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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.06.2025

Waldidylle mit düsterem Verlauf!

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
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Hier hat mich zuerst dieses wunderschöne Cover angezogen. Nach der Leseprobe habe ich das Buch voller Spannung erwartet und mich umso mehr gefreut, dass es unglaublich schnell bei mir ankam. Also gleich ...

Hier hat mich zuerst dieses wunderschöne Cover angezogen. Nach der Leseprobe habe ich das Buch voller Spannung erwartet und mich umso mehr gefreut, dass es unglaublich schnell bei mir ankam. Also gleich ran gesetzt und die Seiten inhaliert...

Julia steht 3 Wochen vor der Hochzeit mit ihrem Traummann Lars. Plötzlich überrascht ihre beste Freundin Nicki, die sie vom Studium kennt, sie mit einem Junggesellinnenabschied - eine Wanderwoche in Schweden auf dem Kungsleden. Für beide Frauen war das schon immer ein Traum und deshalb ist Julia, trotz stressiger Hochzeitsvorbereitung schnell dabei. In der Pension, wo beide starten, werden sie vor dem Unwetter und dem kommenden Wintereinbruch gewarnt, aber beide sind frohen Mutes und starten trotzdem in der Frühe in den Wald.
Doch leider wird in der ersten Nacht die Warnung Realität und es wütet ein starkes Gewitter über ihnen. Auf der Suche nach Schutz gehen die beiden Frauen immer tiefer in den Birkenwald rein und schlagen dort ihr Zelt auf. Am nächsten Morgen wacht Julia alleine im Zelt auf, von Nicki fehlt jede Spur. Auf der Suche nach ihrer Freundin verläuft sie sich selbst, ohne jegliche Ausrüstung, Essen und Trinken im Wald.
Werden die beiden Frauen sich wieder finden und gemeinsam den Heimweg antreten?

Ich konnte vom ersten Satz an direkt in die Geschichte eintauchen. Dank den Beschreibungen wirkte die Atmosphäre sehr düster und beklemmend und der Schreibstil ist prägnant und recht knackig. Die Beschreibungen der Landschaft und des Weges, die die beiden gehen haben mich sofort in den Wald mitgenommen. Die Anspannung wegen Nickis distanziertem Verhalten fand ich vom ersten Moment an merkwürdig und als sie dann verschwand wunderte ich mich wenig darüber.

Die Geschichte wird von Julia in der Ich-Perspektive erzählt und zwischendurch gibt es einen Einblick in kleine Tagebucheinträge von einer unbekannten Perspektive. Dieser Wechsel und die Cliffhanger an den Kapitelenden lassen einen schon durch das Buch rauschen und man setzt kaum ab. Durch die Spannung, was mit beiden geschehen ist und die kurzen Kapitel machen es einem leicht und ich hatte die paar Seiten auch im Nu durch. Auf Julias Suche begegnet sie einem Geschöpf des Waldes, was für mich schwer zu ertragen war. Ja, ich habe gegoogelt für mehr Infos und meine Furbie schlug voll zu. Dieses kleine Stilmittel macht eigentlich fast den kompletten restlichen Verlauf aus und was der Kopf mit einem anstellen kann, war für mich sehr interessant zu lesen. Trotzdem war es stellenweise sehr vorhersehbar und mich haben die Plotttwists weder schockiert noch umgehauen. Das war leider etwas schade und auch das Ende war mir zu schnell und überstürzt. Nachdem, was hier im Wald passiert ist, hätte ich andere Entscheidungen vorgezogen.

Schlussendlich war es ein solider Thriller, der mir Spaß gemacht hat und mich für den Tag gut unterhalten hat. Es hätte ausschweifender über Natur philosophiert werden können und auch das Ende hätte mehr Zeit vertragen, aber nichts desto trotz kann ich das Buch als eine schöne Sommerlektüre empfehlen.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Ein Haus in einem alten Geisterdorf in Italien, ein Traum, der zum Albtraum wird...

Der dunkle Sommer
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Mit Vera Buck und mir fing es schon mit "Runa" an, was ein absolut großartiges Buch über ein Mädchen in einer psychiatrischen Anstalt im Jahre 1884 ist und wo sehr eindringlich beschrieben wird, wie man ...

Mit Vera Buck und mir fing es schon mit "Runa" an, was ein absolut großartiges Buch über ein Mädchen in einer psychiatrischen Anstalt im Jahre 1884 ist und wo sehr eindringlich beschrieben wird, wie man mit hysterischen Frauen zu dieser Zeit umging. Mit der Zirkusgeschichte, die danach folgte konnte ich zwar nicht viel anfangen, aber die anderen sind ebenso durch die Bank weg zu empfehlen, wie dieses Hier.

Wir wechseln zwischen 4 Personen aus ihren persönlichen Ich-Perspektiven in zwei verschiedenen Zeitebenen. Zum einen haben wir Tilda, die ein Haus in der verlassenen Stadt Botigalli auf Sardinien für 1 Euro kauft und damit die erste Bewohnerin seit langer Zeit wieder ist. Sie ist Innenarchitektin und fängt alleine an die große Villa zu restaurieren und damit vor ihren Problemen in Deutschland davon zu laufen. Dann haben wir noch Enzo, ein ambitionierter Journalist, der die Geschichte rund um Botigalli niederschreiben und festhalten möchte. Dazu unterhält er sich mit dem letzten Anwohner der Stadt Silvio und versucht durch die Sturheit des Alten an die Geschichte zu kommen. Dann ist da noch Franca, die um 1980 mit ihrer Familie in der noch voll bewohnten Stadt wohnt und uns in die Zeit vor dem Massaker mitnimmt. Auch lesen wir ganz selten von einem Entführungsopfer und deren Qualen. Warum sich um die Stadt so viele Geistergeschichten ranken und was wirklich passiert ist, ist eine spannende und auch stellenweise gruselige Geschichte, die sich Stück für Stück zu einem tollen Bild zusammenfügt.

Anfänglich waren mir die Personen sehr unnahbar dargestellt. Man kennt weder die Gründe, noch den Antrieb für diese Faszination in der Geisterstadt, aber nach und nach schält man wie bei einer Zwiebel die Schichten ab und entdeckt viele Details über eine grausige Vergangenheit von Tilda, den Ehrgeiz von Enzo und auch die Kindheit in der sich Franca bis zum Heranwachsen macht. Ich mag den Schreibstil der Autorin sehr und es liest sich wieder schnell und rasant weg. Die Spannung wird mit jeder Seite höher und auch der Gruselfaktor ist hier gegeben. Das italienische Flair und die Beschreibungen von Essen, Dolce Vita und der Ruhe sind sehr angenehm und bildhaft beschrieben. Es ist ein tolles Buch um sich auf den Sommer und den Urlaub einzustellen. Was damals in dem kleinen Städtchen passiert ist, wie Enzo und Tilda dem Ganzen auf die Spur gehen, hat schon etwas Faszinierendes. Ich dachte schon, ich lebe in einem zänkischem Bergdörfchen, wo Gerüchte schneller die Runde machen, als man schauen kann, aber die Einwohner hier übertreffen das noch bei weitem. Das wirkt sich auch auf die Stimmung im Buch aus. Nicht nur durch die drückende italienische Hitze im Sommer, nein auch die feindseligen Bewohner der Insel und alles drumherum ist angespannt und bedrohlich. Am Ende überschlagen sich wieder die Ereignisse und man wird durch den Strudel durchgezogen. Wichtig finde ich auch das Nachwort. Auch wenn viele dies immer auslassen, lohnt es hier doch einen Blick, weil ein paar Sachen im Buch aufgegriffen wurden, die in Italien wirklich so passiert sind und damit die traurigen Geschehnisse noch intensiver machen und zum Nachdenken anregen.

Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen und es ist die optimale Reiselektüre für den Sommer oder eben das Buch für sonnige Tage auf dem Balkon oder im Garten, die mit einem spannenden Thriller genossen werden wollen. Ein richtig düsterer Pageturner mit sehr tiefgehender Thematik, also schnappt euch dazu ein kühles Getränk und genießt die Jagd durch die Zeiten und über die italienische Insel Sardinien!

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Bonnie und Bonnie reisen durch die Staaten.

Killer Potential
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Evie ist Nachhilfelehrerin und obwohl sie hochbegabt und studiert ist, hat sie aus ihren ganzen Abschlüssen, aufgrund schlechter Entscheidungen, nicht viel gemacht. Um das Darlehen der Studiengebühren ...

Evie ist Nachhilfelehrerin und obwohl sie hochbegabt und studiert ist, hat sie aus ihren ganzen Abschlüssen, aufgrund schlechter Entscheidungen, nicht viel gemacht. Um das Darlehen der Studiengebühren zurück zu zahlen hilft sie 4 steinreichen Studenten bei Mathe aus und verdient somit ein paar Dollar. Als sie eines Tages bei den Victors auftaucht um die Tochter Serena zu unterrichten findet sie beide Elternteile getötet im Garten und als sie eine Frau um Hilfe rufend im Schrank findet, ist die Verwirrung komplett. Serena stößt zu der absurden Szene dazu und durch eine Menge Missverständnisse und Handgreiflichkeiten liegt Serena bald reglos am Boden. Von der ganzen Situation maßlos überfordert laufen Evie und die Unbekannte weg und fliehen in ihrem Auto Richtung Wüste. Nur was jetzt und wer ist die Frau aus dem Schrank?

Wie ich schon sagte, rauscht man von der Spannung angetrieben durch das Buch. Die 400 Seiten, die große Schrift und die kurzen Kapitel lassen uns wenig Zeit zum Nachdenken und Analysieren. Nach 100 Seiten denkt man, dass der Höhepunkt erreicht ist, aber das war erst der Anfang einer spektakulären Jagd von Bonnie und Bonnie durch die Staaten.

Evie verfällt oft ins Grübeln und das, sowie die anfängliche ausführliche Vorstellung ihrer Vergangenheit und Erlebnisse können sich etwas ziehen, da es nicht wirklich zum eigentlichen Geschehen relevant ist. Aber was bleibt einem anderes übrig, wenn die Weggefährtin die ganze Zeit stumm ist und ich fand es ganz interessant um sie besser kennenzulernen. Da wir auch über die andere Dame nicht übermäßig viel erfahren, was sich zum Ende hin ändert, ist das eine willkommene Abwechslung. Die kleinen Plotttwists ab und an sind ganz gut eingebaut und mit Evies Humor und Schlagfertigkeit macht das Lesen Spaß, aber die sind auch sehr leicht vorhersehbar. Man muss aber auch dazu sagen, dass nicht nur Evie viele Geheimnisse birgt, sondern auch die Unbekannte ist völlig unberechenbar und beide zusammen eine richtig explosive Mischung, die nicht zu unterschätzen ist. Es werden auch viele Themen angesprochen, die uns derzeit gesellschaftlich oft begegnen. Gerade wenn es richtig spannend wird und man die Verfolger im Nacken spürt, wechselt die Autorin auch gerne zu ruhigen Unterhaltungen oder in die Vergangenheit, was einen wieder entspannen und durchatmen lässt. Die letzten 100 Seiten zogen sich dafür wieder und sind für mich eher überflüssig. Da wird halt wieder der Erklärbär hervor geholt und das brauch es schlussendlich gar nicht.

Somit habt ihr hier zwar einen spannenden Thriller, aber mit Momenten des Innehaltens und Grübelns. Empfehlen kann ich euch das Buch, wenn ihr Lust auf eine rasante Verfolgungsjagd, viele zynische Sprüche und dabei ein bisschen Gewalt habt, aber andererseits nicht ganz so überraschend war, wie vielleicht erhofft.

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Vikings Vibes, aber dafür sehr viel Blut und Spice...

Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood
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Ich hatte mich nach der Leseprobe sehr auf das Buch gefreut. Die nordische Mythologie gepaart mit etwas Romanze und Fantasie.
Das Thema nordische Mythologie hätte echt spannend werden können, aber dafür ...

Ich hatte mich nach der Leseprobe sehr auf das Buch gefreut. Die nordische Mythologie gepaart mit etwas Romanze und Fantasie.
Das Thema nordische Mythologie hätte echt spannend werden können, aber dafür hätte es für mich deutlich mehr Worldbuilding und Hintergrundinfos gebraucht – ich bin mit wenig Vorwissen ans Buch gegangen und wurde definitiv enttäuscht. Die Götter werden ständig aufgezählt, aber die Bedeutung dahinter fehlt, ihre Rituale nur angekratzt und Valhalla definitiv zu oft und in falschen Zusammenhängen erwähnt. Statt einer Einführung gibt’s nur bruchstückhafte Randinfos. Die Götter, die Welt, die ganzen Mechanismen – sie sind einfach da. Ohne Erklärung, ohne Tiefe. Schade!

Dann die Romanze. Davon mal ganz abgesehen, dass ich Freya in dem Buch hassen gelernt habe, hatte es mehr körperliches Interesse als echte Verbindung. Die Gespräche waren flach und die Fassaden stur aufrechterhalten, so dass für mich auch hier keine Tiefe entstand. Die moderne Sprache hat dann noch dazu beigetragen und die ständige Erwähnung dieses mächtigen "Björns", wo wirklich jede Frau weiß, was sie bekommt. Wenn es nicht gerade nur um das Eine ging, was Freya das Denken erschwert hat, dann hat sie einige undenkbare Dinge getan und war dann auch noch so stur, eher passiv, weinerlich, festgefahren in den immer gleichen Gedanken und stellenweise unangenehm herrisch. Bjorn setze ich rein charakterlich etwas in Klammern, aber angesichts des Handlungsverlaufs fällt es schon schwer, ihn richtig individuell und genauer zu betrachten.

Das Ende und damit die große Enthüllung hatte ich schon nach ein paar Seiten geahnt und hätte mir auch hier mehr von Freya erwartet. Zusammenfassend fand ich den Schreibstil auch nicht so rund. Es gab es viel inneren Monolog mit ständig offenen Fragen, abgehackte Sätze, dramatisch gemeinte Kurzsätze und ganz viel Gerede um nur 2 Themen.

Ich weiß noch nicht, ob ich mich an den zweiten Teil wage. Prinzipiell hat es mich recht gut unterhalten und an das Augen verdrehen bin ich mittlerweile gewöhnt in diesem Genre. Eventuell als Hörbuch, aber ich möchte ungern noch einmal so viel Geld für so ein zwar sehr schönes, aber doch recht durchschnittliches Buch ausgeben.

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Veröffentlicht am 21.03.2025

4 Klassenkameraden, Ein Haus in der Einsamkeit und viel Zeit und Stoff zum Diskutieren!

Haus Waldesruh
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Man hat hier vier sehr unterschiedliche Charaktere auf einen Haufen geschubst und beobachtet nun, wie sie versuchen alte Freundschaften aufleben zu lassen und dennoch den Wertegang eines jeden kennenzulernen. ...

Man hat hier vier sehr unterschiedliche Charaktere auf einen Haufen geschubst und beobachtet nun, wie sie versuchen alte Freundschaften aufleben zu lassen und dennoch den Wertegang eines jeden kennenzulernen. Es hat sich viel getan in den Jahren und mit einer Pharmawissenschaftlerin, einer Öko Yogalehrerin, einem verkappten Musiker und einem Wirtschaftsmagnat kommt eine sehr bunte und vor allem explosionsgewaltige Mischung zusammen. Grundsätzlich haben sie alle noch ähnliche Eigenschaften wie früher, aber schnell stellt sich heraus, dass Lebenserfahrung und kürzliche Erfahrungen einige schon sehr verändert haben. Wichtigste bei dem ganzen Wochenende ist zum einen Max zu gedenken, aber auch immer ehrlich zueinander zu sein und da jeder so sein Geheimnis mit sich herumträgt ist das sehr gut ausgeklügelt.
Es gibt hier keine Kapitel nur 3 große Teil und genügend Absätze um den Lesefluss auch mal zu unterbrechen, aber wer möchte das schon. Es ist sehr spannend, eindringlich und auch explosiv geschrieben und ich für meinen Teil konnte es schlecht aus der Hand legen. Es werden viele Themen besprochen wie Umwelt, Ökosystem, Ernährung, Arbeitseinstellung, Corona, den Stellenwert in der Gesellschaft und aber auch Ziele und Errungenschaften im Leben und jeder offenbart ein großes Geheimnis seiner selbst. Mir hat es Spaß gemacht diesen Diskussionen zu folgen, allerdings hatte ich oft diesen fremdschäm oder sogar Zisch-Moment im Kopf, wenn ich mir dachte: "Huch, das hätte man anders formulieren können" oder "Oh nein, mit dem Kommentar geht es jetzt richtig los". Also für friedfertige Menschen, die ungern Diskussionen folgen ist das hier nichts, da alle auf ihrem Standpunkt vehement bestehen.
Das Ende hielt dann nochmal eine schöne Überraschung für uns bereit und ich bin froh dieses Buch gelesen zu haben. Es regt nicht nur zum Nachdenken an, sondern stellt auch viele moralische Fragen, die mir im Nachhinein noch etwas im Kopf rumgeisterten. Nicht zu vergessen, es ist ein Roman und kein Thriller oder Krimi. Es erwartet euch wirklich ein spannendes Kammersiel mit sehr gegensätzlichen Charakteren und vielen Argumenten, aber kein Mord und Totschlag!

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