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Veröffentlicht am 10.04.2025

✎ Monika Spang - Das große Gähnen

Das große Gähnen
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Wir haben uns das Buch „Das große Gähnen“ angeschaut, aber leider konnten wir damit nicht warm werden.

Die Geschichte spielt im Zoo, einem Ort, den wir aus ethischen Gründen grundsätzlich meiden. Unserem ...

Wir haben uns das Buch „Das große Gähnen“ angeschaut, aber leider konnten wir damit nicht warm werden.

Die Geschichte spielt im Zoo, einem Ort, den wir aus ethischen Gründen grundsätzlich meiden. Unserem Kind haben wir früh erklärt, warum wir solch eine Anlage nicht unterstützen möchten, und dieses Buch passt einfach nicht zu unseren Überzeugungen.

Auch die Illustrationen sprechen uns persönlich nicht besonders an. Natürlich ist das Geschmackssache, doch sie konnten uns einfach nicht begeistern.

Die Reime sind solide. Für ein dreijähriges Kind wirken sie stellenweise jedoch etwas zu lang und verlieren dadurch an Leichtigkeit.

Geschmäcker sind verschieden - für uns hat es einfach nicht gepasst.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 10.04.2025

✎ John Fardell - Der Tag, an dem Louis gefressen wurde

Der Tag, an dem Louis gefressen wurde
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Manche Bücher finden ihren Weg zu uns nicht über Empfehlung oder gezielte Suche - sondern durch Zufall. So war es auch mit „Der Tag, an dem Louis gefressen wurde“. Ich hatte das Cover immer mal wieder ...

Manche Bücher finden ihren Weg zu uns nicht über Empfehlung oder gezielte Suche - sondern durch Zufall. So war es auch mit „Der Tag, an dem Louis gefressen wurde“. Ich hatte das Cover immer mal wieder gesehen, den Titel gelesen, ein paar Stimmen gehört, die es als „lustig“ beschrieben. Doch irgendetwas daran ließ mich zögern. Vielleicht war es der Gedanke, dass es in einem Kinderbuch ums Gefressenwerden geht - was soll daran bitte witzig sein?

Also lag es erst einmal auf unserem Stapel ungelesener Bücher. Geduldig. Wartend.

Bis zu einem dieser Abende, an denen man einfach etwas Neues braucht. Ich griff danach, vielleicht ohne große Erwartungen - und las es meiner 7-Jährigen vor.

Und dann: haben wir gelacht. So ehrlich und herzlich, dass ich selbst überrascht war, wie leicht das Buch uns mitgenommen hat - in eine Welt voller aberwitziger Monster, skurriler Namen und liebevoll überzeichneter Szenen.

Was mich aber wirklich berührt hat, war nicht nur der Humor oder die kreative Ideenvielfalt, sondern die Beziehung zwischen den Geschwistern.

Louis wird gefressen. Ja. Und seine Schwester Sarah zögert keine Sekunde. Sie überlegt nicht, sie zaudert nicht - sie handelt. Sie folgt ihm, durch die Bäuche der Monster, über bizarre Wege und mit immer neuen Einfällen. Und das ohne einen Hauch von Angst oder Selbstmitleid.

Es ist diese Art von Geschwisterliebe, die mich beim Vorlesen ganz still werden ließ.
Dieses unerschütterliche Vertrauen.
Dieses füreinander Einstehen.
Diese Verbindung, die man nicht erklären kann - aber fühlen.

Die Illustrationen sind ebenfalls etwas ganz Besonderes. Auf jeder Seite gibt es liebevolle Details zu entdecken, kleine Hinweise auf das, was kommt, versteckte Gags, und so viel Fantasie, dass man sich darin verlieren möchte.

Für sehr sensible Kinder könnte die Geschichte vielleicht zu viel sein. Aber ich finde: Der Titel bereitet darauf durchaus vor. Mein Kind hat eine große Begeisterung für Monster, für das Schräge, das Wilde - und genau deshalb war dieses Buch für uns einfach perfekt.

Eine Geschichte, die zum Lachen bringt.
Zum Staunen.
Und - ganz leise - auch zum Nachdenken.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 08.04.2025

✎ Suzy Zail - Der Klang der Hoffnung

Der Klang der Hoffnung
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Ich hatte bereits vom Mädchenorchester in Auschwitz gehört und ein Buch einer Überlebenden gelesen. Daher war ich gespannt, was uns Suzy Zail für eine Geschichte rund um Hanna erzählt, die direkt beim ...

Ich hatte bereits vom Mädchenorchester in Auschwitz gehört und ein Buch einer Überlebenden gelesen. Daher war ich gespannt, was uns Suzy Zail für eine Geschichte rund um Hanna erzählt, die direkt beim Kommandanten aufspielen muss …

In meiner Familie gab es keine Zeitzeugen des Holocaust. Niemand musste fliehen oder hatte Kontakt zu Juden. Zumindest weiß ich davon nichts, denn in unserer Familie wurde dieses Thema nie angeschnitten. Als meine Uroma starb, war ich 15 - und zu der Zeit hatte ich leider andere Dinge im Kopf. Alles, was ich weiß, kommt also auch Büchern: Zeitzeugenberichte und erfundene Erzählungen.

Die Autorin beschreibt Hannas Leidensgeschichte sehr authentisch. Da sie die ich-Form gewählt hat und das Mädchen aus ihrer Warte berichtet, hatte ich zu jeder Zeit einen direkten Draht.
Ich habe die Hoffnung gespürt, das Leid, die Verzweiflung, die Freude.

Doch nicht nur die Familie des Mädchens steht im Mittelpunkt. Auch eine andere Person wird beleuchtet.
Suzy Zail hat versucht, anhand dieser darzustellen, wie sich eventuell für manche die andere Seite angefühlt haben muss. Dazu passend hat sie ein Zitat von Nelson Mandela an den Anfang gestellt:

»Niemand wird geboren als jemand,
der andere wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder ihrer Religion hasst.
Die Menschen müssen lernen zu hassen, und wenn sie hassen lernen können,
können sie auch lieben lernen,
denn Liebe empfindet das menschliche Herz viel leichter als ihr Gegenteil.« (5%)

Mit ihrer einfühlsamen Erzählweise ist ihr die Charakterisierung der einzelnen Handelnden wunderbar gelungen.

Ein Punkt, der mich viel zum Nachdenken veranlasst hat, ist der Zusatz auf dem Cover: „Die Geschichte einer unmöglichen Liebe.“ Von welcher Liebe wird hier gesprochen?

Ohne zu viel spoilern zu wollen: Für mich war bis zum Schluss eine Liebe zwischen Hanna und einem anderen Charakter nie von Bedeutung. Da habe ich sie eher zwischen 2 anderen Menschen gesehen.

Oder geht es um Hannas Liebe zur Musik? Denn im Konzentrationslager ist es tatsächlich unmöglich, dieser Liebe nachzugehen. Zwar bekommt Hanna die Chance, im Haus des Kommandanten Klavier zu spielen, doch eben nicht so, wie sie es gerne möchte. Denn natürlich sind bestimmte Lieder und Komponisten verboten. Doch alle, die sich selbst manchmal in der Musik verlieren, wissen, wie schwer es ist, nicht an das Lieblingsstück zu denken, in das man sich einfach fallen lassen kann - normalerweise.

Hier hat Frau Zail also zwei Gesichtspunkte aufgetan, die mich beim Lesen viel beschäftigt haben..

Das Ende ist eher offen gehalten. Ich persönlich fand das gut, denn so kann sich jede*r die Geschichte selbst weiter ausmalen.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 05.04.2025

✎ Mathias Berg - Die Kriminalistinnen 2 Acht Schüsse im Schnee

Die Kriminalistinnen. Acht Schüsse im Schnee
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„Der Tod des Blumenmädchens“ hatte mich ziemlich gut unterhalten, weswegen direkt der nächste Teil der Reihe vorübergehend bei mir einziehen durfte.

Erneut begleiten wir die Frauen auf ihren Wegen zu ...

„Der Tod des Blumenmädchens“ hatte mich ziemlich gut unterhalten, weswegen direkt der nächste Teil der Reihe vorübergehend bei mir einziehen durfte.

Erneut begleiten wir die Frauen auf ihren Wegen zu Kriminalbeamtinnen. Lucia steht noch immer im Mittelpunkt. Alles spielt sich rund um sie ab und es scheint, als könne ohne sie nichts laufen. Das hätte ich mir anders gewünscht, denn jede Frau hat ihre Stärken, die man mehr hätte einbringen können.
Bei den Charakteren gibt es eine enorme Weiterentwicklung.

Bereits in Band 1 gab es sehr viele (Neben)Schauplätze. Das hat der Autor auch dieses Mal wieder so gemacht. Für mich war es erneut zu überladen. Mindestens einen Strang hätte man weglassen können, ohne die Geschichte langweilig werden zu lassen. Ich denke sogar, dass der Fokus dann ein ganz anderer gewesen wäre und ich mehr hätte mitfiebern können. So schwand die Spannung streckenweise ein wenig.

Lokalkolorit und die Gepflogenheiten der 70er Jahre werden hier wunderbar wiedergegeben. Ich habe in dieser Zeit noch nicht gelebt und doch spielte sich durch die bildhaften Beschreibungen ein Film vor meinem inneren Auge ab.
Rauch- und Trinkverhalten, die Stellung der Frau, Paragraph 175 - dies sind nur ein paar Beispiele, die Mathias Berg authentisch in die Erzählung einflicht.

Am Ende gibt es einen richtig fetten Cliffhanger und auch hier bleiben einige Fragen offen, die hoffentlich im Finale der Trilogie beantwortet werden.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 04.04.2025

✎ Mathias Berg - Die Kriminalistinnen 1 Der Tod des Blumenmädchens

Die Kriminalistinnen. Der Tod des Blumenmädchens
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Ich hatte dieses Buch vor einer Ewigkeit bereits gelesen, konnte mich jedoch an nichts mehr erinnern. Durch Zufall habe ich das Hörbuch in der Onleihe entdeckt und direkt angeschmissen.

Ich kenne mich ...

Ich hatte dieses Buch vor einer Ewigkeit bereits gelesen, konnte mich jedoch an nichts mehr erinnern. Durch Zufall habe ich das Hörbuch in der Onleihe entdeckt und direkt angeschmissen.

Ich kenne mich mit den 60er Jahren nicht besonders gut aus, da ich bisher eher wenige Romane aus dieser Zeit gelesen habe. Allerdings kenne ich mich in Düsseldorf ein wenig aus, da ich dort zehn Jahre meines Erwachsenenlebens verbracht habe.

Mathias Berg brachte mir auf authentische Weise die Flower-Power-Ära näher. Auch das Leben zur damaligen Zeit wird bildreich beschrieben, und es gibt viel Lokalkolorit. Ich habe mich besonders über die bekannten Namen der Düsseldorfer Stadtteile und Kneipen gefreut.

Der Autor möchte unheimlich viel: Lucias Familiengeschichte wird ausgepackt, ihre Kolleginnen haben (fast) alle irgendein großes Päckchen zu tragen, und der Kriminalfall ist auch Teil der Geschichte. Das wirkt an einigen Stellen sehr überladen und rückt den eigentlichen Plot streckenweise ziemlich in den Hintergrund.

Im Großen und Ganzen fand ich die Geschichte authentisch, doch die Handlungen Lucias konnte ich nicht immer nachvollziehen.

Am Ende bleiben ein paar Fragen offen, die sicher in den nächsten Bänden aufgelöst werden.

Mich hat der Start gut unterhalten, weswegen direkt der nächste Teil einziehen darf.

©2025 Mademoiselle Cake

Zitat:

»Es gibt kein falsches Buch, es gibt nur Menschen, die mit einem Buch nichts anfangen können.« (40%)