Cover-Bild Mama & Sam
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER E-Books
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 08.10.2025
  • ISBN: 9783104923215
Sarah Kuttner

Mama & Sam

Roman
Sarah Kuttner schildert in ihrem neuen Roman »Mama & Sam« eine Ausnahmesituation, wie es sie gar nicht selten gibt.
Eine Tochter steht in der Wohnung ihrer plötzlich verstorbenen Mutter. Die Mutter ist fort, ihre gesamten Ersparnisse auch. Was bleibt, sind Fragen: Warum ist die Wohnung so chaotisch, der Briefkasten so voll? Und wie ist es überhaupt möglich, seine eigene Mutter an einen Heiratsschwindler zu verlieren? 
Sarah Kuttner erzählt die Geschichte einer Frau, die Liebe suchte und auf einen Love Scammer traf. Die sich verliebte und die Augen verschloss. Die nichts zurückließ, außer einem schier endlosen Chat mit dem Betrüger. Vor allem aber ist es die Geschichte einer Tochter, die zurückbleibt, mit einer Leerstelle, wo einmal die Mutter war. 
Also liest die Tochter die Nachrichten, die nicht für sie bestimmt waren, liest Dinge über sich selbst, die sie nie wissen wollte. Und doch, ganz langsam, füllt sich die Leerstelle mit einer Nähe, wie sie beiden zu Lebzeiten nicht möglich war. 
Ein Roman über das Gefühl der Schuld, den Schmerz des Zurückbleibens, und die ungewollte Intimität eines Nachlasses. 

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2025

Ein Roman, der bedrückt

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In ihrem Roman "Mama & Sam" greift Sarah Kuttner ein Thema auf, das schon einige Male für Schlagzeilen gesorgt hat, nämlich Romance Scamming. Ich habe den Roman als Hörbuch gehört, eingelesen von der Autorin, ...

In ihrem Roman "Mama & Sam" greift Sarah Kuttner ein Thema auf, das schon einige Male für Schlagzeilen gesorgt hat, nämlich Romance Scamming. Ich habe den Roman als Hörbuch gehört, eingelesen von der Autorin, Anna Thalbach und Julian Horeyseck.

Eine Frau kommt in die Wohnung ihrer Mutter, die dort tot aufgefunden wurde. Fremdverschulden wird ausgeschlossen. Eines ist jedoch sicher, es gibt kein Geld mehr, nur noch Schulden. So beginnt die Tochter auf dem Handy und dem PC der Verstorbenen nachzuforschen und stößt dabei auf die Chats ihrer Mutter mit Sam. Sie erfährt, wie sich ihre Mutter verliebt hat, wie sie einem Menschen, den sie nie persönlich getroffen hat, Geld zukommen lässt... viel Geld! Wie sie abhängig wird von der vermeintlichen Liebe von Sam und dabei immer tiefer in Schulden und Geldsorgen rutscht.

Sarah Kuttner erzählt in der Ich-Perspektive aus der Sicht der Tochter. Die Tochter spricht sie selbst. Die Chats, die wir verfolgen können, werden von Anna Thalbach (Mama) und Julian Horeyseck (Sam) gesprochen. Es gelingt Kuttner sehr gut, durch Sprache Gefühle zu transportieren. Der Roman macht traurig und wütend, dass es das organisierte Verbrechen gezielt auf ältere und oft einsame Damen abgesehen hat. Sie so einzuwickeln, dass sie alle Warnungen der Familie ignorieren, sich sogar von der Familie distanzieren. Berührend fand ich, dass Tochter und Mutter sich trotz allem näher kommen können, leider erst posthum. Die Protagonistin hätte ihrer Mutter noch viel sagen können, wofür es aber zu spät ist. Sarah Kuttner schildert atmosphärisch dicht, es fühlt sich an, als sei man selbst die Tochter auf den Spuren ihrer Mutter.

Im Nachwort des Romans gibt Kuttner Hilfestellungen für Angehörige, Kontaktadressen und Telefonnummern. Allein das zeigt, wie wichtig dieses Thema in der vom Internet und Fakes geprägten Welt geworden ist. Und es trifft nicht nur Frauen, sondern genauso auch Männer!

Eine Lese- oder Hörempfehlung an Lesende, die sich einmal mit einer anderen Art des organisierten Verbrechens auseinandersetzen wollen. Volle 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Liebesbetrug

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Sarah Kuttner nimmt sich eines Themas an, das leider in unsere virtuelle Zeit passt. Love Scammer. Von ihnen hört und liest man immer wieder, es wird vor ihnen gewarnt und doch haben sie Erfolg. Die Frauen ...

Sarah Kuttner nimmt sich eines Themas an, das leider in unsere virtuelle Zeit passt. Love Scammer. Von ihnen hört und liest man immer wieder, es wird vor ihnen gewarnt und doch haben sie Erfolg. Die Frauen (denn meistens sind es Frauen) wollen Liebe, wollen Zuneigung, die Betrüger jedoch wollen nur eins: sie wollen ihr Geld. Und möglichst viel davon, auch wenn ihre Opfer es sich nicht mehr leisten können. Dann helfen sie nach, finden Mittel und Wege, pressen sie aus wie eine Zitrone.

„Mama & Sam“ wird aus Sicht der Tochter erzählt. Sie steht in Mamas Wohnung, Mama ist tot. Das Erbe hat sie ausgeschlagen, denn außer Schulden ist nichts geblieben. In Mamas Laptop und in ihrem Handy findet sie den Chat zwischen Mama und Sammy, der nüchtern betrachtet sofort auf einen dieser Love Scammer schließen lässt. Er behauptet, Sam Heughan zu sein, ein berühmter Schauspieler, den ich zugegebenermaßen nicht kenne. Ein Blick ins Netz macht sofort deutlich, wer er ist, wie und mit wem er lebt, was er gerade macht – man könnte also meinen, dass keine Frau auf so eine Story hereinfallen würde. Nun, Mama ist verliebt, sie glaubt ihm zwar nicht alles, widerspricht sogar und doch lässt sie sich permanent auf ihn und seine Lügen ein. Sie lechzt geradezu nach Liebesbeweisen, die spärlich fließen, ihr Geld jedoch fließt umso mehr Richtung Sam. Sarah Kuttner erzählt davon und von der Tochter, die mit dieser Situation irgendwie zurecht kommen muss. Die Mutter-Tochter-Beziehung war ziemlich kühl, auch spüre ich nicht viel von Trauer, der Schreibstil ist eher nüchtern. Bis hin zur lieblosen Urnenbeisetzung, die mir eher als lästiges Übel vorkommt, wechseln sich das Lesen der Chateinträge und das Nachspüren von Mutters Leben und auch das der Tochter ab.

Das Nachwort gibt Empfehlungen für den Umgang mit einem Opfer eines Love Scams und greift auch das typische Verhalten eines Menschen auf, der sich auf diese manipulative Betrügermaschinerie einlässt. Ich bin zutiefst erschüttert, musste das Buch des Öfteren weglegen, denn die Story ist heftig, abwegig jedoch ist sie nicht.

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