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Veröffentlicht am 15.01.2021

Young Adult Roman um den Traum von einer Musical-Karriere

One Last Song
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Rileys großer Traum ist es, Musicaldarstellerin zu werden, ihr Bruder glaubt an sie und bestärkt sie darin, diesen Traum zu verfolgen, ihr selbst mangelt es jedoch etwas an Selbstvertrauen und auch ihr ...

Rileys großer Traum ist es, Musicaldarstellerin zu werden, ihr Bruder glaubt an sie und bestärkt sie darin, diesen Traum zu verfolgen, ihr selbst mangelt es jedoch etwas an Selbstvertrauen und auch ihr Vater gibt ihr nur zwei Jahre, bis sie es geschafft haben muss, auf eigenen Beinen zu stehen und diese Zeit neigt sich schon langsam dem Ende entgegen. Da New York sehr teuer ist, jobbt Riley nebenbei in Bars, wo sie nicht immer besonders gut von den Chefs und Gästen behandelt wird. Dann bekommt sie aber einen Kellnerjob im Bistro einer renommierten Musikschule und lernt dort Julian kennen, dessen Band gerade in New York auftritt und beide fühlen sich voneinander angezogen. Alles könnte perfekt sein, wäre da nicht Julians Vergangenheit und Rileys Traum vom Musical, der langsam endgültig zu platzen droht.

Meiner Meinung nach handelt es sich bei diesem Roman um eine typische Young Adult Geschichte, deren Protagonistin in diesem Fall den großen Traum hat, Musicaldarstellerin zu werden. Diesen Weg verfolgt sie für meinen Geschmack etwas zu naiv und manches entwickelt sich dann einfach recht vorhersehbar und es werden auch immer wieder Klischees bedient. Ich denke aber, Liebhaber:innen des Genres werden Gefallen an der Handlung und der Protagonistin finden und auch der Schreibstil der Autorin ist gut lesbar. Zudem entführt sie ihre Leser:innen in die pulsierende Metropole New York, ein interessanter Schauplatz, zu dem man so wenigstens beim Lesen in Gedanken reisen kann, wenn es in echt schon aktuell nicht möglich ist.

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Veröffentlicht am 15.01.2021

Angenehm unkitschiges Pferdebuch

Socke und Sophie – Pferdesprache leicht gemacht
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Juli Zeh kennt man eigentlich eher als Verfasserin von gesellschaftskritischen Romanen für Erwachsene, mit denen sie schon oft die Bestsellerlisten anführte und ganz nebenbei ist sie auch noch Verfassungsrichterin. ...

Juli Zeh kennt man eigentlich eher als Verfasserin von gesellschaftskritischen Romanen für Erwachsene, mit denen sie schon oft die Bestsellerlisten anführte und ganz nebenbei ist sie auch noch Verfassungsrichterin. Sie liebt aber auch Pferde, ihre Familie besitzt mehrere, und hat bereits für Erwachsene die "Gebrauchsanweisung für Pferde" verfasst. Nun folgt mit "Socke und Sophie" eine Mischung aus Romanhandlung und Wissensvermittlung über Pferde, die sich an junge, pferdeinteressierte Leser:innen ab dem Grundschulalter richtet.
Unterstützung erhielt sie dabei vom Illustrator Flix, der die Geschichte mit sehr ansprechenden Bildern auflockert, die sogar in Farbe abgedruckt wurden.

Protagonistin Sophie (12) hätte sehr gerne ein eigenes Pferd, weiß aber auch, dass der Unterhalt eines solchen Tieres sehr teuer ist und ihre Familie sich das nicht leisten kann. Doch dann ergibt sich die Gelegenheit, dass sie das Pony Socke in Pflege nehmen darf, was sie zunächst sehr freut. Doch, da Socke misshandelt wurde, gelingt es ihm nicht mehr so leicht, Menschen zu vertrauen und Sophie bekommt einfach keinen Zugang zu ihm, was auch zu gefährlichen Situationen führt. Außerdem besteht so die Gefahr, dass Socke nicht auf dem Michaelis-Hof bleiben darf. Daher muss Sophie dringend Pferdesprache lernen, um endlich verstehen zu können, was Socke stört.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Sophie und Socke erzählt, sodass man als Leser:in einen guten Eindruck davon bekommt, wie beide sich jeweils fühlen und welche Missverständnisse auftreten. Der Schreibstil ist der jungen Zielgruppe angepasst, gut verständlich, teilweise umgangssprachlich, aber auch nicht so sehr, dass es übertrieben wirkt. Natürlich spielt auch Fachwissen zu Pferden eine nicht unwichtige Rolle. Dieses wird nicht in langen Abhandlungen im Roman mit untergebracht, sondern solche Begriffe sind farbig hervorgehoben und wer mehr zu diesem Thema wissen will, kann im "Lexikon" am Ende des Buches recht ausführliche Informationen dazu erhalten. Besonders gefällt mir auch, dass der Roman keine falschen, romantischen Vorstellungen bei den jungen Leser:innen weckt, wie es ist, sich um ein Pferd zu kümmern, sondern ungeschönt zeigt, dass nicht immer alles unkompliziert läuft. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne an alle pferdeinteressierten junge Leser:innen weiter.

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Veröffentlicht am 14.01.2021

Ein Beamter auf Abwegen

Die siebte Zeugin
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Nikolas Nölting, ein in Berlin lebender Beamter im Baureferat einer brandenburgischen Kleinstadt, tickt an einem Sonntagmorgen in einer Bäckerei in Charlottenburg völlig aus und erschießt einen Mann und ...

Nikolas Nölting, ein in Berlin lebender Beamter im Baureferat einer brandenburgischen Kleinstadt, tickt an einem Sonntagmorgen in einer Bäckerei in Charlottenburg völlig aus und erschießt einen Mann und verletzt zwei weitere. Zum Motiv will er sich nicht äußern, seine Frau engagiert aber Rocco Eberhardt als seinen Strafverteidiger, der nichts unversucht lässt, trotz des Schweigens seines Mandanten Licht ins Dunkel zu bringen. Dabei erhält er Unterstützung durch seinen besten Freund Tobias, einem ehemaligen Polizisten, der mittlerweile als Privatdetektiv arbeitet und den Gerichtsmediziner Dr. Justus Jarmer. Gleichzeitig ist diese eigenmächtige Ermittlung aber nicht ganz ungefährlich für Rocco Eberhardt und alle, die ihm nahe stehen.

Der Aufbau des Krimis, der mit der Tat beginnt und anschließend im Rahmen der Gerichtsverhandlung und den Geschehnissen parallel zur Verhandlung langsam mehr Details offenbart, trägt auf jeden Fall zur Spannung bei. Die Schauplätze wechseln dabei recht häufig und lange bleibt unklar, was Nikolas Nölting zu seiner Tat motiviert hat und wer in welcher Weise involviert ist. Schließlich endet der Krimi noch mit einem Cliffhanger, der schon einmal ordentlich Neugier auf den folgenden Fall von Rocco Eberhardt und Dr. Justus Jarmer weckt. Der Gerichtsmediziner spielt in diesem Fall aber eher eine Nebenrolle, in weiteren Fällen ist er dann hoffentlich noch präsenter, weil es mehr auf sein Knowhow ankommt. Der Schreibstil des Autorenduos war gut lesbar und anschaulich mit einer ausgewogenen Mischung aus Fachsprache und gut verständlicher Alltagssprache. Es handelt sich hierbei auch um keinen besonders gruseligen oder "blutigen" Krimi, sonderm im Vordergrund stehen ganz klar die Beweggründe des Angeklagten und die Ermittlungen dazu. Die Protagonisten sind mir sympathisch und ich freue mich schon auf ihren nächsten Fall.

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Veröffentlicht am 04.01.2021

Mehr als Tennis

Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht
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"Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht" ist das Debüt der ehemaligen Profi-Tennisspielerin Andrea Petcovic. Dabei hat mich der Untertitel "Erzählungen" etwas auf eine falsche Fährte geführt, was ich mir ...

"Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht" ist das Debüt der ehemaligen Profi-Tennisspielerin Andrea Petcovic. Dabei hat mich der Untertitel "Erzählungen" etwas auf eine falsche Fährte geführt, was ich mir unter dem Buch vorstellen soll. Ich finde, "Episoden" gibt es treffender wieder. Die Autorin gibt mit Hilfe derer Einblicke in ihre Kindheit und Jugend als tennisbesessene Tochter einer Familie, die aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland eingewandert ist und in die Stationen ihrer Profi-Tenniskarriere. Dabei geht es aber nie ausschließlich um den Sport, sondern viel mehr um Begegnungen mit interessanten Menschen am Rande von Tennisplätzen, ihre jugoslawischen Wurzeln, Selbstzweifel und Respekt vor wichtigen Spielen oder Erkenntnisse und Lehren aus Siegen oder Niederlagen, reflektiert und gespickt mit viel Lebensweisheit.
Sprachlich sind diese Geschichten auch sehr gelungen, es finden sich viele Bilder und Metaphern und man merkt, dass Andrea Petcovic nicht nur der Umgang mit Ball und Schläger, sondern auch der mit der deutschen Sprache großen Spaß macht.

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Veröffentlicht am 04.01.2021

Trümmerliteratur im Jahr 2020

Trümmermädchen
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Der Titel "Trümmermädchen" in Verbindung mit dem Cover lässt erahnen, dass der Roman im Deutschland, genauer im Köln, der Kriegs- und Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges spielt. Einer Zeit, in der es ...

Der Titel "Trümmermädchen" in Verbindung mit dem Cover lässt erahnen, dass der Roman im Deutschland, genauer im Köln, der Kriegs- und Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges spielt. Einer Zeit, in der es sehr viel Tod, Leid, Hunger und Ungerechtigkeit gab, aber auch eine Zeit, in der es besonders auf die Frauen ankam, die unter schlimmen Bedingungen sich und ihre Kinder durchbringen mussten.
Marie landet kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges mit einem Baby namens Anna, das sie als Tochter ihrer verstorbenen Schwester ausgibt, in Köln, wo sie zunächst von einer jüdischen Familie als Haushaltshilfe aufgenommen wird und später dann den Bäcker Matthias, der seinen Laden im Erdgeschoss hat, heiratet. Dieser wird dann aber trotz seines wichtigen Berufes noch einberufen und Marie, Anna und Maries Sohn, der in Abwesenheit des Vaters geboren wird, müssen alleine zurecht kommen. Das ist im mehr und mehr zerbombten Köln nicht einfach, sowohl Wohnraum als auch Nahrungsmittel sind knapp. Aber vor allem Anna lernt schnell Verantwortung zu übernehmen und auch Marie tut alles für ihre Familie und gibt die Hoffnung, dass ihr Mann lebend zurückkehrt, nicht auf.
Ich fand es sehr interessant, durch das Buch mehr darüber zu erfahren, wie hart und entbehrungsreich das Leben auch nach Kriegsende noch war und mit welchen Widrigkeiten sich die Menschen herumschlagen mussten. Besonders Anna und ihr kleiner Bruder sind mir beim Lesen ans Herz gewachsen und ich habe mit ihnen gelitten und mich für sie über kleine Erfolge gefreut. Der Schreibstil der Autorin war anschaulich und und gut lesbar.

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