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Veröffentlicht am 22.02.2025

- ernsthafter und genretypischer Investigations-Thriller mit subtiler "Vampir-Romantik" -

Die Kolonie
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Die alleinstehende, Anfang 50-jährige Forensische Vampiranthropologin Barbara Atkins wird im November 2024 nach Deadhart, inmitten des Denali-Nationalparks, abgeordnet. Eine Siedlung mit 673 Einwohnern ...

Die alleinstehende, Anfang 50-jährige Forensische Vampiranthropologin Barbara Atkins wird im November 2024 nach Deadhart, inmitten des Denali-Nationalparks, abgeordnet. Eine Siedlung mit 673 Einwohnern in der alaskischen Taiga, etwa eineinhalb Stunden Autofahrt von Talkeetna entfernt. Dort hat man den fünfzehnjährigen Jugendlichen Marcus Anderson tot aufgefunden. Zu dieser Jahreszeit, gilt es vor Ort mit nur fünf Stunden Tageslicht auszukommen. Eigentlich ein Wohlfühlort für Vampire, würde man die exzessive Gewalteinwirkung gegen den Hals des Jungen und damit seine grausame Ermordung, nicht ihnen anlasten. Vor etwa anderthalb Jahren aus dem Exil zurückgekehrt, wollte die Kolonie endlich wieder in ihrem ursprünglichen Stammesgebiet, friedlich neben der Siedlung der Menschen leben. Doch nun schlägt den Vampiren abermals Hass und tiefe Abneigung entgegen. Dass es irgendwann zu einem derartigen Zwischenfall kommen würde, war den Dorfbewohnern von vornherein klar, gab es doch vor 25 Jahren bereits eine ganz ähnliche Begebenheit. Aufgrund des eindeutigen Verletzungsbildes am Hals des Teenagers sind die Schuldigen schnell ausgemacht. Die Dorfbewohner sind sich gegenseitig nicht grün, stecken voller Vorurteile und sind jedem Fremden gegenüber misstrauisch. Detective Barbara Atkins vom Institut für Forensische Vampirstudien soll den Fall, gemeinsam mit Polizeichef Pete Nicholls übernehmen. Dabei stoßen die beiden schon recht schnell auf Widerstand in der Gemeinde und die ersten Ungereimtheiten.

"Die Kolonie" ist ein durchaus ernsthafter und genretypischer Investigations-Thriller, der sich durch seine subtile "Vampir-Romantik" ein klein wenig von dem marktüberschwemmenden Einheitsbrei abheben kann. Zu Beginn mit leicht spöttischem Unterton versehen, entwickelt sich "The Gathering", wie der 2024 erschienene Roman im englischen Original betitelt wurde, allmählich zu einem durchwachsen, weil unspektakulären und konservativen Spannungsroman. Es fehlt der Erzählung an Vitalität und Spritzigkeit, wodurch "Die Kolonie" holprig, konstruiert und leblos wirkt. Obwohl die 1972 in Salisbury geborene Schriftstellerin C. J. Tudor, in ihrem mittlerweile sechsten Gedankenkonstrukt, auf die altbewährte Cliffhanger-Taktik zurückgreift, will der Plot nicht so recht zünden. Das mag zum einen dem Aspekt geschuldet sein, dass die Britin auf den ersten 80 Seiten, ihres insgesamt 480 Seiten umsäumenden Vampir Thrillers, bereits über 30 Personen einführt, zum anderen aber auch der Tatsache, dass sie nahezu sämtliche Stereotypen bedient. Auch wenn diese nicht unbedingt vordergründig thematisiert werden, halte ich es eher für kontraproduktiv, zurechtgelegte, überlagerte Anspielungen und Parallelen zum Kolonialismus, Nationalsozialismus, moderner Kriegsführung, Ku-Klux-Klan, dem intoleranten Bible-Belt, zur gleichgeschlechtlichen Liebe, Geschlechtsumwandlungen, Queerer Community, Prostitution, Missbrauch, Drogenhandel, Beschaffungskriminalität, Klassenunterschieden, Trophäenhandel und Fanatismus in einem belletristischen Unterhaltungsroman sinnbildlich zu verpacken. Mit dieser trivialen Belustigung und ihrer abgegriffenen Kritik möchte C. J. Tudor offensichtlich woke erscheinen, wobei sie mir persönlich deutlich zu sehr mit dem moralisch erhobenen Zeigefinger herumfuchtelt. Das hat auch einen bitteren Beigeschmack von Frustration.

Es fiel mir ebenfalls schwer, eine Beziehung zu den unzähligen Charakteren aufzubauen, die überwiegend farb- und konturlos bleiben. Die örtliche Kulisse des südlichen Alaskas könnte ebenfalls einnehmender und atmosphärischer ausgestaltet sein. In einem derart winterlichen Wonderland sollte dies zur Orientierung und Bindung doch eigentlich kein Problem darstellen. Auch mit Action wurde sparsam umgegangen, was dem Kriminalfall keinesfalls zuträglich erscheint. Ab und an wird die eigentliche Handlung von den Gedanken einer gefangen gehaltenen Vampirin, sowie von Athelindas gegenwärtigen Leben, als unterdrückte Minderheit in der Kolonie, unterbrochen. Doch eine richtige Story, in der Fortschritte zu verzeichnen sind, entwickelt sich daraus nicht. Das zäh fließende Szenario, das die britische Autorin C. J. Tudor mit "Die Kolonie" entwirft, ist eindeutig zu steif, substanzlos und "faktenbasiert". Tudor folgt dabei sowohl der Logik als auch den Gesetzmäßigkeiten der Samstag-Abend-Krimi-Thriller hiesiger Regionalsender. Dass man sie als Englands weiblichen Stephen King bezeichnet (wie im Klappentext geschehen), empfinde ich als Fan des King Of Horror ziemlich anmaßend. Gefühlt blieb bei mir nicht allzu viel hängen von dem Gelesenen. Das Ganze ist weder Fisch noch Fleisch und geht daher leider auch nur noch als nährstoffarmes Fastfood für Mr. und Mrs. Braindead durch. Für den Otto-Normal-Leser mag "Die Kolonie" vielleicht ihren Reiz bergen, für den anspruchsvollen Vielleser taugt "Die Kolonie" jedoch nicht. Die Autorin, die heute mit ihrem Lebensgefährten und ihrer Tochter in Nottingham lebt, absolvierte bereits ein Volontariat zur Reporterin und arbeitete als Werbetexterin, Radio-Drehbuchautorin, Fernsehmoderatorin, Synchronsprecherin und Dogwalkerin.

(Janko)

https://www.cjtudor.com
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Brutalität/Gewalt: 45/100
Spannung: 46/100
Action: 33/100
Unterhaltung: 61/100
Anspruch: 20/100
Atmosphäre: 37/100
Emotion: 21/100
Humor: 04/100
Sex/Obszönität: 10/100

LACK OF LIES - Wertung: 60/100

LACK OF LIES - Altersempfehlung: ab 15 Jahren (aufgrund der Thematik und der Gewaltdarstellungen)

C. J. Tudor - Die Kolonie
Goldmann Verlag
Thriller
ISBN: 978-3-442-20651-3
480 Seiten
Paperback, Klappenbroschur
Originaltitel: The Gathering (2024)
Aus dem Englischen von Marcus Ingendaay
Erscheinungstermin: 22.01.2025
EUR 16,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (epub): 978-3-641-30501-7
Erscheinungstermin: 22.01.2025
EUR 9,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN Hörbuch Download: 978-3-8445-5278-2
Erscheinungstermin: 20.01.2025
EUR 25,95 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Die Kolonie" beim Goldmann Verlag: https://www.penguin.de/buecher/c-j-tudor-die-kolonie/ebook/9783641305017

Leseprobe: https://www.penguin.de/content/edition/excerpts/1116281.pdf

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Veröffentlicht am 24.01.2025

- verkopftes, doppelsinniges Psychogramm mit heiklem Abgang -

Die Frau, die schrie
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David L. Ulin - Die Frau, die schrie
(Polar Verlag)

- verkopftes, doppelsinniges Psychogramm mit heiklem Abgang -

Los Angeles, Kalifornien, im gegenwärtigen Hochsommer. Ein etwa 40 Jahre alter, geschiedener, ...

David L. Ulin - Die Frau, die schrie
(Polar Verlag)

- verkopftes, doppelsinniges Psychogramm mit heiklem Abgang -

Los Angeles, Kalifornien, im gegenwärtigen Hochsommer. Ein etwa 40 Jahre alter, geschiedener, arbeitsloser und irgendwo in den Gezeiten des Lebens hängengebliebener Distanzmensch, sinniert trostlos und resigniert über sein Leben. Der namenlose Ich-Erzähler ist in einer langsam vor sich hin köchelnden Depression gefangen, zehrt von seinem Ersparten und haust alleine in einem Bungalow in Hollywood, direkt gegenüber dem von Corrina; der Frau, die schrie. Gedanken fressen sich durch seinen tristen Alltag. Katatonische Zustände, ausgelöst durch psychosoziale Belastungen und bipolare Störungen, sind zum Ausfechten da. "Die Frau, die schrie", ist eine Art Innensicht, Selbstreflexion oder Selbstfindungstrip, in der der Erzähler über den Ausgang seiner Scheidung nachdenkt, über sein erstes Aufeinandertreffen mit Corrina, die an seine Tür klopft und Einlass begehrt. Ihr Ausspruch, dass sie die zweite Frau ihres kürzlich verstorbenen Vaters umbringen oder zumindest umbringen lassen könnte, die unbestimmte Zuneigung des Berichterstatters zu ihr und sein vergeblicher Versuch einfach nur sein Leben weiterzuleben. Doch Corrina bittet ihren Nachbarn darum, zu eruieren, was ihre Schwiegermutter Sylvia Glenn hinsichtlich ihres Erbes vorhat. Von Neugier gepackt, verleitet ihn Corrina, von der er eigentlich nicht viel mehr weiß, als ihren Vornamen, zu einem längst überfällig geglaubten Ausbruch aus den Resten seines kümmerlichen Daseins, welchen er noch bitterbös bereuen wird. Denn auch zur übermächtigen Persönlichkeit von Sylvia, ihren grazilen Bewegungen und ihrem zeitlos schönen Anblick fühlt sich Ulins Hauptfigur abstruser Weise hingezogen. Doch das ist gar nicht der eigentliche Knackpunkt der Geschichte. Es geht vielmehr darum, dass Corrinas Nachbar allmählich seelisch und moralisch an der Schuld, die er auf sich geladen hat und dem selbstauferlegten Druck seiner Handlungen zugrunde zu gehen droht.

„Sommer in Hollywood, wo alles anschwillt wie eine Infektion, bis sie reif ist, aufplatzt und die Krankheit verbreitet.“ Zitat S. 206

"Die Frau, die schrie" ist ein 224 Seiten umsäumendes, verkopftes, doppelsinniges Psychogramm, das im Präsens und durchgehend in der 1. Person Singular verfasst wurde. Es ist eine gedankenverlorene, kaum greifbare und schleppende Novelle, im Stile der 60er und 70er Jahre des letzten Jahrhunderts, mit kurzer Halbwertszeit. Der 63-jährige, in New York geborene Schriftsteller David L. Ulin, der heute in Los Angeles lebt, nutzt für seinen Hauptprotagonisten eine durchaus anspruchsvolle Art der Altherren-Rhetorik, wie ein in die Jahre gekommener Kriegsveteran, der an PTBS leidet. In einer feuchtwarmen, Whisky-aromatisierten Atmosphäre verliert sich seine namenlose Romanfigur in ihrem pseudophilosophischen Gedankengut. Der Berichtende beobachtet, erschließt Zusammenhänge, verliert sich in seinen traumgebieterischen und selbstzerstörerischen Gedankenwelten, verhält sich vielleicht deswegen oftmals unangebracht und trifft dabei eine Reihe fataler, irrationaler und desaströser Fehlentscheidungen. Er ist sich der Schuld, die er auf sich geladen hat nur zum Teil bewusst, spürt sich selbst aber selbst nicht mehr und kehrt sie daher gewohnheitsmäßig unter seinen soziopathischen Teppich. Er ertränkt seine Gedanken, seine Erinnerungen in einer Flut aus Whisky und findet Parallelen zu seinen Lebenslinien in der Musik des vergangenen Jahrhunderts. Bis er sich ehrerbietig unter ein Mühlrad aus bipolarer Störung, Nihilismus, Verunsicherung, Hilflosigkeit, Widersprüchen, Selbstzweifeln, Trugbildern, verwaschenen Schuldgefühlen, Intrigen und Selbstbetrug begibt, das bis zum Äußersten führt und ihn gnadenlos zu zermalmen droht. Die unterschiedlichen Parameter und Variablen sind letztlich auch sein Untergang, denn sie sind viel zu unkalkulierbar für den Vortragenden, als das er sich mit ihnen messen könnte. Als er dies wirklich für sich verinnerlicht hat, ist es längst zu spät für seine manisch-anarchistische Revolte. Die Geschichte, die 2023 im amerikanischen Original unter dem Titel "Thirteen Question Method" (nach einem Songtitel von Chuck Berry) erschien, wirkt in ihrer Gesamtbetrachtung langatmig, nimmt in ihrem weiteren Verlauf immer groteskere Züge an und man fragt sich als Leser unweigerlich: Was treibt der da eigentlich? Letztlich sind es jedoch die Dinge, die der Professor für Englisch an der University of Southern California David L. Ulin unausgesprochen oder vage lässt, die man erst nach und nach entdeckt, die den tatsächlichen Reiz an "Die Frau, die schrie" ausmachen. Und wie zum Schluss der Nebel von den eigenen geistigen Schleiern fällt...einfach herrlich.

(Janko)

https://davidulin.com

Brutalität/Gewalt: 18/100
Spannung: 53/100
Action: 32/100
Unterhaltung: 71/100
Anspruch: 70/100
Atmosphäre: 60/100
Emotion: 41/100
Humor: 18/100
Sex/Obszönität: 18/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 58/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 18 Jahren (aufgrund der kausalen Zusammenhänge)

David L. Ulin - Die Frau, die schrie
Polar Verlag
Kriminalroman/Thriller
ISBN: 978-3-910918-14-6
224 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
Originaltitel: Thirteen Question Method (2023)
Aus dem Amerikanischen von Kathrin Bielfeldt
Erscheinungstermin: 13.01.2025
EUR 24,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Die Frau, die schrie" beim Polar Verlag: https://polar-verlag.de/my-product/david-l-ulin-die-frau-die-schrie/

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Veröffentlicht am 12.12.2024

Mason Coile - William

William
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Mason Coile - William
(Heyne Verlag)

- Locked House Psycho Horror Thriller der etwas anderen Art -


Herbst, irgendwo in einer nordamerikanischen Universitätsstadt, in der Gegenwart. Die schwangere Lily ...

Mason Coile - William
(Heyne Verlag)

- Locked House Psycho Horror Thriller der etwas anderen Art -


Herbst, irgendwo in einer nordamerikanischen Universitätsstadt, in der Gegenwart. Die schwangere Lily und ihr Ehemann Henry Engvall, der an einer ausgeprägten Form der Agoraphobie leidet, haben sich auseinandergelebt. Sie Spielball ihres schwankenden Hormonhaushalts, er Gefangener seiner um sich greifenden Neurosen. Die beiden Ingenieure leben in einer traditionell gehaltenen Villa im viktorianischen Stil. Die einzigen Unterschiede zu den herkömmlichen Nachbarhäusern bestehen darin, dass der zweite Stock ihres Anwesens ein Labor beherbergt, ihr Domizil komplett verkabelt und mit einem eigens entwickelten SmartHome-System ausgerüstet ist. Das Licht, die Heizung, die Vorhänge, die Fenster, alles geht an, wird warm oder öffnet und schließt sich auf einen bestimmten Befehl hin. Überdimensioniert computergesteuert gleicht das Haus einer Festung. Einer Festung oder auch einem Gefängnis, samt Forschungseinrichtung. Hier hat Henry seine eigene Kreation aus diversen Gummi- und Plastik Accessoires, Metall, Verkabelungen, Hydrauliköl und Halbleiterspeichern erschaffen. Einen Roboter. Eine KI. Henry hat ihn auf den Namen William getauft. William ist Henrys ganz eigener, moderner Frankenstein. Nur ohne Beine, mit unförmigem Körper, aber einem quirligen, scharfsinnigen, witzigen, gleichwohl provokanten und über allen Maßen kranken, wie boshaften Geist.

Im Präsens verfasst, lebt der, ebenfalls im Jahre 2024 im kanadischen Original erschienene Psycho Horror Roman "William", von seinem subtilen Spannungsaufbau, seinem geistreichen Wortwitz, sowie der Konversation, nebst der sich gleichzeitig steigernden Hilflosigkeit seiner Protagonisten. Mason Coile, der viel Wert auf einen expliziten Sinn seiner Kausalsätze legt, hat "William" in eine gehobene Leichtigkeit des Amüsements getaucht, wodurch ihm ein intelligenter, witziger und wortgewandter literarischer Kunstgriff geglückt ist. Der 1968 geborenen Kanadier nordirischer Abstammung, hat seinem Roman auch etwas Philosophisches und Sinngebendes spendiert, in dem er auf zugegebenermaßen spielerische, gleichwohl ethische und moralische Weise multiple Gefahren einer KI aufzeigt. "William" verleibt sich, neben dem vor Sarkasmus triefendem Humor, auch Locked House Elemente ein, die zu keinem Zeitpunkt aufgesetzt erscheinen, da sie auf authentische, gar perfide Weise mit der Geschichte korrespondieren.

Als das Ehepaar Engvall Besuch von Lilys ehemaligen Angestellten Paige und Davis bekommt, ringt sich Henry dazu durch, William erstmals einem menschlichen Publikum vorzustellen. Mit fatalen Folgen! Dem Roboter kann man als hochintelligente KI nix vormachen. Er durchschaut sein Gegenüber, provoziert gerne und redet Henry ohne Umschweife an die Wand. Er möchte fühlen und Gefühle verbreiten. Doch wie soll man sich geistig und körperlich gebührend ausdrücken, beziehungsweise verhalten, wenn man als KI lediglich mit einem ethischen, moralischen und empathischen Grundgerüst ausgestattet wurde? William ist mit seinen groben, menschlichen Zügen und Charaktereigenschaften zumeist launisch und betreibt Psychoterror par excellence. Das macht er aufrichtig und gerne. Im Laufe der Geschichte wird er immer intelligenter, dadurch aber auch gewiefter und noch unberechenbarer. Wenn ihm langweilig ist, fängt er an zu sticheln und wird gehässig bis garstig, gar bedrohlich. Das müssen Gastgeber, wie Besucher alsbald am eigenen Leib erfahren, denn als sich erstmals jemand gegen William auflehnt, weiß er sich auf perfide Art zur Wehr zu setzen.

Mason Coile, hinter dem sich der erfolgreiche New York Times-Bestsellerautor Andrew Pyper verbirgt, hat seinem modernen und zugänglichen Psycho Horror Trip einen bedrohlichen, aber immer wieder auflockernden Anstrich verpasst. Gebannt und gespannt kann der Leser in die 304 Seiten starke Novelle eintauchen und mit den Protagonisten mitleiden. Die Erzählung, die aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird, ist in der Art gestrafft, dass sich ein kurzes und bündiges Lesevergnügen herauskristallisiert, das sich auf die wesentlichen und wichtigen Bestandteile seiner Handlung konzentriert. Dies führt einerseits zwar zu kleineren Abstrichen in der Zeichnung der Protagonisten, andererseits entsteht dadurch eine beinahe atemlose Dynamik, ähnlich der von Mats Strandbergs "Die Konferenz". Zum Schluss seines Schreckensszenarios schludert Pyper allerdings ein wenig mit Physik, Technik und Authentizität. Auch die örtliche Kulisse hätte generell eine kontrastreichere Einstellung vertragen können. Aber das tut der Vitalität und der Spannung seines mitreißenden Pageturners keinerlei Abbruch, denn "William" ist ein intelligentes und humorvolles Werk, das mit einem Twist aufwarten kann, den ich in dieser Form im Leben nicht erwartet hätte. Der kanadische Schriftsteller Andrew Pyper, der bereits über zehn fiktionale Romane veröffentlicht hat, studierte Jura an der University of Toronto und erhielt 1996 seine Zulassung als Rechtsanwalt. Pyper hatte dabei jedoch immer nur das Schreiben im Kopf und praktizierte nie als Anwalt. Er hat zwei Kinder und lebt heute mit Ehefrau Heidi Rittenhouse in Toronto.

(Janko)

https://www.andrewpyper.com
https://www.facebook.com/profile.php?id=100091555599761
https://www.instagram.com/apyper29/

Brutalität/Gewalt: 47/100
Spannung: 83/100
Action: 74/100
Unterhaltung: 91/100
Anspruch: 41/100
Atmosphäre: 74/100
Emotion: 54/100
Humor: 24/100
Sex/Obszönität: 06/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 88/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung ab 15 Jahren (aufgrund der relativ expliziten Gewaltdarstellungen)

Mason Coile - William
Heyne Verlag
Horror Thriller
ISBN: 978-3-453-27484-6
304 Seiten
Hardcover, Pappband
Originaltitel: William
Aus dem Amerikanischen von Thomas Salter
Erscheinungstermin: 13.11.2024
EUR 20,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (epub): 978-3-641-32012-6
Erscheinungstermin: 13.11.2024
EUR 12,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"William" beim Heyne Verlag: https://www.penguin.de/Buch/William/Mason-Coile/Heyne/e623808.rhd

Leseprobe: https://www.penguin.de/content/edition/excerpts/1109449.pdf

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Veröffentlicht am 29.11.2024

Michael McDowell - Die Elementare - Eine Geistergeschichte

Die Elementare
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Michael McDowell - Die Elementare - Eine Geistergeschichte
(Festa Verlag)

- spannungsvolle Geistergeschichte vom Meister des Southern Gothic Horror -

"Die Elementare - Eine Geistergeschichte" ist ein ...

Michael McDowell - Die Elementare - Eine Geistergeschichte
(Festa Verlag)

- spannungsvolle Geistergeschichte vom Meister des Southern Gothic Horror -

"Die Elementare - Eine Geistergeschichte" ist ein interessanter Titel, welcher in der ersten Auflage im Festa Verlag als gebundene Ausgabe lange Zeit vergriffen und nur noch zu exorbitanten Preisen bei den einschlägigen Verkaufsplattformen zu haben war. Wenn ich mich recht entsinne, wurden dort schon mal Preise von 100 bis 200 Euro aufgerufen. Vielleicht hat sich der Festa Verlag deswegen dazu entschieden, "Die Elementare" noch mal in der Taschenbuchausgabe neu aufzulegen, um dieser irrsinnigen (Preis-)Entwicklung entgegenzuwirken und das Werk einem breiteren Publikum vorstellen zu können. Eventuell war es aber auch der immer wiederkehrenden hohen Nachfrage geschuldet?!?

Mobile, Alabama, Anfang der 1980er Jahre. Nachdem die Matriarchin Marian Savage zu Grabe getragen wurde, wollen die Familien Savage und McCray für eine unbestimmte Zeit Ruhe und Entspannung auf dem Familienanwesen Beldame, an der Golfküste Alabamas finden. Der 29 Jahre alte Dauphin Savage, der Sohn der Verstorbenen, seine Ehefrau Leigh, Leighs Mutter Big Barbara McCray, die gleichzeitig auch die beste Freundin von Marian war, ihr Sohn Luker, seine Tochter India, sowie Marians langjährige Hausangestellte Odessa. Die drei, etwas in die Jahre gekommenen Villen im viktorianischen Baustil, wurden von Dauphins Ururgroßvater erbaut. Um die begüterte Familie Savage, sowie deren Familiensitz, der bei Hochwasser schon mal vom Festland abgeschnitten wird, ranken sich geheimnisvolle Geschichten. Geschichten um seltsame Bestattungsrituale, mysteriöse Unfälle, Totgeburten, im Kindbett verstorbene Frauen und eine dicke Frau in langem Kleid, welche die kaum zu bändigende Neugier Marian Savages 13-jähriger Enkelin India McCray wecken. Das dritte Haus auf Beldame, das über die Jahre immer mehr von einer Düne aus feinstem, weißem Sand bedeckt wurde, ist schon seit Dekaden nicht mehr bewohnt. Etwas Unheilvolles geht von diesem Haus aus und gerade diese sonderbaren, unheimlichen und übernatürlichen Vorkommnisse, die dieses Haus umgeben, üben eine unheimlich anziehende bis todbringende Faszination auf den Teenager aus. Wie alle anderen beschleicht auch India eine gewisse Furcht vor dem dritten Haus, in dem sich Täuschung und Bosheit verbirgt, die das junge Mädchen um jeden Preis besiegen will.

Dem Southern Gothic Horror Roman "Die Elementare" von Michael McEachern McDowell, welcher 1981 erstmals im amerikanischen Original erschien, merkt man die etwas über vier Dekaden, die er indes auf dem Buckel hat, so gut wie gar nicht an. Dies mag der modern gehaltenen, deutschen Übersetzung von Patrick Baumann geschuldet sein, die sich flüssig und cozy liest. McDowell führt bereits im Prolog seiner anschaulichen und von einer erhabenen, heimeligen, gleichwohl leicht mulmigen Stimmung getragenen Geistergeschichte, ein üppiges Personal ein. Seine unterhaltsamen, leicht zur Exzentrik neigenden Charaktere, sind größtenteils sympathisch gezeichnet, führen beschwingte, humorvolle Konversationen und verhalten sich lebensnah. Der Drehbuch-, Krimi-, Komödien- und Horror-Autor McDowell setzt unheimliche, spannungsgeladene Cliffhanger an die Enden seiner Kapitel, die seine Leserschaft an seinen Seiten kleben lassen, wie ein Neugeborenes an den Brüsten seiner Mutter. Sein unaufgeregter Southern Gothic Horror bedient zwar durchaus altbekannte Klischees, setzt sich aber durch sein leicht okkultes, verstörendes und hinterlistiges Ambiente deutlich vom damaligen Einheitsbrei ab. "Die Elementare" geht runter wie Öl, nimmt allerdings erst im letzten Drittel so richtig Fahrt auf, was mir persönlich vom Tempo her etwas zu lahm und von der Fülle her doch ein wenig zu ausschweifend ist. Der Meister des Southern Gothic Horror der 1950 in Enterprise, Alabama das Licht der Welt erblickte, verfasste mehr als 30 Romane. Er infizierte sich 1994 mit dem HIV-Virus und verstarb fünf Jahre später, im Jahre 1999 in Boston, Massachusetts.

(Janko)

Brutalität/Gewalt: 20/100
Spannung: 65/100
Action: 37/100
Unterhaltung: 78/100
Anspruch: 33/100
Atmosphäre: 65/100
Emotion: 35/100
Humor: 14/100
Sex/Obszönität: 07/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 78/100

https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 14 Jahren (aufgrund der nicht allzu schockierenden Horrorelemente und Gewaltdarstellungen)

Michael McDowell - Die Elementare - Eine Geistergeschichte
Festa Verlag
Geisterhausgeschichte
ISBN: 978-3-98676-162-2
416 Seiten
Paperback in der Festa-Lederoptik mit Umschlagklappen
Originaltitel: The Elementals (1981)
Aus dem Amerikanischen von Patrick Baumann
Erscheinungstermin: 05.11.2024
EUR 16,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (epub): 978-3-98676-163-9
Erscheinungstermin: 10.10.2024
EUR 7,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Die Elementare - Eine Geistergeschichte" beim Festa Verlag: https://www.festa-verlag.de/die-elementare-eine-geistergeschichte.html

Leseprobe: https://www.festa-verlag.de/mpattachment/file/download/id/746/

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Veröffentlicht am 10.11.2024

Frank Schätzing - Helden

Helden
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Frank Schätzing - Helden
(Kiepenheuer & Witsch)

- ausschweifend strapaziöses Historien-Epos -

Wie ich es hasse, ein Buch abzubrechen! Doch die Lektüre der ersten 365 Seiten zu "Helden" war mir dermaßen ...

Frank Schätzing - Helden
(Kiepenheuer & Witsch)

- ausschweifend strapaziöses Historien-Epos -

Wie ich es hasse, ein Buch abzubrechen! Doch die Lektüre der ersten 365 Seiten zu "Helden" war mir dermaßen anstrengend, dass ich mich dazu gezwungen sah, diesen bitteren Schritt zu gehen. Dem Roman mangelt es an Flair, Charisma und Cozyness. Kein Wunder, wenn man sich als Leser nach 330 Seiten fragt, worauf der Autor eigentlich hinaus will und vor allem Dingen, wann die Geschichte denn endlich loszugehen gedenkt! Frank Schätzing kommt im zweiten Teil der "Jacop der Fuchs"-Trilogie einfach nicht auf den Punkt und entwickelt keinerlei Storyboard mit erzählerischem Flow (außer seiner ausufernden, gleichwohl entbehrlichen geschichtlichen Abhandlungen der englischen, wie französischen Geschichte, deren Herrscher, deren Kriege, sowie deren gegenseitigen Ausbeutungen). Die Handlung, die sich eigentlich mit Jacop der Fuchs und seinem Umfeld befassen sollte, dreht sich fast ausschließlich um die Kölner Handlungsbeziehungen des 13. Jahrhunderts, die damalige wirtschaftliche Lage, die finanziellen Geschicke, den Klüngel und das Bankwesen. Dabei hat Schätzing offenbar das Kölner Stadtarchiv auf links gedreht. Doch alles bleibt seltsam monoton, ermüdend und belanglos, auch wenn der Autor seinen Kontext wie gewohnt mit intelligentem Wortwitz angereichert hat. Der gesamte Dunstkreis, in dem sich "Helden" abspielt, ist zäh wie ein frisch verdauter Kaugummi. Für mich persönlich nahezu unlesbar und das mit Abstand schlechteste, weil hoffnungslos überladene Buch des deutschen Bestsellerautors.

Der 1957 in Köln geborene Allrounder Frank Schätzing steigt mit seinem neuen historischen Roman "Helden" im Prinzip da ein, wo er vor knapp drei Dekaden mit "Tod und Teufel" aufgehört hat. Die Verschwörung um den Mord am ersten Dombaumeister des Kölner Doms, Meister Gerhard Morart zwar unlängst aufgedeckt, die Täter jedoch nicht öffentlich beim Namen genannt, besteht für Jacop, Jaspar, Goddert und Richmodis noch immer Gefahr für Leib und Leben. Die getroffene Absprache mit den Overstolzen auf wackligen Beinen, müssen sie nach wie vor auf der Hut sein. In einem wirtschaftlich aufstrebenden, mittelalterlichen Köln, in dem der Klerus seine Vormachtstellung allmählich gegenüber Handelswaren und Devisen einzubüßen droht, erhält Jacop der Fuchs die Chance sein Leben endlich in geordnete Bahnen zu lenken. Während die Patrizier eifrig an ihren Handelsstrategien feilen, erhält der ehemalige Herumtreiber, Gaukler und Dieb das Angebot von eben jenen Patriziern zum Kaufmann ausgebildet zu werden. Wissbegierig wie er ist, saugt Jacop alles geflissentlich in sich auf. Dabei ergeht er sich jedoch in endlosen Ergüssen über seine Vergangenheit, seinen jetzigen Platz im Leben und über seine Zukunft. Ein Wiedersehen mit Jaspar Rodenkirchen, Goddert von Weiden, seiner Tochter Richmodis, Erzbischof und Landesherr Konrad von Hochstaden, der reichen Patrizierfamilie der Overstolzen, sowie dem Hünen und Auftragsmörder Urquhart von Monadhliath, das Jacop auf Handlungsreisen von Köln über Frankreich, England und Schottland bis nach Wales führt.

Auf der einen Seite muss man Frank Schätzing zugestehen, dass er sein 1040 Pagina zählendes Epos auf ein äußerst hohes Niveau gehoben hat, auf der anderen Seite ist das dargebrachte Material einfach "too much" für den Gelegenheits-, bzw. den Otto-Normalleser. Schätzing nutzt eine fantasiegeschwängerte, blumig-verschnörkelte, metaphorisch eingefärbte und gehoben stilisierte Rhetorik, die sich an Begrifflichkeiten und Gepflogenheiten der mittelalterlichen Zeit satt frisst. Seine bildgewaltige, mit einem Wahnsinnsaufwand recherchierte Erzählkunst, ist zweifelsohne dazu prädestiniert, eine tiefgehende Atmosphäre der damaligen Zeit heraufzubeschwören, in die der Leser immersiv abzugleiten vermag. Jeder Satz ist geistreich mit Bedacht gewählt, jedes Wort auf die Goldwaage gelegt, jeder Kontext feinfühlig gesponnen und verwebt, was jedoch vollkommen überladen und extrem ausladend wirkt. Schätzing kommt vom 100stel ins 1.000stel und verlangt seinen Lesern ein hohes Maß an Allgemeinbildung, sowie ausgedehnte Französisch- und Latein-Kenntnisse ab. Es ist dieser, vor Stolz gebrüstete, anspruchsvolle und mit unterschwelligem Humor garnierte Stil, für den ihn seine Leser lieben, der aber nicht immer leicht verständlich daherkommt und folglich auch nicht jedermanns Sache sein dürfte. Dies sind nun mal die Hauptattribute, welche die komplexen, literarischen Träumereien von Frank Schätzing begleiten, die selbige so lebendig und so unendlich lesenswert machen, könnte man argumentieren. Auch ich habe diese stilistischen Stärken an seinen früheren Werken sehr genossen, doch war mir das selbstgelobhudelte, halb geschichtlich fundierte, halb fiktionale Kauderwelsch im Falle von "Helden" ungewöhnlich mühsam zu ertragen. Ich hätte beileibe nicht damit gerechnet, dass es derart katastrophal und nichtssagend ausfallen würde.

Schätzings kunstfertige, mondäne und kenntnisreiche Wortwahl ist in etliche Handlungsstränge eingebettet, die jedoch leichtfertig dazu neigen, den Leser anzustrengen, zu verwirren und ihn den allgemeingültigen roten Faden vermissen zu lassen. Auch das reichhaltige Personal, dem Schätzing zum Entree des Wälzers ein beschreibendes Glossar spendierte, macht die Sache nur unwesentlich besser, denn die Charaktere bleiben so farblos wie Quellwasser. Der deutsche Romancier schiebt immer wieder philosophische Betrachtungen, zeitgenössische Floskeln und althergebrachte Lebensweisheiten in das episch aufgeblasene, geschichtsträchtige Konstrukt einer ganzen Epoche ein und macht dabei zu viele Baustellen auf einmal auf. Vollkommen belanglose Unterhaltungen werden aufs äußerste gedehnt, Gedankengänge zu Tode durchexerziert und die Nerven der Leser qualvoll überstrapaziert. Schätzing bauscht sein historisches Epos nachgerade künstlich auf, und philosophiert nicht selten am Kernpunkt des Geschehens vorbei. Hat der Autor hier etwa zu viel gewollt? Ich denke schon, denn ein gestraffter Plot hätte dem gehemmten Lesefluss sicherlich so einige Dämme davongespült. Störend empfand ich ebenfalls, dass der Erzähler, für seine 30 Jahre später erscheinende Fortsetzung zu "Tod und Teufel" (1995), gänzlich andere Stilmittel in Sprache, Aufbau und Symbolik verwendet. Was ist nur aus der behaglichen Gemütlichkeit, der durchgängigen Spannung und der großartigen Aura von "Tod und Teufel" vor drei Dekaden geworden? "Lautlos" habe ich geliebt, "Der Schwarm" ist heute noch mein All-Time-Fave, "Limit" war grandios, "Breaking News" aufgrund der komplexen Thematik nicht gerade einfach, das Wissenschaftlich fundierte "Nachrichten aus einem unbekannten Universum" zum Nachdenken anregend und "Die Tyrannei des Schmetterlings" über Paralleluniversen und die Gefahren der KI schon recht kompliziert. Aber was sich Frank Schätzing dabei gedacht, "Helden" derart aufzublasen, entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Ein dritter Teil der "Jacop der Fuchs"-Trilogie? Für mich in jedem Fall geschenkt!

(Janko)

https://www.frank-schaetzing.com
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Brutalität/Gewalt: 21/100
Spannung: 26/100
Action: 23/100
Unterhaltung: 44/100
Anspruch: 68/100
Atmosphäre: 40/100
Emotion: 16/100
Humor: 11/100
Sex/Obszönität: 10/100

LACK OF LIES - Wertung: 31/100

LACK OF LIES - Altersempfehlung ab 21 Jahren (aufgrund der gehobenen Sprache, der häufigen Verwendung von Fremdwörtern, sowie des allgemeinen Verständnisses von Begriffen und Kontext)

Frank Schätzing - Helden
Kiepenheuer & Witsch
Mittelalter-Roman
Buchreihe: Jacop der Fuchs-Trilogie (Teil 2)
ISBN: 978-3-462-00097-9
1040 Seiten
Gebundene Ausgabe
Erscheinungstermin: 16.10.2024
EUR 36,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (epub): 978-3-462-30262-2
Erscheinungstermin: 16.10.2024
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"Helden" bei Kiepenheuer & Witsch: https://www.kiwi-verlag.de/buch/frank-schaetzing-helden-9783462000979

Leseprobe: https://www.book2look.com/book/9783462000979

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