Hat meine Erwartungen nicht erfüllt
Talon - DrachenzeitIch hatte mit "Talon: Drachenzeit" einige Schwierigkeiten. Da ich "Plötzlich Fee" und "Plötzlich Prinz" trotz einiger Klischees und Dreiecksbeziehungen sehr mochte, hatte ich erwartet, auch diese Reihe ...
Ich hatte mit "Talon: Drachenzeit" einige Schwierigkeiten. Da ich "Plötzlich Fee" und "Plötzlich Prinz" trotz einiger Klischees und Dreiecksbeziehungen sehr mochte, hatte ich erwartet, auch diese Reihe gut zu finden, vor allem, da Drachen an sich wahnsinnig interessant sind - doch das Buch konnte mich von Beginn an nicht fesseln. Ember ist an sich keine unsympathische Protagonistin und ich kann gut nachempfinden, dass sie Kontrolle über ihr eigenes Leben und Freiheit erlangen möchte, sodass ich ihren Weg schlüssig fand. Die meiste Zeit aber konnte man fast schon vergessen, dass sie ein Drache ist, weil sie viel lieber menschlich sein möchte. Sie ist der typische rebellische Teenager, der unverantwortlich handelt und gegen alles, was von einer Autorität - hier Talon - vorgegeben wird, aufbegehrt und sogar die vernünftigen Regeln, die für die Sicherheit der Drachen sorgen sollen, oft aus Prinzip ignoriert. Ich hätte es besser gefunden, wenn sie an erster Stelle ein Drache und erst dann menschlich gewesen wäre, da ich mir gerade von diesem Aspekt viel mehr erwartet und erhofft hatte. Nur hätte dann der Plot vermutlich nicht funktioniert, vor allem in Bezug auf die Drachenjäger... und natürlich kann man argumentieren, dass es für einen Drachen absolut passend ist, ein Freigeist zu sein.
Die Dreiecksbeziehung fand ich, wie in beinahe jedem Buch, unnötig. Immerhin sind beide Jungen ziemlich sympathisch und als Charaktere ganz gut ausgearbeitet; sie sind komplex und interessant, sodass es gut ist, dass beide ihre eigenen Kapitel bekommen.
Es war zwar früh vorhersehbar, wie die Geschichte sich entwickeln würde, die Entwicklung der Beziehungen an sich waren meiner Meinung nach allerdings glaubwürdig dargestellt. Natürlich hat Ember sich sehr naiv verhalten, was mich gestört hat, und es gibt in Bezug auf beide problematische Aspekte, die es momentan schwer machen festzulegen, welche Beziehung für sie besser wäre... also mal sehen, wie es hier in den nächsten Büchern weitergehen wird.
Das World Building kam mir ebenfalls etwas zu kurz, wobei ich die Organisation der Drachen und ihren historischen Hintergrund wahnsinnig interessant fand. Die Autorin hätte ruhig noch mehr darauf eingehen können und ich hoffe, dass sie die Welt in den Folgebänden noch ausbauen wird. Hier steckt einiges an Potential. Der Plot an sich war recht spannend, zumindest, wenn etwas passierte, doch zwischendrin war ich ein paar Mal kurz davor, die Seiten einfach nur noch zu überfliegen, weil es einfach nicht voranging. Wie gesagt gibt es durchaus spannende, packende Momente und der Schreibstil der Autorin lässt sich wieder leicht und flüssig lesen, aber viel war leider vorhersehbar.
Zusammenfassend kann man sagen, dass "Talon" in meinen Augen viel Potential verschenkt. Die Drachen sind toll beschrieben, obwohl mir dieser Aspekt fast schon zu kurz kommt, da der Fokus auf Embers Entwicklung und ihrem Wunsch, frei zu sein, liegt. Die Handlung konnte mich die meiste Zeit über nicht fesseln, doch mir hat auch einiges gefallen, beispielsweise das World Building und die Charaktere. Vielleicht waren einfach meine Erwartungen zu hoch? Den zweiten Band werde ich lesen, um zu erfahren, wie es nach dem Ende weitergeht. "Drachenzeit" kann ich trotzdem 'nur' mit 3,5/5 Sternen bewerten.