Profilbild von Jecke

Jecke

Lesejury Star
offline

Jecke ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Jecke über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.03.2025

✎ Anna Schindler & Katrin Dageför - Valentins Wunderbaum

Valentins Wunderbaum
0

Irgendwie sind weder mein Kind noch ich so richtig in der Geschichte angekommen …

Wir begleiten Valentin, der eine Traumbohne pflanzt, aus der dann ein Traumbaum wird. Warum der Titel „Valentins Wunderbaum“ ...

Irgendwie sind weder mein Kind noch ich so richtig in der Geschichte angekommen …

Wir begleiten Valentin, der eine Traumbohne pflanzt, aus der dann ein Traumbaum wird. Warum der Titel „Valentins Wunderbaum“ heißt, erschließt sich mir nicht.

Der Text ist ziemlich ungewöhnlich für dieses Genre. Er beschreibt genau, was auf den Bildern zu sehen ist. Das ist zum einen ziemlich langweilig in seiner Masse. Zum anderen gibt es so kaum etwas selbst zu entdecken, weil man ja immer schon mit der Nase drauf gestoßen wird.
Die Illustrationen sind eher schlicht und einfach gehalten, sodass man selbst nach winzigen Details vergebens Ausschau hält.

Dass in solch einem Kinderbuch dem sehr jungen Protagonisten Zigarren und Alkohol während eines Glücksspiels angeboten werden, erschreckt mich sehr. Die Situation hätte man anders darstellen können.

Zudem sind mir die schlechten Träume ein wenig zu schnell abgehandelt wurden.

Ich als Erwachsene habe die Botschaften à la „das Wichtigste im Leben ist …“ erkannt und auch verstanden. Mit meinem Kind musste ich erst intensiv darüber sprechen. Doch dann haben wir gesehen, dass für alle etwas anderes wichtig ist im Leben.
Dies zumindest gibt das Bilderbuch bereits den Kleinsten mit auf den Weg.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 15.03.2025

✎ Hans de Beer - Kleiner Eisbär, wohin fährst du?

Wohin fährst du, kleiner Eisbär?
0

Hans de Beer ist mir vom Namen her schon lange ein Begriff. Dieses dünne Büchlein war nun das erste von ihm, was bei uns eingezogen ist.

Leider musste ich beim Klappentext kurz schlucken, denn: Afrika ...

Hans de Beer ist mir vom Namen her schon lange ein Begriff. Dieses dünne Büchlein war nun das erste von ihm, was bei uns eingezogen ist.

Leider musste ich beim Klappentext kurz schlucken, denn: Afrika ist KEIN Land. Das weiß sogar meine 7-Jährige.

Die Geschichte an sich ist sehr süß gemacht.
Erstmal hat man Angst um Lars, weil er ganz alleine davon treibt. Doch dann findet er sehr schnell helfende Tiere.
Am Schluss hat der kleine Eisbär gelernt, dass es mehr Farben als nur Weiß gibt, dass sich Tiere unterschiedlich anfühlen und was es noch so für Tiere außerhalb seiner Heimat gibt.

Die ausdrucksstarken Illustrationen begleiten das Geschriebene wunderbar.
Die Farben sind sehr harmonisch. Und vor allem sind die Tiere und deren Umgebung naturgetreu wiedergegeben. Allein deshalb wurde es bei uns mehrfach durchgeblättert.

Es ist zwar unser erstes Werk vom Autor gewesen, doch gewiss nicht das letzte.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 14.03.2025

✎ Alexandra Kui - Was hast du nur getan?

Was hast du nur getan?
0

Wenn man das Cover von „Was hast du nur getan?“ anschaut, wird man, wenn man sie kennt, direkt an die Jugendthriller von Karen M. McManus erinnert. Eine gute Marketingstrategie? Wir werden sehen …

Ich ...

Wenn man das Cover von „Was hast du nur getan?“ anschaut, wird man, wenn man sie kennt, direkt an die Jugendthriller von Karen M. McManus erinnert. Eine gute Marketingstrategie? Wir werden sehen …

Ich hatte ein paar Probleme, in der Geschichte anzukommen. Der Schreibstil ist außergewöhnlich. Viele kurze Sätze. Das hat es anfangs für mich ein bisschen abgehakt klingen lassen. Irgendwann hatte ich mich daran gewöhnt und es war für die Story passend.

Von den Personen und der Umgebung gibt es nur wenige Beschreibungen, sodass alles sehr blass blieb. Gerade die Mitglieder der Gang hätten feiner herausgearbeitet werden können.
Von manchen Charakteren habe ich noch immer kein Bild vor Augen, obwohl die Autorin versucht hat, einzelne Merkmale hervorzuheben. Da es jedoch sehr viele sind, verschwimmen die Beschreibungen immer wieder.

Bei einem Thriller ab 14 Jahren darf man als Erwachsene nicht zu viel erwarten. Das war aber auch gar nicht mein Anspruch. Ich wollte am Ende des Tages lediglich mitreden können, falls dieses Buch in unserer Schulbibliothek ausgeliehen werden wird.

Dennoch fehlte mir viel Genretypisches: ein Höhepunkt, Plottwists, der Knall am Ende, Tempo.
Man dreht sich manchmal gefühlt im Kreis, weil nichts Neues passiert.

Alexandra Kui hat sehr viele Themen aufgegriffen, die in diesem Alter zum Alltag gehören: die Herausforderungen und Probleme der Jugend, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Arm und Reich, Drogen, Selbstfindung, …
Einiges davon wurde tiefgründig angegangen und wunderbar verarbeitet, anderes hat sie im Sande versacken lassen.
Mir war das an manchen Stellen zu unausgereift.

Ich hatte mich auf einen rasanten Jugendthriller gefasst gemacht, den ich in unserer Schulbibliothek ein- und ausgehen sehe. Nun bin ich jedoch gespannt, wie die Zielgruppe ihn tatsächlich aufnimmt …

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 14.03.2025

✎ Dagmar Geisler - Weinen, lachen, wütend sein - dafür bin ich nicht zu klein!

Weinen, lachen, wütend sein - dafür bin ich nicht zu klein!
0

Wir hatten damals das Buch ausgesucht, weil wir dachten, unserem Kleinkind so näher bringen zu können, dass alle Gefühle ok sind und gelebt werden dürfen und was eventuell in einem selbst passiert, wenn ...

Wir hatten damals das Buch ausgesucht, weil wir dachten, unserem Kleinkind so näher bringen zu können, dass alle Gefühle ok sind und gelebt werden dürfen und was eventuell in einem selbst passiert, wenn man zum Beispiel wütend ist.

Die Illustrationen sind super. An den Gesichtern erkennt man stets die jeweilige Emotion.
Die Farben sind kräftig und die dargestellten Situationen nicht überladen.

Die Reime gefallen uns ebenfalls meistens gut. Es gibt zwei Stellen, die ein bisschen holprig sind, doch ansonsten transportieren sie das Gezeichnete klar und deutlich.

Die Gefühle, die im Buch angesprochen werden, kennt mein Kind aus dem Alltag.
Ein bisschen ungünstig finde ich, wenn mehrere Geschehnisse auf einer Doppelseite verortet sind. Man kommt dann gar nicht dazu, darüber zu reden, weil es zu viel ist.

Ansonsten hat uns die Lektüre gut gefallen und mein Kind wollte sie ständig vorgelesen bekommen.

Als Mama habe ich vor allem den positiven Effekt gesehen, dass mein Kind verstanden hat, dass alle die gleichen Gefühle haben (dürfen). So wird Empathie und Verständnis füreinander und Akzeptanz sich selbst gegenüber gefördert.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 13.03.2025

🍰 Peter H. Reynolds - Der Punkt

Der Punkt
0

Ich liebe dieses Buch.

Jedes Mal, wenn ich es zur Hand nehme, zaubert es mir ein Lächeln ins Gesicht.
Es ist nicht nur die Tatsache, dass Ina ernst genommen wird, sondern auch, wie sie sich entwickelt. ...

Ich liebe dieses Buch.

Jedes Mal, wenn ich es zur Hand nehme, zaubert es mir ein Lächeln ins Gesicht.
Es ist nicht nur die Tatsache, dass Ina ernst genommen wird, sondern auch, wie sie sich entwickelt. Gerade der Schluss fühlt sich wie eine liebevolle Umarmung an.
Wenn man dieses Werk in pädagogischen Einrichtungen einsetzt - dabei spielt für mich das Alter schon fast keine Rolle -, bin ich davon überzeugt, dass man sehr viel Gutes bewirken kann.

Meinem Mädchen hat es das Selbstvertrauen zurückgegeben, welches kurzzeitig abhanden gekommen war, weil sie nicht „so schön wie Papa“ malen kann.
Ihr zu erklären, dass Schönheit jede*r anders empfindet und dass man üben muss, um besser zu werden, war nicht genug. Als wir dann jedoch dieses Buch anschauten und erlebten, wie Ina wieder an sich glaubte und was Tolles daraus entstand, war auch in ihr der Ehrgeiz von Neuem geweckt.

©2025 Mademoiselle Cake