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Veröffentlicht am 29.01.2019

✎ Audrey Harings - Liebes Tagebuch: Hilfe, ich bin schwanger!

Liebes Tagebuch: Hilfe, ich bin schwanger!
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Mir fällt es ehrlich gesagt ein wenig schwer, dieses Buch zu bewerten ...

Ich kenne bereits einige andere Geschichten der Autorin und sie haben mir bisher ziemlich gut gefallen. Ich mag den Schreibstil, ...

Mir fällt es ehrlich gesagt ein wenig schwer, dieses Buch zu bewerten ...

Ich kenne bereits einige andere Geschichten der Autorin und sie haben mir bisher ziemlich gut gefallen. Ich mag den Schreibstil, der einfach zu lesen ist und auch an das Alter angepasst wurde. So ist es auch beim vorliegenden Werk. Und trotzdem finde ich es nicht so gelungen.

Da ich selbst erst schwanger war (ich bin nicht minderjährig), wusste ich eigentlich von Anfang an, was mich ungefähr erwarten würde / konnte. Meine Hoffnungen gingen dahin, dass ich etwas über die Schwangerschaft lese, denn im Klappentext wird groß angekündigt, dass sich Jojos Körper verändert. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.

Eins der wichtigsten Themen, die in diesem Buch zur Sprache kommen - wenn Kinder Kinder kriegen -, wurde mir viel zu oberflächlich abgehandelt. Es wird meines Erachtens nur am Rande erwähnt und andere Sachen rücken viel zu sehr in den Vordergrund. Ich denke, gerade in dem Alter möchte man schon tiefer in Geschichten eintauchen, mit den Darstellern mitfiebern, mitleiden, hoffen und bangen, ... Ein jedes Mädchen macht zu dieser Zeit Unglaubliches durch und manchmal möchte man sich in anderen Leben einfach verlieren. Oder vielleicht sucht man auch etwas, was zeigt, das man verstanden wird.

Ich hätte mir gewünscht, dass die Ängste der Protagonistin mehr herausgearbeitet werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Mädchen in diesem Alter solch eine Nachricht quasi fast einfach wegsteckt. Auch wenn sie den Rückhalt von wichtigen Personen hat. Die Entscheidung war auch viel zu schnell getroffen.

Auf das andere Thema - Gefahren im Internet -, wurde hingewiesen. Es wurde auch vermittelt, was passieren kann. Und wie man sich verhalten sollte. Aber selbst dieser wichtige Punkt ist nur eine Nebenhandlung, die mehr Fokus verdient hätte.

Meiner Meinung nach gehört in solch ein Buch auch ein Anhang mit Adressen, an die sich betroffene Jugendliche wenden können. Es ist extrem wichtig, denn nicht jede hat ein Tagebuch und einen Rückhalt.

Ganz klar hervorheben muss man die Schrift, die hier verwendet wurde: Es sieht tatsächlich aus, als würde man in Jojos Tagebuch lesen.

Mir tut es wirklich leid, aber ich kann an dieser Stelle nur eine bedingte Leseempfehlung aussprechen. Für einen Nachmittag sicher ganz nett, jedoch nichts, was in die Tiefe geht oder besonders hervorsticht.

©2018

Veröffentlicht am 28.01.2019

✎ Arno Strobel - Das Dorf

Das Dorf
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Ein Buch, welches ich aufgrund seiner Beschreibung vielleicht nie in die Hand genommen hätte. Durch eine Freundin hat es dennoch den Weg zu mir gefunden und so habe ich mal reingehört.

Tatsächlich war ...

Ein Buch, welches ich aufgrund seiner Beschreibung vielleicht nie in die Hand genommen hätte. Durch eine Freundin hat es dennoch den Weg zu mir gefunden und so habe ich mal reingehört.

Tatsächlich war ich dann so gespannt, dass ich es bis zum Schluss durchzog.

Dieser Psychothriller ist nichts für schwache Nerven. Es werden Details offenbart, die ich eigentlich lieber nicht gewusst hätte - zumindest nicht so genau beschrieben. Bei einem Werk dieses Genre muss man jedoch damit rechnen. Und es war ok für mich.

Irgendwann wurde mir die Geschichte zu verworren. Doch genau das hat auch die Spannung aufrecht erhalten. Ich wusste selbst nicht mehr, was wahr ist oder nicht. Ich habe teilweise mit Bastian wirklich mitgelitten.

Das Ende hingegen konnte mich nicht so ganz überzeugen. Obwohl es einige Überraschungen bereit hält. Das Motiv ist in meinen Augen etwas fragwürdig. Aber wer kann schon in die Köpfe seiner Mitmenschen sehen ...

Von mir gibt es an dieser Stelle eine Leseempfehlung, auch wenn mich nicht alles komplett überzeugen konnte. Arno Strobel jedenfalls beherrscht sein Metier und ich denke, es werden für mich noch weitere Werke aus seiner Feder folgen - gerne wieder gelesen von Sascha Rotermund.

©2019

Veröffentlicht am 13.01.2019

✎ Charlotte Roth - Als der Himmel uns gehörte

Als der Himmel uns gehörte
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"Als der Himmel uns gehörte" ist mein erstes Buch der Autorin - jedoch definitiv nicht mein letztes.

Warum der Titel damals auf meiner Wunschliste gelandet ist, kann ich nicht sagen. Durch Glück ist es ...

"Als der Himmel uns gehörte" ist mein erstes Buch der Autorin - jedoch definitiv nicht mein letztes.

Warum der Titel damals auf meiner Wunschliste gelandet ist, kann ich nicht sagen. Durch Glück ist es vor einiger Zeit bei mir eingezogen. Durch die Dicke war ich ein wenig abgeschreckt und es stand einige Zeit einfach nur im Regal - bis eine Freundin meinte, ich solle es lesen.

Ich bin so, so begeistert von dem Werk, dass ich es sicher noch öfter weiterempfehlen werde.

Anfangs, muss ich ehrlich gestehen, war ich nicht ganz bei der Sache. Die Geschichte war interessant und der Schreibstil hervorragend, allerdings packte sie mich irgendwie nicht so richtig. Dennoch war sie auch nicht langweilig, sodass ich sie regelmäßig zur Hand nahm.

Dann indessen kam irgendwann der Punkt, an dem ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Ich wollte immer wissen, wie es weitergeht und habe abends oft versucht, über meine Müdigkeit hinweg zu lesen.

Charlotte Roth hat mich mit dem ganzen Geschehen gefesselt - richtiggehend gefesselt.

Auch wenn der Sport im Mittelpunkt steht und ich von diesem keine Ahnung habe, hatte ich nie das Gefühl, dass ich erschlagen werde. Es tauchen keine komplizierten Fachbegriffe auf. Der Leser wird nicht als Unwissend hingestellt. Und dennoch denke ich, dass ich Autorin weiß, wovon sie da schreibt.

Der Raum wurde ebenfalls mit Informationen zu den Olympischen Spielen von 1936 und der Zeit, die danach folgte, gefüllt. Und alles hat seinen Platz. Nichts wirkt überladen, nichts ist zu viel.

Falls doch ein paar Fachbegriffe genutzt wurden, kann man diese im Glossar nachlesen. Sogar ein "Verzeichnis der im Buch auftretenden Persönlichkeiten, die tatsächlich gelebt haben bzw. noch leben" (S. 525) findet man.

Es ist ein tolles Geflecht, welchem ich mich nicht entziehen konnte. Ich möchte es Lesern nahelegen, die Freude an Familiensagen haben und ein wenig an Geschichtlichem interessiert sind. Von mir bekommt es trotz abgeflachtem Start eine absolute Leseempfehlung. Das Buch bleibt im Regal.

©2019

Veröffentlicht am 17.12.2018

✎ Karen Levine - Hanas Koffer

Hanas Koffer
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Der Holocaust ist ein Thema, über das wahrscheinlich unendliche viele Bücher geschrieben wurden - und das ist auch gut so.

Ich weiß nicht, ob meine Tochter später mit diesem Thema so in Berührung kommt, ...

Der Holocaust ist ein Thema, über das wahrscheinlich unendliche viele Bücher geschrieben wurden - und das ist auch gut so.

Ich weiß nicht, ob meine Tochter später mit diesem Thema so in Berührung kommt, wie ich es bin. Wir hatten das Thema in der Schule, schließlich gehört es zu Deutschlands Geschichte. Da sie jedoch nicht in Deutschland aufwächst, kann es sein, dass sie gar nicht so intensiv davon erfährt. Zumindest außerhalb unserer 4 Wände.

Von mir wird sie es dennoch mit auf ihren Weg bekommen. Ich habe bereits einige Werke darüber gelesen und auch hier zu Hause stehen. Falls sie sich also für Bücher interessiert, wird sie auch über jene früher oder später stolpern.

Dennoch ist es das erste Kinderbuch, was nun bei uns eingezogen ist.

Für mich eine gute Lektüre als Einstieg in das Thema - gerade für Kinder. Dennoch ist es wichtig, dass man als Erwachsener nebenbei und hinterher immer für Fragen bereit steht. So ein schweres Anliegen darf nicht einfach so im Raum stehen bleiben.

Durch die Kapitelaufteilung, die zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her springt, weiß der Leser genau, wo er sich befindet. Man kann sich quasi bereits vorher kurz darauf einstellen.

Die Bilder, die ich so zahlreich nicht erwartet habe, unterstreichen Hanas Geschichte, machen sie ein bisschen lebendiger.

Von meiner Seite aus eine ganz klare Leseempfehlung - nicht nur für Kinder. (auch wenn die Sprache an sie angepasst wurde, also sehr einfach ist)

©2018

Veröffentlicht am 10.12.2018

✎ Sarah Crossan - Apple und Rain

Apple und Rain
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Als ich 2016 "Eins" von Sarah Crossan gelesen habe, war ich hin und weg. Es war mein absolutes Jahreshighlight damals. Und noch heute denke ich hin und wieder daran zurück und kann mich noch genau an die ...

Als ich 2016 "Eins" von Sarah Crossan gelesen habe, war ich hin und weg. Es war mein absolutes Jahreshighlight damals. Und noch heute denke ich hin und wieder daran zurück und kann mich noch genau an die Geschichte erinnern. Ich denke, das hat man wirklich sehr, sehr selten.

Schon damals war mein Interesse geweckt und ich wollte unbedingt mehr von der Autorin lesen. Obwohl das vorliegende Werk nicht auf meiner Liste stand, nahm ich es dennoch zur Hand, als ich es sah.

Meine Erwartungen waren natürlich sehr, sehr hoch und mir war klar, dass ich sie eigentlich hätte runterschrauben müssen. Aber so weit runter wollte ich nicht gehen. Schließlich durfte ich schon einmal erfahren, was die Autorin drauf hat.

Es kam, wie es kommen musste: Meine Hoffnung wurde enttäuscht. Aber ich versuche, es aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

Eindeutig wird mit dieser Geschichte ein junges Publikum - etwas um die 12 bis 14 Jahre - angesprochen. Daher fand ich den Erzählstil im Nachhinein angemessen. Er ist einfach und doch werden Themen angesprochen, die gerade in diesem Alter eine erste wichtige Rolle spielen.

Die Charaktere sind toll herausgearbeitet und man findet nicht nur 0815-Darstellungen. Gerade das Extreme an manchen Stellen hat mir gut gefallen. Wobei mir eine Sache teilweise zu extrem war.

Die Botschaft hinter dem Buch ist wirklich gut rübergebracht worden und in meinen Augen für Leserinnen diesen Alters mehr als nachvollziehbar. Manch ein kleines Mädchen wird sich in der ein oder anderen Situation sicher wiederfinden.

Ich denke, wenn man die Zielgruppe beachtet, dann ist dies eine gelungene Lektüre. Fast alles hat seinen richtigen Platz. Für Erwachsene würde ich sie eher nicht empfehlen. Mir hat das Gewisse Extra gefehlt, der Zauber, den ich bei ihrem ersten Buch, welches ich gelesen habe, spürte ...

©2018