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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2026

Will schocken, war mir etwas zu platt

Half His Age
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Nachdem ich letztes Jahr I’m Glad My Mom Died von der Autorin gehört habe, hatte ich hohe Erwartungen an ihr neues Buch.

Der Ton ist rau, sarkastisch und direkt. Wir begleiten die 17-jährige Waldo. Mit ...

Nachdem ich letztes Jahr I’m Glad My Mom Died von der Autorin gehört habe, hatte ich hohe Erwartungen an ihr neues Buch.

Der Ton ist rau, sarkastisch und direkt. Wir begleiten die 17-jährige Waldo. Mit all ihren Unsicherheiten, der kaputten Beziehung zur Mutter, Onlineshopping-Exzessen und sexuellen Erfahrungen, die das Buch offen, unverblümt und provokant zeigt. Als sie eine Obsession zu ihrem Lehrer entwickelt, wird die Geschichte spannend und für mich auch gleichzeitig etwas anstrengend.

Die Art und Weise, wie Waldo alles um sie herum beobachtet und analysiert, ist scharfzüngig, witzig, präzise, berechnend und clever. Das ist auf der einen Seite sehr unterhaltsam. Auf der anderen Seite war es mir oft zu viel, weil es mir zu gewollt vorkam, zu edgy, zu „Ich bin zwar noch ein Teenager, weiß aber trotzdem schon ganz genau über die Psyche der Menschheit Bescheid“.

Ich brauchte beim Hören des Hörbuchs immer mal wieder Pausen, weil mir das Verhalten der Figuren auf die Nerven ging und weil mir der Sex einfach zu viel war. Denn auch die Szenen waren mir zu gewollt. Zu sehr „Ich beschreibe besonders ‚unangenehm‘ diverse Szenen, damit man später darüber redet, wie ‚versaut‘ und ‚hart‘ hier über Intimität geschrieben wird.“ Ich weiß nicht, ob ihr Charlotte Roches Feuchtgebiete kennt, das Buch war vor einigen Jahren mal groß im Gespräch und ein kleiner Skandal. Und obwohl Half His Age nicht so unangenehm wie Feuchtgebiete ist, musste ich dennoch beim Hören an dieses andere Buch denken.

Fazit: Wer Lust auf eine rohe, direkte Teenager-Story mit Humor, Gesellschaftskritik und expliziten Szenen hat, wird hier gut unterhalten. Ich kann mir vorstellen, dass viele das Buch mögen werden.
Für mich waren es am Ende 3,5/5 ⭐️

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Zwei Papas, ein Ei und ganz viel Herz

Zwei Papas für Tango
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Zwei Papas für Tango erzählt die wahre Geschichte von den beiden Pinguinen Roy und Silo aus dem New Yorker Zoo, die einander so sehr mögen, dass sie lieber Zeit miteinander verbringen, als sich für Pinguinmädchen ...

Zwei Papas für Tango erzählt die wahre Geschichte von den beiden Pinguinen Roy und Silo aus dem New Yorker Zoo, die einander so sehr mögen, dass sie lieber Zeit miteinander verbringen, als sich für Pinguinmädchen zu interessieren. Als sie getrennt werden, merkt man richtig, wie unglücklich sie sind. Das zeigt so schön, dass man anderen nichts aufzwingen kann, sondern sie so akzeptieren sollte, wie sie sind.

Die Illustrationen sind eher einfach gehalten, nicht mein Lieblingsstil, aber die Pinguine selbst sind super lieb gezeichnet und man kann richtig ihre Emotionen spüren. Besonders süß finde ich, dass sie ein Nest bauen und versuchen, einen Stein auszubrüten, bis ihnen die Pfleger ein echtes Ei ins Nest legen. Und dann kommt der kleine Tango auf die Welt. Das ist ein rührender Moment.

Einziger Punkt: Ich hätte mir gewünscht, dass die Geschichte ein bisschen lebendiger erzählt wird. Zum Beispiel ein paar Seiten, wie Roy, Silo und Tango zusammenleben oder ein paar ermutigende und unterstützende Schlusssätze, die das Ganze noch ein bisschen liebevoller machen. Trotzdem ist es ein schönes Bilderbuch, das Kindern auf einfache und liebevolle Weise zeigt, dass Familie viele Formen haben kann.

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Spannend und unterhaltsam

That's Not My Name
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Das Hörbuch hat mir richtig gut gefallen. Es war kurzweilig, spannend und ich habe es innerhalb von zwei Tagen beendet.

Die Geschichte beginnt mit einem schwer verletzten Mädchen, das in einem Graben ...

Das Hörbuch hat mir richtig gut gefallen. Es war kurzweilig, spannend und ich habe es innerhalb von zwei Tagen beendet.

Die Geschichte beginnt mit einem schwer verletzten Mädchen, das in einem Graben aufwacht. Sie weiß weder, wer sie ist, noch woher sie kommt oder was ihr passiert ist. Parallel dazu begleiten wir einen Jungen, der zusammen mit seinen Freunden ein seit Wochen vermisstes Mädchen sucht. Die beiden Perspektiven wechseln sich ab, und nach und nach wird klar, dass ihre Geschichten miteinander verknüpft sind.

Ich mochte sehr, wie die Geschichte erzählt wurde. Ich konnte mich gut in die Situationen und Gefühle der Protagonisten hineinfühlen und habe bei beiden richtig mit gefiebert. Es war spannend, atmosphärisch und nachvollziehbar geschrieben. Ich habe mich über manche Figuren geärgert, mitgefühlt, mit gehofft und den Showdown am Ende gespannt verfolgt.

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Lebensfreude in jedem Bild

Mein verrückter Tag mit Oma
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Die Zeichnungen in diesem Buch sind unglaublich liebevoll und fröhlich gestaltet. Es strotzt nur so vor Farben, und die Details sind einfach herrlich. Omas rosafarbene Turmfrisur, ihre Schuhe in zwei verschiedenen ...

Die Zeichnungen in diesem Buch sind unglaublich liebevoll und fröhlich gestaltet. Es strotzt nur so vor Farben, und die Details sind einfach herrlich. Omas rosafarbene Turmfrisur, ihre Schuhe in zwei verschiedenen Farben, ein Huhn mit Brille oder eine kleine Maus mit Bauplan in der Hand. Überall gibt es etwas zu entdecken, und schon beim Anschauen macht es richtig Spaß und bringt mich zum Lächeln.

Auch der kleine Hund Carlos, der bei den Abenteuern dabei ist, ist unglaublich süß. Die Geschichte steckt voller Fantasie und Vorstellungskraft und macht einfach Freude. Sie strahlt Lebensfreude aus, die direkt ansteckt, und es gibt viel zu lachen. Ich liebe es und bin mir sicher, dass sowohl Groß als auch Klein viel Spaß beim Anschauen haben werden. Wer weiß, vielleicht inspiriert es ja sogar zu eigenen kleinen, spannenden Alltagsabenteuern!

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Einfühlsam, liebevoll und mitten aus dem Leben

Opa Bär und die Schuhe im Kühlschrank
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Dieses Buch ist unglaublich liebevoll gestaltet. Schon das Cover zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Die Illustrationen sind wunderschön, detailreich und vermitteln genau die Stimmung der Geschichte. ...

Dieses Buch ist unglaublich liebevoll gestaltet. Schon das Cover zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Die Illustrationen sind wunderschön, detailreich und vermitteln genau die Stimmung der Geschichte. Beim Anschauen bekommt man direkt ein warmes Gefühl, weil so viele Alltagssituationen gezeigt werden, die vielen Leser:innen vertraut sein dürften, nur dass hier eine sehr ernste Krankheit im Mittelpunkt steht: Demenz.

Trotz dieses schwierigen Themas gelingt es dem Buch, Leichtigkeit und Wärme zu bewahren. Die Wortneuschöpfungen, kleine humorvolle Details in den Bildern und der liebevolle Blick auf Opa Bär bringen einen immer wieder zum Schmunzeln. Gleichzeitig wird sehr behutsam gezeigt, wie herausfordernd diese Krankheit für alle Beteiligten ist, wie viel Geduld es braucht und wie schwer es für den Betroffenen selbst ist, diese neue Realität zu begreifen.

Opa Bär und die Schuhe im Kühlschrank ist ein wundervolles Buch über ein wichtiges Thema. Feinfühlig erzählt, liebevoll gestaltet und so zugänglich, dass sowohl Kinder als auch Erwachsene viel daraus mitnehmen können – ohne die Freude am Lesen zu verlieren.

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