Platzhalter für Profilbild

JOKO

Lesejury Star
offline

JOKO ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit JOKO über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.06.2023

ein perfekter Sommerroman

Die verlorene Tochter
0

"Die verlorene Tochter" von Soraya Lane ist der Auftakt zu einer achtteiligen Reihe, die die Autorin während des australischen Lockdowns begann. Acht Frauen in Gegenwart und Vergangenheit an unterschiedlichen ...

"Die verlorene Tochter" von Soraya Lane ist der Auftakt zu einer achtteiligen Reihe, die die Autorin während des australischen Lockdowns begann. Acht Frauen in Gegenwart und Vergangenheit an unterschiedlichen Orten dieser Welt, das erinnerte mich sofort an die "Sieben Schwestern" Reihe von Lucinda Riley.

Der erste Band dieser Reihe führt uns nach Italien. Auf zwei Zeitebenen, einmal in der Gegenwart und in den dreißiger und vierziger Jahren im letzten Jahrhundert in der Vergangenheit spielt dieses Buch, das ich als perfekte Sommerlektüre empfunden habe. Leicht und locker und teilweise schon ein bisschen vorhersehbar werden die beiden Geshichten erzählt.

Lily, eine junge Kellermeisterin, die gerade von einem Weingut aus Neuseeland zurück ist ,aber schon wieder auf dem Weg nach Italien, wo sie ihre nächste Stelle annehmen will, um Erfahrungen im Weinbau zu sammeln, genauso wie ihr verstorbener Vater es gewünscht hatte. Bevor sie allerdings London verlässt, um sich auf den Weg nach Italien zu machen, erfährt sie von einem Rechtsanwalt durch ein Schreiben, dass ihr eine Verwandte etwas hinterlassen hat. Als sie in der Kanzlei eintrifft, erfährt sie, dass ihre Großmutter adoptiert wurde und ihr ein kleines Kästchen vermacht hat. In dem Kästchen befindet sich ein Programmheft der Mailänder Scala aus dem Jahr 1948 und ein Rezept.Neugierig geworden macht Lily sich nach ihrer Ankunft in Italien auf die Suche nach der Vergangenheit ihreren Großmutter, die im zweiten Zeitstrang erzählt wird.

Mir hat dieses Buch gut gefallen. es ist zwar keine hohe Literatur, aber ein perfektes Buch für den Sommer, den Urlaub oder einfach um abzuschalten. Ich fand die Charaktere gut beschrieben. ihr Handeln war immer gut nachvollziehbar und die Schilderungen der italienischen Landschaft ließen bei mir Urlaubsstimmung aufkommen. Das Leben ihrer Großmutter ist empathisch beschrieben und die Auflösung des Geheimnisses um das Rezept empfand ich als sehr gelungen.

Ich bin gespannt auf die Folgebände und empfehle dieses Buch als unterhalsame Sommerlektüre.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.06.2023

eins meiner Jahreshighlights

22 Bahnen
0

"22 Bahnen " von Caroline Wahl ist ein Buch das man dieses Jahr gelesen haben sollte, denn es ist ein Buch das trotz seiner wenigen Seiten doch so viel aussagt, das berührt und nachdenklich macht, alles ...

"22 Bahnen " von Caroline Wahl ist ein Buch das man dieses Jahr gelesen haben sollte, denn es ist ein Buch das trotz seiner wenigen Seiten doch so viel aussagt, das berührt und nachdenklich macht, alles Attribute, die für mich ein gutes Buch ausmachen.

Tilda, die Protagonistin dieses Buches ist 19, Mathestudentin und Tochter einer alkoholkranken Mutter. Sie hat eine Schwester, die wesentlich jünger ist als sie und für die sie sich aufgrund der Familiensituation verantwortlich fühlt, da die Mutter ihrer Rolle nicht nachkommt. Neben ihrem Studium arbeitet sie noch im Supermarkt an der Kasse, um ihr Studium zu finanzieren und das Familienbuget aufzubessern. Um ihren Stress abzubauen, schwimmt sie jeden Tag im heimischen Schwimmbad 22 Bahnen und dort lernt sie auch Viktor kennen , eine verwandte Seele?

Die ganze Zeit während des Lesens ging mir durch den Kopf, da läuft etwas ganz gewaltig schief, diese Verantwortung darf ein so junger Mensch nicht tragen müssen.Wo ist der Vater, der, auch wenn er eine neue Familie hat, sich seiner Verantwortung nicht entziehen darf? Es kann nicht sein, das Tilda ihre eigenen Bedürfnisse und Pläne für die Zukunft von dem Befinden ihrer Mutter anhängig macht.Warum sind die Kinder mit der Mutter so duldsam, warum setzen sie ihr nicht irgendwelche Grenzen, vor allem nach ihrem Selbstmordversuch? Ist das Co- Alkoholismus ? Erlauben sie ihrer Mutter damit einfach so weiter zu machen ? Aber was passiert, wenn das Jugendamt seine Finger im Spiel hat, davor hat Tilda ja Angst, dass ihre Schwester dann in die Obhut des Jugendamtes kommt.Also will sie Ida vorbereiten auf das Leben mit der Mutter, damit sie allein klar kommt, wenn sie, Tilda, nicht mehr da ist. Das sind einfach Gedanken und Bürden, die ein Mensch in diesem Alter nicht haben sollte und doch denke ich, dass Tilda und Ida leider keine Einzelfälle sind.

Die Begegnung mit Viktor spielt sicher eine Rolle für Tilda, weil er es selbst nicht leicht im Leben hatte und er dadurch eine verwandte Seele ist und ihre Situation besser verstehen kann als manch anderer, doch als richtige Liebesgeschichte würde ich dieses Buch auch nicht bezeichnen, dafür stehen zu viele andere Sachen im Fokus . Was ich sehr gut fand war auch, dass in dem Buch erwähnt wurde, dass Alkoholismus nicht unbedingt ein Problem der unteren Gesellschaftschicht ist. Beide Elternteile von Tilda und Ida sind Akademiker , gut, dass dieses Klischee, was immer noch vorherrscht, ausgeräumt wurde.

Das Schicksal dieser beiden Mädchen lesen zu müssen hat bei mir viele Emotionen hervorgerufen, Wut und Trauer, aber auch Stolz auf die beiden, die ihr Schicksal so beherzt in die Hand nehmen und es meistern.
Caroline Wahl versteht es ausgezeichnet dem Leser die Situation der beiden Mädchen zu vermitteln, ohne zu sehr zu dramtisieren. Allein die Schilderung des Alltags der beiden reicht, um sich vorstellen zu können, wie schwierig eine solche Jugend ist. Sie tut dies sehr empathisch und wie ich finde, immer mit einer großen Portion Respekt vor den agierenden Personen.

Für mich ist dieses Buch ein großer Wurf und ich hoffe noch ganz viel von dieser begabten Autorin lesen zu dürfen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.06.2023

ein Buch das einen mit Emotionen überflutet

So weit der Fluss uns trägt
0

" So weit der Fluss uns trägt" von Shelly Read ist das Debüt einer Schriftstellerin, dem man die tiefe Liebe und Verbundenheit mit der Heimat Colorado in jeder Zeile anmerkt.Und es ist ein Buch, bei dem ...

" So weit der Fluss uns trägt" von Shelly Read ist das Debüt einer Schriftstellerin, dem man die tiefe Liebe und Verbundenheit mit der Heimat Colorado in jeder Zeile anmerkt.Und es ist ein Buch, bei dem man viele Emotionen durchlebt, das einfach berührt in vielen Bereichen.Es wird beworben als Buch über das man 2023 sprechen wird, was ich auch glaube und als Roman ,der die amerikanischen Buchhändlerinnen restlos begeistern konnte und trotzdem lässt mich dieses Buch etwas ratlos zurück.

" So weit der Fluss uns trägt" ist ein wunderschönes Buch, das die Natur Colorados vor den Augen der Leser entstehen lässt und es macht einfach Spaß das Buch zu lesen, denn die Sprache der Autorin ist sehr ansprechend.

Es erzählt die Geschichte von Viktoria, einer jungen Frau, die früh ihre Mutter verliert und dann ihre Aufgaben übernimmt in einem Männerhaushalt, in dem es wenig Anerkennung und erst recht keine Liebe gibt.Die sich in einen Indigenen verliebt, der von der Dorfgemeinschaft , die zu dieser Zeit sehr rassistisch war, abgelehnt und geächtet wurde, doch Viktoria kann sich ihrer Gefühle nicht erwehren.

Den Einstieg in das Buch empfand ich als etwas zäh und langatmig.Es dauerte etwas bis man in die Geschichte hineinkam.

Auch die Protagonistin konnte ich in einigen Situationen nicht verstehen. Sicherlich muss man die Zeit bedenken, in der dieses Buch spielt. In den vierziger und fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts war das Frauenbild sicher ein anderes als heute und Frauen haben sich eher in ihre Rolle eingefügt, trotzdem war mir die Leidensfähigkeit von Viktoria manchmal ein wenig zu viel. Auch das es möglich war ein Kind, in dem Falle ihren Sohn, einfach als eigenes Kind einer anderen Frau auszugeben fand ich nicht nachvollziehbar.Dass Inga ein fremdes Kind ohne Rückfragen als ihres annimmt,kam mir dann schon etwas unrealistisch vor.
All diese Kritikpunkte haben dafür gesorgt, dass ich diesem Buch nicht die volle Punktzahl geben konnte.

Dieses Buch ist lesenswert, keine Frage und es hat bei mir viele Emotionen hervorgerufen, doch es konnte mich vollens überzeugen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.06.2023

das hat richtig Spaß gemacht

Abschied auf Italienisch
0

"Abschied auf italienisch" von Andrea Bonetto ist der erste Teil einer neuen Krimireihe, die im Cinque terre spielt, in Ligurien, einem wunderschönen Landstrich Italiens.

Vito Grassi, Commisario aus ...

"Abschied auf italienisch" von Andrea Bonetto ist der erste Teil einer neuen Krimireihe, die im Cinque terre spielt, in Ligurien, einem wunderschönen Landstrich Italiens.

Vito Grassi, Commisario aus Rom, kehrt nach dem Tod seines Vaters nach Ligurien zurück uund bewirbt sich dort als Commissario. Seine Ehe plätschert so vor sich hin und in dem liebevoll hergerichteten Rustica in La Spezia, das er von seinem Vater geerbt hat, wohnt eine ihm unbekannte Frau, Toni.Als sein Ankommen dann noch mit einem Leichenfund zusammenfällt, kann er nicht anders, als sich einzugestehen, dass das kein guter Anfang ist.

Dieser Krimi hat einfach Spaß gemacht und es fällt mir ehrlich gesagt schwer,auf den Folgeband zu warten. Mit viel italienischem Flair, toll ausgearbeiteten Figuren und einem Commissario, den ich bildlich vor mir sah und dem ich gern gefolgt bin, weil er so schön kantig war, wird ein gut konstruierter Fall erzählt.Locker , leicht und flüssig erzählt ist dieser Krimi, bei dem ich häufig schmunzeln musste.

Ich freue mich jetzt schon auf Band zwei und empfehle diesen Krimi sehr gerne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.05.2023

die Reise geht weiter

Das Bücherschiff des Monsieur Perdu
0

" Das Bücherschiff des Monsieur Perdu" von Nina George ist nach " Das Lavendelzimmer" meine zweite Begegnung mit Monsieur Perdu und ich möchte allen Lesern ans Herz legen " Das Lavendelzimmer"vorab zu ...

" Das Bücherschiff des Monsieur Perdu" von Nina George ist nach " Das Lavendelzimmer" meine zweite Begegnung mit Monsieur Perdu und ich möchte allen Lesern ans Herz legen " Das Lavendelzimmer"vorab zu lesen, damit man diese neue Reise richtig genießen kann.

Genauso wie das " Lavendelzimmer " begeistert auch Nina Georges neues Buch. Das Buch ist eine Hommage an das Lesen, ein Genuss auf 379 Seiten, der Poesie atmet und einfach die Liebe zur Literatur ausdrückt. Sie erzählt von Menschen, die einen berühren, denen man selbst gerne begegnen möchte, weil sie so interessant sind.

Monsieur Perdu führt Menschen und Bücher zusammen, das hat er sich zur Aufgabe gemacht und er findet immer die richtigen Bücher zur richtigen Situation.

Das Buch bezaubert mit Sätzen, die man immer wieder lesen möchte, weil sie so schön und so wahr sind und weil sie einen zum Nachdenken bringen und man immer wieder sagt , " Ja , das stimmt, genauso ist es. "( Das Leben ist ein ständiger Wandel, deshalb tut es wahrscheinlich so weh. )

Wer sich dieses Buch entgehend lässt, kann einem leid tun, denn dieses Buch ist einfach nur schön und absolut lesenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere