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Veröffentlicht am 17.03.2023

✎ Dayan Kodua - My Black Skin 2 Lebensreisen

"My Black Skin: Lebensreisen"
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Der Gratitude Verlag ist dafür bekannt, Geschichten von Schwarzen sichtbar zu machen. Wir haben bereits "Emmanuels Traum" und "Odo und der Beginn einer großen Reise" in unseren Regalen stehen. Zwei starke ...

Der Gratitude Verlag ist dafür bekannt, Geschichten von Schwarzen sichtbar zu machen. Wir haben bereits "Emmanuels Traum" und "Odo und der Beginn einer großen Reise" in unseren Regalen stehen. Zwei starke Geschichten über starke Schwarze Kinder.

In "My Black Skin: Lebensreisen" begleiten wir dieses Mal Schwarze Erwachsene.

Alle 22 Menschen werden durch zwei sehr ausdrucksstarke Fotografien sichtbar gemacht. Es ist meist nichts zu sehen außer der Mensch selbst. Sie wirken stark, kämpferisch, glücklich, motivierend.

Die Texte zu den Bildern sind ehrlich, eindringlich und augenöffnend. Wir lernen darin unterschiedliche Persönlichkeiten kennen. Dass es bei diesem Format nicht sonderlich in die Tiefe gehen kann, ist überhaupt nicht wichtig. Wichtig ist, dass wir hier einen Einblick in verschiedene Wege bekommen. Dass Rassismusbetroffene sehen, dass es nicht immer leicht sein muss, um am Ziel anzugelangen.

Dass die Niederschriften sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch zu lesen sind, war für mich erstmal wenig nachvollziehbar. Doch ich bin eine weiße Deutsche. Ich bin nicht die Hauptzielgruppe. Menschen mit Migrationshintergrund, die vielleicht noch nicht so super Deutsch können, wird es eine enorme Hilfe sein. Auch konnte ich mich direkt mit meinem Partner, der kein Deutsch spricht, über die Texte austauschen.

Ich denke, am Interessantesten wird dieser Bildband für Schwarze sein. Erwachsene, die derzeit an sich zweifeln. Jugendliche, die vielleicht noch nicht wissen, wohin ihre Reise gehen soll. Kinder, die (tagtäglich) mit Rassismus zu tun haben und eine Stütze brauchen, die ihnen zeigt: Glaub an dich! Du schaffst das!

Dayan Kodua hat es auf alle Fälle (erneut) geschafft, Schwarze Charaktere in den Fokus zu rücken. Menschenfeindlichkeiten müssen sichtbar gemacht und ihnen muss die Stirn geboten werden.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 13.03.2023

✎ Mary E. Garner - Das Buch der gelöschten Wörter 2 Zwischen den Seiten

Das Buch der gelöschten Wörter - Zwischen den Seiten
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Nachdem ich "Der erste Federstrich" beendet hatte, wollte ich wissen, wie es mit der Bücherwelt weitergeht. Ich hoffte auf ein bisschen mehr Tempo, doch im 2. Band geht es genauso weiter wie es im 1. begonnen ...

Nachdem ich "Der erste Federstrich" beendet hatte, wollte ich wissen, wie es mit der Bücherwelt weitergeht. Ich hoffte auf ein bisschen mehr Tempo, doch im 2. Band geht es genauso weiter wie es im 1. begonnen hat - gemächlich ...

Mary E. Garner wiederholt oft vergangene Handlungen oder Zusammenhänge. Das mag hilfreich sein, wenn man lange auf eine Fortsetzung warten muss oder wenn die Handlungen sehr komplex sind. Beides ist hier jedoch nicht gegeben. Alle 3 Teile erschienen im selben Jahr und die wichtigsten Auftritte sind überschaubar.

Dass Hope über 40 Jahre alt sein soll, merkt man ihr mit keiner Zeile an. Da hätte ich mir manchmal etwas weniger Jugendhaftes und mehr Erfahrung gewünscht. Ansonsten hätte man direkt eine Protagonistin nehmen können, die der Zielgruppe eher entspricht.

Generell sind die Charaktere austauschbar. Tiefgang sucht man meist vergebens und eine Entwicklung findet in meinen Augen ebenfalls nicht statt.

Ann Vielhaben ist eine gute Sprecherin - wenn es wenige Charaktere zu besetzen gilt. In dieser Trilogie finde ich sie fehlbesetzt, weil die unterschiedlichen Stimmen nicht gut herauskommen. Sie bemüht sich, doch das Ergebnis ist nicht zufriedenstellend.

Ich muss leider sagen, dass ich den Großteil der Geschichte bald schon wieder vergessen haben werde. Es ist halt nichts, was hängen bleibt, was nachhallt. Die Grundidee ist gut, doch die Autorin verliert sich in Nebensächlichkeiten.

Teil 3 befindet sich trotzdem bereits auf meinen Ohren, denn ich möchte wissen, wie die Erzählung endet.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 10.03.2023

✎ Mary E. Garner - Das Buch der gelöschten Wörter 1 Der erste Federstrich

Das Buch der gelöschten Wörter - Der erste Federstrich
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Ich habe es erst im zweiten Anlauf geschafft, diesen Jugendroman zu Ende zu hören ...

So sehr mich die Idee faszinierte, in Bücher(n) reisen zu können, so sehr langweilte mich anfangs die Geschichte.

Es ...

Ich habe es erst im zweiten Anlauf geschafft, diesen Jugendroman zu Ende zu hören ...

So sehr mich die Idee faszinierte, in Bücher(n) reisen zu können, so sehr langweilte mich anfangs die Geschichte.

Es fingt bereits damit an, dass ich sicher war, einen Jugendfantasy vor mir zu haben - zumindest wird "Das Buch der gelöschten Wörter" auf der Homepage ab 16 beworben. Hope jedoch ist über 40 Jahre alt. Längst also noch keine Identifikationsfigur der Zielgruppe.
Und doch denke ich, dass auch ältere Jugendliche den Roman mögen können. Hope ist vom Charakter her nämlich recht jung geblieben.

Das Setting ist eher durchwachsen.
Mary E. Garner musste sich Bücher für ihre Buchwelten heraussuchen, deren Autoren & Autorinnen bereits seit mindestens 70 Jahren verstorben sind. (Urheberrecht und so) Das bringt mit sich, dass man zumindest die Titel meist kennt. Auch die handelnden Buchpersonen waren mir oft ein Begriff, obwohl ich die Werke nicht immer selbst gelesen hatte. Ob das ebenso für die anvisierten Lesenden gilt, die vielleicht mit ganz anderen Werken aufgewachsen sind?

Leider verliert sich die Autorin in vielen Klischees. Es gibt zwar einige Aufbrüche der eigentlichen Handlungen, doch zu den Charakteren habe ich wenig Bezug gefunden. (außer Gwen - mein absoluter Lieblingscharakter)

Dass hier eine Trilogie zugrunde liegt, merkt man dem ersten Band sehr an. Alles wird ganz genau beschrieben und teilweise (mehrmals) wiederholt. Das bringt eine gewisse Tiefe mit sich, einen Weltenaufbau, den ich so bildlich selten vor mir sehe. Aber eben auch, dass man über manche Strecken den Fokus verliert, weil viel nebenbei geschildert wird. Meist schlendern wir gemütlich nebenher.

"Der erste Federstrich" funktioniert als eigenständige Geschichte nicht. Es bleiben am Ende zu viele Fragen offen. Der Cliffhanger hat zumindest das Ruder bei mir rum gerissen und ich werde Hope weiterhin folgen, obwohl ich nicht gänzlich überzeugt bin und hoffe, dass in Band 2 und 3 das Tempo ein bisschen angezogen wird ...

Die Sprecherin Ann Vielhaben finde ich nicht sehr überzeugend. Die Stimmen der verschiedenen Protagonisten klingen zu ähnlich. Sie hat sich zwar bemüht, Unterschiede herein zu bringen, doch das ist ihr nicht immer gelungen.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 08.03.2023

✎ Reinhard Kleist - Der Traum von Olympia: Die Geschichte von Samia Yusuf Omar

Der Traum von Olympia
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Im Januar las ich bereits "Der Boxer - Die wahre Geschichte des Hertzko Haft". Also nahm ich auch "Der Traum von Olympia - Die Geschichte von Samia Yusuf Omar" aus der Bibliothek mit nach Hause.

Bereits ...

Im Januar las ich bereits "Der Boxer - Die wahre Geschichte des Hertzko Haft". Also nahm ich auch "Der Traum von Olympia - Die Geschichte von Samia Yusuf Omar" aus der Bibliothek mit nach Hause.

Bereits das Vorwort lies mich stocken, denn dort heißt es:

"Viele Ereignisse der fast ein Jahr dauernden Reise von Samia Yusuf Omar sind nicht mehr zweifelsfrei nachvollziehbar, so dass ich manche Situationen aus Berichten anderer Migranten entnehmen oder gar konstruieren musste. Dabei war ich auf meine Vorstellungskraft angewiesen, wie Menschen in Situationen handeln, was logisch auf eine Handlung folgt, was ein Mensch in einer bestimmten Situation denken und fühlen würde. Doch viele Vorkommnisse sind für einen behütet aufgewachsenen Europäer wie mich kaum begreifbar." (S. 5)

Da habe ich schon das erste Mal gedacht, dass man sich als Autor hätte Hilfe holen können. Man hätte Betroffene fragen können. Man hätte Helfende fragen können. Es gibt so viel mehr, als Situationen zu konstruieren. Vor allem bei diesem Thema.

Und ich finde, genau das merkt man diesem Comic auch irgendwie an.

Obwohl die Lebenslagen für Samia Yusuf Omar ständig bedrohlich sind, obwohl sie sich nie sicher fühlen kann und am Ende auch noch stirbt, konnte ich keine Nähe zu ihr aufbauen. Alles bleibt sehr an der Oberfläche.

Warum wurde sie beispielsweise für Peking ausgewählt? Wie kommt sie an die Unsummen von Geld, die sie für ihre Flucht benötigt? Was, verdammt nochmal, läuft am Ende schief, obwohl Hilfe so nah scheint?

Mit all den Fragen werden Lesende allein gelassen.

Mir scheint, dass Reinhard Kleist mit Omars Geschichte schnell seine Reihe fortsetzen wollte, doch meines Erachtens nach hätte hier tiefgreifendere Recherche betrieben werden müssen.

Als Denkanstoß in Bezug auf Flüchtlingspolitik ist diese Graphic Novel bestens geeignet. In den letzten Jahren hat sich auch schon einiges getan. Dennoch sehen wir tagtäglich, dass weiterhin Menschen sterben, die versuchen, ein besseres Leben (in Europa) zu erreichen.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 06.03.2023

✎ Simone Ehmann - Fritzis Welt 1 ja, nein, mä

Fritzis Welt. JA, NEIN, MÄ
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Ich würde sagen: Meine 5-Jährige hat es verstanden. lach

Wir haben "Fritzis Welt - ja, nein, mä" bisher genau 1x zusammen gelesen. Seitdem steht es leider nur noch im Schrank. Aber: Es werden fleißig ...

Ich würde sagen: Meine 5-Jährige hat es verstanden. lach

Wir haben "Fritzis Welt - ja, nein, mä" bisher genau 1x zusammen gelesen. Seitdem steht es leider nur noch im Schrank. Aber: Es werden fleißig Tierlaute gemacht.

Wir begleiten Fritzi durch ihren Alltag und erleben Situationen aus Kindersicht, die normalerweise mit 'ja' oder 'nein' beantwortet werden. Fritzi möchte gerne manchmal 'nein' zu ihrer Mama sagen, findet es jedoch nicht in Ordnung bzw. gibt es keinen Diskussionsspielraum. (wie beim Zähneputzen zum Beispiel) Dafür hat sie ein neues Wort erfunden: Mä.
Meine Tochter und ich haben im Alltag eher weniger Aufeinandertreffen dieser Art. Das passt einfach in unsere Familie nicht rein. (wir sind dahingehend anders organisiert)

Doch Fritzi erfindet noch andere Worte für andere Mutter-Tochter-Begegnungen - und genau diese sind bei meinem Kind hängen geblieben.
Wenn ich es auf einmal neben mir muhen höre, weiß ich, dass sie gerade auf mich wartet. Ich muss dann jedes Mal sofort lachen und schon ist die Situation entspannt.
Wenn ich Kinderschuhe oder Spielzeug im Weg rumliegen sehe, rufe ich einmal laut "gack" und schon kommt ein kleiner Wirbelwind angeflitzt und hebt die Sachen auf. (wenn ich hingegen bitte, die Dinge wegzuräumen, bleiben sie mit Sicherheit liegen)

Bei uns nehmen die Tierlaute so manche Anspannung aus dem Alltag. Es ist dann wie ein Spiel und kommt nicht mehr wie ein Befehl rüber. Wir können damit alle gut leben, denn es tut keinem weh, wenn man lacht - außer vielleicht der Bauch von zu viel lachen.

Für uns war die Geschichte ein Gamechanger. Ich weiß nicht, wie viele Diskussionen es wegen herumliegenden Sachen gab. Nun wird dies mit einer Menge Theater verbunden - ohne Mehraufwand.

Doch die Erzählung zieht nicht nur ins Lächerliche. Sie zeigt ebenso auf, wo man ganz klar 'nein' sagen muss, wo es eben keinen Raum für Spiele gibt.

Die meisten Illustrationen von Constanze Frank sind kindgerecht und schön anzusehen. Nur die Arme und Hände findet meine Kleine nicht so toll. (und das Pferd am Anfang "hat einen zu langen Körper")

Auf meinem Instagramprofil gibt es einen kleinen Einblick ins Buch.

©2023 Mademoiselle Cake