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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.04.2026

Erschreckend

Mama & Sam
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Ein Buch, welches mich ganz schön berührt hat. Und erst im Nachhinein habe ich hier herausgefunden, dass auch die Mutter der Autorin einem Love Scammer zum Opfer gefallen ist.

Die Mutter der Ich- Erzählerin ...

Ein Buch, welches mich ganz schön berührt hat. Und erst im Nachhinein habe ich hier herausgefunden, dass auch die Mutter der Autorin einem Love Scammer zum Opfer gefallen ist.

Die Mutter der Ich- Erzählerin verliebt sich im Internet in den berühmten Sam Heughan. Jedenfalls glaubt sie das. Doch es ist nur jemand, der sich als Sam ausgibt. Es folgen Monate intensiver Chats, Liebesbekundungen und Zahlungsverläufe. Ein Dreivierteljahr später ist sie tot. Und die Tochter steht nun in einer leeren Wohnung mit einem Haufen an Fragen und endlosen Chatverläufen.

Sarah Kuttner hat einen wirklich fantastischen Schreibstil. Sie schreibt klar, kurz und prägnant. Einfach auf den Punkt. Ohne viel Geschnörkel beschreibt sie die Dinge genauso wie sie sind. Im Buch gibt es sehr viel Schriftverkehr zwischen Mama und Sam. Und es wird deutlich, wie der Scammer sein Opfer immer weiter in den Strudel hineinzieht. Natürlich fragt man sich als außenstehende Person, wie man so etwas nicht merken kann. Aber auch hier schreibt die Autorin wieder, wie gekonnt er mit Liebesentzug, Liebesbekundungen, und Gaslighting umgeht. Mich hat die Thematik wirklich berührt und ich finde es gut, dass es nochmal so eine Aufmerksamkeit erhält, damit auch möglichst viele Menschen sensibilisiert werden.

Zusätzlich zum Buch kann ich übrigens das Hörbuch wärmstens empfehlen! Es wird zum Großteil von der Autorin selbst gelesen - und das hat mich direkt ab Minute 1 abgeholt, mega! - Chatverläufe werden dann von Anna Thalbach und Julian Horeyseck vertont.

Insgesamt ein starkes Buch,welches ich gerne empfehle.

⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Highlight

Der Fährmann
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Ich muss zugeben, dass ich ein wenig Angst vor der Geschichte hatte. Große Vorfreude, Euphorie und dennoch ein klein wenig Angst. Das sie mich entweder nicht so packt wie viele Leser vor mir, oder das ...

Ich muss zugeben, dass ich ein wenig Angst vor der Geschichte hatte. Große Vorfreude, Euphorie und dennoch ein klein wenig Angst. Das sie mich entweder nicht so packt wie viele Leser vor mir, oder das sie mich wegpustet. Und ich kann euch sagen, dass letzteres der Fall war. 🖤

"Der Fährmann" spielt um 1900 an der deutsch - österreichischen Grenze an der Salzach. Dort sind Ende des 19. Jahrhundert drei Kinder, die ganz eng miteinander befreundet sind: Hannes, Annemarie und Elisabeth. Der Hannes überlebt wie durch ein Wunder einen Sturz in die Salzach. Und von da an ist es klar, dass er in die Fußstapfen seines Onkels tritt und der nächste Fährmann wird. Aber als Fährmann darf man keine Familie haben, also keine Frau und keine Kinder. Ein paar Jahre später wird die Elisabeth dem reichen Joseph Steiner aus Österreich versprochen. Egal, ob sie ihn liebt. Sie hat schon seit langer Zeit ein Auge auf den Hannes geworfen. Doch damals entschieden die Eltern für einen, wer der richtige zu sein scheint. Und auch die Annemarie, eine Wirtstochter aus ärmlichen Verhältnissen schwärmt für den Hannes. Doch der Joseph ist vernarrt in sie. Wut, Macht, Gewalt, unerfüllte Liebe. Männer nahmen sich was "ihnen zusteht".

Ein Dreiecksgespann das über Jahre hinweg immer irgendwie verbunden ist. Der Fährmann, der die Menschen über die Salzach ins andere Land bringt. Der aber auch immer zwischen allem steht.
Elisabeth, die unterdrückt in ihrer Ehe lebt. Ausbrechen will, aus den strengen Regeln. Aber kein Weg geht daran vorbei. Auch die Zeit des Krieges wird hier nochmal sehr stark beschrieben, und wie sich zu dieser Zeit die Dinge änderten.

Regina Denk hat es geschafft, einen sehr atmosphärischen Roman zu schreiben. Der Schauplatz der Salzach (des Flusses) war sehr anschaulich. Und auch die besondere Sprache, mit dem österreichischen Dialekt, hat nochmal zusätzlich dafür gesorgt, dass ich beim Lesen einen Zeitsprung gemacht habe.

Es war krass, unheimlich atmosphärisch, düster und bedrückend. Absolute Empfehlung!

⭐⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Toll!

Zugvögel wie wir
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Eine Geschichte, die ganz leise und gemächlich immer mehr Raum einnimmt...

Eva ist Mitte Fünfzig, seit langer Zeit geschieden und mit ihrem Leben mehr als unzufrieden. Einer spontanen Eingebung folgend, ...

Eine Geschichte, die ganz leise und gemächlich immer mehr Raum einnimmt...

Eva ist Mitte Fünfzig, seit langer Zeit geschieden und mit ihrem Leben mehr als unzufrieden. Einer spontanen Eingebung folgend, peppelt sie einen jungen Kranich wieder auf, bindet ihm einen Sender um und folgt ihm mit dem Fahrrad nach Frankreich. Von Schweden aus ist das eine ganz schön lange Reise. Aber was hat sie schon zu verlieren?

Evas Gedanken nehmen von Kapitel zu Kapitel immer mehr Raum ein. Das Verhältnis zu ihrer Tochter ist überaus schwierig. Der Kontakt war lange Zeit auf Eis gelegt und so fällt es ihr schwer, die richtigen Worte zu finden als sie sie über ihre Reise informieren will. Sie schreibt, und löscht. Sie schreibt, und löscht wieder. Mit der Zeit gibt es Rückblicke in deren Vergangenheit und es wird deutlich, weshalb das Verhältnis so verfahren ist. Die Autorin schreibt dies sehr eindrücklich und echt. Ich habe mich an einigen Stellen wiedergefunden.
Eva fährt mit dem Rad immer weiter, erlebt Dinge die sie nicht mehr für möglich gehalten hat. Ihr begegnen Menschen, die einfach ihr Ding machen und dabei ein so großes Herz haben. Es lässt Eva umdenken. Auch ihre Leidenschaft zur Musik wird deutlich.
Das Lesen hatte etwas melancholisches, ruhiges, herzerwärmendes und entspanntes. Wo ich zu Beginn noch Schwierigkeiten hatte mich drauf einzulassen und in das Geschehen hineinzufinden, so war dies nach einem Drittel schon wieder vergessen. Das große Ganze hat mir unheimlich gut gefallen.

Ich hatte ganz tolle Lesestunden und spreche definitiv eine Leseempfehlung aus. Wem "Unter Wasser ist es still" gefallen hat, wird auch dieses mögen.

⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Highlight

Statt aus dem Fenster zu schauen
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Kennt ihr das, wenn ihr bereits nach wenigen Seiten merkt, dass ihr ein Highlight in den Händen haltet?
So ging es mir bei diesem Buch! Ich war schon nach wenigen Sätzen komplett in das Geschehen eingetaucht, ...

Kennt ihr das, wenn ihr bereits nach wenigen Seiten merkt, dass ihr ein Highlight in den Händen haltet?
So ging es mir bei diesem Buch! Ich war schon nach wenigen Sätzen komplett in das Geschehen eingetaucht, denn es startet eigentlich direkt mit dem Hauskauf, und trödelt nicht noch lange mit Belanglosigkeiten herum. Sophie ist Mitte zwanzig und steckt irgendwie fest. Im Hamsterrad des Alltags. Das kann es doch nicht gewesen sein - das Leben!? Kurzerhand klickt sie bei Kleinanzeigen eine Hausverkaufsanzeige zum Spottpreis an. Und kontaktiert den Verkäufer. Sie bricht bereits am nächsten Morgen auf, zieht aus ihrer WG aus, beendet das Praktikum, nimmt ihre sieben Sachen und das Fahrrad und bricht auf. Mit dem Zug geht es quer durchs Land nach Günderode in Ostdeutschland. Ein Haus für 3000 Euro, und sie hat es noch nicht mal gesehen. Ob das die richtige Entscheidung für Sophie war?

Die Autorin schreibt sehr eindringlich und anschaulich. Ich habe mich Sophie sehr nah gefühlt, denn die Gedanken und Gefühle konnte ich oft nachempfinden. Raus aus dem Trubel und einfach mal das Leben leben. Egal ob die Entscheidung nun gut oder komplett verrückt war, was hat sie schon zu verlieren? Eigentlich nicht viel, außer ihren Praktikumsplatz. Aber nun mit neuen Verantwortungen, so gut wie keinem Geld und Handyempfang mehr, lebt es sich ganz anders. Und das hatte etwas so entschleunigendes für mich. Ich habe die einzelnen Sätze unheimlich gerne gelesen, sie haben mich gedanklich an den Ort geführt, wo Sophies neues Haus steht. Ein zerfallenes Haus in einem Ort, in dem so gut wie niemand mehr wohnt. Eine Idylle! Ruhe und Abgeschiedenheit. Und eine Konfrontation mit sich selbst.

Eine atemberaubende Geschichte, die noch Ewigkeiten in meinem Kopf und meinem Herzen bleiben wird. Denn sie hat mich berührt und ich habe einfach alles daran geliebt. Ruhig erzählt, wächst sie mit der Zeit immer weiter und regt zum Nachdenken an. Einfach mal durchatmen. Wir leben im Jetzt (!), und nicht im Später.

⭐⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Moorland

Moorland. Die Zwillinge
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Als ich auf dem Klappentext den Namen "Jana" gelesen habe, war ich direkt Feuer und Flamme. Ja, ich bin ehrlich. Aber der Rest hatte sich für meinen Geschmack auch schon total spannend angehört, deswegen ...

Als ich auf dem Klappentext den Namen "Jana" gelesen habe, war ich direkt Feuer und Flamme. Ja, ich bin ehrlich. Aber der Rest hatte sich für meinen Geschmack auch schon total spannend angehört, deswegen ging kein Weg an dem Buch vorbei.
Jana und Nieke sind eineiige Zwillinge und auf Social Media aktiv. Für ihren Account drehen sie regelmäßig Videos im Moor, so auch an dem Tag, an dem beide verschwinden. Kommissarin Malia Gold kehrt nach fünfzehn Jahren wieder nach Moosbach zurück. Und nun darf sie direkt den Vermisstenfall der Zwillinge übernehmen.

Der Einstieg gefiel mir gut, auch wenn es zu Beginn mehr einem Ermittlungskrimi ähnelte. Die Geschichte wird immer komplexer und auch die Hintergründe vertiefen sich. Es spielen viele Figuren eine tragende Rolle und Malia hat mir als Polizistin sehr gefallen. Auch ihre privaten Hintergründe und Verstrickungen haben mich interessiert und ich war gespannt, inwieweit sie für die Geschichte wichtig werden könnten. Nach und nach nahm es immer mehr an Fahrt auf, das Setting rund um das Moor war sehr stimmungsvoll. Die Kapitel wechseln zwischen vereinzelten Charakteren hin und her. Es gibt auch Perspektiven aus Sicht der vermissten Mädchen, was nochmal für zusätzliche Spannung sorgt.

Insgesamt war es für mich ein toller, spannender Thriller. Er ist tiefgründig und mit tollen Figuren ausgestattet.

⭐⭐⭐⭐,25 | 5 Sternen

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