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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.06.2025

ein gut gewahrtes Familiengeheimnis

Vor hundert Sommern
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Nachdem die letzten beiden Bücher dieser Autorin für mich so lala waren, nicht schlecht,aber auch nicht überzeugend, konnte mich dieses Buch nach einer Eingewöhnungsphase wieder fesseln.

Elisabeth, Anjas ...

Nachdem die letzten beiden Bücher dieser Autorin für mich so lala waren, nicht schlecht,aber auch nicht überzeugend, konnte mich dieses Buch nach einer Eingewöhnungsphase wieder fesseln.

Elisabeth, Anjas Mutter und Lenas Großmutter, muss wegen ihres Gesundheitszustandes in ein Pflegeheim wechseln, was allen in der Familie schwerfällt.
Ihre Charlottenburgerwohnung muss geräumt werden, um den Aufenthalt im Pflegeheim zu finanzieren.
Beim Aufräumen stolpern Anja und Lena über einige Aufzeichnungen und Briefe, die Fragen aufwerfen, Fragen, die Elisabeth bisher vermieden hat zu beantworten.

Dieses Buch wird, wie häufig bei der Autorin auf zwei Zeitebenen geschrieben, zwischen denen fast genau hundet Jahre liegen.

In der Gegenwart wird über Elisabeths Familie berichtet, ihre Tochter und Enkeltöchter und die Belastungen des Alltags,unter denen Frauen häufig zu leiden haben, in der Vergangenheit wird die Geschichte von Clara erzählt, Elisabeth`s Tante, die eine zentrale Rolle in der Familiengeschichte spielt.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, da es sehr aktuelle Themen aufgreift und sie mit der Vergangenheit verbindet, wodurch sie noch mehr an Aktualität gewinnen.

Die Kritik, dass der Gegenwartstrang ein paar Themen zu viel behandelt , kann ich nachvollziehen, weil es mir auch aufgefallen ist, was ich zu Anfang auch etwas störend empfand, obwohl alle Themen relevant und wichtig sind. Nur ist es oft so, dass sie an Bedeutung verlieren, wenn man sie so nebenbei einwirft und nicht weiter vertieft, aber das hätte wohl den Rahmen des Buches gesprengt, ich habe die Botschaft aber durchaus verstanden, weil sich viele Leserinnen damit identifieren können.
Die Stärke des Buches und das hat mich über viele kleine Fehler hinwegsehen lassen, liegt aber in Parallelität der Geschehnisse zwischen Vergangenheit und Gegenwart und zwar durch das Thema Antisemitismus.
In der Gegenwart wird es mit dem Universitätsleben in Zusammenhang gebracht, in der Vergangenehit mit den uns bekannten Geschehnissen der Nazizeit.

Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass wir aus der Geschichte nicht lernen, immer die gleichen Fehler machen, politische Ereignisse verdrehen und zu Ungunsten bestimmter Gruppen missbrauchen. Dass wir keine Unterschiede machen zwischen Menschen und politischen Fehlentscheidungen , wie sie die israelische Regierung sicherlich fällt, aber dafür auch Gegenwind aus der eigenen Bevölkerung bekommt. Es zeigt leider unsere gespaltene Gesellschaft, die nicht mehr bereit ist zu differenzieren,sondern Meinungen manifestiert und alles "niederknüppelt" was anders denkt.So was macht mir Angst.

Mir hat der Vergangenheitsstrang auch etwas besser gefallen, als der in der Gegenwart, der manchmal etwas zu ausufernd war, doch er zeigt einmal mehr, wie traumatisiert die Kriegsgeneration war, dass sie lange oder auch gar nicht über die Geschehnisse der damaligen Zeit sprechen konnte.

Der Schreibstil und auch die Ausgestaltung der Figuren fand ich gut und so habe ich trotz kleiner Kritikpunkte das Buch gerne gelesen und empfehle es allen Freunden von Familiengeschichten mit politischem Interesse und bedanke mich bei der Autorin, dass sie auf das wichtige Thema Antisemitismus aufmerksam macht.

4, 5 Sterne wohlwollend aufgerundet.


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Veröffentlicht am 29.05.2025

falsche Entscheidungen

Beeren pflücken
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"Beerenpflücken" ist das Debüt der kanadischen Autorin Amanda Peters, die indigene Abstammung ist.
Ihr Roman ist eine leise eindringliche Geschichte, die aufzeigt, dass eine falsche Entscheidung das Leben ...

"Beerenpflücken" ist das Debüt der kanadischen Autorin Amanda Peters, die indigene Abstammung ist.
Ihr Roman ist eine leise eindringliche Geschichte, die aufzeigt, dass eine falsche Entscheidung das Leben zweier Familien nachhaltig beeinflussen kann.

"An dem Tag, als Ruthie verschwand, waren die Kriebelmücken irgendwie besonders hungrig"

Ruthi ist die jüngste Tochter einer indigenen Familie in Kanada. Jedes Jahr begibt sich ihre Familie auf die Beerenfelder , um dort zu arbeiten,weil nach Aussage der Weißen" etwas Saures im Blut der Indianer ist, dass die Kriebelmücken abhält sie zu stechen".
Ruthie ist mit ihren 4 Jahren zu jung , um Beeren zu pflücken und so bleibt sie den Tag über sich selbst überlassen, da ihre Eltern das Geld verdienen müssen Joe ihr Bruder, zu dem sie ein enges Verhältnis hat, ist auch der letzte der sie sieht, bevor sie verschwindet. Ihr Verschwindet ist für die Familie , die ein enge Verbindung zueonander haben, ein schwerer Schicksalschlag, der auch nicht der letzte bleiben wird.

Parallel wird die Geschichte von Norma erzählt, die mit einer psychisch kranken Mutter aufwächst, die ihr jegliche Möglichkeit der Freiheit zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit nimmt . Ihr Leben ist das eines Vogels in einem Käfig. Sozial abgesichert, aber nie frei in ihren Entscheidungen ,wird sie an ihr Zuhause gefesselt und ihrer Persönlichkeit beraubt.

Was verbindet diese beiden Frauen ?

Lest diese Geschichte und ihr werdet es herausfinden. In einer sehr sensiblen Art und Weise erzählt die Autorin von zwei Familien, deren Leben sich nach der fatalen Entscheidung einer Person von heute auf morgen ändert und Wunden hinterlässt, die nie wieder heilen.

Die Geschichte um Ruthie und Norma berührt nachhaltig. Es ist keine leichte Geschichte, die unterhält, sondern geht tief unter die Haut geht. Themen wie Rassismus, Identitätsfindung, Alkoholismus und Familienbande sind Themen in diesem Buch das in der Mitte einige Längen aufwies, die mich aber nicht weiter gestört haben. Das Ende der Geschichte versöhnt, was ich sehr schön fand.

Eine sehr schöne Sprache begleitet den Leser die ganze Zeit und macht das Lesen zu einem besonderen Vergnügen.

Große Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.05.2025

zwei liebenswerte Frauen auf einem Roadtrip

Tage wie Salzwasser
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" Tage wie Salzwaser" ist das Debüt der Schriftstellerin Sita Maria Frey und ich muss sagen, dass sie mir mit ihrem Buch ein schönes Lesegeschenk gemacht hat.

Zwei Frauen stehen im Mittelpunkt dieses ...

" Tage wie Salzwaser" ist das Debüt der Schriftstellerin Sita Maria Frey und ich muss sagen, dass sie mir mit ihrem Buch ein schönes Lesegeschenk gemacht hat.

Zwei Frauen stehen im Mittelpunkt dieses Romans , die unterschiedlicher nicht sein können.

Atlanta ist Mathematikerin von Beruf, die in Zahlen und klaren Strukturen Halt findet. Sie führt eine Fernbeziehung mit ihrem Freund von dem sie schwanger ist.
Am Bahnhof wartet sie auf ihn in der Hoffnung, dass er ihr einen Heiratsantrag macht, doch es kommt alles anders. Die Polizei teilt ihr mit, dass Malte sich das Leben genommen hat. Was ihr neben dem ungeborenen Kind geblieben ist, ist ein Notizbuch mit verschiedenen Namen und Adressen,anhand derer sie die Hoffnung hat herauszufinden, warum Malte diesen Schritt gegangen ist.

Enza führt ein Fahrradgeschäft. Freunde hat sie nicht, ihre ganze Leidenschaft gilt ihrem Beruf und ihrer Mutter. Nach dem gewaltsamen Tod ihres Vaters haben sich Mutter und Tochter noch einmal enger zusammengeschlossen, doch nun ist Enzas Mutter krank und versucht Enza auf ihren eigenen Weg zu führen und bittet sie, ihre Verwandten väterlicherseits auf Sizilien zu besuchen.

Durch einen Zufall treffen die beiden Frauen aufeinander und begeben sich zusammen auf einen Roadtrip, denn auch in Maltes Adressbuch gibt es eine Adresse auf Sizilien.

Ich habe dieses Buch wirklich sehr gern gelesen. Die Geschichte wird sehr unterhaltsam geschildert. Nicht nur, dass die Figuren sehr facettenreich und liebevoll gezeichnet sind, der Roman zeigt eine Tiefe , die ich nicht erwartet hätte.
Trotzdem ist es ein Buch, bei dem ich oft lächeln musste und dass eine große Portion Hoffnung ausstrahlt.

Ein wirklich gelungenes Debüt das ich gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 22.05.2025

gelungener dritter Band

Teufels Tanz
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„Teufelstanz „ist ein gelungener dritter Band um die Ermittlerin Fina Planck, der in Wien spielt.Ich hatte Teil 1 gelesen und jetzt Teil 3, hatte aber keine Schwierigkeiten einzusteigen, da jeder Band ...

„Teufelstanz „ist ein gelungener dritter Band um die Ermittlerin Fina Planck, der in Wien spielt.Ich hatte Teil 1 gelesen und jetzt Teil 3, hatte aber keine Schwierigkeiten einzusteigen, da jeder Band in sich abgeschlossen ist.

In Wien wird auf dem Straßenstrich ein achtzig jähriger Mann gefunden. Der Mörder ist schnell ausgemacht, doch es folgen weitere Morde, immer an älteren Personen.Was steckt dahinter.? Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, Oliver , ein Kollege, macht Fina das Leben zusätzlich schwer.Ihr Kollege Georg, der Forensiker der Truppe und Fina nähern sich an, doch Fina ist zurückhaltend.

Der letzte Teil dieser Reihe startet spannend und hält die Spannung bis auf einige klitzekleine Längen konstant. Die Auflösung war unvorhersehbar und ein wenig traurig, hat mir aber gut gefallen, weil sie logisch und nicht konstruiert war.Auch die persönliche Entwicklung von Fina war interessant zu lesen, zumal ihr ihre Schwester auch noch auf die Bude rückt und keine Anstalten macht auszuziehen. Also Baustellen an allen Fronten.Ihre Figur und die Art zu ermitteln , analytisch und sachlich, ohne sich von außen beeinflussen zu lassen,fand ich gelungen.

Ein spannender dritter Teil, den ich gerne empfehle. Poznanski kann es einfach.

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Veröffentlicht am 21.05.2025

ein Generationenroman

Die Frauen von Helgoland. Windflüchterin
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Auf das Buch " Windflüchterin" von Thesche Wulff hatte ich mich sehr gefreut, spielt es doch auf Helgoland und handelt von 4 Frauen einer Familie. Ich liebe Familienromane und so machte ich mich voller ...

Auf das Buch " Windflüchterin" von Thesche Wulff hatte ich mich sehr gefreut, spielt es doch auf Helgoland und handelt von 4 Frauen einer Familie. Ich liebe Familienromane und so machte ich mich voller Vorfreude ans Lesen.

Die 38 jährige Doro abeitet in einem Offshore -Windpark vor Helgoland. Für sie ist es ihr Traumberuf und so kann sie nach der Evakuierung nach einem Sturm dort nicht verstehen, warum sie unter Panikattacken leidet, die es ihr unmöglich machen wieder zu arbeiten, da die Arbeit in der Höhe große Konzentration, aber auch volle Einsatzbereitschaft erfordern.
Nach einem Arztbesuch, der organische Ursachen ausschließt und psychische Ursachen zugrunde legt, fragt sie ihre Großmuuter, bei der sie aufgewachsen ist, da ihre Mutter sie nach ihrem 8. Lebensjahr nicht mehr betreuen wollte, ob sie irgendwann aus hoher Höhe gestürzt ist. Ihre Großmutter erinnert sich nicht, tritt aber nach zwanziger jähriger Stille zwischen ihr und ihrer Tochter, Doros Mutter , wieder in Kontakt mit ihr, um sie nach Vorkommnissen zu fragen, weil ihr viel daran liegt, ihrer Enkelin zu helfen und so werden nach und nach Gründe freigelegt, die alle mit der Geschichte Helgolands in Verbindung stehen und sich auf die weiteren Generationen ausgewirkt haben.

Tja, was soll ich sagen ?Ich fand diesen Roman sehr interessant, weil ich sofort angefangen habe zu googlen , was es mit der Geschichte Helgoland auf sich hat.Ich habe vieles erfahren was ich noch nicht wusste und das finde ich immer gut. Was allerdings die Familiengeschichte angeht, war ich etwas enttäuscht. Irgendwie konnte ich zu keiner der Frauen eine emotionale Verbindung aufbauen, was ich brauche, um mich in die Figuren hineinzuversetzen. Am nächsten stand mir Elsie und ihre Geschichte, die auch den größten Raum einnimmt.
Ich fand manchen Schilderungen t,rotz des an sich emotionalen Themas, zu nüchtern und unemphatisch, manche Reaktionen der Situation nicht angemessen und so konnte ich auch nicht richtig in die Geschichte eintauchen und ich blieb nur als zUSCHAUER AM rANDE DABEI:

Der Schreibstil ist allerdings flüssig und gut zu lesen. Schade, da war wirklich noch Luft nach oben. Vielleicht beim nächsten Mal.


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