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Veröffentlicht am 12.11.2025

Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Schreiner her....

Winterherzen in Chanting Hills
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Der Wohlfühlroman "Winterherzen in Chanting Hills" von Clara Sanders ist sehr warmherzig, charmant und liebenswert geschrieben, genau passend zur dunklen Jahreszeit.
Clara Sanders hat die Weihnachtszeit ...

Der Wohlfühlroman "Winterherzen in Chanting Hills" von Clara Sanders ist sehr warmherzig, charmant und liebenswert geschrieben, genau passend zur dunklen Jahreszeit.
Clara Sanders hat die Weihnachtszeit in den malerischen Cotswolds in all ihren Facetten detailreich beschrieben. Wenn es draußen dunkel wird und die mit Lichterketten und mit Tannenzweigen verzierten Häuser und Zäune erstrahlen, Schnee vom Himmel fällt und die Protagonisten es sich in ihren eigenen vier Wänden oder im Café von Kate, der besten Freundin von Isla, gemütlich machen. Dazu gehört weihnachtliches Gebäck, wie Mince Pies, kleine Törtchen mit Nüssen, Trockenfrüchten und Äpfeln, sowie Glühwein und Schokolade und liebevoll verzierte Christmas Cookies, welche bei den winterlichen Temperaturen nicht nur die Protagonisten auf Weihnachten einstimmen, sondern der Leserschaft ein wahrhaftes Weihnachtsgefühl vermitteln. Ein traumhaftes Ambiente wurde auf diese Weise geschaffen, auch die Häuser und Gärten erstrahlen in ihrem Glanz und egal, ob die Außenwirkung einen eher chaotisch, verträumten und gemütlichen Stil ausstrahlt, wie es bei Islas Zuhause der Fall ist. Oder ob das Haus, wie das Bed and Breakfast von Harry, sehr gepflegt, ruhig und perfekt in Szene gesetzt wird, so haben doch all ihre Bewohner Sorgen und Nöte, aber auch ihre Wünsche und Träume für ein schönes Weihnachtsfest und eine gute Zukunft.
Clara Sanders versteht es außerordentlich gut, auch die Charaktere sehr authentisch zu beschreiben. Dabei geht es nicht nur um ihr Äußeres, sondern auch um die Dinge, die gerade Sorgen bereiten und somit die Motivations- und Handlungsstrategien offenbaren. Die Körperhaltung, welche sehr oft eine Rolle spielt, sagt oftmals mehr als viele Worte. Ringe unter den Augen, ein müdes Aussehen und Tränen, die nicht mehr zu halten sind, geben nicht nur Aufschluss über die aktuelle Lebenssituation, sondern begründen und untermauern die jeweiligen Entscheidungen.
In der Geschichte geht es um Isla, die im Cottage ihrer Eltern drei Kinder als Tagesmutter betreut. Ihre Idylle wird von dem Nachbarn Harry zerstört, da dieser von ihrer Geschäftsidee wenig angetan ist und auf Fehlersuche geht. Die Handlung entwickelt sich aus anfänglichen Konfrontationen und den Herausforderungen im Alltag einer Single-Mum, die zudem Probleme mit ihrem 15-jährigen Sohn Ben hat.
In der Story ist zunächst der Fantasie freien Lauf gelassen, denn wir Leser können versuchen, uns zusammenzureimen, was Ben zuvor in Manchester erlebt hat. Sein Verhalten scheint nicht nachvollziehbar, bis an einem Punkt klar wird, was ihm widerfahren ist und warum er sich in dieser speziellen Art verhalten hat. Nicht nur er leidet, sondern auch Isla, seine Mutter. Sie möchte ihm helfen und er lässt sie nicht. Ihr fehlt oftmals eine starke Schulter, an der sie Halt finden kann, auf der anderen Seite hat sie gerade genügend eigene Dinge, die sie beschäftigen. Hier wird sehr eindrucksvoll die Dynamik einer alleinerziehenden Mutter und ihre Folgen deutlich.
Oliver, der Neffe von Nachbar Harry, ist ein Schreiner mit Herz. Aber ist er wirklich gut für Isla? Es wird schön beschrieben, wie sie in seiner Gegenwart zwischen ihren Gefühlen und der Angst hin- und hergerissen ist. Die Entwicklung einer möglichen Beziehung, welche von Abneigung zu Zuneigung schwankt, ist authentisch und glaubhaft dargestellt. Oliver hat ebenso seine Probleme und stellt auf einmal fest, dass sich für ihn in der Zukunft etwas ändern muss, auch, wenn er von Harry den Grund erfährt, warum er so geworden ist, wie er ist. Ebenso kann die Leserschaft nach Herzenslust eigene Theorien entwickeln, das Für und Wider abwägen und sich überlegen, wie man selbst in einer ähnlichen Situation agieren würde und diesen Konflikt in der Nachbarschaft bewältigen würde.
Durch die Tiefgründigkeit, welche die Geschichte zwischen Isla und ihrem 15-jährigen Sohn beinhaltet und der Vielschichtigkeit ihrer Gefühle zu Oliver wird die Spannung stets aufrechterhalten und der Weihnachtsroman wird zu einem wahren Pageturner!
Fazit: Eine schöne, romantische Geschichte, passend zur Weihnachtszeit in winterlichem Ambiente mit einer Botschaft, die einen ernsten Hintergrund hat und trotzdem Hoffnung schenkt.

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Veröffentlicht am 08.11.2025

Das geile Leben der Französischen Bulldogge Toffik

Der Hund, der sprechen konnte
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"Der Hund, der sprechen konnte" von Günter Krieger ist eine satirische Geschichte über einen Hund, der auf witzige Weise in einer Familie aus dem fiktiven Eifeldorf Tupping für jede Menge Aufregung sorgt. ...

"Der Hund, der sprechen konnte" von Günter Krieger ist eine satirische Geschichte über einen Hund, der auf witzige Weise in einer Familie aus dem fiktiven Eifeldorf Tupping für jede Menge Aufregung sorgt.
Das Cover mit dem drolligen Toffik und der Katze Leeroy vor dem Tannenbaum stellt dar, dass die Geschichte zur Weihnachtszeit und dem Jahreswechsel spielt. Der Hund im Vordergrund ist der Hauptprotagonist und die Farben auf dem Cover, das dunkle Grün der Tanne, die roten Kugeln am Tannenbaum sowie dem heller werdenden Hintergrund strahlen eine Ruhe aus, die im Gegensatz zu den Ereignissen steht.
Die Geschichte beginnt in Polen, als Marek von seinem verstorbenen Onkel einen Hund mit Fledermausohren, kurzen Beinen, Stummelschwanz und einem Maul platt wie eine Flunder, erbt. Zunächst scheint Toffik wenig willkommen, schon während der Autofahrt sorgt er für leichte Aufruhr, als es Zeit für ihn wird zu defäkieren. Mit diesen und ähnlichen Worten, welche die Leserschaft zum Schmunzeln bringen, schafft Günter Krieger es mit seinem Sprachwitz eine lustige, interessante und teilweise satirische Story zu erzählen, die zum wahren Pageturner wird. Denn der Hund, der seine Sprachkünste zunächst einem Sachsen auf einem Parkplatz offenbart, indem er Beleidigungen ausspricht und damit das sagt, was sein neues Herrchen Marek denkt, spricht als nächstes auch mit seinem Herrchen. Er mahnt später auch die Tochter Leonie, an Silvester nicht zu viel Alkohol zu trinken, Marek sollte nicht so viel spielen und er verpetzt sein Herrchen vor dessen Ehefrau! Keine leichte Zeit für die Familie, die lernt, wie es ist, eine Berühmtheit im Haus zu haben, welche sämtliche Aufmerksamkeit, nicht nur die der Presse, auf sich zieht. Marek, seine Ehefrau Daria und Tochter Leonie sind von nun auf der Hut, um ihren Alltag nicht vollkommen aus dem Ruder laufen zu lassen.
Es wird schnell deutlich, dass der Hund ein vollwertiges Familienmitglied geworden ist, der sich in seinem neuen Zuhause auch sehr wohl fühlt, wenn man das aus seinen Äußerungen, in denen er kundtut, dass er alles geil findet, schließen möchte. Dass der Hund in seinem Zuhause die Hauptrolle spielt, wird auch darin deutlich, dass er der Einzige ist, der charakteristisch beschreibbar ist, während die Menschen um ihn herum eher blass bleiben. Da dies jedoch eine Geschichte ist, die allein vom Titel her darauf schließen lässt, dass der Hund der Hauptprotagonist ist, fällt es nicht weiter auf. Trotzdem wird die Leserschaft mit der Frage der Wertigkeit eines Tieres, im speziellen eines Hundes, konfrontiert. Sind materielle Güter von höherem Wert als ein Lebewesen, welches fühlt, lebt und Liebe zeigt? Wer tiefer in die Geschichte eintaucht, wird diese Frage für sich beantworten müssen.
Das Buch brilliert auch mit spannenden Entwicklungen oder gar Hindernissen, die zeitweise auf ein Neues bewältigt werden müssen und somit von Marek, Daria und Leonie eine klare Entscheidung forcieren. Wie weit ist ein Familienvater bereit zu gehen, um seiner Familie, vor allem seiner Tochter zu gefallen? Ist das Bild eines Vaters, der ein Held für seine Tochter darstellt, auch heute noch zeitgemäß? Die Fragen nach Werten und die Suche nach Antworten ist in unserer heutigen Gesellschaft ein viel diskutiertes Thema und wird in diesem Buch als Sinnbild aufgegriffen.
Fazit: Ob das Buch nun eine Satire, ein modernes Märchen oder gar ein Eindruck von möglichen technischen Errungenschaften für die Zukunft, eine Fiktion ist, muss jeder Einzelne für sich entscheiden. Das Buch kann helfen, manche grundlegende Dinge zu überdenken.

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Veröffentlicht am 06.11.2025

"Beim heiligen Kratzbaum, welch fantastisches Werk!"

Miez Marple und die Tatze der Verdammnis
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Der cosy crime Roman "Miez Marple und die Tatze der Verdammnis" von Fabian Navarro ist bereits der dritte Band des deutschen Lyrikers, Autors, Kabarettist und Poetry Slammers. So vielseitig wie seine berufliche ...

Der cosy crime Roman "Miez Marple und die Tatze der Verdammnis" von Fabian Navarro ist bereits der dritte Band des deutschen Lyrikers, Autors, Kabarettist und Poetry Slammers. So vielseitig wie seine berufliche Laufbahn ist auch dieser Tierkrimi mit seinen Protagonisten, allen voran Miez Marple, welche dafür berühmt ist, dass sie jedes Verbrechen löst. Das Motto: "Morden sie mit Klaue, Zahn und Kralle - Miez Marple kriegt sie schließlich alle!" Diese Aussage aus der Inhaltsangabe ist ihre Visitenkarte und sie nimmt ihre Arbeit als ermittelnde Katzendetektivin sehr ernst. Auffällig ist das interessante Cover mit der schwarzen Katze, die Schmuck und einen Hut trägt. Genauso schrill wie das Cover-Design mit seinen unterschiedlichen grün- und pink-Tönen und der hervorstechenden Schrift ist dieser flauschige Kriminalroman.
Da die Haupt-Protagonistin dieses Mal in einem Luxushotel verweilt, sind die Ansprüche an die Einrichtung, das Personal und die Annehmlichkeiten des Hauses sehr hoch. Der Autor beschreibt die Umgebung sowohl im Hotel mit seinen opulent eingerichteten Räumen, mit modernsten Kletterelementen an den Wänden, Design-Treppchen aus lasiertem Eichenholz, samtene Liegekissen und Höhlen mit vornehmen Brotkatvorhängen so lebhaft, dass die Leserschaft eine ebenso gute Vorstellung von der Inneneinrichtung bekommt, wie auch von der Außenanlage mit seinem Wald, der wie ein dunkler, smaragdener Ozean den gesamten Hintergrund einnimmt, wenn die Gasttiere von den beheizten Kissen auf der Fensterbank nach außen schauen. Es befindet sich ein Parcours sowie auch Fitnessgeräte auf dem Gelände und in der Mitte des Hofs ein runder, gemauerter Brunnen.
Die Gasttiere im Haus sind von verschiedener Rasse und Art, einige prominente Showkatzen gehören ebenso zu den Gästen wie Gina, die Häsin, welche berühmt ist, da sie sehr schnell ist und fast jeden Lauf-Wettbewerb gewonnen hat. Wer sich auf den Fluren des Hotels befindet, hört aus allen Richtungen gedämpftes Bellen, Miauen oder Fiepen. Geführt wurde das Hotel von der würdevollen, adeligen und hochschnäuzigen Sylvia von der Schnauz und ihrem Partner Kensington. Florian Silberschweif, ein alter Bekannter von der Katzendetektivin taucht plötzlich auf, was Miez Marple gar nicht gefällt. Ob die beiden sich noch zusammenraufen werden? Die Protagonisten leben dort in einer Welt, die der unseren ähnelt, aber in der Art und Weise, wie es im Buch umgesetzt wird, ist es als Stilmittel für eine fiktive Story angewandt. Sie tragen Namen, die an bekannte Persönlichkeiten erinnern, sind witzig, charmant, traurig, tragisch und ausgebufft. Als plötzlich eine argentinische Pfeilgiftfroschfamilie verschwindet, ein Mord geschieht und es einen Anschlag auf eine der prominenten Gäste gibt, sieht es schlecht aus für das Hotel. Die prominenten Gäste fühlen sich nicht mehr sicher und drohen damit, sich an das „BELLT“-Magazin zu wenden. Das könnte das Aus für das Luxushotel bedeuten.
Witzig, lustig und charmante Nebenschauplätze, so wie der singende Schlagerkater, der gerade eine kreative Durststrecke erlebt, die zwei Katzen, die im Showbusiness Pfot fassen wollen und sich deshalb um die große Akrobatik-Showkatze scharren und nicht zuletzt Miez Marple, die aufgrund ihrer detektivischen Fähigkeiten und ihrer lyrischen Ergüsse Berühmtheit erlangt hat. Der Autor versteht es, in einer berührenden und gleichzeitig witzigen Weise zu formulieren, so dass kein Auge trocken bleibt. Sein Schreibstil ist einzigartig und fesselt dabei auf höchstem Spannungsniveau seine Leserschaft. Die Geschichte ist gut durchdacht, raffiniert erzählt und bis kurz vor dem Schluss bleibt die Leserschaft im Unklaren über die Zusammenhänge, welche die Vorfälle begründen. Es gibt für Rätselfreunde unter den Lesern jede Menge Möglichkeiten, eigene Theorien zu entwerfen.
Das Buch ist ein wahrer Pageturner und bietet kurzweilige, interessante Unterhaltung. Sie ist trotz der humorvollen Charakteristik der Protagonisten, der lustigen Erzählweise und witzigen Dialogen sehr tiefgründig und vielschichtig und befasst sich mit Themen und Problemen unserer Zeit, die aktueller nicht sein könnten. Einige der Themen sind Umweltschutz, Mobbing, Karriere und Macht, welche aus unserer menschlichen Welt in die Welt der Gäste des Luxushotels übertragen werden. Es geht um Intrigen und Geheimnisse, aber auch Freundschaft, Ehrlichkeit und Vertrauen finden in diesem Buch ihren Platz.
Zusätzlich gibt es eine Grafik zum Hotel, seinen Zimmern und Schauplätzen sowie am Ende des Buches eine Grafik der Mitwirkenden zur guten Orientierung.

Fazit: Ein wirklich umwerfender Roman, der Lust auf mehr Geschichten von Fabian Navarro macht!

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Das Origami-Mädchen

Ein Herz aus Papier und Sternen
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Cecelia Ahern gehört zu den seit Jahren bekanntesten Autoren im Genre Liebesromane. Das Cover von ihrem aktuellen Buch „Ein Herz aus Papier und Sternen“ zeigt einen zarten hellen Hintergrund auf dem kleine ...

Cecelia Ahern gehört zu den seit Jahren bekanntesten Autoren im Genre Liebesromane. Das Cover von ihrem aktuellen Buch „Ein Herz aus Papier und Sternen“ zeigt einen zarten hellen Hintergrund auf dem kleine und filigran gefaltete Herzen zu sehen sind. Es entsteht das Gefühl, dass die Geschichte sehr sensibel und emphatisch geschrieben ist.
Dieser Eindruck bestätigt sich beim Lesen, denn sie hat auf einfühlsame Weise die Geschichte der 32-jährigen Philippa Sheridan erzählt, welche von den Menschen, die sie näher kennen, stets Pip genannt wird. Sie ist Mutter einer 16-jährigen Tochter, welche all die Eigenschaften hat, die Pip gern hätte. Bella genießt ihr Leben und sie ist wagemutig, sie überschreitet die Grenzen und sieht keine Schranken. Wenn es laut ist, schreit Bella noch lauter. Pips stellt mit tiefer Ehrfurcht und gleichzeitig großer Freude fest, dass ihre heranwachsende Tochter wie selbstverständlich immer mehr Raum einnimmt, während sie selbst ihr bereits alles gegeben hat. Sie hat Bella ihr ganzes Leben gewidmet, ihre Teenagerjahre, ihre Zwanziger, und wie es aussieht, wird sie ihr auch ihre gesamte Zukunft schenken. Bereits in den ersten Zeilen ist erkennbar, dass Pip im Auto auf dem Rücksitz zu finden ist, während ihre Mutter Josephine am Steuer sitzt, und Bella sich auf dem Beifahrersitz befindet. Dieses Bild ergibt sich auch, wenn der Leser in die Geschichte eintaucht – im eigentlichen wie auch im übertragenen Sinn.

Cecelia Ahern spielt in ihrem Buch mit Bildern, die so schön und sanft wirken und bringt dabei oft Stimmungen, Verhaltensweisen und tiefgründige Einsichten zum Vorschein. Pip hat ein Hobby, denn das Origami-Falten ist für sie die größte Leidenschaft. Als sie einen Packen von fünfhundert festen, hellweißen Blättern unter dem Arm trägt, sinniert sie über die vor ihr liegende Welt von Möglichkeiten. In Situationen, in welchen sie sich vollkommen machtlos fühlt, wendet sie sich der einzigen Betätigung zu, die sie innerlich beruhigt und ihre Selbstbeherrschung stärkt – die Kunst der Origami-Gedichte. Irgendwann wird ihr klar, dass nicht nur ihr Gedanke an die Betrachtung von Kunst dem Anblick des schlagenden Herzens eines Menschen außerhalb seines Körpers gleicht, sondern dass sie es mit dem Falten der Papierherzen, welche sie ins Innere ihrer Origami-Mädchen steckt, dass ihre gesamte Origami-Sammlung ihr Herz aus Papier ist. Das sind ihre Gefühle und Geheimnisse außerhalb ihres Körpers. In dieser Weise erzählt die Autorin sehr poetisch ihre Geschichte um die Protagonisten, die alle mehr oder weniger mit Pip verbunden sind.

Die Charaktere sind dabei sehr authentisch dargestellt und anhand der liebenswerten Erzählweise der Autorin sehr emphatisch und mit den jeweiligen Paletten an unterschiedlichen Gefühlen ausgestattet, so dass die Leserschaft stets Neuigkeiten zu den unterschiedlichen Protagonisten erfährt. Dabei greift Cecilia Ahern in feinfühliger Art und Weise die Beziehungen der Protagonisten untereinander, Stärken, Schwächen, aber auch Ängste sowie Sorgen und Nöte auf, woraus sich insgesamt den Lesern ein Bild erschließt, welches in sich stimmig ist. Verhaltensweisen, die insbesondere durch Josephine, der Mutter von Pip zum Tragen kommen, sind nicht nur für Pip, sondern auch für deren Tochter Bella oftmals eher gewöhnungsbedürftig, denn sie stehen sinnbildlich für eine besondere Form der Familiendynamik. Im Laufe des Buches wird deutlich, dass Josephine ihr Versagen als Mutter kompensieren möchte und damit einen der größten Fehler begeht, den sie ihrer Tochter und Enkelin gegenüber machen kann. Im Endeffekt hat sie alles, was sie getan hat aus ihrem Schmerz und eigenem Schamgefühl heraus getan.
Der Vater Philipp scheint selbst unter der Fuchtel seiner Ehefrau zu stehen und wenn ihm etwas vorzuwerfen ist, dann die Tatsache, dass er Schuld auf sich geladen hat, einfach durch die Tatsache, dass er es unterlassen hat, für seine Tochter einzustehen und ihr den Rücken zu stärken. Insgesamt wird jedoch deutlich, dass beide Elternteile, sowohl ihre Tochter als auch die Enkelin lieben, und aus Fürsorge die falschen Wege beschritten haben.

Cecelia Ahern zaubert mit Worten und findet stets genau den richtigen Ton, um die Geschichte in der Art zu erzählen, wie sie den Inhalt transportieren möchte. Mal zart und sanft und manchmal auch überaus deutlich und erkenntnisreich. In diesem Liebesroman, der die Erkenntnis von Pip hervorbringt, dass sie diejenige ist, die nicht nur buchstäblich von der Rückbank des Wagens auf den Fahrersitz klettern muss, sondern auch, dass sie es kann und will, steht der Hauptprotagonistin eine große Wandlung bevor. Zunächst sieht sie sich selbst als klein, traut sich nicht, die Dinge anzusprechen, die ihr auf der Seele liegen. Durch eine neue Freundschaft lernt sie dann, dass sie durchaus in der Lage ist für sich einzustehen. Ein guter Freund hat ihr beigebracht, dass sie zu den Sternen schauen und sich Wünsche sowie Träume erfüllen darf. Als es eines Tages zum Streit zwischen Pip und Josephine kommt und Pip endlich bereit dazu ist, für sich einzustehen und für ihre Wünsche zu kämpfen, ist eine Wendung der Geschehnisse nicht mehr aufhaltbar. Es zeigt sich, wenn sie sich selbst ernst und wichtig nimmt, dann schafft sie es Freundschaften zu schließen. Es gibt Menschen, denen sie wichtig ist und die bereit sind, ihr mit Worten und Taten zur Seite zu stehen. Und vielleicht ist es noch nicht zu spät, die große Liebe zu erleben, die sie bereits einmal in jungen Jahren erfahren durfte.

Die gesamte Geschichte ist eingebettet in unterschiedliche Schauplätze und Themenschwerpunkte, wie z.B. Umweltschutz in Form von Verboten gegenüber den Bauern, das Torf in ihrer Erde zu stechen. Es geht auch um die Wissenschaft, um die Forscher und Astronomen, welche den Himmel erforschen und die Sterne, welche den Menschen auch spirituell den Weg weisen können. Aber auch anhand von Bildern und Beschreibungen, wie z. B. die Idee der Geschichte vom Origami-Mädchen, welches durch ihre Geschichten selbst ihre Gefühle verarbeitet und somit weiterhin Emotionen zutage befördert. Ebenso wie beim Torfstechen im Moor, das Radioteleskop und die Leidenschaft für Origami wird angedeutet, wie wir selbst an und mit uns selbst arbeiten und auf bildliche und emotionale Weise übertragen, dass wir stets im Wandel sind und uns selbst stets besser kennenlernen. Es geht um die individuelle Gestaltung der Welt und das innere Erleben der eigenen Entfaltung. Cecelia Ahern ist es gelungen all diese Themen in perfekter Art und Weise so zu kombinieren, dass die Geschichte spannend bleibt und am Ende nicht nur aufgelöst und erklärt wird, sondern auch an das Gute in der Welt glauben lässt.

Fazit: Da ich die Bücher der Autorin bereits seit 21 Jahren lese, bin ich immer wieder über jede Neu-Erscheinung begeistert und genieße neben ihrer ganz eigenen Erzählkunst die Tiefgründigkeit und Vielschichtigkeit ihrer Geschichten. Auch in ihrem neuen Buch ist die Leserschaft eingeladen, einen systemischen Blick auf das Familien- bzw. Sozialsystem zu werfen und gewissen Strukturen und Dynamiken zu erkennen, was für die Geschichte sehr bereichernd ist. Daher lautet meine Empfehlung auch dieses Mal: Unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Zuhause ist, wo Heilung passiert...

Winterzauber in den Highlands
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Mit ihrem weihnachtlichen Roman "Winterzauber in den Highlands: Ein weihnachtlicher Wohlfühlroman voller Liebe, Hoffnung und schottischem Charme (Highland Hearts - Eine Liebe in Schottland)" hat Skye MacDonald ...

Mit ihrem weihnachtlichen Roman "Winterzauber in den Highlands: Ein weihnachtlicher Wohlfühlroman voller Liebe, Hoffnung und schottischem Charme (Highland Hearts - Eine Liebe in Schottland)" hat Skye MacDonald zwischen Schneegestöber, Weihnachtsmagie und romantischen Gefühlen einen Wohlfühlroman erschaffen, der aufgrund seiner Intention perfekt in die Weihnachtszeit passt.
Da bereits der Titel "Winterzauber in den Highlights" sowie das Cover mit dem eingeschneiten Haus, Tannen ringsherum, Schneefall und hübschen Ornamente darauf hinweist, dass wir mit einer weihnachtlichen und winterlichen Atmosphäre rechnen können, werden alle Genrefans begeistert sein. Die Autorin versteht es nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt das passende Ambiente zu schaffen, wenn wir erfahren, dass die Verkaufsstände wie verpackte Geschenke bereitstehen, während Lichterketten im Schneefall funkeln und die frische Highland-Luft von einem Zimt- und Tannenduft erfüllt ist. Auch in dem kleinen Cottage stellt sich eine Gemütlichkeit ein, da der Schneefall auf die Highland-Hügel zu beobachten ist, während die Protagonisten in der Wärme ihres Zuhauses mit Freunden und Bekannten Weihnachten feiern.
Während eines Schneesturms lernen Holly und Angus sich kennen, da sie gezwungen sind, in seinem kleinen Cottage viel Zeit miteinander zu verbringen. Beide erkennen, dass sie ein ähnliches Schicksal teilen. Holly ist erfolgreiche Leiterin eines Unternehmens gewesen und zeichnete sich durch ihr gutes Unternehmenskrisenmanagement aus. Hinzu kommen ihre Zuversicht, Optimismus und Energie, welche sie trotz ihrer Rückschläge in der Vergangenheit nicht verloren hat. Angus hat ebenso eine schwere Zeit hinter sich und wählte die Einsamkeit seines Cottages, welche er Geselligkeit und Miteinander innerhalb der Dorfgemeinschaft vorgezogen hat. Seine Werte, anderen Menschen zu helfen, zu unterstützen und Freude zu bereiten, sind vorhanden, jedoch hat er eine sehr differenzierte Umgangsform damit gewählt. So kommt es in seinem gemütlichen Cottage zwischen Holz, Schnitzereien und Ornamenten nicht nur zu tiefgründigen Gesprächen, sondern auch dazu, dass Holly und Angus aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit, ihrem differenzierten Umgang mit Problemen und der Problembewältigung weitreichende Erkenntnisse erlangen.
Während die beiden auch nach dem Schneesturm weiterhin zusammenarbeiten, lernen sie sich in ihren Gesprächen immer besser kennen. Die meiste Zeit der Story spielt in der Werkstatt zwischen Kaffee, Holz-Ornamenten und tiefgründigen Gesprächen, die teilweise sehr vielschichtig sind und Gefühle wie Verletzlichkeit, Ängste und sogar Feigheit davor, öffentlich zu versagen, aufgreifen. Auch die Gedanken, sich klein und als Versager zu fühlen, nichts mehr leisten zu können und eine große Enttäuschung für sich selbst zu sein, sind in dieser Geschichte elementar, wobei auch stets zu beachten sei, dass Dinge anders zu machen, im positiven Sinne bedeutet, neue Möglichkeiten zu haben und die Chance zu erkennen, die sich daraus bietet. Heilung von Rückschlägen muss im eigenen Tempo geschehen und kann niemals erzwungen werden. Insgesamt ist dabei im Laufe der Geschichte ein Wandel der Charaktere zu erkennen. Beide können voneinander lernen und akzeptieren, dass neue Möglichkeiten eine große Bereicherung sein können.
Der Lesefluss ist teilweise leicht eingeschränkt, was nicht bedeutet, dass es Rechtschreibfehler gibt. Es scheint durch die Übersetzung an einigen Stellen holprig zu sein, Satzstellungen wirken etwas unglücklich, was jedoch nicht den Sinn der Geschichte verändert. Wobei auch die Tatsache, dass einige Sätze, welche in direkter Rede geschrieben sind, sehr kurzgehalten und nicht als Satz formuliert wurden, darin begründet sein könnte, dass die Autorin dies als Stilmitteln nutzt, um den Protagonisten Angus deutlich zu charakterisieren.
Die Geschichte ist jedoch spannend erzählt, gleich zu Beginn wird die Leserschaft auf ein Problem aufmerksam, welches sich im Laufe der Geschichte wiederholt und wofür es auf die Schnelle und spontan keine Lösung zu geben scheint. Die Weihnachtsfans unter den Lesern werden mitbangen, wie und wann sich eine Möglichkeit ergeben kann, um den Weihnachtsmarkt zum Erfolg zu führen.
Fazit: Eine tiefgründige und vielschichtige Geschichte, die Sorgen und Nöte der Protagonisten aufgreift und Mut macht sowie Hoffnung sät.

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