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Veröffentlicht am 13.01.2021

Durchwachsen

Ratgeber für digitale Nomaden / Gestrandet – Tagebuch aus der Bucht
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Balcik arbeitet schon seit mehreren Jahren ohne richtigen festen Wohnsitz, meist aus ihren Segelboot aus. Hierzu gibt sie ihre Alltagstipps, wie man erst einmal beginnt. Dass man sich eben erst einmal ...

Balcik arbeitet schon seit mehreren Jahren ohne richtigen festen Wohnsitz, meist aus ihren Segelboot aus. Hierzu gibt sie ihre Alltagstipps, wie man erst einmal beginnt. Dass man sich eben erst einmal frei von allem macht, was einen an einen festen Wohnsitz bindet: Wlan, Telefon etc. Anschließend gibt sie Tipps, wie man es mit der Post und Sim-Karten handhaben kann.
Der erste Teil war wirklich positiv. Danach jedoch hat mir das Buch nicht mehr wirklich viel gebracht, um selbst eine digitale Nomadin zu werden. Sie erklärt, dass man Laptop/Smartphone/...direkt mit Kabeln immer in einer Arbeitstasche haben sollte, sollte man einmal nicht im "Segelboot" arbeiten wollen. Darauf sollte jeder sinnvoll denkende Mensch kommen können. Gegen Ende erzählt sie von ihren Programmen, die sie auf ihren Arbeitsgeräten installiert hat und wie sie ihre Freizeit verbringt. Solange ich jedoch eben nicht wie sie eine Lektorin bin, bringt mir auch dieses Wissen nicht viel. Zum Schluss schwärmt sie vom Leben auf dem Boot, wobei es natürlich auch Nachteile birgt aufgrund von Platzmangel etc. Und jeder wird individuelle Hobbys haben, auf diesen Freizeitsabschnitt hätte man auch sparen können...

Insgesamt ist also noch sehr viel Luft nach oben. Vieles war mir zu viel Tagebuch ohne nützliches Wissen, das ich mir selbst aneignen könnte. Sie erwähnt viele wichtige Dinge nur kurz ohne zu erklären, was es für Problemlösungen gibt und welche sie für am geeignetsten findet. Hier wäre mehr Direktheit und Offenheit nützlicher als Erwähnungen wie "Krankenversicherung", "Steuern", etc.

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Veröffentlicht am 07.01.2021

Durchwachsen

Immer montags beste Freunde
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Dieses Buch verdeutlicht mal wieder, dass der Mensch entweder zum Elternwerden ein Zertifikat erhalten müsste, für das die Fähigkeiten getestet werden oder tatsächlich ein Grundeinkommen eingeführt werden ...

Dieses Buch verdeutlicht mal wieder, dass der Mensch entweder zum Elternwerden ein Zertifikat erhalten müsste, für das die Fähigkeiten getestet werden oder tatsächlich ein Grundeinkommen eingeführt werden muss, wobei jeder wirklich auch nur an sein Geld herankommen sollte - sei es ein Baby von 2 Monaten. Kein Elternteil sollte die Befugnis des Grundeinkommens des Kindes erhalten. Lesen Sie das Buch - auch nur die Leseprobe und Sie werden verstehen, warum ich so denke.

Inhaltlich: Manche Drogenabhängige sind einfach nur absolut verantwortungslos! Laura Schroff, Mitte 30, Karrierefrau läuft an Maurice, einem bettelnden Kind vorbei und kehrt wieder zurück, um mit ihm gemeinsam beim McDonalds zu essen. Anschließend treffen sie sich über Jahre hinweg jeden Montag und es entsteht eine einzigartige Freundschaft.

Kritik: Zwar folgt ab der Mitte des Buchs das Interessante, indem wir mehr über Lauras Geschichte erfahren und lesen, dass ihr Leben gar nicht so heile Welt ist, wie zunächst vermutet, sondern sie sogar ein ganz ähnliches Schicksal wie Maurice verbindet. Jedoch wurde mir ihr Teil dann doch zu viel und insgesamt hatte ich das Gefühl, dass ich kaum etwas über die Freundschaft gelesen habe, sondern nur über ihre Privatleben getrennt voneinander. Auch, dass sie zwar immer wieder betont ihn zu lieben wie einen Sohn und besten Freund, ist in manchen Szenen nicht ganz nachzuvollziehen, da sie ihn von wichtigen Ereignissen ausschließt, was für mich unverständlich ist. Daher scheint mir die Freundschaft auch für nicht wirklich real. Es kommt mir eher so vor, als ob sie es für ihr Gewissen tut und damit sie andere eben anerkennen für ihre Almosen.

Schade. Ich bin wirklich enttäuscht. Statt bspw. einem Autoren als Co-Autor hätte ich mir auch eher die Sichtweise von Maurice gewünscht. Wie er all das erlebt hat und das dann auch in seinen Worten wiedergibt... Das Buch ist thematisch also wirklich interessant, aber in der Umsetzung nicht wirklich gut gelungen.

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Veröffentlicht am 30.12.2020

Für Glutenfreie und Hobbyköche geeignet

Die Hormon-Balance-Diät
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Der Diät-Ratgeber ist in 3 Abschnitte geteilt. Als erstes erfährt man, was Hormone sind, welche man als Frau hat und was wohl nicht ganz in Ordnung ist - je nach Problemzone. Zudem gibt es auch immer einen ...

Der Diät-Ratgeber ist in 3 Abschnitte geteilt. Als erstes erfährt man, was Hormone sind, welche man als Frau hat und was wohl nicht ganz in Ordnung ist - je nach Problemzone. Zudem gibt es auch immer einen kurzen Test, um selbst zu kontrollieren, ob man tatsächlich bspw. ein Problem mit Cortisol hat.

Im zweiten Kapitel folgt ihr Balance-Programm. Hier erklärt sie, welche Sportarten für die bestimmten Typen geeignet sind und welche Lebensmittel bevorzugt werden sollten.

Als letztes und das bildet den Hauptteil des Buchs, widmet sie sich den Rezepten. Diese sind allesamt glutenfrei. Während meine Schwester an einer Glutenunverträglichkeit leidet und von den meisten Rezepten (sie mag keine Garnelen) ganz begeistert war, hielt sich meine Begeisterung eher in Grenzen. Hauptsächlich erlaubt sind nämlich: Pseudogetreide wie Linsenmehl, Hirse, Quinoa, Chia etc. Tabu sind dagegen Kartoffeln, Weizen-, Roggen- und Vollkornmehl. Ergo: Man kann kaum ein konventionelles Brot zu sich nehmen. Ihr Brot besteht hauptsächlich aus Flohsamenschalen...

Gleichzeitig dauern viele Rezepte lang. Man muss sie teilweise über Nacht 12h quellen lassen. Wenn ich Hunger habe, muss ich spätestens nach einer halben Stunde einen vollen Teller auf meinem Tisch sehen... Das dauert mir viel zu lange hier.

Insgesamt ist der Teil jedoch ein guter Misch aus Frühstück, Smoothies, Bowls, Suppen, süßen Snacks und Mittagessen. Alle Kuhmilchprodukte werden durch Schafsmilch- oder Ziegenmilchprodukte ersetzt. Damit kann ich leben. Zwar ist mir der Geschmack von Ziege zu intensiv, aber gegen Feta, Haloumi etc. habe ich nichts auszusetzen. Ich werde also dennoch mal das ein oder andere Rezept nach meinem Geschmack und meinen Vorlieben umsetzen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich wahrscheinlich sowieso nie an ein Rezept zu 100% gehalten :D

Fazit: Ich bin ernüchtert. Aber vor allem, weil auch sehr viele Rezepte Ei-lastig sind. Ich vertrage keine Eier... Zudem sind viele Rezepte nicht gerade vegetarier- (vegan-) freundlich. Zwar gibt sie gern auch Alternativen an, jedoch hält sie sich hier leider zurück und empfiehlt unter den Tisch auch nicht wirklich diese Essgewohnheiten meinem Gefühl her. Daher werden Vegetarier/Veganer wohl ebenfalls ernüchtert sein. Für alle anderen jedoch, die gern lange in der Küche stehen und auch nichts gegen Pseudomehl haben und gern orientalisch und südeuropäisch kochen, denen kann ich das Buch wärmstens vom Herzen empfehlen. - Zudem denke ich, dass man allein von so viel Vorbereiten/Kochen wohl abnehmen wird :D

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Veröffentlicht am 25.12.2020

Solider Aufräumratgeber

Der Aufräum-Kompass
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Der Aufräumkompass ist ein solider Aufräumratgeber mit vielen hilfreichen Tipps zum Ausmisten und Ordnung halten und DIY-Tricks für den kleinen Geldbeutel.

Meinung: Anfangs eine ausufernde Einleitung. ...

Der Aufräumkompass ist ein solider Aufräumratgeber mit vielen hilfreichen Tipps zum Ausmisten und Ordnung halten und DIY-Tricks für den kleinen Geldbeutel.

Meinung: Anfangs eine ausufernde Einleitung. 1 Kapitel statt 2 hätten es auch getan und vor allem - weniger Privates...

Beim Thema Ausmisten gibt sie direkt an ein MarieKondo Fan der ersten Stunde zu sein und komplett nach ihrer Philosophie zu leben. Daher: Solltet ihr schon katastrophale Erfahrungen mit der KonMari Methode gesammelt haben, dann wird dieses Werk euch auch keine freunde schenken. Insgesamt besticht das Werk sehr durch MarieKondo Werbung. Sie ist in meinen Augen fast schon besessen von ihr. Also als blutjunger Anfänger hat man wohl mehr davon erst einmal MarieKondos Werke zu lesen statt diesem. Ich kann mir vorstellen, dass Kondo mehr auf das Aufräumen und co. eingeht.

Viele DIY-kann ich nicht machen, weil mir die handwerklichen Utensilien komplett fehlen (Säge, Schleife, etc. und ich will sie mir nicht anschaffen/leihen, wenn es kaputt geht, muss ich auch noch das bezahlen!) und die, die ich mit einem Low-Budget und no Equipment machen könnte, haben mir einfach nicht gefallen, da sie in meinen Augen unpraktisch waren.

Wer jedoch wirklich einmal das Haus von Grund auf auf Vordermann bringen will, dem ist das Buch zu empfehlen. Im Grunde hat mir das Buch aber die Augen geöffnet und gelehrt, dass ich eigentlich ein sehr ordentlicher Mensch bin. Das war auch eine schöne Lektion.

Sie gibt viele, leichte, psychologische Ansätze, woran es liegen könnte, dass man unordentlich ist und Tipps, wie man auf diese Ursache kommen kann und an ihr arbeiten kann, um geerdeter, ruhiger und befreiter zu leben.

Inhaltlich erklärt sie, wie man ausmistet, am besten diese neue Ordnung dauerhaft hält und am besten auf öko-Basis putzt. Viele Dinge, die sie nennt, sollte ein normaler Menschenverstand schon selbst wissen und routiniert beherrschen, jedoch kann ich mir insbesondere bei der Generation HotelMama bis 30 vorstellen, dass sie eben wirklich keine Ahnung haben, wie der Kühlschrank bei Mama stets gefüllt war und jetzt alleinlebend eben nicht mehr magischerweise rappelvoll ist. Aber die Putzmitteltricks werden definitiv bei mir alsbald möglich Einzug bei mir finden. Mich nerven die x Sprühflaschen unter meiner Spüle. Ein selbstgemachter Mix, der auch noch schonend für die Umwelt ist, kommt mir da wirklich sehr gelegen.

Gegen Ende des Buchs ist mir der Gedanke gekommen, dass das ganze Buch jedoch schon etwas ridiculous ist. Sie erklärt, wie man saubermacht: staubsaugen, Bad und Küche wischen, einkaufen etc. an ihrem sogenannten "Saubersamstag" und all das würde sie wöchentlich auf Instagram posten und positive Rückmeldung erhalten. Ergo: Wir leben in einem Zeitalter, in der wir selbst nicht mehr auf die Idee kommen, dass man putzen und einkaufen muss? Bzw. wie man es tatsächlich bewerkstelligt? Da bleibt mir nur noch die Frage hängen: Wird die Menschheit durch den technologischen Fortschritt eigentlich intelligenter oder ist das Gegenteil der Fall?

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Veröffentlicht am 25.12.2020

Liebesroman mit ernstem Hintergrund

Das Gewicht von Seifenblasen
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Die ersten 20 Seiten waren zäh, dann konnte ich jedoch das Buch kaum aus den Händen legen.

Inhaltlich: Lizas Schwester Becca ist schwer krank und ringt nahezu seit ihrer Geburt täglich mit dem Tod. Seit ...

Die ersten 20 Seiten waren zäh, dann konnte ich jedoch das Buch kaum aus den Händen legen.

Inhaltlich: Lizas Schwester Becca ist schwer krank und ringt nahezu seit ihrer Geburt täglich mit dem Tod. Seit einem zusätzlichen Schicksalsschlag ihrerseits hat Liza der Liebe abgeschworen und datet nur noch aus Spaß ohne erste Hintergedanken - bis River, ein Medizinstudent und neuer Assistenzarzt von Becca daherkommt...

Rezension: Sich mit der Protagonistin zu identifizieren wird jedoch in dem Punkt schwer, da sie es zwar nie direkt ausspricht, jedoch klar ist, dass sie aus einer wohlhabenden Familie stammt. Sie studiert in NY, wohnt nicht im Studentenwohnheim und ihre Schwester wird seit 25 Jahren therapiert. Die Krankenversorgung in Amerika ist eine Katastrophe, wenn man nicht reich ist. Aber jeder darf ja mal davon träumen ebenfalls im Geld zu schwimmen und in NY zu studieren und dann sich auch noch einen Arzt dabei anzulachen. + Großes Manko: ich war schon einmal in NY und freue mich immer wieder, wenn ich Romane lese, die in der Stadt stattfinden, damit ich selbst mental wieder zurückreisen kann. Jedoch hat mir hier das Feeling gar nichts von NY gegeben. Es wurden nur Klischees mit Stau und der Eisbahn im Central Park geliefert. Ich merkte direkt, dass Winter wohl leider sich mit der Stadt nicht wirklich gut auskennt. Das war schade. Bisschen mehr Insiderwissen hätten mir sehr gefallen.

Insgesamt: Inhaltlich alles etwas stark vorhersehbar. Spannung bleibt da recht liegen. Ein klassischer Liebesroman mit jedoch ernstem Hintergrund, der mir sehr gefallen hat, da er wirklich sehr wichtig ist.

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