Profilbild von Julicorn

Julicorn

Lesejury-Mitglied
offline

Julicorn ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Julicorn über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.07.2026

Charmante RomCom mit viel Humor und einem echten Green-Flag-Bookboyfriend

Worst Date Ever (Knisternde RomCom von der erfolgreichen Autorin Kasie West)
0

Worst Date Ever war für mich eine richtig schöne Wohlfühl-RomCom, die mich mit ihrem lockeren Schreibstil und ihrem Humor schnell für sich gewinnen konnte. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und ...

Worst Date Ever war für mich eine richtig schöne Wohlfühl-RomCom, die mich mit ihrem lockeren Schreibstil und ihrem Humor schnell für sich gewinnen konnte. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und hatte das Buch deutlich schneller beendet, als ich ursprünglich geplant hatte.

Besonders gut gefallen haben mir die beiden Hauptfiguren. Margot ist zwar manchmal etwas chaotisch, unsicher und stellt sich selbst gelegentlich im Weg, genau das macht sie aber unglaublich authentisch. Ich konnte gut nachvollziehen, warum sie so handelt, und habe ihr vom ersten Moment an gewünscht, dass sie endlich den Mut findet, für sich selbst einzustehen.

Oliver war für mich dagegen vom ersten Kennenlernen an ein absoluter Green Flag Bookboyfriend. Er ist aufmerksam, humorvoll und gibt Margot den Raum, den sie braucht. Vor allem die Chats zwischen den beiden und ihre Schlagabtausche haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Die Chemie zwischen ihnen stimmt einfach und ihre Beziehung entwickelt sich angenehm langsam und glaubwürdig.

Mindestens genauso sehr habe ich allerdings mit Margot im Berufsleben mitgefiebert. Ihr Chef Rob hat mich regelmäßig zur Weißglut gebracht. Wie selbstverständlich er Margots Arbeit für seine eigenen Erfolge genutzt hat und wie respektlos er mit ihr umging, war stellenweise wirklich schwer auszuhalten. Umso schöner war es, ihre Entwicklung mitzuerleben und zu sehen, wie sie Schritt für Schritt ihren eigenen Weg geht und den Sprung in die Selbstständigkeit wagt.

Etwas zwiegespalten war ich dagegen bei Audrey. Auch wenn ich ihre Beweggründe gegen Ende besser verstehen konnte, blieb sie für mich über weite Strecken eher schwierig. Ich hätte mir gewünscht, dass sie Margot deutlich mehr unterstützt und weniger bevormundet. Die Aussprache der beiden war wichtig, wirkte für meinen Geschmack aber etwas zu schnell abgehandelt.

Auch die Auflösung rund um Oliver und Audrey hatte ich irgendwann bereits geahnt. Trotzdem konnte mich die Geschichte emotional noch einmal packen und ich habe bis zum Schluss mit Margot und Oliver mitgefiebert. Das Happy End fühlte sich verdient an und hat die Geschichte schön abgerundet.

Warum "nur" vier Sterne? Einige Wendungen waren für mich relativ vorhersehbar und manche Konflikte hätten gerne noch etwas mehr Tiefe vertragen. Das hat meinem Lesespaß aber keinen großen Abbruch getan.

Fazit:
Worst Date Ever ist eine humorvolle, romantische und herrlich leichte RomCom mit sympathischen Figuren, viel Charme und einem Bookboyfriend zum Verlieben. Wer Geschichten mit Slow Burn, witzigen Dialogen und einer ordentlichen Portion Wohlfühlatmosphäre mag, wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.07.2026

Ein Buch, das weit über klassische Psychologie hinausgeht

Tiefenpsychologie auf der eigenen Couch
0

Tiefenpsychologie auf der eigenen Couch von Jens Winkler ist für mich eines der besten Bücher, das ich bisher zum Thema Psychologie, Selbstreflexion und persönliche Entwicklung gelesen habe. Es vermittelt ...

Tiefenpsychologie auf der eigenen Couch von Jens Winkler ist für mich eines der besten Bücher, das ich bisher zum Thema Psychologie, Selbstreflexion und persönliche Entwicklung gelesen habe. Es vermittelt nicht nur fundiertes Wissen über die Tiefenpsychologie und den Ablauf einer Psychotherapie, sondern gibt gleichzeitig unglaublich viele Impulse, um sich selbst besser zu verstehen.

Besonders begeistert hat mich, wie verständlich der Autor auch komplexe psychologische Zusammenhänge erklärt. Man merkt auf jeder Seite, dass hier jemand mit viel Erfahrung schreibt, der Menschen nicht belehren, sondern begleiten möchte. Zahlreiche Praxisbeispiele, anschauliche Erklärungen und Reflexionsfragen sorgen dafür, dass das Gelesene nicht theoretisch bleibt, sondern direkt auf das eigene Leben übertragen werden kann.

Das Buch behandelt viele unterschiedliche Themen – von psychischen Erkrankungen und therapeutischen Prozessen über Bindung, Gefühle und innere Muster bis hin zu Achtsamkeit, Spiritualität und persönlichem Wachstum. Dabei wirkt nichts überladen oder wissenschaftlich trocken. Stattdessen entsteht das Gefühl, Schritt für Schritt an die eigene Geschichte herangeführt zu werden.

Besonders gut gefallen haben mir die zahlreichen Übungen. Sie laden dazu ein, innezuhalten und sich ehrlich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Manche Fragen sind herausfordernd und verlangen Zeit, andere führen überraschend schnell zu neuen Erkenntnissen. Gerade deshalb sehe ich dieses Buch nicht als einmalige Lektüre, sondern als Arbeitsbuch, das man immer wieder zur Hand nehmen kann.

Ich bin mir sicher, dass mich dieses Buch noch sehr lange begleiten wird. Viele Kapitel möchte ich in Zukunft erneut lesen, weil ich überzeugt bin, dass man – je nach Lebensphase – immer wieder neue Aspekte für sich entdecken kann.

Für mich ist Tiefenpsychologie auf der eigenen Couch die bisher beste Orientierungshilfe, die ich zu diesem Thema gefunden habe. Es eignet sich hervorragend für Menschen, die über eine Psychotherapie nachdenken, sich bereits in einer Therapie befinden oder sich einfach intensiver mit ihrer eigenen Persönlichkeit beschäftigen möchten.

Fazit:
Ein unglaublich wertvolles Buch voller Wissen, Denkanstöße und praktischer Übungen. Verständlich geschrieben, einfühlsam aufgebaut und weit mehr als nur ein klassischer Psychologie-Ratgeber. Für mich ein Buch, das man nicht nur einmal liest, sondern immer wieder zur Hand nimmt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.06.2026

Herrlich widerlich und unfassbar lustig

Feuchte Monster
0

Feuchte Monster von Matthias Krause ist definitiv eines der ungewöhnlichsten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe – und vermutlich auch eines der lustigsten. Schon nach wenigen Seiten war klar: ...

Feuchte Monster von Matthias Krause ist definitiv eines der ungewöhnlichsten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe – und vermutlich auch eines der lustigsten. Schon nach wenigen Seiten war klar: Dieses Buch nimmt keinerlei Rücksicht auf guten Geschmack, gesellschaftliche Konventionen oder empfindliche Mägen. Und genau das macht seinen Reiz aus.

Der Humor bewegt sich ganz klar im Bereich des Fäkalhumors und der bewusst überzeichneten Ekelkomik. Was auf den ersten Blick vielleicht abschreckend wirken mag, hat bei mir hervorragend funktioniert. Ich musste beim Lesen immer wieder laut lachen, weil die Situationen so absurd, überdreht und kreativ ekelhaft waren. Dabei schafft es der Autor, die Grenze zwischen „Das ist eigentlich widerlich“ und „Ich kann nicht aufhören zu lachen“ erstaunlich gekonnt auszureizen.

Spannend fand ich dabei auch die Figuren. Es gab Charaktere, die ich vom ersten Moment an nicht ausstehen konnte und bei denen sich dieser Eindruck bis zum Schluss gehalten bzw. sogar gesteigert hat. Andere wirkten anfangs ganz in Ordnung, haben im Verlauf der Geschichte aber ordentlich Minuspunkte gesammelt. Und dann gab es wiederum Figuren, mit denen ich erst nicht warm geworden bin, die mich zum Ende hin aber tatsächlich noch überraschen und überzeugen konnten. Dadurch blieb die Geschichte auch auf dieser Ebene immer wieder interessant.

Besonders gefallen hat mir, dass die Geschichte nie versucht, etwas zu sein, was sie nicht ist. Feuchte Monster weiß genau, welche Art von Humor es bedienen möchte, und zieht das konsequent durch. Wer einen feinen literarischen Roman oder subtilen Humor sucht, wird hier vermutlich nicht glücklich. Wer aber Freude an schrägen Ideen, schwarzem Humor und einer ordentlichen Portion Ekel hat, dürfte bestens unterhalten werden.

Natürlich ist das Buch nicht für jeden geeignet. Menschen mit einem sehr empfindlichen Magen oder einer geringen Toleranzschwelle für alles, was irgendwie glitschig, feucht oder anderweitig unangenehm ist, sollten vielleicht vorsichtig sein.

Für mich persönlich hat das Buch jedoch genau ins Schwarze getroffen. Mein ausgeprägter Fäkalhumor wurde bestens bedient und ich hatte von Anfang bis Ende unglaublich viel Spaß. Zwar ging es zwischendurch auch an meine Ekel-Grenzen, das war paar Zeilen weiter aber schon wieder vergessen.

Fazit:
Widerlich, absurd, schräg und unfassbar lustig. Sicherlich nicht jedermanns Sache, für Fans von derbem Humor aber ein absolutes Highlight. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. 5 von 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.06.2026

Tokyo – Ein ungewöhnlicher Thriller mit besonderem Setting

Tokyo
0

Mit "Tokyo" von Tokuro Nukui habe ich einen Thriller gelesen, der sich deutlich von vielen westlichen Vertretern des Genres unterscheidet. Allein das japanische Setting und die Erzählweise sorgten dafür, ...

Mit "Tokyo" von Tokuro Nukui habe ich einen Thriller gelesen, der sich deutlich von vielen westlichen Vertretern des Genres unterscheidet. Allein das japanische Setting und die Erzählweise sorgten dafür, dass sich das Buch frisch und anders angefühlt hat. Gerade deshalb fand ich es spannend, einmal über den gewohnten Tellerrand hinauszublicken.

Besonders gelungen fand ich die Atmosphäre. Die Autorin bzw. der Autor schafft es, ein eindringliches Bild von Tokio zu zeichnen und die gesellschaftlichen Strukturen sowie zwischenmenschlichen Dynamiken glaubwürdig einzubinden. Dadurch entsteht eine ganz eigene Stimmung, die mich neugierig gemacht hat.

Allerdings hatte ich über weite Strecken das Gefühl, dass die Handlung nur sehr langsam voranschreitet. Zwar werden nach und nach verschiedene Puzzleteile zusammengefügt, doch die Spannung blieb für meinen persönlichen Geschmack häufig zu zurückhaltend. Gerade von einem Thriller erwarte ich mehr Nervenkitzel, überraschende Wendungen und Momente, die mich unbedingt weiterlesen lassen. Hier fehlte mir leider oft die nötige Dynamik.

Trotzdem bereue ich die Lektüre nicht. Es war interessant, einmal einen Thriller aus einem anderen kulturellen Kontext kennenzulernen, und genau dieser Perspektivwechsel macht das Buch lesenswert. Wer atmosphärische, ruhig erzählte Spannung mag und gerne internationale Kriminalliteratur entdeckt, könnte hier deutlich mehr Gefallen daran finden als ich.

Fazit:

Ein interessanter und ungewöhnlicher Thriller mit japanischem Flair, der mich atmosphärisch überzeugen konnte, für meinen persönlichen Geschmack aber etwas mehr Tempo und Spannung gebraucht hätte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.06.2026

Zwischen Perfektion, Chaos und den Dingen, die man lieber nicht abschickt

All the things I didn't say
0

"All the Things I Didn't Say" war mein erstes Buch von Ann Liang – aber sicher nicht mein letztes.

Schon die Grundidee hat mich sofort angesprochen: Eine Musterschülerin, die all ihren Frust in nie abgeschickten ...

"All the Things I Didn't Say" war mein erstes Buch von Ann Liang – aber sicher nicht mein letztes.

Schon die Grundidee hat mich sofort angesprochen: Eine Musterschülerin, die all ihren Frust in nie abgeschickten E-Mails festhält, und ein einziger Klick, der plötzlich alles verändert. Das sorgt nicht nur für einige peinliche und humorvolle Momente, sondern bringt auch eine Geschichte ins Rollen, die deutlich mehr Tiefe hat, als ich anfangs erwartet hatte.

Sadie war für mich eine sympathische und sehr greifbare Protagonistin. Hinter ihrer perfekten Fassade steckt ein Mädchen, das ständig versucht, Erwartungen zu erfüllen und niemanden zu enttäuschen. Gerade dieser Druck und die Angst, nicht zu genügen, wurden sehr authentisch dargestellt. Auch Julius hat mir überraschend gut gefallen. Die Dynamik zwischen den beiden entwickelt sich langsam und glaubwürdig, ohne unnötiges Drama.

Besonders mochte ich, dass die Geschichte nicht nur eine süße Romance ist. Themen wie Leistungsdruck, familiäre Erwartungen, Selbstfindung und die Frage, wie viel von sich selbst man eigentlich zeigen darf, nehmen viel Raum ein und verleihen dem Buch zusätzliche Tiefe. Gerade diese Themen haben mich besonders berührt, weil sie mich an viele Erfahrungen aus meiner eigenen Jugend erinnert haben – und teilweise auch heute als Erwachsene noch begleiten. Dadurch konnte ich mich in viele Gedanken und Gefühle der Figuren sehr gut hineinversetzen.

Der Schreibstil von Ann Liang ließ mich nur so durch die Seiten fliegen. Die Dialoge sind witzig, die Figuren wirken lebendig und die Mischung aus Humor, Romantik und emotionalen Momenten hat für mich sehr gut funktioniert.

Warum dann keine vollen fünf Sterne? An einigen Stellen war die Handlung für meinen Geschmack etwas vorhersehbar und manche Entwicklungen gingen mir etwas zu schnell. Außerdem hätte ich mir bei einigen Nebenfiguren noch etwas mehr Tiefe gewünscht.

Fazit:
Eine charmante, humorvolle und gleichzeitig überraschend tiefgründige Young-Adult-Romance mit liebenswerten Figuren und wichtigen Themen. Wer Academic Rivals-to-Lovers, Slow Burn und Geschichten über Selbstfindung mag, sollte dieses Buch definitiv auf dem Schirm haben. Für mich ein gelungener Einstieg in die Bücherwelt von Ann Liang.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere