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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.06.2026

Herrlich widerlich und unfassbar lustig

Feuchte Monster
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Feuchte Monster von Matthias Krause ist definitiv eines der ungewöhnlichsten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe – und vermutlich auch eines der lustigsten. Schon nach wenigen Seiten war klar: ...

Feuchte Monster von Matthias Krause ist definitiv eines der ungewöhnlichsten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe – und vermutlich auch eines der lustigsten. Schon nach wenigen Seiten war klar: Dieses Buch nimmt keinerlei Rücksicht auf guten Geschmack, gesellschaftliche Konventionen oder empfindliche Mägen. Und genau das macht seinen Reiz aus.

Der Humor bewegt sich ganz klar im Bereich des Fäkalhumors und der bewusst überzeichneten Ekelkomik. Was auf den ersten Blick vielleicht abschreckend wirken mag, hat bei mir hervorragend funktioniert. Ich musste beim Lesen immer wieder laut lachen, weil die Situationen so absurd, überdreht und kreativ ekelhaft waren. Dabei schafft es der Autor, die Grenze zwischen „Das ist eigentlich widerlich“ und „Ich kann nicht aufhören zu lachen“ erstaunlich gekonnt auszureizen.

Spannend fand ich dabei auch die Figuren. Es gab Charaktere, die ich vom ersten Moment an nicht ausstehen konnte und bei denen sich dieser Eindruck bis zum Schluss gehalten bzw. sogar gesteigert hat. Andere wirkten anfangs ganz in Ordnung, haben im Verlauf der Geschichte aber ordentlich Minuspunkte gesammelt. Und dann gab es wiederum Figuren, mit denen ich erst nicht warm geworden bin, die mich zum Ende hin aber tatsächlich noch überraschen und überzeugen konnten. Dadurch blieb die Geschichte auch auf dieser Ebene immer wieder interessant.

Besonders gefallen hat mir, dass die Geschichte nie versucht, etwas zu sein, was sie nicht ist. Feuchte Monster weiß genau, welche Art von Humor es bedienen möchte, und zieht das konsequent durch. Wer einen feinen literarischen Roman oder subtilen Humor sucht, wird hier vermutlich nicht glücklich. Wer aber Freude an schrägen Ideen, schwarzem Humor und einer ordentlichen Portion Ekel hat, dürfte bestens unterhalten werden.

Natürlich ist das Buch nicht für jeden geeignet. Menschen mit einem sehr empfindlichen Magen oder einer geringen Toleranzschwelle für alles, was irgendwie glitschig, feucht oder anderweitig unangenehm ist, sollten vielleicht vorsichtig sein.

Für mich persönlich hat das Buch jedoch genau ins Schwarze getroffen. Mein ausgeprägter Fäkalhumor wurde bestens bedient und ich hatte von Anfang bis Ende unglaublich viel Spaß. Zwar ging es zwischendurch auch an meine Ekel-Grenzen, das war paar Zeilen weiter aber schon wieder vergessen.

Fazit:
Widerlich, absurd, schräg und unfassbar lustig. Sicherlich nicht jedermanns Sache, für Fans von derbem Humor aber ein absolutes Highlight. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. 5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 17.06.2026

Tokyo – Ein ungewöhnlicher Thriller mit besonderem Setting

Tokyo
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Mit "Tokyo" von Tokuro Nukui habe ich einen Thriller gelesen, der sich deutlich von vielen westlichen Vertretern des Genres unterscheidet. Allein das japanische Setting und die Erzählweise sorgten dafür, ...

Mit "Tokyo" von Tokuro Nukui habe ich einen Thriller gelesen, der sich deutlich von vielen westlichen Vertretern des Genres unterscheidet. Allein das japanische Setting und die Erzählweise sorgten dafür, dass sich das Buch frisch und anders angefühlt hat. Gerade deshalb fand ich es spannend, einmal über den gewohnten Tellerrand hinauszublicken.

Besonders gelungen fand ich die Atmosphäre. Die Autorin bzw. der Autor schafft es, ein eindringliches Bild von Tokio zu zeichnen und die gesellschaftlichen Strukturen sowie zwischenmenschlichen Dynamiken glaubwürdig einzubinden. Dadurch entsteht eine ganz eigene Stimmung, die mich neugierig gemacht hat.

Allerdings hatte ich über weite Strecken das Gefühl, dass die Handlung nur sehr langsam voranschreitet. Zwar werden nach und nach verschiedene Puzzleteile zusammengefügt, doch die Spannung blieb für meinen persönlichen Geschmack häufig zu zurückhaltend. Gerade von einem Thriller erwarte ich mehr Nervenkitzel, überraschende Wendungen und Momente, die mich unbedingt weiterlesen lassen. Hier fehlte mir leider oft die nötige Dynamik.

Trotzdem bereue ich die Lektüre nicht. Es war interessant, einmal einen Thriller aus einem anderen kulturellen Kontext kennenzulernen, und genau dieser Perspektivwechsel macht das Buch lesenswert. Wer atmosphärische, ruhig erzählte Spannung mag und gerne internationale Kriminalliteratur entdeckt, könnte hier deutlich mehr Gefallen daran finden als ich.

Fazit:

Ein interessanter und ungewöhnlicher Thriller mit japanischem Flair, der mich atmosphärisch überzeugen konnte, für meinen persönlichen Geschmack aber etwas mehr Tempo und Spannung gebraucht hätte.

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Veröffentlicht am 17.06.2026

Zwischen Perfektion, Chaos und den Dingen, die man lieber nicht abschickt

All the things I didn't say
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"All the Things I Didn't Say" war mein erstes Buch von Ann Liang – aber sicher nicht mein letztes.

Schon die Grundidee hat mich sofort angesprochen: Eine Musterschülerin, die all ihren Frust in nie abgeschickten ...

"All the Things I Didn't Say" war mein erstes Buch von Ann Liang – aber sicher nicht mein letztes.

Schon die Grundidee hat mich sofort angesprochen: Eine Musterschülerin, die all ihren Frust in nie abgeschickten E-Mails festhält, und ein einziger Klick, der plötzlich alles verändert. Das sorgt nicht nur für einige peinliche und humorvolle Momente, sondern bringt auch eine Geschichte ins Rollen, die deutlich mehr Tiefe hat, als ich anfangs erwartet hatte.

Sadie war für mich eine sympathische und sehr greifbare Protagonistin. Hinter ihrer perfekten Fassade steckt ein Mädchen, das ständig versucht, Erwartungen zu erfüllen und niemanden zu enttäuschen. Gerade dieser Druck und die Angst, nicht zu genügen, wurden sehr authentisch dargestellt. Auch Julius hat mir überraschend gut gefallen. Die Dynamik zwischen den beiden entwickelt sich langsam und glaubwürdig, ohne unnötiges Drama.

Besonders mochte ich, dass die Geschichte nicht nur eine süße Romance ist. Themen wie Leistungsdruck, familiäre Erwartungen, Selbstfindung und die Frage, wie viel von sich selbst man eigentlich zeigen darf, nehmen viel Raum ein und verleihen dem Buch zusätzliche Tiefe. Gerade diese Themen haben mich besonders berührt, weil sie mich an viele Erfahrungen aus meiner eigenen Jugend erinnert haben – und teilweise auch heute als Erwachsene noch begleiten. Dadurch konnte ich mich in viele Gedanken und Gefühle der Figuren sehr gut hineinversetzen.

Der Schreibstil von Ann Liang ließ mich nur so durch die Seiten fliegen. Die Dialoge sind witzig, die Figuren wirken lebendig und die Mischung aus Humor, Romantik und emotionalen Momenten hat für mich sehr gut funktioniert.

Warum dann keine vollen fünf Sterne? An einigen Stellen war die Handlung für meinen Geschmack etwas vorhersehbar und manche Entwicklungen gingen mir etwas zu schnell. Außerdem hätte ich mir bei einigen Nebenfiguren noch etwas mehr Tiefe gewünscht.

Fazit:
Eine charmante, humorvolle und gleichzeitig überraschend tiefgründige Young-Adult-Romance mit liebenswerten Figuren und wichtigen Themen. Wer Academic Rivals-to-Lovers, Slow Burn und Geschichten über Selbstfindung mag, sollte dieses Buch definitiv auf dem Schirm haben. Für mich ein gelungener Einstieg in die Bücherwelt von Ann Liang.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Ein Buch wie eine Wanderung zurück zu sich selbst

Ein Blick von dir
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Ein Blick von dir von Karla Eklund hat mich emotional komplett abgeholt. Es ist eines dieser Bücher, das sich leise in dein Herz schleicht und dort noch lange bleibt.

Schon ab den ersten Seiten war ich ...

Ein Blick von dir von Karla Eklund hat mich emotional komplett abgeholt. Es ist eines dieser Bücher, das sich leise in dein Herz schleicht und dort noch lange bleibt.

Schon ab den ersten Seiten war ich mitten in Gesas Welt. Der Schreibstil ist unglaublich angenehm, bildhaft und emotional, ohne jemals überladen zu wirken. Besonders die Atmosphäre in den Bergen hat beim Lesen etwas total Entschleunigendes gehabt – man spürt die Natur, die Ruhe, aber auch die innere Unruhe der Figuren.

Gesa als Protagonistin fand ich wahnsinnig nahbar. Ihre Unsicherheiten, ihr ständiges Hinterfragen und dieses Gefühl, oft „zu viel“ zu sein, wirkten unglaublich authentisch. Gerade die Dynamik mit Levi hat mich teilweise richtig wütend gemacht. Stück für Stück zu erfahren, wie sehr sie sich in der Beziehung angepasst und klein gemacht hat, tat beim Lesen wirklich weh. Umso schöner war es, ihre Entwicklung mitzuerleben.

Und dann Joel… 🤍
Ich habe ihn wirklich von Kapitel zu Kapitel mehr ins Herz geschlossen. Seine ruhige, verständnisvolle Art war für mich der perfekte Gegenpol zu allem, was Gesa vorher erlebt hat. Besonders schön fand ich, dass ihre Beziehung nicht überstürzt oder kitschig dargestellt wurde, sondern langsam, vorsichtig und ehrlich gewachsen ist.

Auch die ernsteren Themen wie Selbstzweifel, People Pleasing, emotionale Verletzungen und familiäre Erwartungen wurden unglaublich feinfühlig eingebunden. Gleichzeitig schafft das Buch aber auch immer wieder humorvolle und warme Momente, wodurch sich alles sehr echt angefühlt hat.

Der letzte Abschnitt hat mich emotional nochmal komplett erwischt. Die Auflösung rund um Levi hat perfekt gezeigt, warum diese Beziehung nie gesund für Gesa war. Der Epilog dagegen war einfach wunderschön und hat die Geschichte perfekt abgerundet.

Und ehrlich? Dieses Buch hat für mich riesiges Potenzial für einen zweiten Band!

Fazit:
Ein emotionales, warmes und unglaublich authentisches Buch über Selbstfindung, Heilung und die Frage, wer einem wirklich guttut. Für mich ein absolutes Herzensbuch.

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Zwischen Ankommen, Loslassen und der Suche nach sich selbst

Homesick
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Homesick von Silvia Saunders ist ein sehr ruhiger, ehrlicher Roman über das Erwachsenwerden, Beziehungen und die Frage, wo man eigentlich hingehört.

Im Mittelpunkt steht Mara, die Mitte zwanzig ist und ...

Homesick von Silvia Saunders ist ein sehr ruhiger, ehrlicher Roman über das Erwachsenwerden, Beziehungen und die Frage, wo man eigentlich hingehört.

Im Mittelpunkt steht Mara, die Mitte zwanzig ist und plötzlich vor einem neuen Lebensabschnitt steht. Mit dem geerbten Geld und dem Wunsch nach einem eigenen Zuhause verändert sich vieles – nicht nur äußerlich, sondern vor allem innerlich. Besonders die Beziehung zu ihrem Freund Tom wird auf eine harte Probe gestellt.

Der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen. Er ist flüssig, angenehm zu lesen und durch die kurzen Kapitel kommt man schnell voran. Man begleitet Mara sehr nah durch ihren Alltag und ihre Gedankenwelt, wodurch sich viele Situationen sehr authentisch und greifbar anfühlen.

Besonders stark fand ich, wie realistisch die Themen umgesetzt wurden. Es geht um Fernbeziehungen, Unsicherheiten in den Zwanzigern, Selbstfindung und auch um mentale Gesundheit. Gerade diese Mischung macht die Geschichte so nahbar – vieles wirkt wie aus dem echten Leben gegriffen.

Mara als Protagonistin ist dabei nicht perfekt, sondern manchmal unsicher, überfordert oder auch widersprüchlich – genau das hat sie für mich glaubwürdig gemacht. Ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte fand ich schön mitzuverfolgen.

Allerdings gab es auch Punkte, die mich nicht ganz überzeugen konnten. Manche Nebencharaktere blieben für mich etwas blass und ich hätte mir hier und da mehr Tiefe gewünscht. Auch das Ende hätte für meinen Geschmack etwas ausführlicher sein dürfen.

Fazit:
Ein ruhiger, authentischer Roman über das Leben in den Zwanzigern, Beziehungen und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben. Nicht spektakulär, aber ehrlich und emotional.

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