mails, in denen exakt das steht, was sie gerade tut und denkt. Von wem stammen sie? Will ihre Stiefmutter sie mürbe machen? Vielleicht kann ihr der Nachbarsjunge Mack helfen. Der kennt sich ziemlich gut mit Computern aus. Und ganz nett ist er auch. Gerade, als die beiden sich anfreunden, geschieht etwas unfassbares: Ein Mädchen namens Betty taucht in Lizzys Zimmer auf und behauptet, sie zu sein. Denn die beiden gleichen sich wie eineiige Zwillinge. Können die drei das Rätsel von Ainsley Castle lösen?

Ich muss ehrlich sein: Das Buch hat mich schwer enttäuscht. Die Leseprobe und der Anfang waren so verheißungsvoll und interessant, doch leider hat die Geschichte dann einen extrem verwirrenden Verlauf genommen und verlor für mich komplett an Spannung und Attraktivität. Die Handlung wird zu undurchsichtig und teilweise agieren die Figuren zu skrupellos und fast schon brutal. Hätte ich nicht wissen wollen, wie die Story ausgeht, hätte ich nach der Hälfte abgebrochen. Ich konnte keinerlei Sympathien oder Mitgefühl für die Figuren aufbringen, besonders Lizzy war zusehends zu nörgelig-unausstehlich und Betty war zu naiv-schüchtern. Die Thematik des selbstbestimmten Lebens und die Frage nach dem Einfluss auf das Schicksal hätten etwas philosophischer angegangen werden können. Die Idee ist nämlich prinzipiell interessant, aber die Umsetzung hier ist leider misslungen. Schade!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.12.2021

Ein Buch voller leiser Töne und lauten Lachern

Freischwimmen
0

Cym ist nicht nur mit einem komischen Namen gestraft (wer heißt denn schon bitte Cymbeline Iglu?!), nein, er war auch in seinem ganzen Leben (und das sind immerhin schon neun Jahre!) noch nie schwimmen. ...

Cym ist nicht nur mit einem komischen Namen gestraft (wer heißt denn schon bitte Cymbeline Iglu?!), nein, er war auch in seinem ganzen Leben (und das sind immerhin schon neun Jahre!) noch nie schwimmen. Doch nun sollen sie in der Schule Schwimmunterricht nehmen. Dieses heikle Thema kann Cym bei seiner Mutter allerdings nicht ansprechen, denn bei allem, was mit Wasser zu tun hat, wird sie plötzlich ganz komisch und lenkt immer ab. Also verschweigt Cym den Schwimmunterricht, stibitzt sich heimlich die Schwimmhose seines toten Vaters aus der Abstellkammer und geht mit seinen Mitschülern ins Hallenbad. Doch dann passiert es: Cym wird ins Becken geschubst! Zwar wird er von seiner Mitschülerin Veronique gerettet, doch Cyms Mum erleidet einen Nervenzusammenbruch. Denn was Cym mit seinem Badeunfall ausgelöst hat, kann er nicht erahnen...

Dass dieses Buch tiefgründig sein würde, war mir schon nach den ersten Seiten klar. Für so eine Geschichte muss man in der richtigen Stimmung sein, daher bin ich einige Monate lang um das Buch herumgetigert. Was ich allerdings nicht erwartet hatte, war der herzerwärmende Humor, mit dem die Geschichte trotz aller Ernsthaftigkeit der Thematik aufwarten kann. Ich habe herzhaft gelacht und im nächsten Moment geschluchzt, denn die kindliche Naivität, mit der Cymbeline von seinen Erlebnissen erzählt, ist eine emotionale Achterbahn.

Die Thematiken dieses Buches sind nichtsdestotrotz sensibel und sollten gemeinsam mit dem jungen Leser aufgearbeitet werden: Depressionen, Tod, Verlust und der Umgang damit, Ehrlichkeit und die Frage, was und wie viel Wahrheit man Kindern zumuten kann, aber auch Freundschaft, Zusammenhalt, Mobbing und Andersartigkeit.

Die Illustrationen in diesem Buch sind spärlich gesät, aber immer passend. Auffällig ist die Beschränkung auf die Farbe Schwarz und die eher skizzenhafte, undetaillierte Darstellung von Figuren. Dadurch wirkt der Innenteil des Buches doch recht düster, wohingegen das Buchcover blau schimmert und silbrig glänzt, gerade so, als würde ein Lichtstrahl auf eine Wasseroberfläche treffen.

Für jüngere Leser finde ich diese Geschichte trotz seiner komischen Elemente thematisch zu heftig. Da sollte eine Menge Aufklärungsarbeit von Seiten der Eltern geleistet werden, eine gemeinsame Lektüre empfiehlt sich daher.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.12.2021

Sophies zweites Abenteuer mit Glitzerkacke und schwarzen Vögeln

Keeper of the Lost Cities – Das Exil (Keeper of the Lost Cities 2)
0

Sophie ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Familie Ruewen. Daher begleiten sie und ihr bester Freund Dex ihren Adoptivvater Grady auf der Suche nach Yetis, die in die Zuflucht übergesiedelt werden ...

Sophie ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Familie Ruewen. Daher begleiten sie und ihr bester Freund Dex ihren Adoptivvater Grady auf der Suche nach Yetis, die in die Zuflucht übergesiedelt werden sollen. Doch statt der Schneemenschen findet Sophie ein Alicorn, ein geflügeltes Einhorn, zu dem sie eigenartigerweise telepathisch Kontakt aufnehmen kann. Der Hohe Rat beschließt, dass Sophie das Alicorn namens Silveny in Havenfield trainieren darf. Doch noch immer ist Sophie nicht in Sicherheit, denn ihre Entführer konnten bislang nicht gefasst werden. So muss sie sich damit abfinden, dass ihr Kobold-Beschützer Sandor sie auf Schritt und Tritt verfolgt. Und noch etwas lässt ihr keine Ruhe: Seitdem sie auf der Flucht fast verblasst wäre, quälen sie schreckliche Kopfschmerzen, sobald sie ins Licht sieht. Ist in ihr etwas zerbrochen? Kann Black Swan sie heilen?

Wow, auch der zweite Band war fesselnd und spannend! Die Zeit beim Lesen verging wie im Flug, der Schreibstil ist wirklich gut und flüssig lesbar. Es stand nicht so sehr der Schulalltag im Vordergrund, sondern Sophies Suche nach Black Swan und ihre Freundschaft zu Alden Vacker, Fitz‘ Vater. Dieses zweite Buch war emotionaler und legt den Fokus auf die Beziehungen der Figuren, in deren Zentrum Sophie steht. Ich habe viel Neues erfahren, besonders über Sophie selbst. Ihre Entwicklung ist deutlich erkennbar, sie wird zunehmend souveräner und vertraut sich selbst stetig mehr.

Mir gefiel dieses Mal, dass Keefe eine größere Rolle bekommen hat. So konnte man ihm endlich ein wenig hinter die Fassade des ewigen Komiker gucken. Und mir gefällt, was ich dort zu sehen bekam.

Ich bin nun gespannt auf Band 3! Ob wir wieder mehr über die Foxfire lernen?

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere