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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.09.2025

Zu viele Themen, zu wenig Tiefe!

Aufsteiger
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„Aufsteiger“ lässt sich sprachlich sehr flüssig lesen und der Autor schafft es, Szenen und Stimmungen anschaulich zu beschreiben. Der Erzählstil ist dabei durchaus gelungen und macht es leicht, in die ...

„Aufsteiger“ lässt sich sprachlich sehr flüssig lesen und der Autor schafft es, Szenen und Stimmungen anschaulich zu beschreiben. Der Erzählstil ist dabei durchaus gelungen und macht es leicht, in die Geschichte einzutauchen. Dennoch habe ich mich beim Lesen immer wieder gefragt, worauf das Buch eigentlich hinauswill. Das liegt vor allem daran, dass so viele unterschiedliche gesellschaftliche Themen gleichzeitig behandelt werden – fast schon überfrachtet.

Plötzlich tauchen Indianer, Klimakleber, Trans-Menschen und Feminismus auf, und das alles in einem Werk. Diese Themenvielfalt hat für mich eher den gegenteiligen Effekt gehabt: Statt das Bild zu schärfen, wirkte es überladen und zerfahren. Es war schwer zu erkennen, welche Botschaft der Autor vermitteln möchte und welches Fazit ich als Leserin aus diesen vielen unterschiedlichen Ansätzen ziehen soll.

Leider hat das Buch dadurch an Tiefe verloren. Viele wichtige gesellschaftliche Fragestellungen bleiben nur oberflächlich und wirken teils sogar aufgesetzt. Das hat mich enttäuscht, weil gerade diese Themen eigentlich eine differenzierte und reflektierte Auseinandersetzung verdient hätten. So bleibt der Eindruck, dass alles nur angeschnitten, aber nicht wirklich hinterfragt wird.

Insgesamt ist „Aufsteiger“ ein Werk mit viel Potenzial, das aber durch die gleichzeitige Behandlung so vieler Themen an Klarheit einbüßt und dadurch nicht voll überzeugen kann.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Lebendige Figuren, flüssiger Stil!

Lázár
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„Lazar“ hat mich vor allem durch seine sehr lebendig gezeichneten Figuren beeindruckt. Man kann sich gut in sie hineinversetzen, ihre Gedanken und Gefühle wirken authentisch und nahbar. Die Geschichte ...

„Lazar“ hat mich vor allem durch seine sehr lebendig gezeichneten Figuren beeindruckt. Man kann sich gut in sie hineinversetzen, ihre Gedanken und Gefühle wirken authentisch und nahbar. Die Geschichte dreht sich um Lazar, dessen Leben sich durch eine Reihe unerwarteter Ereignisse verändert. Dabei wird nicht nur seine persönliche Entwicklung erzählt, sondern auch das komplexe Geflecht der Beziehungen, die ihn umgeben.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig, was das Lesen trotz der teilweise komplexen Handlung erleichtert. Allerdings zieht sich das Erzähltempo an manchen Stellen etwas, wodurch das Buch nicht immer rund läuft. Besonders gewöhnungsbedürftig fand ich die plötzlichen Charakterwechsel mitten in den Kapiteln. Das hat mich anfangs aus dem Lesefluss gerissen und erfordert etwas Geduld, um sich darauf einzustellen.

Insgesamt bietet „Lazar“ eine fesselnde Geschichte mit starken Figuren, die einen lange begleiten. Mit ein wenig Eingewöhnung wird das Buch zu einem lohnenden Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Stimmungsvoll erzählt!

Spät am Tag
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„Spät am Tag“ ist ein stilles, aber wirkungsvolles Buch. Der Schreibstil hat mich von Anfang an abgeholt: ruhig, klar und mit einem feinen Gespür für Sprache. Die Autorin erzählt mit viel Gefühl für Details, ...

„Spät am Tag“ ist ein stilles, aber wirkungsvolles Buch. Der Schreibstil hat mich von Anfang an abgeholt: ruhig, klar und mit einem feinen Gespür für Sprache. Die Autorin erzählt mit viel Gefühl für Details, ohne je überladen zu wirken. Besonders gelungen fand ich die bildhafte Sprache – man kann die Szenen fast riechen, hören und fühlen. Die Beschreibungen von Stimmungen, Landschaften und kleinen Alltagsbeobachtungen schaffen eine dichte Atmosphäre, die beim Lesen nachwirkt.

Was mir jedoch etwas den Fluss genommen hat, waren die plötzlichen Zeitsprünge, die teilweise sehr abrupt und wenig nachvollziehbar wirkten. Manchmal hatte ich das Gefühl, wichtige Entwicklungen oder Zusammenhänge seien einfach ausgelassen worden. Das hat mich immer wieder kurz aus dem Lesefluss geworfen. Trotzdem bleibt das Buch in Erinnerung – nicht wegen großer Dramatik, sondern wegen der feinen, unaufdringlichen Art, mit der es erzählt wird. Insgesamt ein ruhiges, aber durchaus intensives Leseerlebnis, das vor allem durch seine Sprache überzeugt.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Mutig, anders!

Stachel und Stunk
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„Stachel und Stunk“ ist eines dieser Bücher, das man aufschlägt und sofort merkt: Das wird etwas Besonderes. Die Illustrationen sind nicht nur wunderschön, sondern tragen ganz wesentlich zur Stimmung der ...

„Stachel und Stunk“ ist eines dieser Bücher, das man aufschlägt und sofort merkt: Das wird etwas Besonderes. Die Illustrationen sind nicht nur wunderschön, sondern tragen ganz wesentlich zur Stimmung der Geschichten bei. Jede Seite wirkt liebevoll gestaltet, ohne kitschig zu sein – einfach genau richtig.

Die Erzählungen selbst sind nicht nur unterhaltsam, sondern auch klug. Sie greifen das Thema Anderssein auf eine Art auf, die Mut macht, ohne mit dem moralischen Zeigefinger zu wedeln. Besonders schön fand ich, wie feinfühlig und gleichzeitig humorvoll vermittelt wird, dass man sich für seine Eigenheiten nicht schämen muss. Die Charaktere wirken lebendig, vielschichtig und bleiben im Gedächtnis – jede Figur hat ihren eigenen Charme und ihre eigene Geschichte.

Trotz der Tiefe bleibt das Buch angenehm leicht. Ein feiner, witziger Ton zieht sich durch die Seiten und bringt einen immer wieder zum Schmunzeln. Für mich ist es eines dieser Werke, das sowohl Kindern als auch Erwachsenen etwas mitgeben kann – warmherzig, klug und absolut empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Schöne Idee, schwache Umsetzung!

Unbeugsam wie die See
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„Unbeugsam wie die See“ hat mich mit seiner Prämisse zunächst wirklich neugierig gemacht. Die Idee hinter der Geschichte klang nach etwas, das großes emotionales Potenzial hat – etwas, das ans Herz geht ...

„Unbeugsam wie die See“ hat mich mit seiner Prämisse zunächst wirklich neugierig gemacht. Die Idee hinter der Geschichte klang nach etwas, das großes emotionales Potenzial hat – etwas, das ans Herz geht und lange nachhallt. Leider blieb dieser Eindruck beim Lesen weitgehend aus. Der Einstieg fiel mir schwerer als erwartet, und das hat sich leider auch durch große Teile des Buches gezogen. Die Erzählung plätschert stellenweise einfach nur vor sich hin, ohne dass man wirklich das Gefühl bekommt, dass etwas Bedeutungsvolles passiert oder sich entwickelt.

Obwohl die Atmosphäre stellenweise stimmig eingefangen ist, bleibt das Ganze merkwürdig distanziert. Ich hatte oft das Gefühl, nur an der Oberfläche zu kratzen, ohne wirklich in die Geschichte hineingezogen zu werden. Es fehlt an Tempo, an Dynamik – und leider auch an emotionaler Tiefe. Das Ende konnte das Ruder dann auch nicht mehr herumreißen; es wirkte für mich eher unentschlossen als konsequent.

Insgesamt eine nette Idee mit Potenzial, das jedoch nicht ausgeschöpft wurde. Wer Geschichten mit langsamer Entwicklung mag, wird hier vielleicht fündig – ich habe mir mehr erhofft.

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