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Veröffentlicht am 08.03.2025

Geniales Debüt!

Hier draußen
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Der Traum von einem ruhigeren Leben als Familie lässt Ingo und Lara Fenske mit ihren Kindern nach Fehrdorf ziehen.

Sie haben einen Hof gekauft. Ingo pendelt zwischen Hamburg und der neuen Heimat hin und ...

Der Traum von einem ruhigeren Leben als Familie lässt Ingo und Lara Fenske mit ihren Kindern nach Fehrdorf ziehen.

Sie haben einen Hof gekauft. Ingo pendelt zwischen Hamburg und der neuen Heimat hin und her und Lara versucht Anschluss im Dorf zu finden.

Als Ingo eines Abends auf seinem Nachhauseweg von der Arbeit einen weissen Damhirsch anfährt, sehen sich die Fenskes mit allerlei Aberglauben konfrontiert. Denn wer eine weisse Hirschkuh tötet, muss noch vor Jahresende selbst sterben. So denkt die Dorfgemeinschaft.


Was für ein geniales Werk ist dieses Debüt von Martina Behm. Sie stellt eine Dorfgemeinschaft ins Zentrum, in der jede und jeder seine kleine Freude, seine Sorgen und Probleme hat. Fehrdorf ist ein kleines Dorf in Schleswig-Holstein mit Bauernhöfen, die alteingesessene Familien von Generation zu Generation weitergeben. Und dann sind da auch noch etliche Zuzüger, die Resthöfe kaufen und versuchen, sich irgendwie in der Dorfgemeinschaft zu integrieren.

Die Autorin stellt in kunterbunter Folge etliche Bewohner vor und als Leser taucht man sofort ein in das Leben der Figuren. Der rote Faden in der Geschichte ist der Autounfall mit der nachfolgenden Tötung der weissen Hirschkuh. Verschiedene Sichtweisen auf diesen Unfall zeigen, dass eine Kollision mit einem Tier nicht für alle dasselbe bedeutet. Je nach Charakter, Hintergrund und Einstellung kann ein Ereignis immer wieder anders betrachtet werden.

Mir hat sehr gefallen, wie die Autorin in fliessenden Uebergängen von einer Figur zu anderen wechselt. Damit setzt sie dem Leser eine Szene aus verschiedenen Augenwinkeln vor. Da ist zum Beispiel Lara, die etwas erlebt und einige Abschnitte später erfährt der Leser, wie ihr Mann Ingo dieselbe Szene durchlebt. Diese unterschiedlichen Gesichtspunkte empfand ich immer wieder als Highlight in diesem Buch, denn diese machen die Handlung sehr lebendig.

Jede Menge Tiere, Menschen, die durch die Landwirtschaft ihr Leben verdienen und Jäger tummeln sich in dieser Story. Dabei zeigt Martina Behm nicht nur die wunderbare Artenvielfalt in der Natur, sondern auch die Kehrseite der Medaille. Wo Fleisch gegessen wird, müssen Tiere gezüchtet und unterhalten werden. Landwirte, die immer weniger für tierische Produkte bekommen, da der Hang zu immer günstigerem Fleisch geht. Es wird aber auch hervorgehoben, dass Bio in ist und der Konsument auch bereit ist dafür mehr zu zahlen.

Mir hat die Art des Schreibstils ausserordentlich gut gefallen. Nüchtern und sachlich erzählt Martina Behm die Geschichte. Teilweise sind Dialoge sehr auf das Wesentliche konzentriert und zeigen die wortkarge Art der Dorfbewohner. Ich werde mir diese Autorin merken!

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Veröffentlicht am 06.03.2025

Fesselnd!

Schattenschwester
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Vor der Kirche in Boden steht noch das Brautpaar und Hochzeitsfotos werden gemacht, als direkt vor den Frischvermählten eine junge Frau vom Kirchturm fällt. Zuerst sieht es nach Selbstmord aus. Doch dann ...

Vor der Kirche in Boden steht noch das Brautpaar und Hochzeitsfotos werden gemacht, als direkt vor den Frischvermählten eine junge Frau vom Kirchturm fällt. Zuerst sieht es nach Selbstmord aus. Doch dann entdeckt die Hochzeitsfotografin auf den entwickelten Bildern, dass auch Mord infrage kommt.

Die Tote wird als ehemalige Heimbewohnerin Elvira identifiziert. Sie lebte jahrelang im nahe gelegenen Kinderheim Bodengarden. Die Polizei von Boden beginnt zu ermitteln und erfährt, dass Elvira zwei Jahre zuvor aus dem Heim abgehauen und sie zudem nicht die einzige Abtrünnige ist.




Wenn ein Thriller mit dem Satz beginnt: "Elvira hat beschlossen zu sterben", dann ist das ein klarer Hinweis, dass Suizid eine Rolle spielt. Tut es auch! Obwohl man als Leser nie ganz sicher ist, ob Selbstmord oder Mord die Eingangsszene bestimmen. Genau diese Frage hat mich durch das Buch getrieben. Was ist Schreckliches in dem Kinderheim geschehen, dass sich ein junges Mädchen umbringt oder ermordet wird? Die beiden Ermittler Calle Brandt und Idun Lund fragen sich genau das auch und ermitteln in alle Richtungen.

Eine zentrale Rolle im Protagonisten-Aufgebot spielen die Zwillingsschwestern Molly und Emma. Ihr Schicksal mit einer Mutter, die sie emotional vernachlässigt, hat mich berührt und beschäftigt. Wie gut können einige Eltern die Fassade der heilen Familie gegen aussen aufrechterhalten, obwohl es im Innern ganz anders aussieht. Emma und Molly bewegen sich ihre ganze Kindheit, sowie Teile der Jugendzeit, auf einem emotionalen Minenfeld. Diese Passagen wurden in der Vergangenheit angesiedelt.

Dieser dritte Band der Autorin mit dem sympathischen Ermittlerduo Brandt / Lund, hat es in sich. Dieser nordisch-düstere Thriller steht seinen Vorgängern in nichts nach. Im Gegenteil! Ich fand ihn noch fesselnder als "Apfelmädchen" und "Gewittermann". Der Grund dafür ist sicher, dass Kinder und Jugendliche doch eine grosse Rolle innehaben und Kriminalität mit dieser Personengruppe naturgemäss halt einfach bedrückender ist.

Nicht ganz zufrieden bin ich mit dem Ursprung der kriminellen Seite in dieser Geschichte. Ich empfand das Motiv sehr weit hergeholt.

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Veröffentlicht am 01.03.2025

Geld und Intrigen!

To Die For
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Am Malibu Drive in Los Angeles steht ein luxuriöses Strandhaus, das verkauft werden soll. Diesen Exklusivauftrag, bei dem eine Menge Geld herausspringt, hat sich das Maklerbüro Saint Realty gesichert. ...

Am Malibu Drive in Los Angeles steht ein luxuriöses Strandhaus, das verkauft werden soll. Diesen Exklusivauftrag, bei dem eine Menge Geld herausspringt, hat sich das Maklerbüro Saint Realty gesichert. Chefin Diane und ihr Partner David setzen ihre besten Makler auf den Auftrag an, jeder soll potenzielle Kunden dafür gewinnen.

Andi Hart hat die grösste Erfolgsquote im Team. Aber ihre vier Kollegen lassen sich die Million, die dabei für den vermittelnden Makler rausspringt, nicht einfach vor der Nase wegschnappen. Am Tag der offenen Tür, bei dem sich 48 Anwesende im Haus aufhalten, wird eine Leiche im Pool gefunden...


Lisa Gray katapultiert die Leser mitten hinein in die Welt der Reichen, der Schönen und der Jagd nach Luxusvillen, komfortablen Strandhäusern und Wohnungen der oberen Preisklasse. Es geht elitär zu und her und Geld, Macht und Ansehen sind zentral. Dabei werden etliche Klischees bedient. Wie zum Beispiel die Maklerin, die sich für Aufträge auch schon mal mit einem Kunden einlässt oder Arbeitsessen, bei denen die Gäste den Kellner wie einen Leibeigenen behandeln.

Die Autorin hatte ein etwas unglückliches Händchen mit der Struktur der Geschichte. Die Kapitel wechseln nicht nur vom "Davor" (also vor dem Leichenfund) zum "Danach" (nach dem Ereignis), sondern enthalten auch sehr viele Perspektivwechsel. So kommen jeweils die fünf Makler/innen Andi, Miles, Verona, Jack und Krystal, sowie der Ermittler zu Wort. Dabei wird von jeder Person, in eigenen Kapiteln, ihre Lebensumstände aufgeführt und immer weitererzählt. Bei fünf Figuren habe ich öfters den Ueberblick verloren, wer denn wie lebt und welche Sorgen und Eigenheiten hat. Zudem wird eine breite Palette von Problemen abgedeckt. Von einem Geheimnis in der Vergangenheit über einen Knoten in der Brust bis zu Seitensprüngen, Spielsucht und Kinderlosigkeit ist fast alles dabei. Irgendwann hat jeder der fünf ein Motiv, für die Leiche im Pool verantwortlich zu sein. Und das, obwohl der Leser lange Zeit im Dunkeln tappt, wer denn der Unglückliche im Pool überhaupt ist.

Der Schreibstil ist amerikanisch angehaucht und auf das Maklermileu bezogen. Immer wieder wird erläutert, was für ein edles Tröpfchen Wein getrunken wird und wie die Inneneinrichtung der jeweiligen gerade besichtigen Immobilie aussieht. Eingeworfene Maklerausdrücke wie Home Staging oder Double Ending gibt es noch und noch. Szenen à la Denver-Clan sollen wohl die nötige Würze in diesem Thriller bringen. War auch nötig, denn auf dieser Ebene sieht es eher lauwarm aus. Es zieht sich ordentlich, bis man es mit dem Mordfall zu tun hat, davor liest man sich durch viele Intrigen, Eifersuchtsszenen, Beziehungsprobleme und Machthunger.

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Veröffentlicht am 26.02.2025

Neri hat bei mir Kultstatus!

Leb wohl, Schwester
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Commissario Donato Neri steht kurz vor der Rente und seine Nachfolgerin Romina Roselli wird schon in der kleinen Carabinieri Station in Ambra eingearbeitet.

Eigentlich wollte er geruhsam in den Ruhestand ...

Commissario Donato Neri steht kurz vor der Rente und seine Nachfolgerin Romina Roselli wird schon in der kleinen Carabinieri Station in Ambra eingearbeitet.

Eigentlich wollte er geruhsam in den Ruhestand hinübergleiten, doch dann wird die Toskana durch eine Mordserie erschüttert. Ein Serientäter, der Liebespaarmörder genannt wird, erschiesst verliebte Pärchen. Erst wird ein junges, deutsches Paar in ihrem Zelt ermordet, dann ein italienisches Paar in ihrem Ferienhaus und zuletzt erschiesst der Mörder den Hausmeister des nahegelegenen Klosters und dessen Frau.


Die Thriller von Sabine Thiesler, die in der Toskana handeln, haben bei mir mittlerweile Kultstatus. Ich mag das italienische Flair, ich mag Commissario Donato Neri und ich mag die spannenden Fälle, die er aufzuklären hat. Die Handlung spielt mitten in der Toskana. Einerseits in Ambra, andererseits in Montebenichi. Mit ihrem hervorragend dosierten Schreibstil bringt Sabine Thiesler eine Menge Landschaftsbeschreibungen in die Handlung. Sehr gut dosiert, weil es nämlich nie Reiseführer-mässig herüberkommt. Sparsam sind italienische Ausdrücke eingeflochten, was das italienische Flair noch verstärkt.

Commissario Donato Neri hat mit seiner Ehefrau Gabriella eine starke Frau im Rücken. Ich hoffe, dass er sich das mit seiner Rente noch einmal überlegt. Denn seine Nachfolgerin Romina Roselli zeigt bei ihrem Auftritt leider nicht das Charisma ihres Vorgängers. Im Gegenteil, sie trifft eigenmächtige Entscheidungen, die arg ins Auge gehen. Aber der Schluss des Buches zeigt, dass sie anderorts noch ein bisschen üben kann und die Frage, die ich mir und auch Herr Commissario sich stellt: Wie geht es weiter mit der kleinen Carabinieri-Station? Ich hoffe ja, dass Neri sich das mit der Rente noch mal gründlich durch den Kopf gehen lässt.

Die Fälle in den einzelnen Büchern der Reihe sind in sich abgeschlossen, nur der private Rahmen des Ermittlers geht nahtlos weiter. Meiner Meinung nach muss dafür kein Vorwissen vorhanden sein und "Leb wohl, Schwester" kann auch ohne die anderen Bände zu kennen, gelesen werden.

Wieder stehen die Ermittlungen des kleinen Polizeipräsidiums nicht im Vordergrund, noch wird ausgefeilt ermittelt. Die beiden Beamten Neri und Roselli stemmen alles alleine... pardon...fast alleine. Denn Neris Ehefrau Gabriella mischt ja ordentlich mit. Sie ist eine typische, italienische Mamma, die ihre Ohren überall hat und ihrem Mann ab und zu wichtige Informationen zuflüstert.

Sehr gefallen hat mir die Präsenz, die die mordende Figur hat. Perfekt charakterisiert wird sie einen Grossteil des Buches in den Mittelpunkt gestellt. Man erfährt einiges über ihre persönlichen Hintergründe zu morden und kann nachvollziehen, weshalb jemand zum Mörder wird.

Sabine Thiesler bleibt ihrem Konzept treu und so ist die Täterfigur dem Leser von Beginn weg bekannt. Was überhaupt nie störend ist oder Spannung wegnimmt. Dies wohl auch, da der Fokus weniger auf den Ermittlungen, sondern auf dem Werdegang der mordenden Figur liegt.

Eine klare Leseempfehlung von mir. Die Serie wird immer besser!

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Start in neue Serie!

Das Mädchen im Schnee - Um sie zu retten, musst du sie finden
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1998: Einen Tag vor dem dritten Geburtstag ihrer Tochter Kiera besuchen Aaron und Grace Templeton die Thanksgiving Parade in New York. Ein unachtsamer Moment, Gedränge in den Menschenmassen und das kleine ...

1998: Einen Tag vor dem dritten Geburtstag ihrer Tochter Kiera besuchen Aaron und Grace Templeton die Thanksgiving Parade in New York. Ein unachtsamer Moment, Gedränge in den Menschenmassen und das kleine Mädchen ist weg. Obwohl die Eltern sofort die Polizei einschalten, fehlt von Kiera jede Spur.

Fünf Jahre später, am achten Geburtstag ihrer kleinen Tochter, bekommen die Templetons ein Video. In dem amateurhaft gedrehten Film sieht man ihre achtjährige Tochter, die in einem Kinderzimmer mit einem Puppenhaus spielt. Die Jahre vergehen und immer am Geburtstag bekommen die Eltern ein neues und aktuelles Video. Als Kiera 15 Jahre alt ist, fehlt sie auf dem Filmchen. Das Zimmer ist leer....


Ein Kind, das eben noch auf den Schultern seines Vaters sass, verschwindet spurlos. Die Angst und die Panik der Eltern kann man regelrecht fühlen. Atemlos habe ich gelesen, was dort an der Thanksgiving Parade geschieht und das Leben der Templetons unwiderruflich verändert hat. Bis dahin erzählt der Autor eine klassische Entführung, wie sie in so vielen Thrillern vorkommt.

Erst in den Kapiteln, in denen die Zukunft im Mittelpunkt steht, wird es aussergewöhnlich. Die Eltern bekommen die Videos, auf denen sie jährlich die Entwicklung ihrer Tochter beobachten und verfolgen können. Damit hebt der Entführer das Grauen und das Entsetzen der Eltern auf ein besonders perfides Level. Die spannende Frage, die mich weitergetrieben hat, ist, weshalb diese Videos? Was verfolgt der Täter für ein Ziel damit?

Javier Castillo hat einen unruhigen Aufbau gewählt. Einerseits ist die Geschichte nicht chronologisch geordnet, sondern springt zeitlich kreuz und quer durcheinander. Eingangskapiteln im Jahr 1998 folgen Kapitel 5 Jahre später, einem Sprung ins Jahr 2003, einen Tag vor dem Verschwinden, dann wieder 1989 oder 12 Jahre nach dem Verschwinden. Zudem werden zwei wichtige Ereignisse in der Handlung als Anhaltspunkt für die zeitlichen Einteilungen genannt. Ich musste mich immer wieder orientieren und mich in der Handlung zurechtfinden. Dies, obwohl die Kapitel gut übertitelt sind.

Andererseits wechseln die Blickwinkel und es wird aus der Sicht von verschiedenen Protagonisten erzählt. Eine wichtige Figur ist Journalistin Miren Triggs, die Ermittlungen rund um das Verschwinden der Dreijährigen betreibt. Ich fand ihren Blickwinkel sehr interessant. Die Kapitel, die 1989 handeln, punkten leider nicht nur mit der Tat, sondern enthalten auch einige Wiederholungen.

"Das Mädchen im Schnee" ist der Start in eine neue Serie und der Cliffhanger am Schluss macht Lust auf den zweiten Teil.

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