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Veröffentlicht am 10.03.2022

✎ Monika Hürlimann - Mutters Lüge

Mutters Lüge
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In "Mutters Lüge" nimmt uns Marta mit auf ihre Reise von Polen über Deutschland bis in die Schweiz.
Wir erfahren, wie es war, in den einzelnen Ländern zu leben. Welche Entbehrungen, welche Gegensätze zwischen ...

In "Mutters Lüge" nimmt uns Marta mit auf ihre Reise von Polen über Deutschland bis in die Schweiz.
Wir erfahren, wie es war, in den einzelnen Ländern zu leben. Welche Entbehrungen, welche Gegensätze zwischen den einzelnen Gebieten und welche Gefahren es gab.

Wir begleiten ein kleines Mädchen, welches erwachsen wird und auf der Suche nach der eigenen Identität ist. Jedoch wird die Geschichte nicht chronologisch erzählt, sondern springt immer wieder.

An sich habe ich das Buch gerne zur Hand genommen, denn ich wollte wissen, was es mit dem Geheimnis auf sich hat. Da so unfassbar viele unterschiedliche Menschen vorkommen, war allein das bereits vielschichtig und interessant.
Und doch bin ich nicht so richtig angekommen.

Eigentlich hinterlässt eine persönliche Erzählung bei mir meist den Wunsch, noch tiefer in diese Person einzutauchen. Hinterher noch zu recherchieren. Mehr über das Geschriebene zu erfahren.
Monika Hürlimanns Roman jedoch konnte mich nicht wirklich erreichen. Auch wenn ich Mitleid mit Marta hatte. Doch nur das reicht nicht aus, um nachzuhallen.

Mir bleiben am Schluss einfach zu viele Fragen offen. Wahrscheinlich hat die Autorin selbst keine Antworten darauf, doch für mich wirkt es dadurch unrund.

©2022 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 09.03.2022

🍰 ✎ Stephanie Schneider - Grimm und Möhrchen 1 Ein Zesel zieht ein

Grimm und Möhrchen – Ein Zesel zieht ein
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Süüüß - das erste Wort, welches mir einfiel, als ich die letzte Seite umschlug. So herzerwärmend und kindgerecht geschrieben. Sowohl kleine Kinder, denen vorgelesen wird, als auch Leseanfänger haben hier ...

Süüüß - das erste Wort, welches mir einfiel, als ich die letzte Seite umschlug. So herzerwärmend und kindgerecht geschrieben. Sowohl kleine Kinder, denen vorgelesen wird, als auch Leseanfänger haben hier eine ganze Menge Spaß.

Das Werk ist nicht nur wunderbar illustriert, sondern auch bis ins kleinste Detail durchdacht. Selbst die beiden Lesebändchen in schwarz und weiß haben eine besondere Bedeutung.
Stefanie Scharnberg bringt in ihren Zeichnungen Einzelheiten unter, die uns immer wieder verweilen ließen.

Stephanie Schneider trifft mit ihrem Wortwitz und ihren Wortkreationen genau unseren Nerv. Durch die ganzen unbekannten Wörter gab es viel Gesprächsstoff neben der eigentlichen Geschichte. Denn es ist nicht einfach nur ein unterhaltsamer Kinderroman. Der Alltag von Grimm und Möhrchen hält einige Szenen bereit. Eigenschaften wie Freundschaft, Kreativität, Fantasie, Andersartigkeit, die jedoch normal ist - all das ist so liebevoll hier hineingepackt, dass es einfach ein "nudelsuppenwarmes" Gefühl im Bauch gibt.

Das Werk hallt auch unheimlich lange nach. Immer wieder kommt unsere 4-Jährige darauf zu sprechen. Sei es durch eigene Wortschöpfungen. Sei es, dass sie die Lektüre nochmal vorgelesen haben mag. Es ist in kürzester Zeit zu einem Lieblingsbuch mutiert.

Wir hoffen, dass noch viele Geschichten rund um Grimm und Möhrchen entstehen, denn eine Reihe der beiden in unserem Regal wäre gewiss. Von uns gibt es eine fette (Vor)Leseempfehlung und den Sonderstatus "Sahnestückchen".

©2022 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 07.03.2022

✎ Eva Fellner - Enja 2 Der Weg der Highlanderin

Der Weg der Highlanderin
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Was für eine rasante Geschichte! Selbst jetzt noch - einige Tage nach dem Auslesen des Werkes - bin ich fast restlos begeistert. 500 Seiten pures Lesevergnügen.

Bereits "Die Highlanderin" konnte mich ...

Was für eine rasante Geschichte! Selbst jetzt noch - einige Tage nach dem Auslesen des Werkes - bin ich fast restlos begeistert. 500 Seiten pures Lesevergnügen.

Bereits "Die Highlanderin" konnte mich mitnehmen und so war ich sehr gespannt auf den zweiten Teil dieser Saga.

Über die Kriegsszenen kann ich hinwegsehen. Sie sind einfach nicht mein Ding und müssten für mich nicht existieren. Da sie jedoch zur Geschichte gehören, habe ich sie ebenso verfolgt wie all die anderen Entwicklungen. Zwar weniger aufmerksam, doch zum Glück nehmen sie nicht überhand. Sie sind gut eingebettet und werden so knapp wie möglich gehalten.

So konnte ich, wie in Band 1 bereits, es jedes Mal kaum erwarten, weiter lesen zu können. Die Geschehnisse rund im die Kriegerin nahmen mich auf eine Art gefangen, wie ich es selten bei einem historischen Roman habe.

Enja ist und bleibt ein beeindruckender Charakter. Ihre Biografie ist atemberaubend. Sie ist eine Ausnahmekriegerin. Fernab jeglicher Klischees. Mit Ecken und Kanten. Interessant. Vielleicht ist sie an manchen Stellen ein bisschen zu perfekt, doch da hier kein historisch belegter Charakter bearbeitet wird, finde ich die Freiheiten, die sich Frau Fellner heraus genommen hat, vertretbar.

Doch auch die anderen Personen verblassen nicht neben ihr. Ein jeder hat (s)ein Gesicht. Das macht das Lesen sehr lebendig.

An diesem Teil der Reihe muss ich ebenso bemängeln, dass die unterschiedlichen Zeitebenen anfangs kaum voneinander zu unterscheiden sind. Es stehen zwar die Jahreszahlen am Anfang eines jeden Kapitels, doch das reicht mir persönlich nicht, da die Zeitspanne nicht so groß ist.
Genauso die Charaktere, die zu Wort kommen. Ich brauchte immer einen Augenblick, um zu begreifen, wer da gerade erzählt. Dies könnte man umgehen, indem man an den Anfang noch den Namen der Person schreibt, deren Sichtweise wir gerade kennenlernen.

Ob ich mir ein anderes Ende gewünscht hätte? Tatsächlich war nach dem Zuklappen des Buchdeckels der Schluss mein größter Kritikpunkt. Wo ist der Mut, den die Autorin mit ihrer Protagonistin bereits bewiesen hat? Warum hat sie nicht das, was sie anfing, zu Ende gebracht? Meine Gefühle waren total durcheinander ... Ich bin noch immer nicht zufrieden, doch ich bin auch nicht mehr so abgeneigt, wie direkt nach Beendigung des Werkes.

Ich könnte mir die Reihe rund um Eva Fellners Heldin gut als Serie vorstellen. Dann aber bitte mit Personen, die den Beschreibungen der Autorin entsprechen - nicht, wie auf dem Cover zu sehen ist, eine 0815-Frau, die nichts mit Enja gemein hat.

"Der Weg der Highlanderin" beinhaltet ein Nachwort der Verfasserin, in dem sie sich erklärt. Ihre Freiheiten, geschichtliche Belege - es ist ein wunderbarer Mix aus allem.

Ich bin absolut begeistert und freue mich schon jetzt auf den nächsten Teil! Von mir gibt es daher ganz klar wieder eine Leseempfehlung, wenn man den ersten Band bereits kennt.

©2022 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 03.03.2022

✎ Sebastian Kiefer & Benjamin Tienti - Elmo 1 Auf dem Gipfel wachsen Chinanudeln

Auf dem Gipfel wachsen Chinanudeln
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Als ich den Klappentext von "Auf dem Gipfel wachsen Chinanudeln" sah, hoffte ich, auf eine Geschichte zu treffen, die unsere Bibliothekskinder begeistern wird. Stattdessen bekam ich nichts Halbes und nichts ...

Als ich den Klappentext von "Auf dem Gipfel wachsen Chinanudeln" sah, hoffte ich, auf eine Geschichte zu treffen, die unsere Bibliothekskinder begeistern wird. Stattdessen bekam ich nichts Halbes und nichts Ganzes ... Auch habe ich erst nach dem Lesen gesehen, dass dies eine Reihe ist.

Elmo erfährt mit seinen 11 Jahren auf 240 Seiten ganz schön viel Negatives. Da es auch um Trauer und Tod geht, ist eine intensive Begleitung eines Erwachsenen meiner Meinung nach notwendig. Generell finde ich die Altersempfehlung des Verlages ab 9 Jahren nicht so gut gewählt. Zwar ist der Schreibstil angepasst, doch die Themen, die dieses Buch hervorbringt, sind teilweise schon hart.

Hinzu kommt, dass es viel zu viel ist.

Elmo muss einen Schicksalsschlag verarbeiten. Dieser wird anfangs immer nur umschrieben, irgendwann ausgesprochen, jedoch nie aufgeklärt. Die Lesenden werden damit einfach alleine gelassen. Wahrscheinlich wird dazu in weiteren Bänden mehr gesagt, doch in meinen Augen ist er zu gravierend, als dass man 9-Jährige damit konfrontieren und ihn dann im Raum stehen lassen könnte.

Auch ist seine Familie quasi nicht vorhanden. Noch ein schwerwiegender Punkt, mit dem die Kinder umgehen müssen.

Der Junge lernt jemanden kennen, dessen Familie ebenfalls nicht ok ist. Von ihm bekommt er einen Detektivauftrag, der schnell gelöst ist. Doch dann verläuft auch das im Sande. Und wir fragen uns: Warum?

Und dann das Spiel: MeloDIY. Es wird so kurz angerissen, dass wir uns nicht wirklich was darunter vorstellen können.

Generell gibt es ganz viele lose Fäden und keine richtige Geschichte. Alles wirkt chaotisch. Die Autoren haben zu viel gewollt, alles Mögliche angefangen und nichts, wirklich gar nichts zu Ende gebracht. Wir bleiben mit ganz vielen Fragezeichen zurück und werden diese wohl auch nicht beantwortet bekommen, denn wir sind nicht neugierig auf die weiteren Bände.

"[...] witzig, punkig, laut und mit ganz viel Herz." Keines dieser Adjektive kann ich mit "Auf dem Gipfel wachsen Chinanudeln" in Verbindung bringen. Lediglich "ganz viel Herz" ist bei einer Person vorhanden - meine Heldin der Erzählung.

Gerade für ein Kinderbuch ab 9 Jahren hätte ich mir mehr Klarheit gewünscht. Von uns bekommt es daher keine Leseempfehlung.

©2022 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 28.02.2022

✎ Petra Lahnstein - Jakob und Johanna finden das Glück

Jakob und Johanna finden das Glück
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Als ich anfing, dieses Werk zu lesen, war ich direkt hin und weg.

Bereits auf den ersten 50 Seiten hätte ich am liebsten alles Mögliche zitiert und an Menschen geschickt, die mir sofort in den Sinn kamen.

Die ...

Als ich anfing, dieses Werk zu lesen, war ich direkt hin und weg.

Bereits auf den ersten 50 Seiten hätte ich am liebsten alles Mögliche zitiert und an Menschen geschickt, die mir sofort in den Sinn kamen.

Die Sprache ist poetisch, blumig und geht direkt ins Herz. Mich haben die Worte oft berührt und noch viel öfter zum Nachdenken angeregt. Beim Lesen hielt ich immer wieder inne, um mir selbst vor Augen zu führen, wie viel Glück ich selbst in meinem Leben bereits hatte.

Das Buch ist definitiv zu lang für die Jüngsten unter uns, aber ich könnte mir super eine abgespeckte Version als Kinderbuch vorstellen. Es gibt sooo viele wunderbare Erkenntnisse in diesen Zeilen, die ich meinem Kind gerne mit auf den Weg geben möchte.

Von mir bekommt "Jakob und Johanna finden das Glück" daher auf alle Fälle eine Leseempfehlung. Auch als Vorlesebuch - ein bisschen abgekürzt vielleicht (je nach Alter) - ab ca. 6 Jahren finde ich es super geeignet. Und als Schullektüre könnte ich es mir ebenso gut vorstellen.

©2022 Mademoiselle Cake