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Veröffentlicht am 06.05.2023

Der Kampf um die Nachfolge von König Edward dem Älteren

Das Königsschwert
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"Das Königsschwert" ist der zwölfte Band der Uhtred-Saga von Bernard Cornwell. Uhtred ist endlich in seiner geliebten Heimat Bebbanburg angekommen. Er ist in die Jahre gekommen und eigentlich könnte er ...

"Das Königsschwert" ist der zwölfte Band der Uhtred-Saga von Bernard Cornwell. Uhtred ist endlich in seiner geliebten Heimat Bebbanburg angekommen. Er ist in die Jahre gekommen und eigentlich könnte er auf der Burg sein restliches Leben verbringen. Aber eine Nachricht aus dem Süden und ein alter gegebener Schwur lassen ihn wieder gen Süden ziehen bis nach Lundene (das heutige London). Dort wird der Kampf um die Nachfolge Königs Edwards dem Älteren entschieden und Uhtred muss sich einem brutalem Kämpfer stellen. Einer, der ihm sein geliebtes Schwert Schlangenhauch abgenommen hat. Er kämpft erneut um seine Ehre, sein Schwert und die Erfüllung seines Schwures. Wie Cornwell selbst schreibt, ist über die genauen zeitlichen Umstände der Thronnachfolge von Edward nur wenig bekannt. In diesem Roman lässt er zwar wieder Uhtred im Mittelpunkt agieren, formt aber eine fiktive Geschichte, die sich in die Zeit um das Jahr 924 gut einfügt. England nimmt immer mehr Formen an. Die südlichen Königreiche Wessex, Ostanglien und Mercien sind vereint, aber die Entscheidung zwischen den Halbbrüdern Æthelstan und Ælfweard als Nachfolgekönig steht noch aus. Dieser Band ist auch wieder von vielen blutigen Kämpfen geprägt. Uhtred wird alt und verletzlich, aber Cornwell lässt ihn trotz aller Wunden erneut siegreich sein. Dies ist angesichts seines Alters nicht mehr ganz glaubwürdig. Lässt man dies aber außer acht, ist dieser zwölfte Band durchwegs spannend zu lesen. Tod und Sterben auf dem Schlachtfeld und an der Pest begleiten diesen Teil rund um Uhtred von Bebbanburg. In Summe ein guter Band, der mich gespannt auf den finalen dreizehnten der Saga hinterlässt.

Veröffentlicht am 27.04.2023

Der Zugriff auf die weißen Jahrgänge

Die Zeit der Tyrannen
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"Die Zeit der Tyrannen" ist der siebte Band der Falkenbach-Saga von Ellin Carsta. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 1940 und Deutschland befindet sich mitten im Krieg. Dies spüren auch die Familien auf ...

"Die Zeit der Tyrannen" ist der siebte Band der Falkenbach-Saga von Ellin Carsta. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 1940 und Deutschland befindet sich mitten im Krieg. Dies spüren auch die Familien auf Gut Falkenbach. Die sogenannten weißen Jahrgänge, zu denen auch die Söhne der Lehmanns und von Falkenbach gehören, stehen vor der Einberufung an die Front. Die Väter versuchen verzweifelt ihnen dieses Schicksal zu ersparen und sie unabkömmlich in der heimischen Waffenproduktion oder als Arzt in der Heilanstalt Eglfing darzustellen. Doch dies gelingt nur teilweise, das Regime im deutschen Reich ist stärker. Keine guten Zeiten für die Familien, deren Einfluss auf Entscheidungsträger immer geringer wird, während der Krieg immer gefährlicher und unberechenbarer wird. Ellin Carsta beschreibt in diesem Band wie die Kriegswirren auch vor Gut Falkenbach nicht Halt machen. Gleichzeitig werden die ehemals starken Familienoberhäupter dem ganzen nur noch teilweise her. Ihre Einflüsse nehmen immer mehr ab, es wird immer schwieriger die Familien als Einheit zusammenzuhalten. Im gewohnten Stil lässt sich auch dieser Band der Autorin flüssig lesen, auch wenn an manchen Stellen mir mittlerweile das Geschehen ein wenig zu seicht wird. Schemen wiederholen sich und langsam geht es mir persönlich so, dass die Saga Richtung Ende steuern sollte. Trotz dieser Anmerkung finde ich aber immer noch, dass sie sehr gut geschrieben ist, Geschichte ebenso gut einbindet und weiterhin lesenswert ist. Man darf also immer noch gespannt sein wie Ellin Carsta den Bogen der Familien zu Ende spannt.

Veröffentlicht am 23.04.2023

Einsatz in den Alpen

Die Bergwacht: Alpenglühen
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"Die Bergwacht: Alpenglühen" ist der Auftaktband der neuen Reihe "Einsatz in den Bayerischen Alpen" von Sophie Zach. Die Bergwacht Bichlbrunn steht im Umbruch. Der bisherige Leiter will das Zepter abgeben ...

"Die Bergwacht: Alpenglühen" ist der Auftaktband der neuen Reihe "Einsatz in den Bayerischen Alpen" von Sophie Zach. Die Bergwacht Bichlbrunn steht im Umbruch. Der bisherige Leiter will das Zepter abgeben und schlägt auf seiner Geburtstagsfeier völlig überraschend für alle die junge Bergführerin Lena als seine Nachfolgerin vor. Dies schlägt innerhalb des Teams wie eine Bombe ein und führt zur Zerreißprobe. Doch damit nicht genug. Als auch noch Ben als neuer Ranger vom Bürgermeister präsentiert wird, ist das Konfliktpotenzial komplett. Denn Ben ist zu Schulzeiten in Bichlbrunn aufgewachsen und galt als Unruhestifter. Lena und ihn verband zu Jugendzeiten daher keinerlei Freundschaft und jetzt sollen sie zusammenarbeiten. Sophie Zach schafft mit diesem Roman ein sehr gutes Setting. Zum einen das Leben der Protagonisten im Dorf Bichlbrunn, zum anderen spannende Bergwachteinsätze im Wettersteingebirge. Bildhaft beschreibt die Autorin dabei die Gegend rund um den höchsten Berg Deutschlands, so dass sie dabei ihrem Örtchen Bichlbrunn wunderbar Leben einhaucht. Die Bergwachteinsätze am Jubiläumsgrat und in der Teufelsklamm sind dabei so spannend erzählt, das man meinen möchte man wäre live dabei. Auch die Entwicklung von Lena und dem gesamten Bergwachtteam liest sich ebenso interessant wie auch mehr über Ben zu erfahren, der nun in seine Heimat zurückkehrt. Sich auf das Lesen von "Die Bergwacht: Alpenglühen" einzulassen, war für mich ein Glücksgriff. Der Roman hat mir sehr gut gefallen und schon jetzt bin ich neugierig wie es in der Bichlbrunner Bergwacht im zweiten Band weitergeht.

Veröffentlicht am 18.04.2023

Mach Dich bereit für deine Mission!

Seventeen
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"Seventeen" ist der Debütroman von John Brownlow, der bisher bereits erfolgreich als Drehbuchautor in Erscheinung trat. Dieser Thriller handelt von Seventeen und er ist der derzeit beste Auftragskiller ...

"Seventeen" ist der Debütroman von John Brownlow, der bisher bereits erfolgreich als Drehbuchautor in Erscheinung trat. Dieser Thriller handelt von Seventeen und er ist der derzeit beste Auftragskiller der Welt. Das macht ihn zum einen sehr gefragt für die Regierungen der Welt, wenn sie den "besonderen" Auftrag zu vergeben haben, andererseits gibt es auch genügend, die seinen Platz einnehmen wollen. Denn bisher hat nur Sixteen, sein direkter Vorgänger überlebt, der einst spurlos auf dem Höhepunkt seines Schaffens verschwand. Alle anderen wurden von ihren Nachfolgern getötet. Nun soll ausgerechnet Seventeen ihn ausfindig machen und töten. Es kommt zum Duell der Killer, aber anscheinend steckt noch viel mehr dahinter. Denn beide scheinen auf der Abschussliste zu stehen und es gilt einen weiteren mächtigen Gegner zu eliminieren. "Seventeen" ist ein klassischer amerikanischer Agententhriller. Ein Superheld, praktisch unverwundbar, der actionreich sich seinen Weg freischießt. Man merkt diesem Buch deutlich an, dass es von einem Drehbuchautor geschrieben wurde. Seventeen zieht aus zu seiner "Mission Impossible". Eine Verfilmung kann man sich dabei jederzeit vorstellen, klassisches Action-Kino mit vielen Verfolgungsjagden und Explosionen. Für einen Romanthriller fehlte mir aber dabei etwas das Subtile und Hintergründige, das geheimnisvolle Etwas. So jagt zwar eine Actionszene die andere, aber im wesentlichen beschränkt sich der Inhalt auf dies. Man erfährt zwar auch wie es zum Leben von Seventeen kam, das hat aber keinen direkten Einfluss auf die Story. Wer also einen verwobenen Spionageroman sucht, bei dem Agenten ordentlich Fäden ziehen, der sollte zu einem anderen Buch greifen. Wer allerdings 400 Seiten actionreiche Spannung mit viel pulverhaltiger Luft erleben will, der wird mit John Brownlows "Seventeen" seine Freude haben.

Veröffentlicht am 02.04.2023

Die Jagd nach den brisanten Geheimdokumenten

Das Mädchen und der General
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"Das Mädchen und der General" ist der dritte Band der Philipp-Gerber-Reihe von Ralf Langroth (einem Pseudonym des Autors Jörg Kastner). Als im Herbst 1957 in Frankfurt die Edelprostituierte Rosemarie Nitribitt ...

"Das Mädchen und der General" ist der dritte Band der Philipp-Gerber-Reihe von Ralf Langroth (einem Pseudonym des Autors Jörg Kastner). Als im Herbst 1957 in Frankfurt die Edelprostituierte Rosemarie Nitribitt ermordet aufgefunden wird, geraten auch hochrangige Personen aus Politik, Wirtschaft und Militär in Schwierigkeiten. Zählte doch so mancher zu ihren Kunden und hat daher ein berechtigtes Interesse dies zu vertuschen. Als die Tochter des amerikanischen Generals Anderson ihren früheren Verlobten Philipp Gerber um Hilfe bittet, gerät der BKA-Hauptkommissar zwischen die Fronten. Noch während des ersten Gesprächs wird auf die beiden geschossen und sie entkommen nur knapp dem Anschlag. Brisante Dokumente sind dem General bei seiner Beziehung zu Nitribitt abhanden gekommen und es scheint, dass diverse Geheimdienste daran höchstes Interesse haben. Philipp Gerber bekommt von Bundeskanzler Adenauer höchstpersönlich den Auftrag diese zu beschaffen und sie vor den falschen Händen zu schützen. Philipp Gerber wird bei den Ermittlungen dabei mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert und jagt einen Gegner, mit dem er persönlich abzurechnen hat. Basierend auf dem tatsächlichen und bis heute nicht aufgeklärten Mordfall an Rosemarie Nitribitt webt Ralf Langroth diesen Spionagekrimi. Geschickt bringt er dabei wahre und erwiesene Begebenheiten mit Fiktion zusammen, schafft daraus ein spannendes Geflecht. Er konfrontiert seinen Protagonisten mit der eigenen Vergangenheit, aber lässt ihn auch auf alte Bekannte in Frankfurt treffen. Die Suche nach dem verschwundenen Mercedes 190 SL der Edelprosituierten und den geheimen Dokumenten nimmt dabei eine große Rolle ein. Für den Leser entwickelt sich dabei ein Katz-und-Maus Spiel, dass sehr spannend geschrieben ist. Auch das Vorkommen von realen Personen in Nebenrollen (ob namentlich benannt oder nicht) fand ich dabei teils amüsant und eine nette Ergänzung. Basierend auf den wahren Begebenheiten aus dem Jahr 1957 hat Ralf Langroth mit diesem dritten Band einen spannenden zeitgeschichtlichen Spionagekrimi geschrieben, der mir sehr gut gefallen hat. Auch dass ich die beiden Vorgängerbände noch nicht kannte, stellte dabei kein Problem dar. Ich werde diese aber auf jeden Fall noch lesen um mehr von Philipp Gerber zu erfahren.