Teilweise zäh
Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen FeindIch hatte bereits mitbekommen, dass einige Leser nicht unbedingt von "Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind" begeistert waren, doch da mir die anderen Bücher des Autors gut ...
Ich hatte bereits mitbekommen, dass einige Leser nicht unbedingt von "Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind" begeistert waren, doch da mir die anderen Bücher des Autors gut gefallen hatten, wollte ich mir meine eigene Meinung bilden. Leider muss ich mich den eher negativen Rezensionen anschließen; ich fand das Buch zwar nicht schlecht, es ist für mich aber das schwächste Werk des Autors.
Zunächst einmal hatte ich große Schwierigkeiten damit, die Charaktere sympathisch zu finden. Es kommt mir zwar so vor, als hätte der Autor dies (zumindest teilweise) beabsichtigt, aber wenn ich mit den Figuren nichts anfangen kann, fällt es mir auch immer schwer, mich für ihre Erlebnisse zu begeistern und mit ihnen zu fiebern. Zugute halten muss man Jonasson, dass er es tatsächlich geschafft hat, dass ein Mörder für mich der sympathischste Charakter war. Ich konnte mich zwar nicht in ihn hineinversetzen und sein Verhalten ist oft fragwürdig, doch meiner Meinung nach war es nicht wirklich gerechtfertigt, wie seine Kumpanen ihn behandelt haben, wodurch ich diese Figuren unsympathisch fand und durchaus Mitleid mit Andersson hatte (selbst wenn er die Situationen nie zu durchschauen schien). Dies könnte auch daran liegen, dass man direkt mitverfolgen kann, wie die beiden sich im Lauf der Handlung entwickeln und was in ihnen vor sich geht, während die Verbrechen des Mörders und seine Gewaltbereitschaft vergleichsweise kurz und irgendwie humorvoll geschildert wurden.
Die Geschichte selbst konnte mich nicht richtig fesseln, da einige Passagen in meinen Augen eher zäh waren und in ihnen kaum etwas zu passieren schien, sodass die Handlung fast schon stagnierte, doch es gab durchaus ein paar recht lustige Stellen und das Grundkonzept war interessant, sodass ich die Lektüre weithin angenehm fand. Wie man es von dem Autor gewohnt ist, überspitzt er sehr viel, doch ich muss sagen, dass ich einige Ereignisse zu absurd fand, gerade gegen Ende oder in Bezug auf die Wahrnehmung der Öffentlichkeit. Außerdem war die Entwicklung von bestimmten Charakteren für mich zu abrupt, selbst wenn ich verstehen kann, wieso es dazu gekommen ist.
Trotz reiflicher Überlegung bin ich nach wie vor unsicher, wie ich das Buch bewerten soll. Spontan tendierte ich zu 2,5 oder 3 Sternen und für ersteres habe ich mich letztlich entschieden (obwohl ich immer noch nicht ganz zufrieden damit bin). Das Ende konnte mich nicht überzeugen und ich fand die meisten Hauptpersonen unsympathisch, ganz zu schweigen davon, dass die Geschichte selbst teilweise zäh und etwas langatmig war, doch es gab humorvolle Momente und die Erzählung hat mich gerade im Mittelteil recht gut unterhalten. Zudem ist es irgendwie interessant, dass der titelgebende Mörder der am wenigsten unsympathische Protagonist ist...