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Jasmin96Isa

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2026

Zwischen Erinnerung, Identität und Meer – ein intensiver Roman

Alma
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Schon die ersten Seiten von Alma zeigen die besondere Stärke dieses Romans: eine ruhige, dichte Sprache und eine starke atmosphärische Verankerung. Federica Manzon erzählt Triest und die Insel nicht nur ...

Schon die ersten Seiten von Alma zeigen die besondere Stärke dieses Romans: eine ruhige, dichte Sprache und eine starke atmosphärische Verankerung. Federica Manzon erzählt Triest und die Insel nicht nur als Schauplätze, sondern als erinnerungsgeladene Räume, in denen persönliche Geschichte, politische Umbrüche und familiäre Prägungen untrennbar miteinander verwoben sind. Früh wird spürbar, dass hier ein stiller, intensiver Roman über Identität, Verlust und die Frage nach Zugehörigkeit entsteht.

Der Einstieg verlangt jedoch Aufmerksamkeit. Häufige Zeitsprünge und wechselnde Familienkonstellationen machen das Lesen zunächst anspruchsvoll und bremsen den Lesefluss. Erst nach etwa einem Viertel des Buches ordnen sich die Beziehungsebenen klarer, die Sprünge werden nachvollziehbarer und die Geschichte gewinnt deutlich an Zugkraft.

Im Zentrum stehen Vili und Alma – zwei Figuren, die man über viele Jahre begleitet und die beide auf der Suche nach sich selbst sind. Ihre innere Zerrissenheit, das Fehlen einer stabilen Identität und die Prägung durch Herkunft und Familie werden eindringlich und sehr bildhaft beschrieben. Gerade in emotionalen Momenten gelingt es dem Roman, Gefühle, Gedanken und Beweggründe spürbar zu machen, sodass man sich tief in die Figuren einfühlen kann.

Besonders gelungen ist auch die Einbindung alter Fotografien, die Erinnerungsräume öffnen und die Vorstellungskraft zusätzlich unterstützen. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Erzählen, das sich wie eine Sammlung ineinander verschachtelter Geschichten entfaltet – geprägt von Meer, Wind, Grenzen und dem Gefühl, nirgends ganz zu Hause zu sein.

Alma ist kein schneller Roman, sondern einer, der Geduld verlangt. Wer sich darauf einlässt, wird jedoch mit einer nachdenklichen und lange nachwirkenden Geschichte belohnt. Ein stilles, intensives Buch, das man nicht nur liest, sondern erlebt.

Triggerwarnung: in dem Buch geht es unter anderem um Krieg. Es werden teilweise grausame Szenen beschrieben. Kinder, Frauen, Männer sterben. Verstümmelung, Vergewaltigung, Massengräber.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Düster, spannend und voller unerwarteter Wendungen

Nightweaver
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Nightweaver startet direkt sehr spannend und zieht einen schnell in seine düstere Welt hinein. Das Meer als Schauplatz, die geheimnisvollen und gefährlichen Nightweaver sowie Asters persönliche Geschichte ...

Nightweaver startet direkt sehr spannend und zieht einen schnell in seine düstere Welt hinein. Das Meer als Schauplatz, die geheimnisvollen und gefährlichen Nightweaver sowie Asters persönliche Geschichte sorgen von Beginn an für eine intensive Atmosphäre. Besonders berührend ist ihr Verlust und der Wunsch nach Rache – und dann ausgerechnet die Begegnung mit einem Nightweaver, dem sie vielleicht vertrauen muss. Diese Mischung aus Dunkelheit, Spannung und emotionalem Knistern macht einen großen Reiz der Geschichte aus.
Im Verlauf bleibt das Buch insgesamt sehr fesselnd und entwickelt einen starken Sog, der zum Weiterlesen motiviert. Gleichzeitig gibt es jedoch auch Stellen, an denen sich die Handlung etwas in die Länge zieht oder inhaltlich schwer nachzuvollziehen ist. Einige Szenen wirken zudem überraschend brutal und stellenweise deutlich härter, als ich es erwartet hätte. Auch dass Figuren ungewollt zu Antagonisten werden und dadurch sterben, empfand ich persönlich als eher belastend.
Die Nightweaver erinnern in ihrer Darstellung teilweise an klassische Vampirmotive, was einerseits vertraut wirkt, andererseits aber gut in die düstere Stimmung passt. Trotz der genannten Kritikpunkte bleibt die Geschichte sehr spannend und atmosphärisch dicht erzählt.

Besonders das Ende macht große Lust auf die Fortsetzung und lässt viele Fragen offen, die neugierig auf Band 2 machen. Insgesamt eine packende Romantic Fantasy.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Spannung, Tiefe und portugiesische Atmosphäre – ein Krimi, der fesselt

Die Tote von Nazaré
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Ein emotional dichter und spannender Kriminalroman, der von der ersten Seite an packt und bis zum Ende nicht loslässt.


Die Tote von Nazaré von Miguel Silva überzeugt bereits ab dem ersten Kapitel durch ...

Ein emotional dichter und spannender Kriminalroman, der von der ersten Seite an packt und bis zum Ende nicht loslässt.


Die Tote von Nazaré von Miguel Silva überzeugt bereits ab dem ersten Kapitel durch eine dichte, spannungsgeladene Atmosphäre. Besonders eindrucksvoll ist die detailreiche Schilderung von Maren Bergers Ankunft im portugiesischen Küstenort Nazaré sowie ihr innerer Kampf nach einem traumatischen Banküberfall. Diese psychologische Tiefe lässt die Protagonistin sehr lebendig und authentisch wirken.

Der Autor schreibt ansprechend und lebhaft, sodass man sich schnell in den Fall der sogenannten „Toten von Nazaré“ hineinziehen lässt. Die Geschichte entfaltet sich Stück für Stück durch neu hinzukommende Informationen und Erinnerungsfetzen aus Marens Vergangenheit. Dieses Erzählelement sorgt für einen konstanten Spannungsbogen und hält die Neugier der Lesenden von Anfang bis Ende aufrecht.

Besonders gelungen sind die unerwarteten Wendungen, die sich nicht vorhersehen lassen und der Handlung immer wieder neue Richtungen geben. Gleichzeitig bleibt die Geschichte emotional dicht und mitreißend erzählt. Die Kombination aus psychologischer Tiefe, einer mysteriösen ersten Leiche und dem atmosphärischen portugiesischen Setting macht diesen Krimi zu etwas Besonderem.

Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen, da ich es kaum aus der Hand legen konnte. Die Tote von Nazaré ist ein packender Kriminalroman, der Spannung und Emotion überzeugend verbindet und Lust auf weitere Fälle des Ermittlerduos Berger und Ferreira macht.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Wenn Bilder sprechen und Freundschaft leuchtet 🪔

Lightfall 1: Das verlorene Licht
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Lightfall von Tim Probert hat mich von den ersten Seiten an begeistert. Die Illustrationen sind außergewöhnlich schön und oft so ausdrucksstark, dass sie ganz ohne Text auskommen. Genau das macht einen ...

Lightfall von Tim Probert hat mich von den ersten Seiten an begeistert. Die Illustrationen sind außergewöhnlich schön und oft so ausdrucksstark, dass sie ganz ohne Text auskommen. Genau das macht einen großen Reiz dieses Buches aus: Man darf schauen, entdecken und fühlen, ohne geführt zu werden. Mein Sohn liebt es, Details zu suchen, und wir haben schnell gemerkt, dass dieses Buch für jede Leserin und jeden Leser ein eigenes Tempo braucht.

Die Dialoge zwischen Beatrice und Cadwallader sind locker, witzig und sehr natürlich. Besonders Cad ist eine Figur, die sofort ans Herz wächst: offen, lebensfroh und frei von übermäßigem Grübeln. Der Gegensatz zu Bea, die vieles zerdenkt und sich sorgt, ist sehr gelungen und zieht sich stimmig durch die Geschichte. Auch Nebenfiguren wie die Kräuterhexe Grotscha sind gut ausgearbeitet – leicht gruselig, aber kindgerecht und mit Humor.

Im Verlauf der Handlung vertieft sich die Beziehung zwischen Bea und Cad spürbar. Zentrale Botschaften wie „Trau dich“, „Zerdenke nicht alles“ und „Hab den Mut, deinen eigenen Weg zu gehen“ werden nicht belehrend, sondern ganz selbstverständlich vermittelt. Besonders schön ist, wie sehr das Buch für eine Freundschaft ohne Bedingungen steht. Die Bilder unterstützen diese Entwicklung durch stimmige Farbwahl und Atmosphäre auf beeindruckende Weise.

Das Ende ist emotional und stark erzählt, allerdings bleibt die Geschichte teilweise offen.

Insgesamt ist Lightfall ein hochwertig gestaltetes, visuell herausragendes Kinderbuch mit einer tiefen, warmherzigen Geschichte. Es ist spannend, berührend und ein echtes Mutmachbuch. Wir würden es jederzeit weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Rechnen macht Spaß 😉

Rechnen NERVT! – Mathe? Ohne mich! (Rechnen NERVT! 1)
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Der witzige Schreibstil und der kindgerechte Humor sorgen dafür, dass die Kinder gerne weiterlesen (aber auch als Vorlesebuch ist es sehr geeignet). Das Buch bringt einen immer wieder zum schmunzeln und ...

Der witzige Schreibstil und der kindgerechte Humor sorgen dafür, dass die Kinder gerne weiterlesen (aber auch als Vorlesebuch ist es sehr geeignet). Das Buch bringt einen immer wieder zum schmunzeln und dadurch bleibt die Motivation, der Geschichte zu folgen, durchgehend erhalten.

Die Rechenaufgaben von Konstantin Kukerluk sind sinnvoll in die Handlung eingebettet und wirken dadurch nicht wie „Pflichtübungen“, sondern wie ein natürlicher Teil der Geschichte. Falls man nicht möchte, kann man die Aufgaben auch übergehen. Die Auflösung folgt direkt auf der folgenden Seite.
Ich habe das Buch sowohl mit meinem achtjährigen Sohn als auch zu Teilen in meiner zweiten Klasse gelesen. Aus meiner Sicht eignet es sich gut für starke zweite Klassen bis hin zu schwächeren vierten Klassen. Einige Aufgaben sind durchaus anspruchsvoll, aber durch die motivierende Rahmengeschichte gut zu bewältigen.

Besonders gelungen ist die niedliche, liebevolle Erzählweise. Die Illustrationen sind wundervoll, aber nicht überladen, was ich sehr positiv sehe: Sie lockern den Text auf, lenken aber nicht vom Inhalt oder vom Rechnen ab.

Insgesamt ist das Buch eine gelungene Mischung aus Geschichte, Humor und Mathematik. Es zeigt Kindern, dass Rechnen nicht nerven muss – und eignet sich besonders gut für Mathemuffel, die Zahlen bisher eher skeptisch gegenüberstehen. Aber auch Mathegenies kommen hier auf ihre Kosten.

Sehr zu empfehlen für zu Hause und auch für die Arbeit in der Schule.
Toll wären vielleicht noch optionale Arbeitsblätter, die in der Schule eingesetzt werden können.

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