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Veröffentlicht am 14.03.2020

Aufklärend

Unsichtbare Frauen
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"Unsichtbare Frauen - Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert" von Caroline Criado-Perez ist ein feministisches Werk über das Fehlen der Frauen in nahezu allen wichtigen ...

"Unsichtbare Frauen - Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert" von Caroline Criado-Perez ist ein feministisches Werk über das Fehlen der Frauen in nahezu allen wichtigen Bereichen.

Criado-Perez geht hierbei auf wissenschaftlich fundierten Fakten voran. Mit jedem fortschreitenden Kapitel erfährt man so viel Neues, das man bisher gar nicht bedacht hatte. Es gibt viel mehr Gebiete auf denen es gewaltigen Nachholbedarf gibt, das einem vor dem Lesen des Buchs gar nicht bewusst war.

Inhaltliche Themen, die sie anspricht sind unter anderem:

MeToo. Denn das geschieht nicht nur in der Schauspiel- und Modelbranche, sondern in jeder Branche. Frauen werden öfter nicht ernst genommen, belächelt, stummgeschaltet, als pure sexuelle Objekte wahrgenommen, sexistisch behandelt, erniedrigt...

Care-Arbeit: Aufgrund von Care Arbeit sind Frauen meist doppelt belastet und das auch noch unbezahlt und haben meist durch mehreren flexiblen Minijobs einen schlechteren steuerlichen Stand.

Fehlen von Frauen in allen Bereichen: Durch ihr Fehlen kommt es immer wieder zu Problemen, denn Männer denken meist gar nicht daran, was Frauen brauchen. Beispielsweise, dass es Frauen schwer fällt mit einem hochschwangeren Bauch einen langen Weg zurückzulegen, Treppen zu steigen, etc. Um noch ein Beispiel zu nennen: Nach einer Katastrophe wurden mehrfach Häuser errichtet ohne Küche! Einfach, weil in der Planung keine einzige Frau im Team war. Kaum zu fassen, dass man so etwas Wichtiges außer Acht lassen kann! / Autos werden nur mit männlichen Dummies getestet, sodass Männer eine viel höhere Chance haben lebend aus dem Wrack zu kommen als Frauen - die meist kleiner, zierlicher gebaut sind und weniger wiegen. Das ist ein Spiel mit dem Leben der Hälfte der menschlichen Bevölkerung der Welt!

Fazit: Das aufschlussreichste Buch, das ich je gelesen haben. Sehr empfehlenswert. Es klärt Frau und Mann auf, wie sehr die Welt von Männern auf die falsche Art und Weise dominiert wird und dabei ihnen gravierende Fehler unterlaufen - auf Kosten der Frauen. Für alle FeministInnen ein Muss.

Kleiner Kritikpunkt: Obwohl mein Wissenszuwachs enorm war, war ich auch ein wenig enttäuscht darüber, dass sie manche Punkte nicht bedacht hatte. Beispielsweise die Branche der Flugbegleiterinnen: Hier ist es für sie Pflicht High Heels und Bleistiftröcke zu tragen - was unbequem ist und zu Verletzungen führen kann aufgrund von Stolpern und Fallen und gar Knochen brechen, aber auf jeden Fall einer Fehlstellung der Zehen. Außerdem müssen sie Make-Up auftragen, lackierte Nägel (was hochgiftig ist) etc. Dieser Aufwand, der Zeit in Anspruch nimmt, wird nicht bezahlt, obwohl es Arbeit ist. Den Männern bleibt diese unbequeme Kleidung, das Verletzungsrisiko und das "Aufmachen" erspart.

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Veröffentlicht am 13.03.2020

Kompaktes Karma

Good Karma
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"Good Karma" von Simone und Adi Raihmann ist ein kompaktes Buch über gutes Karma und wie man das am besten im Leben erreicht.

Inhaltlich tauchen wie schon im Titel ein paar englische, leichte Begriffe ...

"Good Karma" von Simone und Adi Raihmann ist ein kompaktes Buch über gutes Karma und wie man das am besten im Leben erreicht.

Inhaltlich tauchen wie schon im Titel ein paar englische, leichte Begriffe auf. Man sollte das Buch aber leicht verstehen.

Mit diesem Buch ist erhält man alles, was das Karma-Herz begehrt: Rezepte (allerdings ohne Abbildungen), Yoga-/Atem-/Entspannungsübungen, ein Mandala und hilfreiche Tipps, wie man im Alltag deutlich mehr Karma Punkte sammeln kann.

Fazit: Viele hilfreiche Tipps für ein besseres, einfacheres Leben und vor allem friedvolleres Zusammenleben miteinander, die leicht in den Alltag zu integrieren sind, wie beispielsweise das Ausmisten und so auch den Kopf freikriegen oder das Kleingeld in eine Spendenbox zu werfen statt es im Geldbeutel erschwerend zu tragen, Zuhören statt auf Stummschalten und so Konflikte vermeiden, Denk positiv und es wird positiv etc. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 12.03.2020

Durchwachsen

Ritucarya
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"Ritucarya" von Kerstin Rosenberg und Lea Johanning ist ein moderner Ratgeber, um Ayurveda zu praktizieren.

Inhaltlich beginnt es mit der Intention zum Buch, Definition von Ayurveda und einem kurzen Test, ...

"Ritucarya" von Kerstin Rosenberg und Lea Johanning ist ein moderner Ratgeber, um Ayurveda zu praktizieren.

Inhaltlich beginnt es mit der Intention zum Buch, Definition von Ayurveda und einem kurzen Test, um zu entscheiden, welcher Ayurveda Typ man ist, sodass man von nun an das Leben besser ausrichten kann, was man in den verschiedenen Jahreszeiten essen und praktizieren sollte, um ein ausgeglicheneres Leben zu führen. Außerdem existieren noch ein paar gängige Yoga-Übungen und anschließend im Hauptteil Rezepte nach den Jahreszeiten unterteilt.

Fazit: Man sollte sich mit dem modernen Ayurveda befassen, denn das Buch ist eine grobe Zusammenfassung und kann ein wenig verwirren, falls man sich mit dem klassischen indischen Ayurveda befasst hat. Beispielsweise enthalten ein paar Rezepte Alkohol, obwohl im Fließtext noch empfohlen wurde möglichst auf Alkohol zu verzichten.

Allerdings ist abgesehen von der langen, gewöhnungbedürftigen, fast schon erschlagenden Einleitung und den meist unpassenden Abbildungen, ist der Rezeptteil wirklich empfehlenswert. Es gibt in Saisons eingeteilte Rezepte zu Getränken, Salaten, Hauptgerichten und Desserts. Mein Favorit ist der Bulgur mit Paprika und Oliven.

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Veröffentlicht am 23.02.2020

Reise quer durch Österreich und den Nahen Osten³

Über die Grenzen
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"Über die Grenzen" von Franz Paul Horn ist ein Buch über drei wahre Begebenheiten.

Paul reist mit zwei Freunden von Österreich aus in den Iran auf dem Fahrrad.

Filip flieht vor dem Krieg in Syrien.

Malek ...

"Über die Grenzen" von Franz Paul Horn ist ein Buch über drei wahre Begebenheiten.

Paul reist mit zwei Freunden von Österreich aus in den Iran auf dem Fahrrad.

Filip flieht vor dem Krieg in Syrien.

Malek flieht vor der Taliban in Afghanistan.

Die Kapitel wechseln sich ab mit dem Erzählten zwischen allen Geschichten. Paul integriert zudem noch chronologisch zu seinen Abschnitten Fotos. Die Abschnitte von Paul sind meist mit einer Prise Humor gewürzt, wobei er meist auch versucht das Leben in den jeweiligen Ländern und die Kultur näher zu bringen. Jedoch scheitert er gegen Ende, wenn es um den Iran geht, da er hier unter Österreichern bleibt und so leider es verpasst mit Landsleuten zu reden. Außerdem macht er noch eine 0815-Touri-Rundreise und fasst alles erlebte knapp zusammen und geht nur auf Klischees ein, nicht wirklich in die Tiefe.

Filips Geschichte ist zwar auch eine Flucht, aber sie ist viel leichter zu verdauen als die von Malek, da Filips Familie über Geld verfügt und Malek so ziemlich durch den gesamten Dreck gehen muss.

Fazit: Lesenswert für alle, die sich für Flucht und Reisen interessieren.

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Veröffentlicht am 12.02.2020

Wissenschaftlich fundiertes Kochbuch

Gemüse ohne Gift
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Dieser Ernährungsratgeber wendet sich an Übergewichtige, die abnehmen wollen, aber auch an chronisch kranke Menschen. Menschen, die bspw. an Diabetes Typ I erkrankt sind, Schmerzen, Magen-Darm Beschwerden ...

Dieser Ernährungsratgeber wendet sich an Übergewichtige, die abnehmen wollen, aber auch an chronisch kranke Menschen. Menschen, die bspw. an Diabetes Typ I erkrankt sind, Schmerzen, Magen-Darm Beschwerden haben und Schilddrüsenerkrankungen. Durch diese besondere Diät seien viele seiner Patienten wieder medikamentenfrei geworden.
Gundry erklärt, dass er selbst früher übergewichtig war und durch dieses Konzept 30kg verloren hat. Er ist Chirurg der Kardiologie und oftmals ist es risikoreich Übergewichtige am Herzen zu operieren. Daher empfiehlt er vielen Patienten erst einmal mit dieser Diät abzunehmen. Oftmals wäre im Anschluss auch gar keine Operation mehr nötig.
Die Grundeinstellung, die er bei seiner Diät neben dem Verzicht auf Lektine verlangt ist das Fasten. Hierfür gibt er aber immerhin zwei mögliche Optionen von denen man sich eine auswählen darf.
Außerdem sollte man kulinarisch offen gestellt sein und vor allem Avokados, Feigen, Ingwer, Eiern und insbesondere der asiatischen Küche nicht abgeneigt sein. Er nutzt bspw. sehr viel Kohl und Wurzelgemüse.
Zudem sollte man sehr viele Küchengeräte besitzen. Grundlage ist für viele Rezepte ein Schnellkochtopf (den ich nicht besitze). Dann noch Spiralschneider, Eismaschine, etc.
Positiv: Gundry erklärt mit wissenschaftlichem Hintergrund, was Lektin ist, warum es existiert und was es im Körper anrichtet.
Großes Plus an den Verlag, der nicht einfach stur ohne Nachzudenken übersetzt hat, sondern gerade für die deutsche Leserschaft fundiert recherchiert hat, wie es in Deutschland zum Thema XY (neben den USA) steht, und ob es alle Zutaten, die Gundry benutzt auch im deutschen Handel zu kaufen gibt.
Inhaltlich: Es gibt neben Frühstück, Hauptgerichten und Salaten auch Nachtisch (Süßes wie mein Favorit: Ingwer-Schoko-Brownies) auch Getränke.
Gundry verwendet oftmals Fisch/Fleisch in seinen Gerichten, jedoch geht er jedes Mal auch auf Vegetarier und Veganer ein und bietet Alternativen.
Kritik: Aufmachung: Die Textseiten sind alle auf der linken Seite sehr leerstehend. bei der rechten Buchseite mag das noch hilfreich sein, doch die linke Hälfte des Buchs ist dagegen nicht so gut durchdacht. Man muss so tief in den Falz lesen.
Die Anzahl der Portionen ist teilweise verwunderlich. Manchmal ergibt es 9 Portionen, dann 1-2 oder auch 4-6. Durchgängig etwa 4 Personen wäre sicherlich einfacher und definitiv einheitlicher.
Gundry schreibt einerseits: Man soll sich ausschließlich saisonal essen. Und gleichzeitig schreibt er, dass irgendwelche Palmenfrüchte erlaubt seien, von denen ich noch nie etwas gehört habe (geschweige denn deren Namen ich jemals korrekt aussprechen kann). Das kann doch nicht wirklich gesund sein, wenn mein Essen so lange Strecken bewältigen muss. Das ist dann nicht mehr frisch. Zu diesen - mir meist unbekannten - Mehlsorten, Nudeln, Obst- und Gemüsesorten schreibt er jedes Mal dazu, dass man diese meist in einem Asia-Shop findet oder im Internet. Ich vertraue dem Internet doch nicht meine Nahrung an. Ich bin jemand, der das Essen in die Hand nehmen muss, daran riechen, sehen und fühlen muss, ob sie noch frisch ist... Er schreibt, dass man auf Weidehaltung achten sollte beim Thema Fleisch. Jedoch denke ich mir, dass das ganze importierte Obst und Gemüse doch dann erst recht die weiten Wege nur mithilfe von Pestiziden "überlebt".
Außerdem empfiehlt er Fisch/Meeresfrüchte aus Wildfang zu essen. Hier hätte ich Bedenken wegen dem Mikroplastik (der vor allem durch Reifenabrieb entsteht und den würde ich ungern verzehren) in den Weltmeeren. Noch dazu verwendet er meines Gefühls nach ziemlich viele Fertigsaucen (Ich nutze niemals Fertigsaucen wg. künstlichen Aromen und Konservierungsstoffen).
Gerade als Vegetarier, der eingeschränkt ist, finde ich vieles widersprüchlich. Man soll bspw. wg. den gesunden Fetten "4 Eigelb, aber nur 1 Eiweiß" pro Tag zu sich nehmen. Vegetarier beziehen üblicherweise Proteine eben aus dem Eiweiß und es wäre ja zu schade um die 3 "verbotenen" Eiweiße (wobei er empfiehlt diese der Katze zu geben - Ich habe keine Katze).
Insgesamt basiert das Buch meines Gefühls her sehr fetthaltig. Außerdem finde ich es seltsam, dass ein Arzt empfiehlt eine "Silikon-Backform/matte" und Frischhaltefolie zu benutzen. Ich versuche tunlichst auf Plastik in meinem Essen zu verzichten. Daher konnte mich insgesamt Gundry leider nicht überzeugen. Zu verschieden sind unsere Grundansichten. Die Gefahren der Plastiknutzung sollten einem Arzt im 21. Jh. klar sein. Außerdem hat Plastik eine sehr lange Zersetzungsdauer und sehr schlechte Recyclingquote. Und es ist ja auch nicht so, als ob es keine Alternativen gibt. Die gab es nämlich auch schon vor der Erfindung des Plastiks.
Fazit: Das Buch ist sicherlich eine Neuentdeckung für Menschen, die schon einige Diäten probiert haben, aber noch nicht zufrieden sind. Und sicherlich eine wirklich gute Überlegung für diejenigen, die an den besagten Krankheiten leiden.
Für mich ist das Buch leider nichts. Von Fett wird mir schlecht, ich mag weder Eier noch Avokados. Gundry beschreibt, dass man von Lektinen krank wird und Blähungen und Magenbeschwerden bekommt. Bei mir ist das aber nicht der Fall. Ich bekomme von Fett und Frittiertem/Gebratenem (was sehr oft in den Rezepten vorkommt) Magenbeschwerden. Also das Buch ist empfehlenswert für Menschen, die High-Fat essen und Low-Carbohydrates.

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