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Veröffentlicht am 03.11.2017

✎ Nora Rath-Hodann - Julie geht ins Museum 1 Sisi

SISI - erzählt für Kinder (Sonderedition mit Stickern)
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Was für ein süßes Buch.

Als allererstes muss ich mich outen: Ich habe noch nie die Filme über Sisi geschaut. Klar weiß, wer sie war, aber das ist bzw. war bereits alles.

Nora Rath-Hodann hat ein Kinderbuch ...

Was für ein süßes Buch.

Als allererstes muss ich mich outen: Ich habe noch nie die Filme über Sisi geschaut. Klar weiß, wer sie war, aber das ist bzw. war bereits alles.

Nora Rath-Hodann hat ein Kinderbuch verfasst, welches nicht nur für diese geeignet ist. Man erfährt so viele Sachen über die österreichische Kaiserin, dass man gar nicht merkt, wie die Seiten verfliegen und man sich sogar wundert, dass man irgendwann am Ende angekommen ist.

Man merkt, dass die Autorin selbst eine Tochter hat, denn das Werk ist sehr kindgerecht geschrieben, ohne gewollt zu klingen und mit seinen kleinen Extras besonders herausstechend:
Eine Ringbuchbindung, die das Lesen sehr angenehm macht, weil gerade Erstleser und Kleinkinder die Seiten nicht unbedingt festhalten wollen / können.
Sticker, die man teilweise selbst kolorieren kann. (wobei sie dafür ein wenig zu klein / detailliert ausfallen)
Sehr viele Bilder zwischen der Geschichte, die das Geschriebene gut veranschaulichen.
Ein kleines Rätsel.

Die Lektüre ist nicht einfach nur informativ, sondern regt ebenfalls dazu an, sich selbst auf die Spuren zu begeben oder zumindest mal ein Museum, welches Sisi gewidmet ist, zu besuchen.

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für Erstleser und Kinder im Vorschulalter.

©2017

Veröffentlicht am 31.10.2017

✎ Stephan Ludwig - Zorn 3 Wo kein Licht

Zorn - Wo kein Licht
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Als erstes würde ich gerne loswerden, dass ich die Reihe 'Zorn' von Anfang an nicht zu den Thrillern zählte, sondern zu den Krimis. Mir sind die Elemente, die bei einem Thriller erwarte, nicht oder nicht ...

Als erstes würde ich gerne loswerden, dass ich die Reihe 'Zorn' von Anfang an nicht zu den Thrillern zählte, sondern zu den Krimis. Mir sind die Elemente, die bei einem Thriller erwarte, nicht oder nicht genug vorhanden.

Ich muss jedoch gestehen, dass es 4 und 5 Jahre her ist, dass ich die ersten beiden Bände verschlungen habe. Damals war ich schwer begeistert von ihnen und ich war gespannt, ob sich mein Geschmack dahingehend sehr verändert hat.

Aus heutiger Sicht ist das vorliegende Buch ok, aber nicht herausragend. Es ist ein solider Krimi, der mir einige schöne Lesestunden beschert hat.

Die Geschichte an sich ist zwar interessant, jedoch bleibt die Spannung ein wenig auf der Strecke. Man kann sich sehr viel selbst zusammenreimen bzw. verrät der Autor zudem früh einige Sachen. Ich mochte nicht so recht dran glauben, auch bestätigte sich meine Vermutung am Schluss (fast). Hier und dort gibt es ein paar Punkte, die anders waren, aber nichts Herausragendes.

Stephan Ludwig hat einen leicht zu lesenden Schreibstil, der es einem einfach machte, dem Geschehen zu folgen und auch nach Unterbrechungen wieder hineinzufinden. Ich stelle immer wieder fest, wie gut es ist, die Bücher in der Originalsprache zu lesen, da kein Übersetzer etwas hineininterpretieren und die Sätze verunstalten kann. Gerade bei dem Duo Zorn & Schröder finde ich dies wichtig, weil hier ein besonderer Humor eingesetzt wird - Sarkasmus.

Ich liebe Sarkasmus. Ich selbst spreche es fließend und finde Menschen sympathisch, die dies ebenfalls beherrschen. Das heißt, auch wenn ich Zorn gerne mal in den Hintern treten möchte, weil ich seine Art Schröder gegenüber nicht gut heiße, finde ich es schön, wie der Schriftsteller ihn bzw. beide darstellt.

Es gibt nicht nur Menschen, die perfekt sind. Ob Zorn tatsächlich so existiert, möchte ich mir dennoch nicht vorstellen (müssen). Schröder läuft da draußen mit Sicherheit irgendwo herum.

Der Fall an sich blieb mir hier zu unberührt. Ich hätte mir gewünscht, dass da mehr draus gemacht wird. Nichtsdestotrotz bleibe ich weiterhin ein Fan der Reihe und ich werde sie nun regelmäßiger verfolgen und nicht erneut 4 Jahre warten, bevor ich den nächsten Band lese. (zumal mittlerweile der 7. Teil draußen ist)

Ich empfehle das Buch bzw. die Reihe (bis hierhin) gerne Lesern weiter, die diese Art von Humor mögen und Zorn und Schröder in ihr Herz schließen können.

©2017

Veröffentlicht am 31.10.2017

✎ Manfred Mai & Martin Lenz - Pokki 1 Pokkis Traum

Pokki
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"Pokki" ist eine echt süße Geschichte.

Mit der großen Schrift, den vielen Bildern und der Länge der Kapitel ist es absolut kindgerecht aufgemacht. Es eignet sich super zum Vorlesen, aber auch für Erstleser ...

"Pokki" ist eine echt süße Geschichte.

Mit der großen Schrift, den vielen Bildern und der Länge der Kapitel ist es absolut kindgerecht aufgemacht. Es eignet sich super zum Vorlesen, aber auch für Erstleser ist es ideal.

Hardcover, Lesebändchen und der gelbe Einband sind schon ein erster Hingucker. Gerade was das Hardcover betrifft, bin ich immer sehr angetan, da ich mich noch gut an meine Kindheit erinnern kann: Wenn mir ein Buch gefiel, las ich es mehr als einmal - und das musste dann eine Menge aushalten.

Die Geschichte an sich ist auch niedlich aufgemacht. Pokki lernt, Fortschritte zu machen, jedoch ebenfalls, Rückschläge einzustecken. Außerdem muss er einigen Gefahren ausweichen. Und ganz nebenbei erzählt Emilia noch ein klitzekleines bisschen über ein anderes Land. Gerade so viel, dass man neugierig wird.

Ich hoffe, der kleine Pinguin und seine Freundin werden noch in die entfernten Ländern reisen und wir dürfen sie begleiten, sodass wir noch mehr darüber erfahren. Das Ende lässt dies zumindest hoffen..

©2017

Veröffentlicht am 28.10.2017

✎ Audrey Harings - CanGu 1 CanGu und die Kuchenkrümel

CanGu und die Kuchenkrümel
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Ich bin immer auf der Suche nach schönen Kinderbüchern, denn ich habe zwei Neffen, denen ich gerne mal eins schenke und unser eigener Nachwuchs ist derzeit ebenfalls unterwegs.

Als ich den Klappentext ...

Ich bin immer auf der Suche nach schönen Kinderbüchern, denn ich habe zwei Neffen, denen ich gerne mal eins schenke und unser eigener Nachwuchs ist derzeit ebenfalls unterwegs.

Als ich den Klappentext las, fühlte ich mich direkt angesprochen. Ich erwartete eine süße Geschichte mit kleinen Abenteuern für junge Leser.

Das bekommt man hier auch tatsächlich. Manchmal empfand ich es jedoch ein wenig viel, was man den vielleicht unerfahrenen Lesern bereits alles zumutet. Nichts wirklich Schlimmes, aber doch gibt es einige Themen, die in diese Seiten verpackt wurden. Manche ein wenig zu negativ.

Schade finde ich, dass sich die Autorin einige Male einer Sprache bedient, der es nicht bedarf. Außerdem wird die kleine Gucci manchmal unwissend dargestellt - was völlig in Ordnung ist, denn schließlich ist dies ihr erster Ausflug in die weite Welt. An anderer Stelle weiß sie jedoch Dinge, bei denen man ins Grübeln kommt, woher dieses Wissen auf einmal stammt.

Bilder lockern die Geschichte auf ein paar Seiten auf. Von denen hätten es ruhig noch ein paar mehr sein können. Die Kapitellängen sind gut gewählt.

Als kindgerecht empfinde ich hier definitiv das Ende. Und das hatte ich auch ehrlich gesagt erwartet. Selbst als Erwachsene war ich gespannt, wie Audrey Harings die Entstehung von CanGu beschreiben wird. Für mich absolut plausibel und süß dargestellt.

Zum Schluss erfährt man noch ein wenig über den Hintergrund der Geschichte bzw. wen es wirklich gibt und wen nicht. Das fand ich als eine nette Kleinigkeit.

Ich empfehle das Werk gerne weiter, denn Freundschaft ist ein sehr wichtiges Thema und wird in diesem Buch sehr groß geschrieben. Auch andere Werte werden angesprochen und vermittelt. Die Kinder nehmen sicher ein wenig mit und können einige Fragen stellen. Ich denke jedoch, dass es zum Vorlesen bzw. für Erstleser am besten geeignet ist.

©2017

Veröffentlicht am 25.10.2017

✎ Jodi Picoult - Ruth 1 Kleine große Schritte

Kleine große Schritte
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Mit Jodi Picoult habe ich nicht wirklich gute Erfahrungen gemacht. Meist waren mir ihre Schilderungen zu ausufernd und realitätsfern, sodass ich mit ihren Geschichten nicht wirklich etwas anfangen konnte, ...

Mit Jodi Picoult habe ich nicht wirklich gute Erfahrungen gemacht. Meist waren mir ihre Schilderungen zu ausufernd und realitätsfern, sodass ich mit ihren Geschichten nicht wirklich etwas anfangen konnte, obwohl sie gute Themen wählt.

Da ich seit 2011 jedoch kein Buch der Autorin mehr in die Hand genommen habe und das vorliegende sehr interessant klang, gab ich ihr nochmals eine Chance.

Zuerst habe ich mich an der Kurzgeschichte 'Das Mädchen mit den roten Schuhen' versucht, welche die Vorgeschichte darstellt. Schon diese hat mir sehr gut gefallen, weil da wichtige Punkte angesprochen werden. Für mich ist sie jedoch nicht wichtig. Man kann sie auch weglassen.

'Kleine große Schritte' beginnt dann schon sehr gewaltig. Von Anfang an hatte mich die Geschichte in ihren Bann.

Die Schriftstellerin verwendet in diesem Roman einen leicht zu lesenden Schreibstil, der jedoch nicht plump daherkommt. Man kann super allem folgen und manche Bilder, die entstehen, prägten sich bei mir so sehr ein, dass ich sie die ganze Geschichte über mitnahm.

"[...] riss ihm den Kopf hoch und schlug ihn mit voller Wucht auf den Asphalt. [...]" (S. 167)

Das erinnerte mich zugleich an den Film 'American History X'. Ich habe ihn vor Jahr(zehnt)en gesehen und noch heute erinnere ich mich an ihn. Dieses Buch könnte genauso werden.

Die Figuren sind gut gewählt. Manch einer ist sicher geneigt, sich direkt auf eine Seite zu stellen. Ich persönlich war nicht so. Es gab an allen Charakteren etwas, das ich nicht mochte - und das machte sie menschlich für mich. Ich muss die Einstellungen der einzelnen Figuren nicht (immer) gutheißen, nicht immer tolerieren, akzeptieren, aber ich muss es so hinnehmen - genau wie im richtigen Leben. Man kann nicht mit allem einverstanden sein.

Anfangs hat mich ein wenig gestört, dass die gleiche Situation manchmal aus verschiedenen Perspektiven dargestellt wurde, man jedoch nichts, wirklich gar nichts Neues erfuhr. Die Autorin hat dies jedoch sehr schnell sein lassen, sodass es tatsächlich nur zu Beginn störend war.

Was mich sehr interessierte, für andere jedoch vielleicht zu viel sein könnte, sind die vielen medizinischen Begriffe, die verwendet und teilweise nicht erklärt wurden. Ich hatte mir viele Notizen dazu gemacht, um hinterher immer ein wenig zu forschen.

Mit 'Kleine große Schritte' hat Jodi Picoult mir gezeigt, dass sie es doch drauf hat. Dass sie weiß, wie man gute Geschichten schreibt, die das Leben erzählt, ohne auf Stilmittel zurückzugreifen, mit denen sich viele nicht identifizieren können. Kleine Schwächen machen das Buch nicht perfekt - aber nahezu.

Von mir gibt es an dieser Stelle eine ganz klare Leseempfehlung.

©2017

weitere Zitate:

"»Vorurteile sind keine Einbahnstraße, wissen Sie. Es gibt Menschen, die darunter leiden, und es gibt Menschen, die davon profitieren. [...]«" (S. 406)

"»[...] Du musst ihnen zeigen, dass du kein schwarzes Mädchen bist. Du bist Ruth Brooks.«" (S. 54)

"»[...] Gleichheit bedeutet, jeden gleich zu behandeln. Aber Gerechtigkeit berücksichtigt Unterschiede, sodass jeder eine Chance auf Erfolg hat.«" (S. 425)

"[...] damit sie mit eigenen Augen sah, dass Liebe nichts mit dem zu tun hat, worauf man blickt, sondern es nur darum geht, wer darauf blickt." (S. 16)