toller Reihenauftakt
To Tempt a GodIch muss ehrlich sagen: To Tempt a God war für mich ein tolles Leseerlebnis!
Inhaltlich hat mich dieses Buch absolut abgeholt. Ich liebe Fantasy, ich liebe Romantasy, und ich liebe es, wenn Autor*innen ...
Ich muss ehrlich sagen: To Tempt a God war für mich ein tolles Leseerlebnis!
Inhaltlich hat mich dieses Buch absolut abgeholt. Ich liebe Fantasy, ich liebe Romantasy, und ich liebe es, wenn Autor*innen komplexe Welten erschaffen – und genau das ist Anna Benning hier wieder einmal gelungen. Silver City, die Stadt der Götter, mit ihrer vertikalen Gesellschaftsstruktur, hat mich sofort fasziniert. Die Idee, dass Licht ein Privileg ist, je höher man wohnt, je näher man den Göttern ist – einfach großartig umgesetzt. Das Worldbuilding war so bildlich und atmosphärisch, dass ich mich schnell in der Welt verloren habe. Die Parallelen zu Midgar aus Final Fantasy VII waren für mich ein absolutes Highlight – düster, dystopisch, dabei aber durchzogen von Licht und Hoffnung.
Aurora als Protagonistin ist mir sofort ans Herz gewachsen. Sie ist mutig, kämpferisch, nicht perfekt – und gerade deshalb so greifbar. Ihre Beziehung zu Colden, dem Gott, dem sie zugeteilt wird, entwickelt sich langsam, glaubwürdig und mit vielen emotionalen Momenten. Es ist keine kitschige Insta-Liebe, sondern eine vorsichtige Annäherung zwischen zwei sehr unterschiedlichen Wesen – und das hat mich begeistert. Colden ist ebenfalls ein komplexer Charakter: ein Gott, der gegen das System rebelliert, der Gefühle zeigt, wo eigentlich keine sein dürften – das hat mich berührt. Die Lovestory ist zwar ruhig, aber intensiv, und hat mir wirklich gut gefallen.
Auch stilistisch hat mich das Buch überzeugt. Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und emotional. Ich habe das Buch teilweise gelesen und parallel das Hörbuch gehört – und was Pia-Rhona Saxe als Sprecherin abliefert, ist einfach nur top! Sie hat Auroras Gefühle greifbar gemacht, ohne jemals übertrieben zu wirken. Ich war komplett im Bann.
Trotzdem möchte ich die inhaltlichen Aspekte nicht abwerten. Die Geschichte hat mich von Anfang an gefesselt. Die erste Hälfte des Buches ist ruhig und konzentriert sich auf das Worldbuilding – das fand ich gut. Die zweite Hälfte zieht dann ordentlich an, mit Plot-Twists, Enthüllungen und einem richtig starken Finale. Ich hatte mehrfach Gänsehaut und das Bedürfnis, direkt weiterzulesen. Der Cliffhanger am Ende war fies – aber im besten Sinne. Ich kann es kaum erwarten, wie es weitergeht.
Fazit:
To Tempt a God ist ein starker Auftakt einer neuen Fantasytrilogie, die mit Tiefe, Atmosphäre und starken Figuren überzeugt. Ich war begeistert von der düsteren, komplexen Welt, der leise aufkeimenden Liebesgeschichte und dem politischen Unterton, der Machtstrukturen und Privilegien thematisiert. Inhaltlich eine klare Empfehlung für alle, die Fantasy mit Substanz suchen.