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Veröffentlicht am 28.06.2022

Ferien mit Huhn und Ei die Zweite - wunderbar gelungene Fortsetzung

Tschakka! – Freunde in Sicht
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Es könnte alles so schön sein. Tabea und Einstein haben ihr geheimes Wohnei Dörte, ihren geheimen Garten und vor allem ihr geheimes Huhn Mafalda. Nichts sollte da wunderbaren Ferien im Weg stehen. Doch ...

Es könnte alles so schön sein. Tabea und Einstein haben ihr geheimes Wohnei Dörte, ihren geheimen Garten und vor allem ihr geheimes Huhn Mafalda. Nichts sollte da wunderbaren Ferien im Weg stehen. Doch dann kauft sich Mama einen Erziehungsratgeber, in dem es heißt, Familien sollen möglichst viel zusammen machen. Das ist wenig kompatibel mit Tabeas Plänen, möglichst viel Zeit mit Einstein und Mafalda zu verbringen. Außerdem scheint es Mafalda gar nicht gut zu gehen. Aber wie heilt man bloß ein geheimes Huhn? Da müssen sich Tabea und Einstein wohl in die Superhelden Tschakka und Stoneman verwandeln, um die zweite Runde der Hühnerrettungsmission einzuläuten…

Mara Andeck erzählt aus Tabeas Sicht in der Sprache einer Zehnjährigen: lebensnah, witzig, klar und direkt. Sprecherin Monika Oschek setzt die Geschichte sehr passend und gelungen als Hörbuch um, spricht Tabea abwechslungsreich, betont, sowohl motiviert als auch motivierend und sehr authentisch. Das Buch richtet sich an Jungen und Mädchen ab acht Jahren.

Tschakka alias Tabea ist eine sympathische Hauptfigur. Sie ist pfiffig, lässt sich nicht unterkriegen, ist nie um eine Idee verlegen und verliert ihr Ziel, die Welt im Kleinen ein bisschen besser zu machen, nicht aus den Augen. Auf Einstein, ihren besten Freund, kann sie sich dabei immer verlassen, er ist absolut loyal und -wie sein Name schon andeutet- ziemlich schlau.
Echte Superhelden wie Tschakka und Stoneman brauchen natürlich auch einen Gegenspieler, zum Beispiel den Flammen-Fiesling, der ihnen ihr kleines geheimes Paradies madig machen möchte, oder den gemeinen Angeber Luis. Und echte Superhelden bleiben manchmal nicht nur zu zweit, sondern finden ganz unerwartet Verstärkung, die auf den ersten Blick überhaupt nicht als solche zu erkennen ist…

Wieder einmal müssen Tschakka und Stoneman die Welt retten. Und das tun sie so wie man einen Elefanten isst: Stück für Stück. Alles fängt im Kleinen an. Ihr turbulentes Abenteuer macht deshalb so viel Spaß, reißt deshalb so mit, weil es so nah an den Kindern und ihrem Alltag dran ist und motivierend, aber nicht belehrend zeigt, dass wir selbst jeden Tag einiges tun können, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Ferien können durchaus auch ohne Fernreisen wahnsinnig aufregend und exotisch sein. Und ganz nebenbei erfährt man viel über Hühner, Insekten oder Umweltschutz im Allgemeinen. Das Thema „artgerechte Haltung“ für alle Lebewesen wird hier immer wieder auf vielfältige Art thematisiert.
Es zeigt sich zudem, wie wichtig und bereichernd Freunde sind und was für ein großes Glück Zusammenhalt in einer herrlich verrückten Familie bedeutet, auch wenn man nicht ständig aufeinander hockt. An manchen Stellen war mir die Harmonie fast ein bisschen zu viel und überzeichnet, aber das mag mein persönlicher Geschmack sein und tut dem rundum gelungenen Hörbuch keinen Abbruch. Ein witziger, origineller, erfrischender Hörspaß für alle Hühner- und Naturfans. Dem dritten Band wird hier schon sehnsüchtig entgegengefiebert, denn Tschakka und Stoneman haben noch lange nicht fertig.

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Veröffentlicht am 23.06.2022

Von Auszeiten, die manchmal den richtigen Weg weisen - federleichtes, stimmungsvolles Sommermärchen

Ein unendlich kurzer Sommer
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„Sie waren irgendwie aus der Zeit gefallen, dachte Chris und jeder Tag fühlte sich an wie ein ganzer Sommer.“

Lale kann nicht mehr und nimmt sich eine Auszeit. Sie tritt aus ihrem Leben „in ein Paralleluniversum“. ...

„Sie waren irgendwie aus der Zeit gefallen, dachte Chris und jeder Tag fühlte sich an wie ein ganzer Sommer.“

Lale kann nicht mehr und nimmt sich eine Auszeit. Sie tritt aus ihrem Leben „in ein Paralleluniversum“. Auf dem Parkplatz eines Supermarkts trifft sie Gustav, der ihr eine Stelle auf seinem alten Campingplatz am See anbietet. Spontan nimmt sie das Angebot an.
Christophe lebt auf Réunion. Als seine Mutter stirbt, findet er einen nie abgeschickten Brief von ihr. Dieser führt Christophe auf einen alten Campingplatz am See.
Schon bald wird aus der Zufallsgemeinschaft mehr. Alle erleben einen unvergesslichen, unendlich kurzen Sommer zusammen.

Autorin Kristina Pfister schreibt direkt, klar und unmittelbar, mal eher aus Lales, mal aus Christophes Sicht. Die Geschichte ist sehr leicht und flüssig zu lesen.

Alle Figuren, von denen hier erzählt wird, scheinen verloren. Lale ist nach einem schweren Schicksalsschlag nicht mehr glücklich in ihrem Leben. Überall lauern ihr Erinnerungen auf. Ihr Mann Mats ist immer für sie da, weiß, was gut für sie ist. Aber Lale selbst weiß das nicht mehr und auch nicht, was sie eigentlich will. Sie fühlt sich oft, als könne sie „nicht atmen“ und wie „der einsamste Mensch der Welt“.
Auch Christophe empfindet sich ohne seine Mutter als unvollständig, er scheint in ihrem leeren Haus auf Reunion „gefangen“. Seine Reise zum Campingplatz soll ihm seine Mutter näher bringen.
Dann gibt es noch Campingplatzbesitzer Gustav, der ein ziemlich offensichtliches Geheimnis hat, und den Nachbarjungen Flo, der aufgrund einer halbseitigen Lähmung eingeschränkt ist und von seiner Mutter Monika deshalb stets vor größeren Freiheiten bewahrt wird. Gustavs alter Freund James mit seinen Faible für„Herzumarmungen“ komplettiert die interessante Figurenkonstellation.

Ein einziger Sommer kann alles verändern. Kristina Pfister schreibt bemerkenswert direkt und intensiv. Hier wird dem Leser nichts vorgemacht, nichts steht zwischen dem Leser und dem Geschehen. Die Stimmung ist in jeder kleinsten Nuance zu spüren: von anfangs trübsinnig und deprimierend bis später heiter und hoffnungsvoll. Diese spezielle klare, ehrliche Atmosphäre, der allmähliche Stimmungswechsel und auch der Stillstand der Zeit, die Auszeit vom bisherigen Leben, machen den Roman aus. Der Campingplatz wird zu einem „Ort, der aus der Zeit gefallen war, wo alles stillstand.“
Und dennoch geschieht hier nichts ohne Zutun einfach so, die Figuren handeln durchaus aktiv, greifen selbst ein. Lale erkennt: „Es gibt keine Paralleluniversen, es gibt nur Entscheidungen, die man trifft.“
„Ein unendlich kurzer Sommer“ erzählt von Fremden, die zu Freunden werden, von einem alten, verwilderten Campingplatz, der schon bessere Zeiten gesehen hat und sich trotzdem zum Paradies entwickelt, von Pausen und Auszeiten, die den richtigen Weg weisen.
Der Roman ist ein wunderbar leichtes Sommermärchen, traurig wie zuversichtlich, das Mut macht und zeigt, dass es manchmal nur die richtigen Menschen am richtigen Ort braucht, um Wunder wahr werden zu lassen und wieder auf die richtige Spur zu kommen. Oder wie es Gustav ausdrückt: „Aber… Eigentlich ist alles ganz einfach: Wenn dich so ein Zufall wohin führt, wo du glücklich bist, solltest du….“

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Veröffentlicht am 23.06.2022

Leichte Leseromanze mit vielversprechender Grundidee, aber wenig Tiefe

Love is on Air
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„Ich muss mich nicht ändern, um mich gut zu fühlen, aber ich muss mich antreiben, um besser zu sein.“

Dreißigste Geburtstage haben es manchmal ganz schön in sich. Das muss auch die Radioproduzentin Everly ...

„Ich muss mich nicht ändern, um mich gut zu fühlen, aber ich muss mich antreiben, um besser zu sein.“

Dreißigste Geburtstage haben es manchmal ganz schön in sich. Das muss auch die Radioproduzentin Everly Dean feststellen. An ihrem 30. Geburtstag überrascht sie ihren Freund mit einer anderen. Als sie sich bei ihrer Freundin Radiomoderatorin Stacey sehr ehrlich und direkt darüber auslässt, ist sie unglücklicherweise live auf Sendung und für alle Hörer gut zu verstehen. Der Sender hat mit sinkenden Hörerzahlen zu kämpfen und Everlys Chef Chris sieht in Everlys unfreiwilligem Live-Ausbruch eine Chance. Everly soll auf Partnersuche gehen, sich auf Blind Dates mit ausgewählten Männern treffen, über Social Media die Hörer teilhaben lassen und sich am Ende für einen Sieger entscheiden. Keine einfache Aufgabe für Everly, die als Sozialphobikerin große Probleme im Umgang mit Menschen hat. Außerdem gehört ihr Herz längst einem anderen, doch das darf keiner wissen….

Sophie Sullivan schreibt als allwissende Erzählerin leicht verständlich und klar in der dritten Person, meist aus Everlys Sicht. In Kursiv werden dabei oft Everlys Gedanken eingeschoben. Teilweise wird das Geschehen auch aus Chris Perspektive geschildert.

Everly ist eine ganz besondere Hauptfigur mit einer Sozialphobie, die sich im Umgang mit anderen Menschen sehr unsicher fühlt. Sie ist oft hin- und hergerissen, wie folgende Passage zeigt: „Sie hasste es, dass ihre Gefühle immer so widersprüchlich waren. Sie wollte etwas unternehmen, aber nicht die Wohnung verlassen. Sie wollte jemanden treffen, hatte aber keine Lust, sich mit jemandem zu unterhalten.“ Dass Everly Schwierigkeiten hat, sich selbst anzunehmen, liegt auch daran, dass ihre Ängste von ihren Exfreunden und ihren Eltern nie ernst genommen wurden. Die Panik vor Situationen mit Menschen, ihre Sozialphobie, legt ihr Stolpersteine in den Weg, die sich nicht so einfach wegräumen lassen. Everly leidet zudem sehr darunter, dass ihre Eltern sich ständig trennen und wieder versöhnen.
Everlys beste Freundin Stacey akzeptiert Everly wie sie ist. Stacey ist sehr kommunikativ, stürzt sich ins Sozialleben, hat ein Date nach dem anderen. Auch bei ihr läuft nicht alles rund. Sie hat große Angst davor, sich festzulegen. Da Stacey und Everly recht unterschiedlich sind, gibt es auch zwischen ihnen Konflikte.
Everlys Chef Chris zeigt sich meist sehr verständnisvoll Everly gegenüber, kann und will sich ihr gegenüber aber nicht komplett öffnen.
Everly tat mir oft leid, dennoch empfand ich sie als ein wenig blass und spröde. Dass sie auf manche Menschen liebenswert wirken mag, freut mich für sie, ich konnte das leider nicht so empfinden. Ihre permanenten Sorgen um ungelegte Eier sind sicher durchaus nachvollziehbar, wenn man ihre Situation berücksichtigt, leider aber auch ein wenig anstrengend und nervig.

Die Grundidee einer Bachelorette mit Sozialphobie ist durchaus charmant. Ihre einzelnen Dates spielen in „Love is on air“ allerdings nur eine untergeordnete Rolle.
Dass Everly von vielen Menschen so akzeptiert wird, wie sie ist, gefällt mir. Sie muss und kann sich nicht komplett ändern, aber sie wagt sich ein Stück weit aus ihrem Schneckenhaus, erkennt, dass es zu einem erfüllten Leben manchmal dazugehört, Risiken einzugehen.
Von vornherein ist recht vorhersehbar, wie das Ganze enden wird. Gerade im Mittelteil zieht sich die Handlung dann auch ziemlich, hält sich an Szenen auf, die nicht weiterführen.
Das Ende ist mir persönlich zu übertrieben süß. Die durchaus guten Ansätze gehen dabei unter einer dicken Schicht Zuckerguss leider verloren.
Insgesamt also: Eine leichte Romanze mit reizvoller Grundidee und einigen interessanten Aspekten, die mich aber letztendlich nicht durchgehend überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 23.06.2022

Lamageniale Fortsetzung - urkomisches Detektivabenteuer mit einer winzigen Prise Romantik

Die Lama-Gang. Mit Herz & Spucke 2: Auf Wolle 7
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„Geld allein macht nicht glücklich.“
„Jawohl!“, schrie Petersilie von der Weide herüber. „Nur Lamas machen glücklich. Schreib dir das hinter deine Schmalz-Ohren, du Pomaden-Heini.“

Als Vokuhila das Dromedarmädchen ...

„Geld allein macht nicht glücklich.“
„Jawohl!“, schrie Petersilie von der Weide herüber. „Nur Lamas machen glücklich. Schreib dir das hinter deine Schmalz-Ohren, du Pomaden-Heini.“

Als Vokuhila das Dromedarmädchen Dafne kennenlernt, ist es um ihn geschehen. Vokuhilas Mitbewohnern Einstein und vor allem Petersilie geht Vokuhilas Schwärmerei zunächst ziemlich auf die Nerven. Doch als Dafnes Zuhause, der Tierschutzhof von Liv und Torben, in Gefahr gerät, können auch Einstein und Petersilie nicht tatenlos zusehen. Irgendjemandem scheint der Hof ein gewaltiger Dorn im Auge zu sein. Aber wem? Das möchte die berühmt-berüchtigte Lama-Gang dringend herausfinden. Die tierischen Detektive ermitteln.

Heike Eva Schmitt erzählt lebendig und humorvoll, verwendet dabei viele witzigen Wortspiele. Wenn Vokuhila mal wieder ähnliche Wörter wie „Spekulant“ und „Spekulatius“ verwechselt, muss man einfach schmunzeln.
Die Geschichte richtet sich an Kinder ab acht Jahren zum Selberlesen, zum Vorlesen ist sie auch schon für jüngere Kinder ab sechs Jahren geeignet.

Diese Detektive sind wirklich eine ganz besondere Truppe mit liebenswert-skurrilen Eigenheiten. Vokuhila ist tollpatschig, wirkt manchmal recht einfältig, weil er alles wörtlich nimmt. Doch dann gelingt es ihm immer wieder, alle zu überraschen. Er ist in der Gang unersetzlich, schließlich kann er Türen öffnen.
Der kluge Einstein macht seinem Namen alle Ehre, wirkt ruhig, ausgleichend und besonnen.
Die einzige Dame im Trio Petersilie ist sehr von sich überzeugt - Kritiker würden sie gar eingebildet nennen- und manchmal ganz schön direkt und frech, vor allem Menschen gegenüber. Ihr Gemecker ist dafür ziemlich unterhaltsam. Alle drei haben das Herz am rechten Fleck, sind liebenswert und natürlich viel schlauer als ihre Hausmenschen. Neben der netten Familie Sonnenschein mit den aufgeweckten Töchtern Lilly und Finja treten diesmal noch der gemütliche bayrische Esel Peppo, das Pony Doodle und natürlich Dromedardame Dafne auf den Plan. Außerdem erhält die Gang Unterstützung von oben. Eine wirklich originelle Figurenkonstellation, die oft für irrsinnig komische Momente sorgt.

Auch der zweite Fall der Lama-Gang „Auf Wolle 7“ macht großen Spaß. Ein turbulentes, temporeiches, lustiges, chaotisches und spannendes Detektivabenteuer mit drolligen Figuren und viel Wortwitz. Dieses einzigartige flauschige Trio muss unbedingt weiter ermitteln. Wir sind schon gespannt auf den nächsten Fall.

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Veröffentlicht am 22.06.2022

Klassenfahrt mal anders: schräg, lustig, chaotisch, turbulent mit einzigartiger Hauptfigur

Klassenfahrt mit Opa (Spaß mit Opa 3)
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Jonas und seine Freunde fiebern der Klassenfahrt entgegen. Leider bricht sich Herr Brettschneider, der eigentlich die Klasse begleiten soll, kurz vor der Abfahrt den Fuß. Der Ausflug droht in letzter Sekunde ...

Jonas und seine Freunde fiebern der Klassenfahrt entgegen. Leider bricht sich Herr Brettschneider, der eigentlich die Klasse begleiten soll, kurz vor der Abfahrt den Fuß. Der Ausflug droht in letzter Sekunde ins Wasser zu fallen, doch dann naht Rettung in Gestalt von Opa. Er bietet an, als Aufsichtsperson einzuspringen. Ob das so eine gute Idee ist?

Sarah Welk erzählt in Ich-Form aus Jonas Sicht und das tut sie sehr direkt, authentisch, lebendig und mit viel Humor. Sie schreibt wie Kinder reden und spricht ihre Leser direkt an. Die etwas größer gedruckte Schrift ist gut lesbar. Für Motivation sorgen Alexander von Knorres treffende Schwarz-Weiß-Illustrationen. Seine Zeichnungen von Hippie-Opa sind extrem lustig anzuschauen.
Die Geschichte richtet sich an selberlesende Kinder ab acht Jahren. Zum Vorlesen ist das Buch auch für jüngere Kinder geeignet.

Da ist er wieder Opa: Ein Hippie aus dem Bilderbuch inklusive altem VW Bus. Unkonventionell, herrlich verrückt, aber wunderbar tolerant, verständnisvoll und alles in allem absolut liebenswert. Opa mit seinen Jesuslatschen und seinem Haarknödelvogelnest mag zwar äußerlich etwas seltsam anmuten, er ist aber der unangefochtene Star der Geschichte. Jonas schämt sich vielleicht manchmal für seinen schrägen Opa, weiß aber im Grunde genau, was er an ihm hat. Und mit Nervensäge Lennart im Zimmer und der strengen Frau Böhnke im Nacken hat es Jonas nun auch nicht gerade leicht. Gerade weil er nicht unfehlbar ist, können sich die Leser sicher gut in Jonas hineinversetzen. Jonas will Spaß, sich aber gleichzeitig an Regeln halten, was nicht immer möglich ist. Ein Problem, das sicher einigen Kindern bekannt sein dürfte.

Dass eine Klassenfahrt mit Opa irgendwie anders wird, war allen, die Opa schon aus den ersten beiden Bänden kennen, klar. Wie anders sie wird, ist aber doch erstaunlich. Jonas erlebt Höhen und Tiefen und einen sehr versöhnlichen, ziemlich unerwarteten, aber tollen Abschlussabend. Opa zeigt dabei auf seine typische Opa-Art, worauf es im Umgang mit anderen seiner Meinung nach ankommt, nämlich auf gegenseitiges Verständnis, Toleranz und Respekt. Jeder ist anders und mal schwach, auch Opa. Von seinen drei Tricks gegen das Peinlichsein können auch Erwachsene noch etwas lernen. Opa mit seiner Lebenserfahrung hat es drauf. Ihn muss man einfach mögen. Auch der dritte Band um Opa ist eine rundum gelungene schräge, originelle, witzige, warmherzige Geschichte mit toller Botschaft für alle, die es auch mal unkonventionell mögen.

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