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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.12.2020

Sehr bewegende Geschichte

Erinnerungen aus Glas
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"Erinnerungen aus Glas" beginnt zeitlich 1933 in den Niederlanden, als die Kinder Samuel, Josie und Klaas noch unbeschwert spielen und an einem Nachmittag Anneliese kennenlernen, ein jüdisches ...

"Erinnerungen aus Glas" beginnt zeitlich 1933 in den Niederlanden, als die Kinder Samuel, Josie und Klaas noch unbeschwert spielen und an einem Nachmittag Anneliese kennenlernen, ein jüdisches zehnjähriges Mädchen, dass mit seinem Vater nach Holland geflüchtet ist. Es entsteht zwischen den beiden Mädchen eine enge Freundschaft, doch Anneliese verlässt die Niederlande und keiner ahnt, dass sie sich 1942 unter sehr schwierigen Umständen wiedersehen werden. Josie arbeitet im Kinderheim und Eliese arbeitet als Registrierungskraft in der Hollandschen Schouwburg, einem Amsterdamer Theater, das als Sammelstelle für Juden dient. Hier wurden damals die Transporte der Juden in Lager organisiert. Die Geschichte spielt im zweiten Zeitstrang, wobei Vergangenheit und Gegenwart parallel erzählt wird, in der heutigen Zeit und dort wird eine junge Frau mit Nachforschungen beauftragt. Es kommt ungeahntes für alle Beteiligten zum Vorschein.

Dieses Buch erzählt auf sehr bewegende Art ein Stück Zeitgeschichte. Was ist richtig und was ist falsch - auf welcher Seite stehe ich oder nutze ich alles zu meinen Gunsten und bewege mich zwischen zwei Welten? Wie weit geht Nächstenliebe und Freundschaft? Was macht Liebe aus?
Dieses Buch lässt mich teilweise über die Skrupellosigkeit schaudern, lässt mich erschaudern und gleichzeitig bin ich sehr bewegt über den Mut den viele Menschen gehabt haben, um viele jüdische Kinder zu retten. Die Geschichte lässt mich sehr nachdenklich zurück, denn ich stelle mir selber die Frage, wie weit würde ich gehen? in einer Zeit, in der Fremdenfeindlichkeit immer mehr im Kommen ist. Ich kann dieses Buch nur jedem, der sich für die Geschichte des Nationalsozialismus interessiert, nur wärmstens empfehlen.


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Veröffentlicht am 23.12.2020

Wer ist die treue Freundin?

Die treue Freundin
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Rain ist Journalistin, Ehefrau , Mutter und befindet sich momentan in Elternzeit, was sie gerne macht, aber ihr Job fehlt ihr. Als ein Mord passiert, erinnert sie dies sehr an einen Mord aus der Vergangenheit ...

Rain ist Journalistin, Ehefrau , Mutter und befindet sich momentan in Elternzeit, was sie gerne macht, aber ihr Job fehlt ihr. Als ein Mord passiert, erinnert sie dies sehr an einen Mord aus der Vergangenheit und an das traumatische Erlebnis aus ihrer Kindheit, als sie entführt worden ist. Sie versucht dies aufzuarbeiten, in dem sie sich nochmals damit befasst.
Ich mochte die Art des Erzählens, die Rückblenden und Perspektivwechsel, obwohl sie nicht immer einfach einzuordnen gewesen sind. Mich trieb die Frage herum, wer ist die treue Freundin. Stückchenweise erhalte ich immer neue Einblick in die Vergangenheit und auch in die Gegenwart. Rain als einer Art Helikoptermutter, die ihr Kind mit Webcam überwacht, dann wiederherum in meinen Augen völlig irrational handelt,fand ich teilweise sehr merkwürdig. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Autorin zwischen durch einen Erziehungs- oder Partnerschaftsratgeber schreiben wollte. Einigen Spuren, die Rain nachgeht und deren Auflösung verwirrten mich. Die Spannung hielt sich in Grenzen, weil ich mir relativ schnell sicher war, wer der Täter ist., doch mich trieb weiter die Antwort der Frage nach der treuen Freundin herum. Einige Protagonisten, die im Buch erwähnt worden, versandeten leider in der Bedeutungslosigkeit. Der Showdown am Ende hat mich dann doch sehr überrascht, einiges habe ich nicht geahnt und es blieben Fragen offen.
Insgesamt eher ein Thriller, der zwar Psychoelemente aufwies, wobei dieses Potential nicht genutzt wurde, und der mich insgesamt zwar unterhalten aber nicht überzeugt hat.
3;5 Sterne

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Veröffentlicht am 17.12.2020

Der erste Teil einer Reihe mit den Privatdetektiven Rica und Jan Kantzius

Amissa. Die Verlorenen
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Es ist der erste Teil einer Reihe mit den Privatdetektiven Rica und Jan Kantzius, einem Ehepaar, das eine gemeinsame schwere Vergangenheit hat, welche in Teilen im Buch erwähnt wird. Während ...

Es ist der erste Teil einer Reihe mit den Privatdetektiven Rica und Jan Kantzius, einem Ehepaar, das eine gemeinsame schwere Vergangenheit hat, welche in Teilen im Buch erwähnt wird. Während sie auf dem Heimweg von einem Treffen von Amissa sind, einer Organisation für die Rica weltweit vermisste Personen aufzuspüren versucht, werden sie Zeugen eines Unfalls, bei dem ein Mädchen t von einem Auto auf der Autobahn erfasst wird. Während Jan, die Hand des sterbenden Mädchen hält und deren letztes Wort hört, hört er anschließend von anderen Zeugen von Schüssen und es kommt zu einem Brand. Ein riesiges Chaos.... Kurze Zeit zuvor hat Leila wutschnaubend ihr Elternhaus verlassen....
Ich habe mich sehr auf diesen Thriller von Frank Kodiak - eigentlich Andreas Winkelmann gefreut - da ich schon einige Bücher von Winkelmann "verschlungen" habe. Hier fiel mir der Zugang zu den Figuren jedoch schwerer, irgendwie konnte ich nur an ihrer Oberfläche kratzen und trotz der Dramatik des verschwunden Mädchen und der Abgründe, die sich auftun, fand ich den Thriller nicht so mitreißend, wie ich es von Winkelmann gewohnt bin. Vielleicht, weil viele Personen auftauchten und Ereignisse immer nur kurz erwähnt wurden..... Der Cliffhanger am Ende der Geschichte war echt "fies" und hat mich aufhorchen lassen, so dass ich jetzt doch den zweiten Teil lesen "muss".

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Veröffentlicht am 16.12.2020

Marigold entgleitet ihr Leben

Marigolds Töchter
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Marigold ist eine Seele von Mensch, liebevolle Mutter zweier erwachsener Töchter, glücklichlich verheiratet seit Jahrzehnten mit Dennis, Vogelliebhaberin und sie führt nicht nur den Dorfladen, sondern ...

Marigold ist eine Seele von Mensch, liebevolle Mutter zweier erwachsener Töchter, glücklichlich verheiratet seit Jahrzehnten mit Dennis, Vogelliebhaberin und sie führt nicht nur den Dorfladen, sondern meistert auch zu Hause den gesamten Haushalt. Dort ist viel zu tun, denn es leben dort Dennis, Marigold selbst, Suze, die Tochter von Mitte Zwanzig und Nan, Marigolds 86jährige Mutter. Als dann auch noch Daisy, die ältere Tochter, sich von ihrem Freund trennt und auch wieder dort einzieht, wird es sehr eng. Alle Familienmitglieder sind es gewöhnt, dass Marigold sich um alles kümmert, stückchenweise wird klar, dass Marigold mehr als nur ein wenig vergesslich ist, denn an vielen Stellen zeigen sich Hinweise darauf.
Das Cover wirkt sehr idyllisch und auf den ersten Blick wirkt auch das Leben von Marigold und ihrer Familie so. Auf den zweiten Blick wird schon klar, dass Marigold nicht nur ihre Tasche vergisst, sondern schon längst eine Stufe weiter ist. Das Vergessen fällt allen nach und nach auf, bis die Diagnose im Raum steht. Während die Familie quasi aus ihrer Komfortzone geschmissen wird, haben scheinbar im Dorf die Menschen und Mitglieder der Gemeinde schon länger die Anzeichen wahrgenommen. Alle zusammen überlegen, wie sie damit umgehen und dies rührte mich schon zu Tränen. Marigold selber, die ihr Vergessen und ihre Gedanken eine Zeitlang noch an uns Leser weitergibt, berührt mich sehr. Die Puzzle, die Dennis jedes Jahr zu Weihnachten für Marigold anfertigt, symbolisieren in meinen Augen Marigolds Leben. Sie werden mit den Jahren immer schwieriger und aufwendiger, doch Marigold meistert sie und liebt die Herausforderung, bis sie erste Schwierigkeiten damit bekommt und sie es irgendwann nicht mehr schafft.
Beeindruckt in dieser Geschichte hat mich die Liebe von Dennis und der Zusammenhalt im Dorf. Marigolds Töchter - auch wenn der Titel des Buches so lautete - spielten keineswegs die Hauptrolle. Insgesamt beinhaltet das Buch eine sehr bewegende Geschichte, die mich sehr nachdenklich zurückgelassen hat, denn es kann jeden von uns jederzeit treffen.

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Veröffentlicht am 06.12.2020

Das Leben von Irma

Wo du nicht bist
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Irma lebt 1929 mit ihrer Schwester Martha zusammen in einer Wohnung in Berlin. Sie arbeitet als Verkäuferin im KaDeWe und lernt, nachdem sie sich seit Kindertagen alleine mit ihrer Schwester ...

Irma lebt 1929 mit ihrer Schwester Martha zusammen in einer Wohnung in Berlin. Sie arbeitet als Verkäuferin im KaDeWe und lernt, nachdem sie sich seit Kindertagen alleine mit ihrer Schwester durchs Leben "gekämpft hat, zufällig den Frauenarzt Erich kennen und sie verlieben sich. Erich ist Jude und kommt durch die Folgen des Nationalsozialismus Jahre später zu Tode. Irma möchte das gegenseitig gegebene Eheversprechen nach Kriegsende immer noch einlösen und versucht mit Hilfe der Juristen dies zu verwirklichen.

Der Roman beruht auf Tatsachen und mich hat er deswegen einerseits sehr bewegt, andererseits konnte ich mich in Irma nicht mehr hineinfinden, die einen verstorbenen Mann heiraten möchte und dafür quasi alles gibt. Ich fand ihre Liebe zwar überaus bewegend, doch machte sich gleichzeitig Verzweiflung in mir breit, weil ich Mitleid mit ihr hatte.
Während mich der Teil der Geschichte, in der ich viel aus Irmas Kindheit und Jugend erfahre, sowie die Liebe von Irma zu Erich sehr bewegte und ich das Gefühl hatte dabei zu sein, konnte mich das Leben nach dem Krieg überhaupt nicht "abholen". Hier spürte ich keinen emotionalen und auch keinen rationalen Zugang, sondern fühlte mich wie ein Zuschauer, der von ganz weiter Ferne das Geschehen verfolgt.
Drei Sterne

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