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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2026

Scheinwelt

Belladonnas
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Belladonnas von Liann Zhang war für mich ein richtig unterhaltsames und spannendes Leseerlebnis – vor allem, weil es so faszinierend war, in diese perfekt inszenierte, aber zutiefst toxische Welt der Influencer ...

Belladonnas von Liann Zhang war für mich ein richtig unterhaltsames und spannendes Leseerlebnis – vor allem, weil es so faszinierend war, in diese perfekt inszenierte, aber zutiefst toxische Welt der Influencer einzutauchen. Der Roman zeigt sehr eindrucksvoll, wie dünn die Grenze zwischen Schein und Sein ist, wenn Likes, Luxus und Aufmerksamkeit zur Währung werden.

Die Ausgangssituation ist schon für sich genommen packend: Zwei Zwillinge, die nach dem Tod der Eltern getrennte Wege gehen – die eine lebt ein einfaches Leben, die andere im Reichtum der New Yorker High Society. Als Chloe unter mysteriösen Umständen stirbt, schlüpft Julie in ihre Rolle und betritt eine Welt voller Glamour, Sponsoren und Privilegien, die fast zu schön ist, um wahr zu sein. Und genau das ist sie natürlich auch nicht.

Besonders spannend fand ich die geheimnisvolle Influencer-Gruppe der „Belladonnas“. Je tiefer Julie in diesen elitären Kreis hineingezogen wird, desto unheimlicher wird die Atmosphäre. Das jährliche Treffen auf der Luxusinsel mit seinem merkwürdigen Ritual sorgt für eine düstere, fast schon thrillerartige Stimmung, die mich richtig gefesselt hat.

Ich habe mich beim Lesen durchgehend gut unterhalten gefühlt, das Tempo stimmt, und die Themen Identität, Selbstinszenierung und sozialer Druck sind clever in die Handlung eingebaut. Nur das Ende konnte mich leider nicht ganz überzeugen – es fühlte sich für mich etwas zu abrupt an und hat nicht alle Erwartungen erfüllt, die die Geschichte zuvor aufgebaut hatte.

Trotzdem ist Belladonnas ein spannender, moderner Roman mit einer starken Idee und einer faszinierenden Welt, die man so schnell nicht vergisst. Für mich solide 4 Sterne und definitiv eine Empfehlung für alle, die Thriller mit Gesellschaftskritik und Glamour mögen.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Toller Schreibstil

Hazel sagt Nein
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Hazel sagt nein von Jessica Berger Gross hat mich tief berührt. Ich fand das Buch sowohl sprachlich als auch inhaltlich wunderschön – ruhig erzählt, klug beobachtet und gleichzeitig unglaublich kraftvoll. ...

Hazel sagt nein von Jessica Berger Gross hat mich tief berührt. Ich fand das Buch sowohl sprachlich als auch inhaltlich wunderschön – ruhig erzählt, klug beobachtet und gleichzeitig unglaublich kraftvoll. Es ist eines dieser Bücher, die nicht laut sein müssen, um lange nachzuwirken.

Die Geschichte beginnt mit dem Umzug der Familie Blum von Brooklyn in die scheinbar friedliche Kleinstadt Riverburg, wo endlich alles ruhiger und geordneter werden soll. Doch gleich am ersten Schultag wird Hazels Welt erschüttert: Der Schuldirektor konfrontiert sie mit einem perfiden „Ritual“, das er sich seit Jahren erlaubt – und Hazel sagt Nein. Dieser eine Moment verändert alles. Nicht nur für sie selbst, sondern für ihre ganze Familie und die Gemeinschaft, in der plötzlich Dinge sichtbar werden, die lange verdrängt wurden.

Ich konnte mich sehr gut in Hazel hineinversetzen – in ihre Unsicherheit, ihre Wut, ihre Angst und ihren Mut. Besonders berührt hat mich, wie feinfühlig ihre inneren Konflikte geschildert werden, ohne sie zu dramatisieren. Gleichzeitig fand ich es wunderschön, dass der Roman auch die Blickwinkel der anderen Familienmitglieder einnimmt: der Eltern, der Geschwister, der Menschen drumherum. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Bild davon, wie ein einzelnes „Nein“ Wellen schlägt und Beziehungen auf die Probe stellt.

Die Sprache ist ruhig, präzise und voller Zwischentöne, mit einem feinen Humor an genau den richtigen Stellen. Jessica Berger Gross erzählt von Machtstrukturen, Schweigen, Zusammenhalt und davon, wie schwer – und wie notwendig – es ist, für sich einzustehen.

Für mich ist Hazel sagt nein ein kluger, sensibler und sehr berührender Roman, der lange im Kopf und im Herzen bleibt. Absolute Leseempfehlung und verdiente 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Ein Buch über Bücher

Mathilde und Marie
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Mathilde und Marie habe ich von der ersten bis zur letzten Seite geliebt. Spätestens in dem Moment, als klar wurde, dass die Geschichte in einem echten Bücherdorf spielt, war ich hoffnungslos verloren ...

Mathilde und Marie habe ich von der ersten bis zur letzten Seite geliebt. Spätestens in dem Moment, als klar wurde, dass die Geschichte in einem echten Bücherdorf spielt, war ich hoffnungslos verloren – mehr kann ein Buch mein Leser*innenherz kaum berühren. Bücher werden hier nicht nur erwähnt, sie werden gefeiert, wertgeschätzt und wie lebendige Wesen behandelt. Für mich als Buchliebhaber war das pures Glück.

Die Geschichte führt in das kleine Dorf Redu in den belgischen Ardennen, einen Ort, an dem die Zeit langsamer läuft und eher Freund als Feind ist. Umgeben von Wäldern und Flüssen, mit einem schiefen Kirchturm, einer kaputten Turmuhr und kaum Internet, scheint Redu aus der modernen Welt gefallen zu sein – und genau das macht seinen Zauber aus. Hier lebt die mürrische Mathilde, die sich mit dem ruhigen, unveränderlichen Dorfleben arrangiert hat. Doch als die junge Französin Marie auftaucht und der Frühling beginnt, gerät alles in Bewegung. Nicht nur die Natur erwacht, sondern auch die Menschen – und besonders Mathildes Herz.

Der Roman erzählt leise, warmherzig und voller Atmosphäre von Veränderung, Neuanfängen und der Kraft der Begegnung. Es ist eines dieser Bücher, bei denen man sich wünscht, selbst durch die kleinen Gassen zu schlendern, in Buchläden zu stöbern und die Zeit einfach einmal anzuhalten. Die Sprache ist sanft, die Figuren sind liebevoll gezeichnet, und die Geschichte entfaltet sich mit einer Ruhe, die unglaublich guttut.

Mathilde und Marie ist für mich ein echtes Wohlfühlbuch, ein Liebesbrief an Bücher, an das Lesen und an Orte, an denen man wieder zu sich selbst findet. Fünf Sterne von Herzen – und ein Buch, das ich am liebsten sofort noch einmal lesen würde.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Gold und Spice

One Date to Gold
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One Date to Gold von Ivy Leagh hat mich positiv überrascht, vor allem weil mich das Thema Olympia normalerweise gar nicht so sehr interessiert. Hier hat es aber richtig gut funktioniert: die winterliche ...

One Date to Gold von Ivy Leagh hat mich positiv überrascht, vor allem weil mich das Thema Olympia normalerweise gar nicht so sehr interessiert. Hier hat es aber richtig gut funktioniert: die winterliche Atmosphäre, das olympische Dorf, der Druck der Wettkämpfe und das Gefühl, dass jede Entscheidung über Sieg oder Niederlage entscheiden kann, haben mich schnell in die Geschichte hineingezogen.

Im Mittelpunkt steht Amie, die sich endlich ihren Traum vom olympischen Gold erfüllen will. Als ihre größte Konkurrentin ausfällt, steht sie plötzlich im Rampenlicht – und genau damit hat sie große Probleme. Hilfe bekommt sie ausgerechnet vom grumpy Eishockeykapitän des US-Teams, der dringend sein Image aufpolieren muss. Der Deal: Fake-Dating gegen Ruhe vor der Presse. Natürlich klappt das mit der emotionalen Distanz nicht lange, vor allem nicht, wenn man sich ständig über den Weg läuft, aneinandergerät und ein Chalet (mit nur einem Bett, natürlich) teilt.

Das Fake-Dating-Trope, die Gegensätze zwischen den Figuren und das sportliche Setting haben mir wirklich gut gefallen. Die Dynamik zwischen Amie und dem Eishockeyspieler ist unterhaltsam, ihre Wortgefechte machen Spaß, und die olympische Kulisse bringt frischen Wind in die Romance.

Was mir allerdings weniger gefallen hat, waren die vielen spicy Szenen – davon gab es für meinen Geschmack einfach zu viele, und sie haben die eigentliche Geschichte manchmal etwas ausgebremst. Das ist natürlich Geschmackssache, aber ich hätte mir mehr Fokus auf den Sport und die persönliche Entwicklung der Figuren gewünscht.

Trotzdem ist One Date to Gold ein unterhaltsamer, winterlicher Romance-Roman mit einem schönen Setting und einer süßen Fake-Dating-Story. Für mich gute 4 Sterne – mit etwas weniger Spice wäre es sogar noch besser gewesen.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Unterhaltung statt Authentizität

The Heat is on – Something‘s Cooking Between Us
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The Heat is on. Something is cooking between us von Felicia Kingsley ist genau das, was es verspricht: eine leichte, romantische und sehr unterhaltsame Story, die sich perfekt für entspannte Lesestunden ...

The Heat is on. Something is cooking between us von Felicia Kingsley ist genau das, was es verspricht: eine leichte, romantische und sehr unterhaltsame Story, die sich perfekt für entspannte Lesestunden eignet. Ich hatte viel Spaß mit dem Buch, auch wenn ich zwischendurch öfter schmunzeln musste, weil die Handlung nicht immer besonders realitätsnah ist.

Die Grundidee ist herrlich absurd und charmant zugleich: Ein FBI-Agent, der undercover als Koch in einem italienischen Familienrestaurant arbeitet, um eine mögliche Mafia-Verbindung aufzudecken. Dwight ist überzeugt, dass er diesen Auftrag problemlos meistert – bis er auf Julia trifft, die schlagfertige Tochter des Restaurantbesitzers, die ihm das Leben ganz schön schwer macht. Zwischen Wortgefechten, Küchenchaos und knisternder Spannung entwickelt sich eine Romance, die von Anfang an Spaß macht.

Als jemand, der selbst sehr kochbegeistert ist, war für mich allerdings klar: Dieser „Koch“ wäre sofort aufgeflogen. Einige Details rund ums Kochen wirken eher wie Kulisse als wie echte Küche – aber das habe ich schnell akzeptiert, denn das Buch will gar kein realistischer Thriller sein, sondern eine romantische Komödie mit Tempo und Humor. Und das gelingt Felicia Kingsley wirklich gut.

Die Dialoge sind witzig, die Chemie zwischen den Figuren stimmt, und die Geschichte liest sich einfach locker weg. Auch wenn man nicht alles ernst nehmen sollte, sorgt das Buch für gute Laune und genau die richtige Portion Drama, Romance und Humor.

Für mich sind es solide 4 Sterne: nicht perfekt, aber absolut unterhaltsam – und genau richtig, wenn man Lust auf eine leichte, heiße Love Story mit einem Augenzwinkern hat.

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