✎ Lucy Foley - Sommernacht
SommernachtVor zehn Jahren habe ich bereits einmal ein Buch von Lucy Foley gelesen. Welches das war? Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht mehr. Es hat einfach keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Als ich nun auf ...
Vor zehn Jahren habe ich bereits einmal ein Buch von Lucy Foley gelesen. Welches das war? Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht mehr. Es hat einfach keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Als ich nun auf das Hörbuch „Sommernacht“ stieß, war meine Neugier dennoch geweckt - ein Thriller, klang vielversprechend. Also habe ich es ausprobiert.
Was mir zunächst positiv aufgefallen ist: Die Produktion des Hörbuchs ist wirklich gelungen. Die einzelnen Charaktere werden von verschiedenen Sprecherinnen vertont, was das Zuhören angenehm abwechslungsreich macht. Vor jedem Perspektivwechsel wird klar gesagt, wer gerade spricht und in welcher Rolle die Person auftritt (z. B. Braut, Brautjungfer, Begleitung …). Das war gerade bei der Vielzahl an Figuren hilfreich und sorgte dafür, dass ich stets den Überblick behalten konnte.
Auch die Beschreibungen der Insel, auf der die Geschichte spielt, fand ich atmosphärisch dicht. Ich konnte mir die Umgebung gut vorstellen und hatte beim Hören ein klares Bild vor Augen.
Leider war’s das dann auch schon mit den Pluspunkten.
Denn als Thriller konnte mich „Sommernacht“ nicht überzeugen. Spannung? Kaum. Stattdessen viele Rückblenden und lange Passagen, in denen die Vergangenheit der Figuren beleuchtet wird. Gegen Ende versucht Foley zwar, Tempo aufzubauen - bei mir entstand jedoch eher der Eindruck, eine Gruppe von Menschen mit komplexen emotionalen Hintergründen zu begleiten, als einem nervenaufreibenden Thriller zu folgen.
Hinzu kommen eine Vielzahl an Klischees und Figuren, die für mich allesamt austauschbar wirkten. Keine einziger der Protagonistinnen hatte für mich einen wirklich markanten, erinnerungswürdigen Charakter.
Immerhin: Das Ende hat mich dann doch noch ein Stück weit berührt. Es war ein kleiner Lichtblick nach einer ansonsten eher schleppenden Handlung, die mir zunehmend konstruiert erschien.
Fazit: Wer einen echten Thriller sucht, sollte seine Erwartungen runterschrauben. Wer hingegen ein dramatisch inszeniertes Beziehungsgeflecht auf einer abgelegenen Insel hören möchte, könnte hier vielleicht fündig werden.
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