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Veröffentlicht am 05.11.2025

✎ Tanya Stewner - Hummelbi 1 Wie weckt man eine Elfe?

Hummelbi – Wie weckt man eine Elfe?
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Ich kenne von Tanya Stewner bereits “Alea Aquarius 1 Der Ruf des Wassers“ und “Alea Aquarius 2 Die Farben des Meeres“ - beides Kinder-Fantasyromane, die mir sehr gefallen haben. Als ich nun im offenen ...

Ich kenne von Tanya Stewner bereits “Alea Aquarius 1 Der Ruf des Wassers“ und “Alea Aquarius 2 Die Farben des Meeres“ - beides Kinder-Fantasyromane, die mir sehr gefallen haben. Als ich nun im offenen Bücherschrank den Band „Hummelbi 1 Wie weckt man eine Elfe?“ entdeckte, nahm ich ihn direkt mit.

Zunächst war ich ehrlich gesagt wenig begeistert. Stewner schildert die Elfe Hummelbi mit einem dicken kleinen Körperchen, stämmigen Ärmchen und dass sie für ihr Gewicht zu klein sei - eine Beschreibung, die auf mich zunächst abwertend wirkte, da sie auch ständig wiederholt wurde.

An dieser Stelle hatte ich sogar überlegt, die Lektüre abzubrechen. Doch ich las weiter - und wurde positiv überrascht.

Auf S. 46 kommt die Aussage, die mich quasi ein wenig versöhnte, denn Hummelbi erklärt Florentine etwas über Hummeln und sagt: „Jeder kann über sich selbst hinauswachsen.“ Ab da konnte ich die Geschichte mit anderen Augen lesen und den wahren Kern darin erkennen.

Im Text wird deutlich, dass Zusammenhalt (insbesondere in der Familie), die Kraft der Fantasie und die Einsicht, dass Unterschiede nicht automatisch negativ sind, zentrale Themen sind. Für mich entwickelte sich das Buch zu einer sehr stärkenden Geschichte.

Stewner beschreibt ihre Figuren sehr bildhaft, gerade die Elfen erscheinen bunt im Text. Allerdings fehlt mir persönlich die visuelle Entsprechung: Die Illustrationen sind lediglich schwarz-weiß, wodurch der Charme der Beschreibung meiner Meinung nach nicht voll entfaltet wird. Dies ist ein konstruktives Manko, denn die von mir wahrgenommenen positiven Aspekte bleiben davon unberührt.

Durch den leichten, kindgerechten Stil finde ich die Lektüre für viele Kinderzimmer und unsere Schulbibliothek für lesestarke Kinder ab ca. 8 Jahren geeignet. Gerade auch, weil Stewner das Thema Elfen und Feen wirklich wunderbar aufgreift und mir persönlich in dieser Hinsicht einen Aha-Moment geschenkt hat, denn ich kannte den Unterschied zwischen den beiden nicht.

Zwei der drei Bände sind mittlerweile unter neuen Namen und mit anderen Illustrationen erhältlich.

Fazit: Das Buch hat mich von Skepsis zu Wertschätzung geführt. Wenn ich meine Erfahrungen und Eindrücke nun zusammenfasse, denke ich, dass „Hummelbi 1 Wie weckt man eine Elfe?“ insbesondere durch seine Botschaften und seine ungewöhnliche Darstellung von Elfen überzeugt, auch wenn technische Aspekte wie Illustrationen nicht vollständig meinen Erwartungen entsprechen.

Auf meinem Instagramprofil gibt es einen kleinen Einblick ins Buch.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 04.11.2025

✎ Leonardo Mazzeo - Tierische Helden: Unglaublich & echt wahr

Tierische Helden
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Das Buch „Tierische Helden: Unglaublich & echt wahr“ von Leonardo Mazzeo lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück …

Das Konzept ist einfach: Tiere werden zu Helden, ihre Geschichten werden erzählt - ...

Das Buch „Tierische Helden: Unglaublich & echt wahr“ von Leonardo Mazzeo lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück …

Das Konzept ist einfach: Tiere werden zu Helden, ihre Geschichten werden erzählt - zumindest aus ihrer Perspektive. Weil die Erzählung bewusst aus der Sicht der Tiere gehalten ist, erfährt man nur Bruchstücke der Handlung, also das, was meistens sie selbst getan und gefühlt haben.

Jede Geschichte bekommt zwei Doppelseiten im Buch. Bilder dominieren, der Text bleibt knapp. Das macht das Lesen für Kinder schnell möglich, aber auch oberflächlich.

Meine Tochter, gerade Zweitklässlerin, schnappte sich das Buch eigenständig und las eine Geschichte. Danach nutzten wir gemeinsam das Internet, um mehr über die Tiere zu recherchieren und vor allem, um Originalfotos zu sehen, denn im Buch gibt es nur Illustrationen.

Ich als Erwachsene kannte bereits ein paar der Geschichten und habe sogar 2 Filme gesehen, die meisten waren mir jedoch unbekannt.

Mich schockiert, dass es eine Geschichte wie die von Laika, der Hündin, die ins Weltall flog, in das Buch geschafft hat.

Auf den ersten Blick klingt das heroisch und erstaunlich. Doch bei genauerem Hinsehen und Nachlesen wird klar, dass es sich hier um Tierversuche handelte, und Laika sogar wenige Stunden nach dem Start verstarb. Für uns war dies keine Heldinnengeschichte, sondern eine, die traurige Fragen aufwirft.

Im Rückblick überzeugt das Buch durch seine Bilder und durch den Ansatz, Kinder mit wahren Tiergeschichten zu erreichen. Es fehlt jedoch Tiefe. Kurztexte und Illustrierbarkeit reichen nicht immer aus, wenn komplexere Themen wie Mut, Loyalität oder ethische Dimensionen angesprochen werden.

Ich finde: Wer ein kindgerecht gestaltetes Tierbilderbuch ab etwa sechs Jahren sucht, ist gut bedient, doch wer nach inhaltlicher Tiefe, Reflexion oder kritischer Auseinandersetzung sucht, wird unzufrieden sein. Vor allem denke ich, dass Erwachsene die Geschichten mit zusätzlicher Recherche begleiten sollten, wenn sie nicht bloß oberflächlich bleiben wollen.

Die illustratorische Gestaltung von Bianca Austria ist stark und trägt das Buch visuell, der Textumfang jedoch limitiert die Tiefe.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 03.11.2025

✎ Andreas Winkelmann - Ihr werdet sie nicht finden

Ihr werdet sie nicht finden
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Ich hatte mir für den Finnlandurlaub vorgenommen, mal wieder etwas Spannendes zu lesen. Bei einem Besuch am offenen Bücherschrank fiel mir dann der Thriller „Ihr werdet sie nicht finden“ von Andreas Winkelmann ...

Ich hatte mir für den Finnlandurlaub vorgenommen, mal wieder etwas Spannendes zu lesen. Bei einem Besuch am offenen Bücherschrank fiel mir dann der Thriller „Ihr werdet sie nicht finden“ von Andreas Winkelmann in die Hände. Da ich bisher noch nichts von ihm gelesen habe, die Klappentexte seiner Bücher jedoch schon oft interessant fand, nahm ich es kurzerhand mit.

Der Einstieg machte mir zunächst auch Hoffnung: Zwei Erzählstränge, parallel geführt, die nach und nach zusammenlaufen.

Aber schon früh im Verlauf des Buchs hatte ich das Gefühl, viele Zusammenhänge überblicken zu können. Der Plot bleibt klar strukturiert und viele Wendungen wirkten auf mich vorhersehbar - das schmälerte den Spannungsaufbau. Die Auflösung war allerdings nicht komplett abzusehen. Dennoch empfand ich einen Teil davon als ziemlich konstruiert, fast an den Haaren herbeigezogen. Gleichzeitig jedoch hat er mich emotional sehr mitgenommen. Insgesamt bleibt der Spannungsbogen jedoch flach und der Thrill-Effekt ist deutlich geringer als erwartet.

Für mich las sich das Buch nicht wie ein klassischer Thriller, sondern eher wie ein Krimi: Die Ermittlungsarbeit steht im Vordergrund, weniger das Spiel mit Macht, unterschwelliger Bedrohung oder psychologischen Terror.

Warum man heutzutage noch den Begriff „Indianer“ verwenden muss, erschloss sich mir nicht. Direkt mehrfach ist er im Text zu finden. Eine Formulierung, die heute fragwürdig ist und leicht hätte vermieden werden können.

Ganz arg haben mich auch die italienischen Sätze im Originaltext gestört: „Come sta la tua figlia? Quanto al fine posso sposaria? […] Uno momento.“ (S. 303) Handwerklich sind sie grammatikalisch wie semantisch fehlerhaft.

Bei diesen zwei Dingen scheint das Lektorat nicht korrekt gearbeitet zu haben und ich persönlich empfinde dies als wirklich ganz große Schwäche.

Winkelmanns Schreibstil wirkt auf mich insgesamt solide: Er liefert eine flüssige Erzählweise, klar verständlich, mit Blick auf eine Leserschaft, die Unterhaltung erwartet. Dennoch reicht mir dieser Stil nicht aus, um den Thriller voll zu tragen. Für mich machte gerade der fehlende dramatische Spannungsaufbau den Unterschied.

Obwohl sich die Klappentexte seiner Thriller interessant lesen, bin ich nicht sicher, ob ich noch einen von ihnen lesen werde, denn „Ihr werdet sie nicht finden“ blieb weit hinter meinen Erwartungen zurück. Wer jedoch einen gut lesbaren Krimi mit soliden Figuren und einem überraschenden Ende sucht, dem könnte das Buch genügen.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 20.10.2025

✎ Claudia Martin - Wie kommt der Popel in die Nase?

Wie kommt der Popel in die Nase?
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Kindersachbücher sind ein heikles Terrain, wenn man sein Kind dort abholen möchte, wo es gerade steht, und ihm zugleich ein bisschen mehr zutrauen möchte, ohne es zu überfordern. „Wie kommt der Popel in ...

Kindersachbücher sind ein heikles Terrain, wenn man sein Kind dort abholen möchte, wo es gerade steht, und ihm zugleich ein bisschen mehr zutrauen möchte, ohne es zu überfordern. „Wie kommt der Popel in die Nase? Das passiert in deinem Körper“ von Claudia Martin schmiegt sich solide an diese Idee: Es ist gut strukturiert und aufgebaut und liefert faktenreiche Einblicke in den menschlichen Körper.

Man erfährt zum Beispiel, was im Alltag im Körper läuft, was sich im Lauf der Jahre verändert und wie etwa Zellen funktionieren oder welcher der größte Knochen ist. Auch Sinne, Gefühle und Schutzfunktionen werden berücksichtigt. Das Buch zielt auf breites Körperwissen, welches sich lebendig und zugänglich entfaltet.

Jede Doppelseite widmet sich einem Thema, was den Einstieg erleichtert und das Lesen überschaubar macht. Die Illustrationen sind bemerkenswert: divers, realitätsnah, detailliert – verschiedene Lebensrealitäten werden abgebildet und das macht das Werk aus meiner Sicht kindgerecht und hochwertig.

Im Glossar werden Fachbegriffe erklärt, was ich als großen Vorteil sehe, denn damit entsteht ein Nachschlagewerkcharakter. Ich hätte mir vielleicht noch Seitenzahlen gewünscht, damit Kinder schneller nachlesen können.

Der Titel selbst ist sehr reißerisch und spricht sowohl Kinder als auch Erwachsene an. „Wie kommt der Popel in die Nase?“ weckt Aufmerksamkeit, wird im Endeffekt jedoch mit keinem Wort beantwortet. Zwar kommt auf Seite 41 kurz zur Sprache, woher der Rotz kommt, aber ein wirkliches, ausführliches Eintauchen in das Thema Popel, wie man es vom Titel erwarten könnte, findet nicht statt.

Insgesamt eignet sich das Buch - wie vom Verlag vorgesehen - gut als Einstieg für wissbegierige Kinder ab etwa fünf Jahren: kurze Texte, große Bildflächen, klarer Themenfokus.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 18.10.2025

✎ Erich Heinemann - Siebenpünktchen

Siebenpünktchen
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Ich habe das Kinderbuch „Siebenpünktchen“ von Erich Heinemann gelesen und sehe es inzwischen als Werk, das zwar nostalgischen Charme besitzt, aber in vieler Hinsicht unzeitgemäß wirkt.

Der Anfang wirkt ...

Ich habe das Kinderbuch „Siebenpünktchen“ von Erich Heinemann gelesen und sehe es inzwischen als Werk, das zwar nostalgischen Charme besitzt, aber in vieler Hinsicht unzeitgemäß wirkt.

Der Anfang wirkt idyllisch: Ein Marienkäfermädchen entdeckt die Welt, die Illustrationen von Fritz Baumgarten entwerfen eine heimelige Stimmung und die Sprache verspricht eine heile Tierwelt. Doch dann treten Textstellen hervor, die ich aus heutiger Sicht kritisch sehe.

Es gibt eine Passage, die eindeutig rassistische Implikationen enthält.
Die Textstelle projiziert Hautfarbe (bzw. die Farbe des Käferpanzers) als etwas Fremdes, Unheimliches und potenziell Bedrohliches. Der Bezug auf „rabenschwarze Menschen“ verknüpft Tierfarbe mit menschlicher Hautfarbe und benutzt sie als Metapher für Andersartigkeit und Distanzierung. Die daraus resultierende Reaktion - Abgrenzung und Unbehagen - spiegelt kolonialzeitliche und völkisch geprägte Stereotype.
Inhaltlich zeigt der Text unreflektierte Rassifizierung und distanzierende Wahrnehmung Schwarzer Menschen. Es entsteht keine kritische Gegenrede, kein empathischer Abbau dieser Wahrnehmung, sondern eine ungebrochene Reproduktion.

Zusätzlich gibt es eine Szene, in der ein Lebewesen jämmerlich erstickt, während andere Zuschauer Schadenfreude empfinden, tanzen und singen. Für eine Empfehlung ab etwa vier bis fünf Jahren ist eine solche Darstellung problematisch. Das Motiv des Sterbens wird nicht empathisch behandelt, sondern spöttisch und fast spielerisch durchzogen von Freude über das Leiden eines Wesens. Es fehlt jede moralische Einordnung oder pädagogische Verarbeitung. Die Szene kann in meinen Augen daher Furcht, Schuld oder Verwirrung auslösen, insbesondere, wenn das Kind die Schadenfreude der Figuren nicht einordnen kann.

Später in der Geschichte wird ein Marienkäfermann „aus gutem Hause“ eingeführt. Diese Formulierung schafft eine implizite Rangordnung zwischen Lebewesen, in der Herkunft und äußere Erscheinung als Wertmaßstab gelten. Für Kinder lässt sich daraus leicht ableiten: „Manche sind besser oder wichtiger als andere.“ Aus pädagogischer Sicht widerspricht dies dem Ziel, Gleichwertigkeit und Vielfalt zu fördern.

Zusammenfassend lässt sich sagen: „Siebenpünktchen“ ist deutlich schlecht gealtert. Die verwendeten Stereotype (insbesondere rassistische und kolonialzeitliche Anklänge), die grausamen Szenen ohne moralische Vermittlung und die soziale Hierarchisierung nach Herkunft und Schönheit passen nicht zu heutigen Standards der Kinderliteratur. Heute würde man solche Themen nur mit gezielter Reflexion oder einem aktualisierten Bearbeitungsrahmen vorlesen. Als rein nostalgisches Bilderbuch für Liebhaber einer älteren Zeit kann das Werk noch seinen Platz haben - für das gezielte Vorlesen oder den Alltag mit Kleinkindern halte ich es jedoch nicht mehr für geeignet.

©2025 Mademoiselle Cake