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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.03.2025

ansprechender Genremix

Middletide – Was die Gezeiten verbergen
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„Middletide“ist das Debüt der Schriftstellerin und ich finde, es ist ihr gut gelungen.

Der Roman ist auf verschiedenen Zeitebenen geschrieben , die zu Anfang schon manchmal verwirrend sind. Der Roman ...

„Middletide“ist das Debüt der Schriftstellerin und ich finde, es ist ihr gut gelungen.

Der Roman ist auf verschiedenen Zeitebenen geschrieben , die zu Anfang schon manchmal verwirrend sind. Der Roman hat viele Rückblenden, die nicht immer klar bezeichnet sind.

„Middeltide“ ist der Roman von Elijah auf den er große Hoffnung gesetzt hat. Dafür hat er seine Heimat und seine Jugendliebe Nakita verlassen.Doch nach dem Tod seines Vaters kehrter zurück und führt ein einfaches naturverbundenes Leben am See.

Dort wurde in den Neunzigerjahren Jahren die ortsansässige Ärztin erhängt vorgefunden. Der zu Anfang angenommene Selbstmord entpuppt sich nach und nach als Mord. Verdächtigt wird Elijah.

Der Genremix Krimi und Liebesgeschichte hat mir gut gefallen. Auch wenn es eher ein ruhiges Buch ist, kommt im Laufe der Zeit Spannung auf.

Der Vergleich mit dem Buch „Der Gesang der Flusskrebse“war meiner Meinung nach nicht ganz zutreffend. Das Buch war schon besser, trotzdem hat mir auch dieses Buch gutgefallen.

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Veröffentlicht am 06.03.2025

interessant und erschreckend

Unter Grund
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Das Buch " Unter Grund" von Annegret Liepold zeigt erschreckend auf, wie ein junges Mädchen in die rechte Szene abgleitet.

Franka ist Referendarin und wohnt mit ihrer Klasse dem NSU Prozess um Frau Zschäpe ...

Das Buch " Unter Grund" von Annegret Liepold zeigt erschreckend auf, wie ein junges Mädchen in die rechte Szene abgleitet.

Franka ist Referendarin und wohnt mit ihrer Klasse dem NSU Prozess um Frau Zschäpe bei. Dabei kommen Erinnerung an ihre Jugend in ihrem Dorf zurück, als sie selbst rechtes Gedankengut vertrat.

Franka wuchs in einem kleinen Dorf in Süddeutschland auf. Ihr Vater, ihr größter Vertrauter ,starb als sie elf war. Ihre Familie geprägt durch eine dominante, wenig einfühlsame Großmutte und eine Mutter, die das Schweigen zur Hauptaufgabe machte. Die einzige Frau, die für die noch wichtig ist, ist die Schwester ihres Vater, die nach seinem Tod aus den USA zurückgekommt.
In der Schule ist Franka Aussenseiterin. Sie selbst, unsicher, wnig selbstreflektiert und ihr einziger Freund Leon, distanziert sich von ihr, als sie seinem Werben nicht nachgibt.Sie fühlt sich allein und ausgegrenzt und trifft in dieser Situation auf Patrick und Janna. Beide sind in der rechten Szene verortet. Dort findet Franka Verständnis und vermeintliche Freunde. Von nun an ist ihr Leben geprägt von Alkohol, rechten Parolen, wie der Auschwitzverleugnung und Fremdenhass bis hin zu Übergriffen, Grabschädung und anderen Anschlägen.

Das Buch beginnt langsam mit Frankas Familiengeschichte, die ich etwas ausschweifend fand. Da wäre etwas Straffung gut gewesen. Aber dann wird dieses Buch sehr interessant. Es wird aufgezeigt, wie einfach es ist , in eine Gemeinschaft zu geraten, die rechtes Gedankengut hegt und ihre Reden Taten folgen lässt. Gerde junge Menschen, die Orientierung suchen und keinen Halt haben durch Elternhaus oder Freunde, sind hier einfache Opfer, da ihre politische Einstellung noch nicht gefestigt ist und es ihnen eigentlich nur um Verständnis und Anerkennung geht und dann verselbständigen sich Sachen sehr schnell, um diese Anerkennung zu erlangen. Muster, die man in der Pubertät häufig findet, die ja eine Orientierungsphase ist, die aber gefährlich wird, wenn es in diese Richtung geht.

Alles in allem eine hochaktuelles Debüt, das am Anfang etwas mehr Straffung vertragen hätte.

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Veröffentlicht am 26.02.2025

informativ und spannend

Das letzte Bild der Sara de Vos
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Informativ und spannend ist das Buch " Das letzte Bild der Sara de Voss." Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und bin der Geschichte mit Vergnügen gefolgt.

Einem amerikanischer Banker wird ein ...

Informativ und spannend ist das Buch " Das letzte Bild der Sara de Voss." Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und bin der Geschichte mit Vergnügen gefolgt.

Einem amerikanischer Banker wird ein Bild der Malerin gestohlen und eine täuschend echte Kopie wieder hingehängt. Der Leser folgt jetzt sowohl der Geschichte des Bankers und der Fälscherin, sowie Sara de Voss. Dieses wird sehr unterhaltsam und spannend in Szene gesetzt, wobei die Spannung auch nicht zu kurz kommt. Beginnend mit den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts, werden immer wieder Rückblenden in das Leben der Sara de Voss gezeigt, die kein einfaches Leben hatte.

Die Personen werden sehr gut gezeichnet , auch die Atmosphäre in der zeit , als Sara de Voss lebte, wird sehr gut transportiert. Dass man dabei noch eine Menge über Malerei erfährt, ist ein zusätzliches Bonbon.

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Veröffentlicht am 26.02.2025

ein sehr beeindruckendes Buch

Geigen der Hoffnung
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Dieses Buch ist sowohl ein erschreckendes Zeitdokument, als auch die Erinnerung daran, die Schrecken des Krieges und die Machenschaften der Nazis niemals zu vergessen.

Abwechselnd wird von einem jüdischen ...

Dieses Buch ist sowohl ein erschreckendes Zeitdokument, als auch die Erinnerung daran, die Schrecken des Krieges und die Machenschaften der Nazis niemals zu vergessen.

Abwechselnd wird von einem jüdischen Geigenbauer erzählt, der nach und nach die Geigen von Personen in seine Werkstatt bekommt, die alle eine Geschichte zu erzählen haben. Geigen die die Gräuel der Konzentrationslager begleitet haben und nun in verschiedenen Konzertsälen der Welt wieder zum klingen gebracht werden , um diese schreckliche Zeit immer in Erinnerung zu behalten.
Amnon Weinstein, der diese geigen sammelt, hat sie auch schon nach Berlin gebracht und unseren derzeitigen Bundespräsidenten Steinmeier damit beeindruckt.
Der zweite Erzählstrang erzählt von den einzelnen Schicksalen der Juden im Konzentrationslager Dachau , die mehr als eindrucksvoll und beklemmend sind.

ich habe sehr große Hochachtung vor Amnon Weinstein, dessen Lebensaufgabe es ist, diese Zeit niemals in Vergessenheit geraten zu lassen ,was angesicht der heutigen politischen Verhältnisse mehr als notwendig ist.

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Veröffentlicht am 26.02.2025

ein Kaufhaus im Wandel der Zeit

Das Haus der schönen Dinge - Prequel
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" Das Haus der schönen Dinge " von Heidi Rehn erzählt die Geschichte eines Münchner Kaufhauses vom Ende des 19. Jahrhundert bis ins 20 Jahrhundert. Über 100 Jahre werden die Geschicke und Veränderungen, ...

" Das Haus der schönen Dinge " von Heidi Rehn erzählt die Geschichte eines Münchner Kaufhauses vom Ende des 19. Jahrhundert bis ins 20 Jahrhundert. Über 100 Jahre werden die Geschicke und Veränderungen, die der Wandel der Zeit mit sich bringt, aber auch die schrecklichen Jahre des Nationalsozialismus und ihre Schicksale für viele jüdische Kaufmannsfamilien und ihre Enteignungen beschrieben,

Der Autorin gelingt es sehr gut den Bogen zu spannen vom Entstehen solcher " Einkaufstempel " , die für die Kundschaft, egal ob arm oder reich , immer ein Erlebnis sein sollten , bis zur den Veränderungen, die die Zeit unweigerlich mit sich bringt. Als Leser begleitet man die Familie Hirschvogel, die ihr Kaufhaus am Rindermarkt in München zu einem echten Erlebnis für seine Kunden macht. Konzerte und andere Kulturevents lassen dieses Kaufhaus zu etwas besonderen werden. Die Dekorationen werden liebevoll gestaltet und es geht dem Eigentümer und seiner Frau immer darum, dass der Kunde sich wohl fühlt. Welch ein Gegensatz zu unseren geistlosen und leblosen Fabrikhallen , in denen die Waren stapelweise angeboten wird und es nur um den Profit und nicht um das Erlebnis " Einkauf " geht." Geiz ist Geil ", die Masse muss den Preis machen. Ich habe mir oft vorgestellt, wie viel mehr Spaß es machen müsste in einem " Hirschvogel am Rindermarkt " einzukaufen und dort vielleicht etwas mehr zahlen zu müssen, aber für seinen Einkauf auch etwas geboten zu bekommen. Das ist doch auch Kultur , oder etwa nicht?

Dass Heidi Rehn diesen Wandel eines Kaufhauses als Familiengeschichte aufbaut ist schon geschickt gemacht, auch die zeitgeschichtlichen Elemente haben die Geschichte abgerundet, trotzdem sind einige Länge im Lesefluss zu merken und mich konnte das Buch nicht ganz überzeugen.Manchmal hat mir etwas die Nähe zu den Protagonisten gefehlt , da immer das Kaufhaus im Fokus stand.

Alles in allem ist dieses Buch aber ein schönes Leseerlebnis gewesen und ich kann es allen Lesern von Familiengeschichten empfehlen.

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