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Veröffentlicht am 06.02.2026

Zwischen Wahnsinn und Realität!

Bunny
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Sind es bloß ein paar exzentrische Studentinnen oder
Jüngerinnen eines Kultes?
Ist das Geschehen real oder entspringt alles einer trügerischen Illusion?
Bunny,
die Wahrheit offenbart sich dir nur,
wenn ...

Sind es bloß ein paar exzentrische Studentinnen oder
Jüngerinnen eines Kultes?
Ist das Geschehen real oder entspringt alles einer trügerischen Illusion?
Bunny,
die Wahrheit offenbart sich dir nur,
wenn du den Mut hast, dieses Buch aufzuschlagen. 5/5 ⭐️

. Aber was spielt sich hier genau ab…
An einem elitären College herrscht ein süßer Albtraum: die Bunnys! Sie sind makellos, reich und unauflöslich ineinander verstrickt.
Samantha wird in ihren Kreis gelockt und taucht ein in eine Welt aus falscher Zärtlichkeit und verborgener Grausamkeit ab.
Während die Realität zerbricht und der Wahn Gestalt annimmt, bleibt ihr nur eine Entscheidung: sich selbst verlieren oder jemand anderem die Treue halten.

. In „Bunny“ folgen wir Samantha, der Ich-Erzählerin, durch eine bizarre, verwirrende und zutiefst skurrile Geschichte. Wir verschmelzen mit ihr, treiben an ihrer Seite durch einen fiebrigen Traum, in dem Realität und Wahn unaufhörlich ineinanderfließen.

. Samantha begegnet uns als eine liebenswerte, fragile Figur. Jemand, der dazugehören möchte und sich doch stets am Rand wiederfindet. Sie sucht nach Individualität, nach einer eigenen Stimme und sehnt sich zugleich danach, stark und unabhängig zu sein. Als angehende Autorin landet sie in einem eigentümlichen Schreibkurs, in dem sie auf ihre Kommilitoninnen trifft: eine Gruppe junger Frauen, die sich selbst „die Bunnys“ nennen. Anfangs stößt Samantha ihre künstliche Perfektion ab, doch ihre Anziehungskraft wächst unaufhaltsam. Die Nähe der Bunnys wird zu einer unwiderstehlichen Verlockung, und als sie Samantha in ihre Welt hineinziehen, kann sie sich nicht länger entziehen. Sie folgt ihnen in ihren ganz eigenen „Kaninchenbau“. Von diesem Moment an nimmt ihr Leben eine radikale, unerwartete Wendung und Samantha beginnt, sich selbst zu verlieren.

Dieses Buch ist eine intensive, verstörende Reise. Einsamkeit, Selbstzweifel, Selbstfindung und das schmerzhafte Erwachsenwerden stehen im Zentrum der Geschichte, durchzogen von schwarzem Humor und einer schonungslosen Brutalität. Gleichzeitig glaube ich, dass jede lesende Person etwas anderes aus diesem Roman mitnimmt…
eine eigene Deutung,
ein persönliches Echo.

. „Bunny“ wird vermutlich nicht jede/n glücklich machen. Wer sich jedoch auf diesen Roman einlässt, betritt eine völlig neue Welt, in der die Grenzen zwischen Realität und Wahnsinn endgültig verschwimmen.
Für mich ist es eine absolute Leseempfehlung. 🐰

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Veröffentlicht am 04.02.2026

So viel ungenutztes Potenzial!

Hex
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. Kleinstädtische Idylle prallt auf menschliche Abgründe und dunkle Begierden.
Ein Stoff voller Möglichkeiten und mit großem Potenzial, das letztlich leider ungenutzt bleibt. 2,5/5 ⭐️

. Aber worum geht ...

. Kleinstädtische Idylle prallt auf menschliche Abgründe und dunkle Begierden.
Ein Stoff voller Möglichkeiten und mit großem Potenzial, das letztlich leider ungenutzt bleibt. 2,5/5 ⭐️

. Aber worum geht es genau…
Hudson Valley, dort liegt Black Spring, nach außen scheint alles normal, doch die Stadt hütet seit 300 Jahren ein Geheimnis.
Katherine, die alte Hexe, die ihr unsterbliches Dasein dort fristet.
Damit niemand von ihr erfährt gibt es strenge Regeln, die eines Tages gebrochen werden…

. In „Hex“ begleiten wir eine Vielzahl von Figuren durch die Handlung, aus deren Kreis sich vor allem Steve und sein Sohn Tyler als zentrale Bezugspersonen herauskristallisieren. Die gewählte Erzählweise eröffnet uns Lesern zwar ein breites Panorama an Eindrücken und Perspektiven, führt jedoch mangels klarer personeller Abgrenzung immer wieder zu Momenten der Orientierungslosigkeit.

Besonders bedauerlich erscheint mir zudem, dass uns Katherines innere Welt vollständig verschlossen bleibt. Gerade ihre Gedanken hätten dem Roman eine zusätzliche Dimension verleihen und ihm jene Tiefe geben können, die ich an vielen Stellen schmerzlich vermisst habe.

Meine Erwartungen an dieses Buch waren hoch, nicht zuletzt durch das Lob von Martin und King auf dem Cover. Auch das Motiv der Hexen hat eine gewissen verlässliche Anziehungskraft und vor allem das Versprechen, „überraschend anders“ zu sein, tat sein Übriges. Umso größer war die Ernüchterung, nicht nur bei mir. 😉

Jedoch gelingt der Auftakt! Die Geschichte beginnt interessant mit erkennbarem Gespür für eine schauerliche Atmosphäre. Die ersten zwei Drittel des Romans lassen sich flüssig lesen, nicht durchgehend packend, aber auch nie quälend zäh. Immer wieder blitzen Passagen auf, die Hoffnung machen, dass sich das Ganze noch zu etwas Größerem fügen könnte.

Doch im letzten Drittel zerbricht diese Hoffnung. Hier scheint Heuvelt sich übernommen zu haben. Zu viele Themen drängen gleichzeitig ins Bild:
menschliche Abgründe, Obsessionen, Mystik, Scheinheiligkeit und zwischenmenschliche Verflechtungen, Horror, moralischer Zeigefinger und gesellschaftliche Kritik. All dies wird hastig in einen großen Hexenkessel geworfen, nur um uns als Leser ein wenig später unausgegoren und erstaunlich lieblos abzuservieren.

Das ist besonders bedauerlich, denn die Grundidee halte ich nach wie vor für ausgesprochen gut! Mit etwas mehr erzählerischer Geduld, einem klareren roten Faden und dem Mut, nicht um jeden Preis „neu und anders“ sein zu wollen, hätte dieser Roman mein Herz gewinnen können. So bleibt am Ende vor allem eines:
das unbefriedigende Gefühl einer vertanen Chance!
Wirklich schade! ☹️

. Vielleicht habe ich mich der Geschichte auch mit einem zu nüchternen Blick genähert,
habe nach Logik gesucht,
wo eher das Ungeordnete auf mich gewartet hat und wirken sollte. Möglicherweise ist mir dadurch das größere Ganze entglitten…
wer weiß…

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Eine Reise in die Schattenwelt Hollywoods!

The Final Act
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. Hast du Lust auf einen Thriller,
der dich für ein paar Stunden nach Hollywood entführt? Allerdings nicht in die Welt von Glanz und Glamour…
dessen solltest du dir bewusst sein.
„The Final Act“ ist ...

. Hast du Lust auf einen Thriller,
der dich für ein paar Stunden nach Hollywood entführt? Allerdings nicht in die Welt von Glanz und Glamour…
dessen solltest du dir bewusst sein.
„The Final Act“ ist ein gut konstruierter, packender und gesellschaftskritischer Thriller, der mich bestens unterhalten hat. 4/5 ⭐️

. Aber worum geht es genau…
Zwanzig Jahre nach ihrem Hollywood-Erfolg verschwindet Madison James spurlos. Der Fund ihrer Handtasche macht den Fall zur Sensation. Die Detectives Sarah Delaney und Rob Moreno von der LAPD übernehmen die Ermittlungen und tauchen in Hollywoods Schattenwelt ein und stoßen auf dunkle Geheimnisse aus Madisons Vergangenheit.

. In „The Final Act“ begleiten wir Madison und Sarah durch die Geschichte. Der Thriller wird auf zwei Zeitebenen erzählt, wobei Madisons Perspektive stets auf den Ermittlungsfortschritten von Sarah aufbaut. Dadurch entsteht ein stimmiges Gesamtbild, ohne dass die Spannung verloren geht. Im Gegenteil…
Ich war förmlich an die Seiten gefesselt und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

. Allerdings empfand ich das Ende als etwas enttäuschend, da es ab einem gewissen Punkt vorhersehbar wirkte. Ein großer Plot-Twist, der mich wirklich überrascht hätte, fehlte mir.

. Nichtsdestotrotz ist „The Final Act“ ein atmosphärischer Thriller mit realistischen, vielschichtigen Charakteren, deren Leben von Lügen, Betrügen, Schweigen und Machtkämpfen geprägt ist. Gray thematisiert eindrucksvoll die Folgen von verlorener Privatsphäre und zeigt, wie schnell vorgefertigte Meinungen ein ganzes Leben zerstören können.

. Ein Thriller in einem einzigartigen Setting mit starkem Hollywoodvibes, der spannende Lesestunden garantiert, Spaß macht und dennoch nachhallt.
Eine klare Leseempfehlung für alle, die atmosphärische Thriller mit gesellschaftlicher Tiefe mögen!

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Ein Roman über Selbstfindung und Erwartungshaltung!

Tage des Lichts
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. Hat das Leben den Klang angenommen, den Ivy sich einst erhofft hat? Immer wieder kehrt diese Frage zu ihr zurück.
In „Tage des Lichts“ entfaltet sich über sechs Tage eine intensive Erzählung, die die ...

. Hat das Leben den Klang angenommen, den Ivy sich einst erhofft hat? Immer wieder kehrt diese Frage zu ihr zurück.
In „Tage des Lichts“ entfaltet sich über sechs Tage eine intensive Erzählung, die die Brüche, Sehnsüchte und die stille Zerrissenheit einer Frau sichtbar macht.
Eine klare Leseempfehlung für alle, die ruhige, literarische Geschichten lieben.
4/5 ⭐️

. Worum geht es genau…
England 1938: Die 19-jährige Ivy steht am Übergang zum Erwachsenwerden und träumt von einem außergewöhnlichen Leben. Doch ein tragisches Ereignis am Ostersonntag verändert alles. Statt Freiheit folgen Ehe, Kinder und ein angepasstes Dasein. Jahre später bringt die erneute Begegnung mit einer Freundin verdrängte Sehnsüchte zurück…

. In „Tage des Lichts“ begleiten wir Ivy als Ich-Erzählerin durch sechs prägende Tage ihres Lebens. Diese sind eingebettet in die Osterfeierlichkeiten und überschattet vom damals herrschenden Krieg. Ivy wächst in einer für ihre Zeit außergewöhnlich unkonventionellen Familie auf, einer Familie, die von Kunst und Kreativität lebt. Umgeben von Lyrik, Tanz und Malerei soll auch sie ihren eigenen Weg finden. Doch schnell wird deutlich, dass diese Suche alles andere als einfach ist.

. Ivys lebensbestimmende Entscheidungen entstehen aus einem Spannungsfeld zwischen Bauchgefühl, Verstand und Verantwortungsbewusstsein. Immer wieder wollte ich sie in den Arm nehmen und ihr Mut zusprechen. Sie ist eine sympathische Protagonistin, auch wenn sie stellenweise etwas blass bleibt, gerade dort, wo man sich stärkere emotionale Tiefe gewünscht hätte. Vielleicht ist es jedoch genau diese Zurückhaltung, die ihr das Leben so schwer macht und sie rastlos nach Erfüllung suchen lässt.

. Trotz der teils großen Zeitsprünge entsteht nie das Gefühl, den Anschluss zu verlieren. Der Erzählfluss bleibt konstant und trägt mühelos durch die Geschichte. Die kurzen, episodenhaften Einblicke verleihen dem Roman eine besondere Intensität und laden zum Nachdenken ein.

. „Tage des Lichts“ ist ein leiser, feinfühliger Roman, der durch Hunters eindringliche und elegante Sprache auf subtile Weise die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen thematisiert.

. Ein leiser, feinfühliger Roman, der lange nachwirkt!
„Tage des Lichts“ überzeugt mit Atmosphäre, Tiefe und wichtigen Denkanstößen zur Selbstfindung und gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen.
Für alle, die literarische, ruhige Romane mit historischer Einbettung und emotionaler Nachwirkung schätzen, ist dieses Buch eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Einfach grandios! Nichts für schwache Nerven!

Long Bright River
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. Ein Kriminalroman, der unter die Haut geht. Komplex, vielschichtig und alles andere als leichte Lektüre. Mit „Long Bright River“ entfaltet Liz Moore eine enorme Sogkraft, der ich mich nicht entziehen ...

. Ein Kriminalroman, der unter die Haut geht. Komplex, vielschichtig und alles andere als leichte Lektüre. Mit „Long Bright River“ entfaltet Liz Moore eine enorme Sogkraft, der ich mich nicht entziehen konnte. 5/5 ⭐️

. Aber worum geht es genau…
Mickey, Streifenpolizistin in Philadelphia hat in jeglicher Hinsicht kein einfaches Leben.
Als dann auch noch ihre Drogenabhängigkeit auf der Straße lebende Schwester verschwindet wird es nicht leichter und Mickey macht sich auf die Suche nach ihr! Gleichzeitig erschüttert eine Reihe von Morden an jungen Prostituierten, die von Perspektivlosigkeit geplagte Stadt.

. Moore erzählt „Long Bright River“ aus Mickeys Perspektive, der wir als Erzählerin durch die Geschichte folgen. Immer wieder führen Rückblenden in die Vergangenheit, sodass sich das Geschehen erst nach und nach zu einem vollständigen Gesamtbild zusammensetzt. Die begrenzte, subjektive Sicht wirft dabei viele Fragen auf, die sich im Verlauf des Romans Schritt für Schritt auflösen.

. Eine melancholisch düstere Atmosphäre durchzieht den gesamten Kriminalroman. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Mickeys Arbeit als Polizistin, sondern ebenso ihr Privatleben. Beides ist geprägt von Drogenmissbrauch, Macht- und Amtsmissbrauch, Korruption sowie den ständigen Herausforderungen, mit denen sie als alleinerziehende Mutter konfrontiert ist.
Ihr Privatleben nimmt in der Erzählung ebenso viel Raum ein, wie ihr Berufsalltag, genau diese Balance verleiht dem Kriminalroman seine Tiefe und Intensität. Moore erzählt eine bemerkenswert realistische Geschichte mit authentischen Figuren und greift dabei gesellschaftliche Probleme auf, vor denen viele bewusst die Augen verschließen. Zwar thematisieren auch andere Kriminalromane Fragen von Familie, Herkunft und fehlender Chancengleichheit, doch die konsequent weibliche Perspektive verleiht diesen Themen hier eine besondere Stärke und Eindringlichkeit.

. Hinzu kommt, dass der Roman für die Leser ein raffiniertes Verwirrspiel bereithält. Immer wieder werden falsche Fährten gelegt, Erwartungen unterlaufen und überraschende Wendungen präsentiert.

. Moore hat einen klug konstruierten Kriminalroman geschaffen, der nicht nur spannend unterhält, sondern auch nachhaltige Denkanstöße liefert.
Absolut lesenswert!

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