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Veröffentlicht am 14.04.2025

Verwicklungen im hohen Norden

Felsengrund
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Bei "Felsengrund" handelt es sich um den zweiten Teil einer dreiteiligen Thrillerreihe um einen reichen norwegischen Familienclan. Schon das die Covergestaltung vermittelt die passende Atmosphäre zu den ...

Bei "Felsengrund" handelt es sich um den zweiten Teil einer dreiteiligen Thrillerreihe um einen reichen norwegischen Familienclan. Schon das die Covergestaltung vermittelt die passende Atmosphäre zu den Schauplätzen.

Diesmal wird die Handlung neben Oslo auch oft ganz hoch in den Norden, nach Spitzbergen verlegt. Es gibt große Spannungen innerhalb der einflussreichen Falck-Familie, wer die Führung ihrer SAGA-Stiftung übernehmen soll. Dabei spielen auch viele Geheimnisse aus der Vergangenheit einzelner Familienmitglieder eine Rolle. Zugleich geht es aber auch um Spionage und die aktuellen weltpolitischen Spannungen.

Ich habe bereits den ersten Teil der Reihe gelesen, was ich auch empfehlen würde, um alle Zusammenhänge zu verstehen. Dann erhält man einen spannenden Thriller, der nach und nach immer mehr Überraschendes aus der Vergangenheit der Protagonist:innen aufdeckt und am Ende mit einem Cliffhanger die Spannung für den letzten Band aufbaut. Die Charakter sind überzeugend ausgestaltet und auch eine gute Dosis Lokalkolorit ist vorhanden, wozu natürlich auch die interessanten Schauplätze beitragen. Der Schreibstil des Autors ist dabei gut verständlich.

Was das Hörbuch angeht, empfand ich die Sprecher:innen als passend gewählt. Ich konnte ihnen gut folgen und sie passten sich der jeweiligen Atmosphäre des Kapitels an. Der Wechsel zwischen Männer- und Frauenstimme sorgte zudem für noch mehr Authentizität und gestaltete das Zuhören abwechslungsreicher.

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Veröffentlicht am 12.04.2025

Suche nach dem Platz im Leben

Nowhere Heart Land
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Rosa, Ende 20, ist sofort nach dem Abitur aus ihrer Heimatstadt in der deutschen Provinz verschwunden und arbeitet seit vielen Jahren in London. Nach einem Vorfall mit einem unangenehmen Kollegen und, ...

Rosa, Ende 20, ist sofort nach dem Abitur aus ihrer Heimatstadt in der deutschen Provinz verschwunden und arbeitet seit vielen Jahren in London. Nach einem Vorfall mit einem unangenehmen Kollegen und, weil sie das Haus ihrer dementen Großmutter verkaufen muss, um deren Pflege weiterhin bezahlen zu können, kehrt sie in ihre alte Heimat zurück. Sie hat jung ihre Mutter verloren, die sie wiederum sehr jung bekommen hat. Beide Frauen waren in einem humanistischen Nonneninternat auf einem Hügel über der Kleinstadt, das kurz vor Rosas Abitur geschlossen und kurz danach abgerissen wurde. Und so schwelgt Rosa bei ihrer Rückkehr nach so langer Zeit in nostalgischen Erinnerungen an ihre Zeit im Internat, versucht den Kontakt zu alten Schulfreundinnen wieder herzustellen und versucht mehr über ihre verstorbene Mutter in Erfahrung zu bringen.

Ich fand das Konzept des Romans grundsätzlich sehr gut. Eine junge Frau, kehrt an den Ort ihrer Schulzeit zurück, wo nichts mehr ist, wie es mal war und ihre alten Freundinnen ein ganz anderes Leben führen, als sie selbst. Eigentlich hat sie den Ort bewusst hinter sich gelassen und dennoch hat er sie anscheinend nie ganz losgelassen und vieles, insbesondere der frühe Tod ihrer Mutter, ist unbearbeitet geblieben. Der Sprachstil des Buches hat mir auch sehr gut gefallen. Die Autorin findet oft sehr treffende sprachliche Bilder, um das Gefühlschaos der Protagonistin in Worte zu fassen. Auch, wie sich Demenz für einen Betroffenen anfühlt, beschreibt sie sehr anschaulich. Etwas überfordert haben mich aber die oft sehr abrupten Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Realität und dem, was die Protagonistin sich über das Leben ihrer Mutter zusammenreimt. Und auch mit dem Ende bin ich nicht ganz glücklich, es bleibt einfach sehr viel offen und ungeklärt und man hat nicht so wirklich das Gefühl, dass Rosa angekommen ist. Die Covergestaltung passt meiner Meinung nach aber gut zur Handlung und zum Genre.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Mein bisheriges Highlight des Jahres

Stromlinien
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Schon die Haptik des Einbandes dieses Romans ist toll, die titelgebenden Stromlinien sind in das Papier eingeprägt, was gemeinsam mit den Abbildungen und der Farbgestaltung perfekt zu diesem Buch passt. ...

Schon die Haptik des Einbandes dieses Romans ist toll, die titelgebenden Stromlinien sind in das Papier eingeprägt, was gemeinsam mit den Abbildungen und der Farbgestaltung perfekt zu diesem Buch passt. Einen weiteren Pluspunkt gibt es von mir zudem auch für das Lesebändchen, das hier nicht eingespart wurde und bei einem Buch mit 500 Seiten auch wertvolle Dienste leistet.

Nun aber zum Inhalt. Die Geschichte wird auf verschiedenen Zeitebenen erzählt, aber, es ist schwer möglich, mehr darüber zu schreiben, ohne schon zu viel darüber zu verraten, wie alles zusammenhängt. Die jüngste Zeitebene handelt im Jahr 2023 und die Zwillinge Enna und Jale stehen im Mittelpunkt. Sie sind 17 und leben bei ihrer Großmutter in den Elbmarschen, wo sie meist im Doppelpack in einem kleinen Motorboot unterwegs sind. Geboren wurden sie im Gefängnis, wo ihre Mutter Alea bereits lange vor der Geburt inhaftiert war, ohne, dass den Mädchen je gesagt wurde, weshalb. 2023 soll sie endlich entlassen werden und Enna und Jale fiebern diesem Tag entgegen. Doch dann sind am Tag der geplanten Entlassung plötzlich sowohl Alea als auch Jale verschwunden.

Für mich war dieser Roman mein bisheriges Lese-Highlight des Jahres 2025. Die Geschichte war sehr spannend, wozu auch die verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen beitrugen. Zudem kam es immer wieder zu überraschenden Wendungen und alles löste sich erst ganz am Schluss endgültig auf. Die verschiedenen Charaktere waren sehr überzeugend ausgestaltet mit ihren Ecken und Kanten und ich konnte sie mir ebenso gut vorstellen, wie die Landschaft in den Elbmarschen, die von der Autorin sehr atmosphärisch nachgezeichnet wurde. Auch die Coming-of-Age Geschichte, die neben der Familiengeschichte und den vielen damit verbundenen Geheimnissen noch enthalten war, konnte mich überzeugen. Ich freue mich schon auf weitere Werke von Rebekka Frank.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Landleben ohne Romantik

Hier draußen
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Das Cover von Martina Behms Debütroman ist relativ auffällig mit dem recht scheu wirkenden Wild und der eher modernen Schrift im Kontrast dazu.

Ingo und Lara sind mit ihren beiden Kindern aus Hamburg ...

Das Cover von Martina Behms Debütroman ist relativ auffällig mit dem recht scheu wirkenden Wild und der eher modernen Schrift im Kontrast dazu.

Ingo und Lara sind mit ihren beiden Kindern aus Hamburg in ein sehr kleines Dorf in Schleswig-Holstein gezogen, von dem aus Ingo gerade noch so zu seinem Büro in der Hamburger Hafencity pendeln kann, was ihn aber zunehmend mehr Kraft kostet. Aber Lara hatte den Traum von einem großzügigen und dennoch bezahlbaren Haus und einem Garten und mehr Ruhe und Privatsphäre auf dem Land. Eines Abends überfährt Ingo dann eine weiße Hirschkuh, die zu töten dem Aberglauben vieler Dorfbewohner nach, innerhalb eines Jahres den eigenen Tod zur Folge haben soll. Und so löst er damit ungewollt verschiedenste Ereignisse aus, die das Dorf und seine Bewohner betreffen.

Der Autorin ist es sehr gut gelungen, nicht nur Ingo und Lara mit ihren Problemen und ursprünglich ganz anderen Vorstellungen vom Landleben, sondern auch die weiteren Bewohner des Ortes mit ihren jeweiligen Eigenheiten zu charakterisieren und dies ungeschönt und fernab aller Klischees vom Landleben. Was die Handlung angeht, hält diese immer wieder Überraschungen bereit. Der Schreibstil ist gut lesbar und sehr anschaulich, sodass man sich gut an die jeweiligen Orte der Handlung versetzen kann.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Worüber nicht gesprochen wurde

Vor hundert Sommern
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Der Titel des neuen Romans von Katharina Fuchs gefällt mir sehr gut und er passt auch perfekt dazu, dass es zwei Zeitebenen gibt, die Gegenwart und die Vergangenheit, beginnend kurz nach Ende des Ersten ...

Der Titel des neuen Romans von Katharina Fuchs gefällt mir sehr gut und er passt auch perfekt dazu, dass es zwei Zeitebenen gibt, die Gegenwart und die Vergangenheit, beginnend kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges. Die Abbildung auf dem Cover war mir dagegen etwas zu abstrakt und verspielt, aber das ist Geschmackssache.

Lena ist 19 und hat vor kurzem ein Studium für nachhaltiges Design in Berlin angefangen, trotz aller Kreativität fühlt sie sich aber oft als Außenseiterin. Zusammen mit ihrer Mutter Anja räumt sie die Berliner Wohnung ihrer Oma, da diese in ein Hamburger Pflegeheim ziehen musste. Dabei stoßen die beiden Frauen auch auf einen Teil des Nachlasses von Lenas Urgroßtante Clara, die, als die Nationalsozialisten die Macht ergriffen, einen Hundesalon in Charlottenburg betrieb, über die in der Familie aber wenig bekannt ist, da das Thema stets gemieden wurde. Lena lässt sich jedoch nicht so leicht abschütteln.

Mir hat der Roman gut gefallen. Ich mag es, dass es eine Zeitebene in der Gegenwart gibt, die auch auf recht aktuelle Entwicklungen der heutigen Zeit eingeht und eine, die sich mit der schlimmen Zeit des Nationalsozialismus und dem Umgang der folgenden Generationen damit befasst. Durch die Perspektivwechsel konnte ich mich zudem gut in die jeweiligen Protagonistinnen hineinversetzen. Der Schreibstil der Autorin war gewohnt gut lesbar und die historischen Bezüge wirkten sorgfältig recherchiert. An manchen Stellen hätte die Handlung vielleicht etwas gestrafft werden können, aber, das ist nur ein kleiner Kritikpunkt.

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