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Veröffentlicht am 15.09.2016

Der Geschlechtertausch konnte mich nicht überzeugen

Biss-Jubiläumsausgabe - Biss zum Morgengrauen / Biss in alle Ewigkeit
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Achtung: Lang und ausführlich.

Ich bin an "Biss in alle Ewigkeit" mit keinen beziehungsweise sehr niedrigen Erwartungen herangegangen. Ich hatte zuvor schon viele negative Meinungen gehört und ehrlich ...

Achtung: Lang und ausführlich.

Ich bin an "Biss in alle Ewigkeit" mit keinen beziehungsweise sehr niedrigen Erwartungen herangegangen. Ich hatte zuvor schon viele negative Meinungen gehört und ehrlich gesagt hatte ich auch nur vor, mich über das Buch zu amüsieren. In Anbetracht dessen muss ich sagen, dass meine Erwartungen übertroffen wurden. An sich war die Lektüre ganz angenehm und ich habe mich recht gut unterhalten gefühlt. Dies liegt allerdings hauptsächlich daran, dass ich die Handlung von "Twilight" trotz aller Probleme, die das Buch hat, ganz gerne mochte und die Geschichte der Neuerzählung sich zu großen Teilen überhaupt nicht davon unterscheidet. Einige Szenen wurden zwar ausgebaut und es gibt kleinere Veränderungen/Ergänzungen, doch ansonsten ist der Inhalt mehr oder weniger gleich. Deshalb habe ich versucht, Biss in alle Ewigkeit nur in Bezug auf den Geschlechtertausch zu bewerten... und hierbei ist meine Meinung leider nicht gerade positiv.

Im Vorwort führt Meyer aus, dass dieses Buch die Antwort auf die vielen Vorwürfe, dass Bella eine typische 'Jungfer in Nöten' sei, ist. Sie behauptet, dass eine Geschlechtsumwandlung nichts an der Geschichte geändert hätte und Bella ein Mensch in Nöten sei... und um dies zu beweisen, hat sie aus ihr Beaufort (kurz Beau) gemacht. Desweiteren behauptet Meyer, dass diese Umwandlung nur für 5-10% der Veränderungen in dieser Geschichte verantwortlich sei; den Rest habe sie überarbeitet, weil sie das schon lange tun wollte oder weil es Dinge waren, von denen sie sich wünscht, sie hätte sie damals so geschrieben. Ob dies die Wahrheit oder doch nur der Versuch ist, dem Vorwurf von Sexismus zu entgehen, sei dahin gestellt.
Die Charakterisierung der Figuren wurde großteils übernommen, wobei es durchaus (durch das Geschlecht bedingte?) Änderungen gibt. Besonders deutlich ist dies beim Protagonisten selbst. Zwar kocht er und kümmert sich um den Haushalt (was ich positiv erwähnen muss, ebenso wie die Tatsache, dass Julie (Jacob) nach wie vor Autos repariert), doch er steht nun auch auf Actionfilme und Superhelden und liest statt Austen ein Werk von Jules Verne, vermutlich um 'männlicher' zu wirken. Charakterlich gibt es Ähnlichkeiten zu Bella - beispielsweise eine gewisse Zurückhaltung, dass er verantwortungsbewusst ist und Regen hasst -, aber auch große Unterschiede. So ist Beau zwar zurückhaltend und er sieht sich als normal und langweilig an, er ist aber dabei doch recht selbstbewusst und sagt sogar, dass er "ganz zufrieden" mit sich selbst ist. Bella schien sich selbst mehr abzuwerten, als er es tut und dies war einer dieser Aspekte, bei denen ich mich gefragt habe, ob die Änderung auf den Geschlechtertausch zurückzuführen ist oder nicht.
Auch bei der Darstellung von Edythe habe ich mir diese Frage gestellt. In Szenen, in denen Edward aufgebracht war und fast schon bedrohlich wirkte, wurde sie eher traurig und niedergeschlagen, insgesamt reagierte sie sanfter ('weiblicher'). Hier lässt sich wieder argumentieren, dass Meyer sich vermutlich wünscht, sie hätte Edward so geschrieben, aber trotzdem fand ich es auffällig, wie sehr sie in die typische Rollenverteilung fällt. Gerade Beau sieht sie als verletzlich an und will sie dauernd beschützen, da sie wie eine kleine, "schwache" Frau wirkt und er darüber wohl nicht hinwegkommt, auch nachdem er weiß, dass sie ein Vampir ist. Es gibt hier ein paar gute Szenen, die das Muster unterbrechen; so bezahlt Edythe im Restaurant das Essen und als er sich beschwert sagt sie, er solle seine antiquierten Rollenvorstellungen loslassen, aber um ehrlich zu sein haben diese Momente sich angefühlt, als hätte die Autorin sie eingebaut um zu beweisen, wie fortschrittlich die Erzählung doch ist.

Andere Aspekte der Geschichte passen ebenfalls zu dieser typischen Verteilung. So wird Beaus 'Ohnmacht' im Biologieunterricht viel mehr lächerlich gemacht als Bellas; sein Kumpel geht sofort davon aus, dass er und Edythe Sex hatten und als er erfährt, dass sie ihn nur nach Hause gebracht hat, bezeichnet er dies als "jämmerlichste Geschichte, die ich je gehört habe". Charlie ist stolz, dass sein Sohn so einen guten Fang gemacht hat, anstatt den besorgten Vater zu spielen. Beau hatte als Kind keine Tanzstunden. Und so weiter und so fort.
Besonders auffällig fand ich, dass es keinerlei sexuelle Gewalt gibt. Royals (Rosalies) Hintergrundgeschichte wurde entsprechend geändert und auch die Szene in Port Angeles, als Beau/Bella gerettet werden muss, ist ganz anders. Während Bella ohne Grund (nur weil sie eine Frau ist) zum Opfer wird, gibt es bei Beau einen Grund und er soll auch nicht vergewaltigt, sondern erschossen werden. Einerseits finde ich das Fehlen von sexueller Gewalt sehr gut, andererseits ist das hier ganz offensichtlich ein Geschlechts-Unterschied - sexuelle Gewalt gegen Frauen wird als fast normal dargestellt, gegen Männer kommt sie dagegen nicht vor. Außerdem hat mich sehr gestört, dass Meyer einen Grund dafür, wieso Beau zum Opfer wird, konstruiert hat... es passt irgendwie nicht so ganz zu ihrer Behauptung, dass die Geschichte auch mit einem Geschlechtertausch noch die gleiche wäre, und es gibt noch ein paar weitere Szenen, wo dies der Fall ist. Andere funktionieren umgedreht einfach nicht wirklich und wieder andere sind unfreiwillig komisch.

Was mich überrascht hat ist das Ende, das eine Alternative zu "Twilight" anbietet. Prinzipiell war dies für mich interessant, aber Meyer hat versucht, die komplette Hintergrundgeschichte der nächsten drei Bände in fünfzig Seiten zu packen und das hat nicht funktioniert. Außerdem wirkte Beau auf mich ziemlich gefühlskalt. Die Idee fand ich ganz gut, aber die Umsetzung ist nicht wirklich gelungen.

Fazit
Leider hat der Geschlechtertausch in "Biss in alle Ewigkeit" für mich nicht wirklich funktioniert. Edythe ist zwar sympathisch und Beau im Großen und Ganzen nicht unsympathisch, aber Meyer ist es nicht gelungen zu beweisen, dass die Geschichte mit umgedrehten Geschlechtern noch die gleiche wäre. Sie bedient immer noch die klassischen Rollenbilder (nur auf andere Art) und während Edythe weniger bestimmend ist, ist nun Beau ziemlich besitzergreifend. Zudem hat die Autorin meiner Meinung nach zu sehr versucht zu betonen, wie fortschrittlich die Geschichte ist.
Da es aber ein paar wirklich gute Änderungen/Ergänzungen gab und ich gerade Edythe mochte, ist die Bewertung nicht noch schlechter ausgefallen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Wahnsinnig guter historischer Roman

Das Lächeln der Fortuna
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Das Lächeln der Fortuna ist ein sehr gutes Buch. Obwohl es umfangreich ist, gibt es keinerlei Längen und keine Stelle, an der ich das Gefühl hatte, dass die Autorin versucht, Lücken in der Handlung zu ...

Das Lächeln der Fortuna ist ein sehr gutes Buch. Obwohl es umfangreich ist, gibt es keinerlei Längen und keine Stelle, an der ich das Gefühl hatte, dass die Autorin versucht, Lücken in der Handlung zu stopfen. Und trotz der komplexen Geschichte kann man das Buch problemlos (und auch relativ rasch) lesen. Der Schreibstil ist sehr gut und scheint, vor allem in der Wortwahl, an die damalige Zeit angepasst zu sein; die Beschreibungen sind sehr detailliert, aber die Handlung ist dennoch fast durchgängig spannend. Ich wollte immer wissen, wie es den Charakteren - die mir doch sehr ans Herz gewachsen sind - weiterhin ergehen würde.

Die Figuren selbst sind ein bisschen schwarz/weiß gezeichnet, aber dennoch gut ausgearbeitet. Robin of Waringham, der Protagonist, war mir sehr sympathisch. Er hat durchaus Ecken und Kanten und macht Fehler, aber er ist ein guter Mann mit Prinzipien. Mich hat nur ein wenig gestört, wie gut und mitfühlend er dargestellt wurde... er schien so gut wie immer recht zu haben oder zumindest gegen jedes Unrecht vorgehen zu wollen. Aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt, der meinen Lesespaß nicht wirklich getrübt hat.
Nebenfiguren gibt es sehr viele, aber mir ist es dennoch leicht gefallen, einen Überblick über die wichtigsten Charaktere zu behalten, ohne im Personenverzeichnis nachzuschauen. Das liegt vermutlich zumindest teilweise daran, dass ich einmal ein Seminar zur Peasants' Revolt (die in diesem Buch auch kurz angeschnitten wird) belegt habe und viele der historischen Persönlichkeiten, mit denen Gablé arbeitet, in irgendeiner Form daran beteiligt waren.
Gerade dies war für mich interessant - das Buch hat mir quasi einen anderen Blickwinkel auf Ereignisse, mit denen ich mich bereits recht ausgiebig beschäftigt hatte, gegeben. Da ich vielen der 'realen Menschen' nur im Zusammenhang mit dem Bauernaufstand begegnet war, war ich bisher hauptsächlich mit Bildern konfrontiert worden, die die Autorin in ihrem Buch auf den Kopf gestellt hat. So war mir gerade John of Gaunt, der von den Aufständischen verachtet und sehr negativ dargestellt wurde, sehr sympathisch. Er wird nicht als perfekt dargestellt oder romantisiert, aber gerade dadurch ist er ein sehr faszinierender Charakter und Gablé hat mich definitiv dazu angeregt, mich weiter mit seinem Leben und allgemein der damaligen Zeit zu beschäftigen. Positiv zu erwähnen ist auch, dass die Autorin das Haus Waringham so geschickt in die realen Ereignisse eingearbeitet hat, dass man wirklich glauben könnte, dass es sie gab und dass sie eine wichtige Rolle gespielt haben.

Man merkt, wie gut Rebecca Gablé recherchiert hat. Meiner Meinung nach hat sie das England des 14. Jahrhunderts sehr gut und realistisch dargestellt und man erfährt viel über das Leben der Zeit, Probleme wie die Pest oder auch die Umstände der Bauernunruhen und die verschiedenen politischen Verstrickungen und genealogischen Verbindungen. Gut gefallen hat mir, dass die Autorin verschiedene Blickwinkel bietet. Ihr Protagonist Robin hat zwar seine Meinungen, von denen er nicht wirklich abweicht, aber sie führt immer wieder Nebenfiguren ein, die ihm widersprechen und so alternative Meinungen präsentieren.
Insgesamt kann ich (abgesehen von der etwas zu klaren Einteilung der Figuren in gut und böse) eigentlich nichts kritisieren; Das Lächeln der Fortuna bietet eine spannende und komplexe, trotz der Länge keinesfalls langatmige Geschichte, gut ausgearbeitete Figuren und eine Fülle an historischen Fakten, die gut mit den fiktiven Ereignissen verknüpft wurden. Ich kann das Buch sehr empfehlen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Sehr fesselndes Buch

Vierundzwanzig Stunden
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"Vierundzwanzig Stunden" erzählt die Geschichte von Arthur, der - durch außergewöhnliche Umstände - nur einen Tag pro Jahr mit der Liebe seines Lebens verbringen kann. Auf den Grund möchte ich nicht genauer ...

"Vierundzwanzig Stunden" erzählt die Geschichte von Arthur, der - durch außergewöhnliche Umstände - nur einen Tag pro Jahr mit der Liebe seines Lebens verbringen kann. Auf den Grund möchte ich nicht genauer eingehen, da ein großer Teil des Reizes des Buches darin besteht, langsam hinter das Geheimnis zu kommen und zu entschlüsseln, was mit ihm passiert; auf jeden Fall aber ist diese Situation für beide sehr belastend und es kommt zu verschiedenen Konflikten, die Musso sehr gut herausgearbeitet hat; man kann immer beide Seiten verstehen und als Leser habe ich mir die ganze Zeit gewünscht, dass sie irgendeinen Weg finden würden, ihrem tragischen Schicksal zu entgehen.
Von Anfang an war ich von der Geschichte gefesselt. Man lernt den Protagonisten kennen, erfährt von seiner Kindheit mit einem kalten Vater, ist dabei, als er einen geheimnisvollen Leuchtturm erbt. Für mich waren einige der Szenen ein bisschen gruselig und unheimlich, aber das ist eine passende Atmosphäre; mit Arthur passiert etwas und weder er noch der Leser verstehen zunächst, was vor sich geht. Dieses Rätsel wird erst nach und nach gelüftet und die Erklärung hat mich zugleich fasziniert und bestürzt. Die Lage scheint ausweglos zu sein - und dadurch hat Musso es geschafft, dass ich mit Arthur mitgefiebert, gebangt und gehofft habe. Ein glückliches Ende seiner Geschichte war mir, da ich mit einem vermutlich tragischen Ausgang konfrontiert war, sehr wichtig und dafür muss ich den Autor loben.

Die Liebesgeschichte zwischen Arthur und Lisa hat mir ebenfalls gut gefallen. Wir bekommen aufgrund der Umstände immer nur kleine Schnipsel zu sehen, aber diese Momentaufnahmen waren mehr als ausreichend, um die tiefen Gefühle, die sie füreinander entwickelt haben, zu verdeutlichen. Dem Autor ist es gelungen, ihre Liebe glaubwürdig darzustellen, vor allem, da er auch - wie oben beschrieben - Konflikte beschreibt, die sehr realistisch sind. Es ist keine perfekte Beziehung, ganz im Gegenteil, aber gerade das hat mir gefallen. Wenn es keine Probleme gegeben hätte, hätte ich ihm die Geschichte nicht abgenommen.
Auch die Figuren sind gut ausgearbeitet. Sowohl Arthur und Lisa als auch Nebenfiguren wie Arthurs Großvater sind gut charakterisiert, sodass ich an ihrem Leben interessiert war und wollte, dass es ihnen gut geht oder aber, dass sie für immer verschwinden, je nachdem.

Ich war die ganze Zeit über sehr gespannt, wie sich die Situation am Ende auflösen und wie die Geschichte um Arthur ausgehen würde. Musso hat es hier wirklich geschafft, mich zu überraschen; mit der Wendung, die er uns präsentiert, habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ob ich sie mag, fällt mir schwer zu beurteilen; auf der einen Seite ergibt sie sehr viel Sinn und beantwortet einige Fragen, die ich mir zuvor gestellt hatte, auf der anderen Seite war ich ein wenig enttäuscht, da ich eine ganz andere Erklärung erwartet hatte.
Das eigentliche Ende hat mir aber gut gefallen, es war sehr passend und angemessen.

Fazit:
Abgesehen von meiner kleinen Kritik in Bezug auf die Auflösung hat "Vierundzwanzig Stunden" mir sehr gut gefallen. Musso liefert ein wendungsreiches, sehr fesselndes Buch, das ich nicht aus der Hand legen wollte und das mich von Anfang an überzeugen konnte. Leseempfehlung!
4,5 Sterne

Veröffentlicht am 15.09.2016

Einblick in die 'deutsche' Geschichte

Das Haupt der Welt
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"Das Haupt der Welt" war mein zweites Buch von Rebecca Gablé und es hat mir ebenfalls gut gefallen, auch wenn es mich nicht genauso fesseln konnte wie "Das Lächeln der Fortuna".

In diesem Buch beschäftigt ...

"Das Haupt der Welt" war mein zweites Buch von Rebecca Gablé und es hat mir ebenfalls gut gefallen, auch wenn es mich nicht genauso fesseln konnte wie "Das Lächeln der Fortuna".

In diesem Buch beschäftigt die Autorin sich mit der 'deutschen' Geschichte und die Protagonisten sind hauptsächlich historische Figuren. Einige sind sehr bekannt, wie König Otto I., während ich von anderen noch nie gehört hatte. Zur letzten Gruppe gehört Tugomir, ein slawischer Fürst, der zehn Jahre in Gefangenschaft der Sachsen verbracht hat, aber auch die Familienverhältnisse des Königs waren mir unbekannt; dieses Buch hat aber dafür gesorgt, dass ich Recherchen angestellt habe, um mehr über diese Figuren zu erfahren und dabei habe ich einige interessante Fakten gelernt habe. Besonders überrascht hat mich aber das Schicksal einiger Charaktere, gerade der Königinmutter - sie war mir im Buch so unsympathisch, dass ich kaum glauben konnte, dass sie als Heilige verehrt wird.
Was mir an "Das Haupt der Welt" besonders gut gefallen hat, ist die Neutralität, mit der die Autorin (meistens) berichtet. Es gibt natürlich Figuren, die sympathischer wirken als andere und Gablé gibt im Nachwort auch zu, dass Geros Untaten nicht alle belegt sind, aber beispielsweise Thankmars Taten werden weder als unrecht noch gerecht dargestellt - alle Sichtweisen werden präsentiert und der Leser kann eigene Schlussfolgerungen ziehen. Ebenso ist es in Bezug auf die Religionen; sowohl die alten Götter als auch das Christentum wurden respektvoll dargestellt und ich fand gerade die Einblicke in die alten Bräuche interessant.

Man merkt dem Buch an, dass die Autorin ausführlich recherchiert hat; es gelingt ihr problemlos, die damalige Zeit lebendig zu machen und die möglichen Motivationen, die sie für das Handeln der Charaktere erdacht hat, sind stimmig. Auch die Ereignisse, die sie hinzugedichtet oder aufgrund mangelnder Informationen ausgeschmückt hat, passen gut zu den realen Geschehnissen. Es sind viele Informationen verpackt, aber der Stoff ist keineswegs trocken, sondern die meiste Zeit über interessant. Allerdings muss ich zugeben, dass mich die dauernden Schlachten und Intrigen nicht fesseln konnten; es ist eine realistische Darstellung, aber für mich gab es hier ein paar Längen. Davon abgesehen hat mir das Buch jedoch gut gefallen, weshalb ich 4 Sterne gegeben habe.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Gutes Buch

Glück ist, wenn man trotzdem liebt
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"Glück ist, wenn man trotzdem liebt" hat mir gut gefallen. Es ist eine schöne Liebesgeschichte, die sehr lebensnah und realistisch, aber dennoch romantisch, unterhaltsam und bewegend ist.

Isabelle ist ...

"Glück ist, wenn man trotzdem liebt" hat mir gut gefallen. Es ist eine schöne Liebesgeschichte, die sehr lebensnah und realistisch, aber dennoch romantisch, unterhaltsam und bewegend ist.

Isabelle ist eine sehr sympathische Ich-Erzählerin, trotz (oder wegen?) ihrer ganzen Probleme und Macken. Sie ist ein absolutes Gewohnheitstier und hasst Veränderungen, was ich sehr gut nachvollziehen kann, aber bei ihr nimmt das ganze fast schon beunruhigende Züge an. Sie hat sehr genaue Vorstellungen von ihrer Zukunft und hat einen strikt geregelten Tagesablauf, sodass sie beispielsweise elf Jahre lang jeden Tag die gleiche Suppe zu Mittag isst und lange braucht, um sich auf etwas anderes einzulassen. Dennoch ist sie sehr liebenswert und mir hat gut gefallen zu sehen, wie sie sich langsam neuen Menschen gegenüber öffnete und dabei merkte, dass das, was sie immer zu wollen glaubte, vielleicht gar nicht so perfekt ist, wie sie es sich ausgemalt hat - auch in Bezug auf romantische Beziehungen. Liebe ist Arbeit, sie ist schwierig und oft geht etwas schief aber wie der Titel schon sagt - Glück ist, wenn man trotzdem liebt und es einfach versucht. Das ist eine sehr wichtige Botschaft und die Autorin hat sie gut verarbeitet. Isabelle muss feststellen, dass nichts so läuft, wie sie es sich vorgestellt hat, dass sie aber dennoch glücklich und zufrieden sein kann und das war wirklich schön zu lesen.

"Glück ist, wenn man trotzdem liebt" ist die Geschichte, wie die Protagonistin zu dieser Erkenntnis gelangt, aber auch eine Liebesgeschichte. Mir hat gut gefallen, wie Isabelle und Jens einander kennen gelernt haben und dass man als Leser merkte, dass die beiden gut zusammen passen, obwohl sie auf dem Papier und auf den ersten Blick vielleicht wenig Sinn ergeben würden.
Auch die familiären und freundschaftlichen Beziehungen wurden gut dargestellt, ebenso wie die Problemchen, mit denen Isabelles Bekannte sich herumschlagen müssen. Die Geschichte wirkt wirklich wie aus dem Leben gegriffen.
Sehr gut gefallen hat mir auch die Idee, die eigenen Glücksmomente auf Zettel zu schreiben, diese in ein Glas zu werfen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder anzuschauen. Ich könnte mir vorstellen, so etwas auch zu machen, es klingt nach einer schönen Idee.

Fazit:
"Glück ist, wenn man trotzdem liebt" ist eine schöne Geschichte darüber, dass es sich manchmal lohnt, aus bekannten Mustern auszubrechen und dass man sein Glück oft auf Arten finden kann, die man nicht für möglich gehalten hätte. Es ist eine angenehme, leichte Sommerlektüre mit einer wichtigen Botschaft.