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Veröffentlicht am 23.12.2019

Das tödliche Ende einer Freundschaft

Worüber wir schweigen
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"Worüber wir schweigen" ist ein Thriller der österreichischen Autorin Michaela Kastel. Sie erzählt dabei die Geschichte mehrerer Jugendlichen, deren Verhältnis von Freundschaft und Liebe zwangsweise mit ...

"Worüber wir schweigen" ist ein Thriller der österreichischen Autorin Michaela Kastel. Sie erzählt dabei die Geschichte mehrerer Jugendlichen, deren Verhältnis von Freundschaft und Liebe zwangsweise mit dem Tod einer der ihrigen endet. Dabei bedient sich die Autorin mehrerer Zeitebenen. Beginnend in der Kindheit mit der Freundschaft von Melanie und Nina bis über deren Jugendzeit in die heutige Gegenwart. Für den Leser wird schnell klar, dass einer der Jugendlichen ums Leben kam, aber was sich dahinter verbirgt wird sukzessiv erst nach und nach klar. Michaela Kastel liefert keinen rasanten oder gar blutigen Thriller. Vielmehr erzeugt sie mit dem Beziehungsgeflecht der handelnden Personen eine fast düstere Stimmung. Diese lebt mit den Gefühlsschwankungen der Jugendlichen, mit ihren Ängsten und Nöten, aber auch von ihrer Verletzlichkeit. Vielleicht muss man diesen Thriller eher als spannendes menschliches Drama bezeichnen. Auf alle Fälle schafft er es, dass der Leser immer bei der Stange gehalten wird und das Buch damit zum Pageturner wird. Michaela Kastel formt hier über die gesamte Länge ein Puzzle, das tatsächlich für den Leser erst am Ende komplett wird. "Worüber wir schweigen" ist kein Mainstream-Thriller, vielmehr beklemmend und düster, aber doch eine klare Leseempfehlung. Michaela Kastel beweist mit ihrem zweiten Buch erneut, dass sie in diesem Genre ganz eigene Wege geht.

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Veröffentlicht am 21.12.2019

Der alltägliche Wahnsinn im Mietshaus

Der Nomade im Speck
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"Der Nomade im Speck" ist ein Roman von Thorsten Fiedler. Der Autor hat in diesem Buch seine eigenen Erfahrungen mit Mietnomaden niedergeschrieben. Ein Mietshaus als Kapitalanlage angeschafft, aber damit ...

"Der Nomade im Speck" ist ein Roman von Thorsten Fiedler. Der Autor hat in diesem Buch seine eigenen Erfahrungen mit Mietnomaden niedergeschrieben. Ein Mietshaus als Kapitalanlage angeschafft, aber damit sich nur Ärger und Sorgen eingehandelt. Im allgemeinen Weltbild wird oft der Vermieter als Kapitalist oder Miethai dargestellt. Thorsten Fiedler zeigt in diesem Buch mal die andere Seite auf. Gewürzt mit viel Witz arbeitet er selbst erlebte Ereignisse als Vermieter auf. Amüsiert habe ich die kurzen Kapitelepisoden gelesen, immer mit dem Bewusstsein wie beängstigend es sein müsste in gleicher Situation zu sein. Denn im Regelfall hat ein durchschnittlicher Vermieter eben auch seine Verpflichtungen monatlich an die Bank, etc. zu erfüllen. Dem Autor unterstelle ich daher tatsächlich Nerven wie Stahlseile, denn ich wüsste nicht ob ich diese immer so gehabt hätte oder irgendwann zum Massenmörder geworden wäre. ;) Als Leser kann man sich allerdings in aller Ruhe zurücklehnen und diese humorige und mit viel Ironie gespickte Lektüre genießen. Aber natürlich kann man auch wunderbar zwischen den Zeilen erlebte Fallstricke und Behördenwahnsinn erkennen, mit dem der Autor und seine Familie konfrontiert waren. Die Logik dahinter erkennt man dann oft auch nicht anders als Herr Fiedler. Einzig in den letzten Kapiteln ist der Autor ein klein wenig abgeschweift, stört aber die Gesamtheit der Lektüre nicht. Für Leute die sich auch mal mit dem Gedanken tragen eine Wohnung zu vermieten ist dieses Buch sicherlich neben etlichen Ratgebern ein humoriger Erlebnisbericht der anderen Art.

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Veröffentlicht am 17.12.2019

Als der Sturm über Grado hereinbrach ...

Grado im Sturm
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"Grado im Sturm" ist der vierte Band der Commissaria-Degrassi-Reihe von Andrea Nagele. Der Leser bekommt es anfangs mit einem Jungen zu tun, der bei einem Stromausfall im Supermarkt Stimmen zu einem Mordkomplott ...

"Grado im Sturm" ist der vierte Band der Commissaria-Degrassi-Reihe von Andrea Nagele. Der Leser bekommt es anfangs mit einem Jungen zu tun, der bei einem Stromausfall im Supermarkt Stimmen zu einem Mordkomplott hört. Schon als er flüchten will, wird er verfolgt. Doch letztendlich kann er sich nicht verstecken und wird tags darauf als vermisst gemeldet. Soweit der Einstieg in den Kriminalfall, aber die Autorin öffnet noch weitere Handlungsstränge. Zwei Männer - eine Ehefrau, eine Familie zum Campen, bei der die Ehe nur noch auf dem Papier steht, eine Wetterexperte, der allein mit seinen Prognosen ist. All diese Nebenschauplätze haben mich dann aber eher ein wenig verwirrt. Zwar wird alles aufgelöst, aber halt nicht ganz schlüssig im Gesamtkonzept. Dieses Summenspiel führte daher für mich auch immer ein wenig dazu den Faden zu verlieren und damit riss auch für mich der Spannungsbogen. Mit Aufkommen des Sturms ging dann alles Schlag auf Schlag. Ich hätte mir die Ermittlungen der Commissaria eher gleichmäßig über das gesamte Buch gewünscht. Letztendlich in Summe für mich ein Krimi, der mich nicht ganz überzeugen konnte und auch mit ein wenig schwankenden Gefühlen zurücklässt.

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Veröffentlicht am 12.12.2019

Die "Thomas-Katastrophe" und das Leben zweier Frauen danach

Träume von Freiheit - Flammen am Meer
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"Träume von Freiheit - Flammen am Meer" ist ein historischer Roman von Silke Böschen. Basierend auf dem ersten Bombenanschlag mit einem Zeitzünder auf das Dampfschiff "Mosel", beschreibt die Autorin den ...

"Träume von Freiheit - Flammen am Meer" ist ein historischer Roman von Silke Böschen. Basierend auf dem ersten Bombenanschlag mit einem Zeitzünder auf das Dampfschiff "Mosel", beschreibt die Autorin den Werdegang zweier Frauen. Auch als "Thomas-Katastrophe" benannt, hatte am 11.12.1875 der Täter Alexander Keith alias William King Thomas diesen Anschlag mit dem Motiv des Versicherungsbetrugs auf hoher See geplant. Doch das schwere Sprengstofffass löste sich im Hafen vom Kran und explodierte am Bremerhavener Kai. Dabei kamen 83 Menschen ums Leben und rund zweihundert Menschen wurden zum Teil schwer verletzt und verstümmelt. Der Täter selbst richtete sich nach dem missglückten Anschlag selbst durch zwei Kugeln in den Kopf, überlebte aber noch einige Tage und gestand auch die Tat. Die Autorin setzt auf dieses reale Ereignis auf und erzählt im weiteren Verlauf des Romanes die Lebensgeschichte von Johanne Claussen und Cecelia Thomas. Die junge Johanne, die fast ihre gesamte Familie bei dem Anschlag verlor und selbst am rechten Arm die Hand amputiert bekam, sowie Cecelia, Mutter von vier Kindern und ahnungslose Ehefrau des Täters. Für beide Frauen war nach dem 11.12.1875 ein Leben wie vorher nicht mehr möglich. Cecelia sucht ihr Heil in der Flucht nach Amerika und Johanne braucht Jahre um mit dem Ereignis und ihrer Trauer zurecht zu kommen. Das Buch gliedert sich dabei in drei Teile. Der Leser erfährt im ersten Teil alles zum Anschlag bis hin zu Cecelias Flucht aus Deutschland, während der zweite Teil geprägt ist wie es den Frauen in den Jahren danach jeweils ergeht. Erst im letzten Teil treffen beide in Amerika aufeinander. Gerade dieses Aufeinandertreffen hätte ich mir gern ein wenig ausführlicher von der Autorin beschrieben gewünscht, ist es doch von einiger Tragweite. Trotzdem ist die Geschichte der beiden Frauen gut erzählt und man kann als Leser nachvollziehen mit welchen Problemen diese ihren Alltag zu bewältigen hatten. Flüssig im Schreibstil liest sich der Roman sehr gut. Sehr interessant empfand ich auch am Ende des Roman das Personenregister, das einem nochmal historische Fakten zu den jeweiligen Protagonisten näher brachte. Diesen Roman habe ich auf Empfehlung gelesen. Hätte ich ihn rein vom Cover im Bücherregal gesehen, wäre mein Griff wahrscheinlich nicht dazu erfolgt, da es mir eine andere seichtere Story vermittelt hätte. Man darf sich aber vom Cover nicht täuschen lassen, denn dieser Roman ist durchaus gelungen und lesenswert.

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Veröffentlicht am 08.12.2019

"Glück auf" und kein Erbarmen für Erik Donner

Tod und kein Erbarmen
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"Tod und kein Erbarmen" ist der siebte Band aus der Erik-Donner-Reihe von Elias Haller. Diesmal gerät der Hauptkommissar selbst zwischen die Fronten. Nach einem Vollrausch wacht Erik Donner am Morgen inmitten ...

"Tod und kein Erbarmen" ist der siebte Band aus der Erik-Donner-Reihe von Elias Haller. Diesmal gerät der Hauptkommissar selbst zwischen die Fronten. Nach einem Vollrausch wacht Erik Donner am Morgen inmitten von Blut in seinem Pensionszimmer im Erzgebirge auf. Doch es ist nicht sein eigenes. Mittlerweile findet man eine Frauenleiche und schnell deuten alle Indizien auf Donner als Täter. Seine Kollegen ermitteln während sich Donner immer mehr in höchster Gefahr befindet. Welches Geheimnis verbirgt sich in dem kleinen Ort im Erzgebirge seit die kleine Violetta vor zehn Jahren spurlos verschwand? In diesem Band erhält Erik Donner eine völlig neue Rolle, denn er ist nicht Jäger sondern Gejagter. Dafür betreten einige weitere Ermittler das Parkett um die Geschehnisse zu klären. Donner, als Eigenbrötler und Sonderling bekannt, erhält durch Sokrates Vogel in diesem Fall echte Konkurrenz. Kollegiale Zusammenarbeit würde man sich anders vorstellen, dagegen hat man manchmal den Eindruck eines Hahnenkampf unter den Ermittlern. Interessant dabei ebenfalls die neue Gehilfin Winter, die den kauzigen Sokrates Vogel unterstützt. Obwohl sich der Krimi örtlich sehr zentral abspielt, bekommt es der Leser immer wieder mit verschiedenen Bühnen zu tun. Erst nach und nach verweben sich die Einzelfäden geschickt zum Geamtkonstrukt. Der Täter bleibt daher sehr lange verborgen und am Ende stellt sich alles nochmal in neuem Licht dar. Dadurch bleibt die Spannung bis zuletzt immer auf hohem Niveau. Obwohl sich dieser Fall von vorherigen der Reihe unterscheidet gefällt mir die Veränderung, insbesondere auch der Figur Donner gut. Man darf gespannt sein wie es mit Erik Donner weitergeht. Einen kleinen Hinweis erhält der Leser am Ende als der Autor die Leipziger Ermittlerin aus seiner zweiten Buchreihe ins Spiel bringt.

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