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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.10.2025

Das Leben und die Bienen

Wilder Honig
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'Wilder Honig' von Caryl Lewis ist ohne Zweifel eine echte Cover-Schönheit.
Inhaltlich hatte ich mir allerdings ein wenig mehr versprochen.
Die Geschichte beginnt sehr melancholisch mit dem Tod von John ...

'Wilder Honig' von Caryl Lewis ist ohne Zweifel eine echte Cover-Schönheit.
Inhaltlich hatte ich mir allerdings ein wenig mehr versprochen.
Die Geschichte beginnt sehr melancholisch mit dem Tod von John und der tiefen Trauer seiner Frau Hannah.
Unterstützung findet sie bei ihre Schwester Sadie, die selbst gerade mit eigenen Zweifeln und Lebensfragen zu kämpfen hat.
Durch das Lüften eines großen Familiengeheimnisses tritt schließlich Megan in das Leben der beiden Schwestern, und eine vorsichtige Annäherung zwischen den dreien beginnt.
Besonders interessant sind die elf Briefe, die John seiner Frau hinterlassen hat.
In ihnen versucht er, auf seine ganz eigene, poetische Weise mit Hannah zu sprechen - in Metaphern, inspiriert von seiner zweiten großen Liebe: den Bienen.
Der Schreibstil ist atmosphärisch und voller schöner Naturbeschreibungen, die mir sehr gefallen haben.
Auch die zahlreichen Informationen über das Leben der Bienen fand ich äußerst spannend und lehrreich.
Leider konnten mich die Figuren selbst nicht richtig erreichen - sie blieben mir emotional eher fremd, und gerade John, der posthum eine so große Rolle spielt, hat mich mit der Zeit etwas genervt.
Zudem gab es einige kleinere Ereignisse, die für die Handlung kaum Bedeutung hatten und meinen Lesefluss ein wenig gestört haben.
Insgesamt hatte ich eine angenehme Lesezeit, auch wenn mich die Geschichte wohl nicht dauerhaft begleiten wird.
Dennoch: die liebevoll recherchierten Fakten über die faszinierende Welt der Bienen haben mir wirklich gut gefallen - allein dafür hat sich das Lesen gelohnt. 🐝

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Veröffentlicht am 18.10.2025

Music was my first love

Deep Cuts
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Ein Coming-of-Age-Roman aus den 2000ern, mit Liebesgeschichte und Musik als zentralem Thema?
Da bin ich als Baujahr 1982 sofort dabei. 🙌🏻
Aber konnte mich 'Deep Cuts' von Holly Brickley am Ende auch wirklich ...

Ein Coming-of-Age-Roman aus den 2000ern, mit Liebesgeschichte und Musik als zentralem Thema?
Da bin ich als Baujahr 1982 sofort dabei. 🙌🏻
Aber konnte mich 'Deep Cuts' von Holly Brickley am Ende auch wirklich überzeugen?
Schauen wir mal ...
Zur Story:
Percy liebt Musik - sie hört sie nicht nur, sie fühlt und seziert sie regelrecht. Als sie auf Joe trifft, einen charismatischen Musiker, spürt sie schnell eine starke Anziehung.
Gemeinsam basteln die zwei an Songs, oft in Begleitung von Joes Freundin Zoe. Die drei verbringen einen intensiven Sommer zusammen - ein echtes Kleeblatt. Doch wie das oft so ist: Beziehungsstatus - es ist kompliziert.
Mein persönliches Highlight war die Figur Zoe und vor allem die entstehende Freundschaft zwischen ihr und Percy. Diese Dynamik zwischen den zwei hat mir beim Lesen sehr gut gefallen.
Irgendwann hat mich die Geschichte jedoch verloren. Ich glaube, mir fehlt einfach die tiefe Leidenschaft für Musik, die dieses Buch so sehr durchzieht. Songtexte, Interpreten, musikalische Referenzen - all das steht stark im Vordergrund, und da konnte ich nicht mehr ganz andocken.
Auch die Entwicklung zwischen Percy und Joe hat mich mit der Zeit weniger angesprochen - da war meinerseits einfach eine Distanz zu diesen beiden Figuren.
Mein Fazit:
Tolles Setting, teils interessante Figuren, einige starke Botschaften - aber das Buch richtet sich ganz klar an Leser*innen mit einem großen Faible für Musik.
Mich persönlich konnte der Roman leider nicht ganz abholen.
Aber wie wir wissen: Geschmäcker sind - zum Glück - verschieden.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Freundschaft

Drei Frauen am See
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'Drei Frauen am See' ist ein wunderbar angenehmer Auftakt zur Haus-am-See-Triologie von Dora Heldt.
Erschienen bereits 2018, ist es mal was Älteres - und wie schön ist das bitte, wenn man nicht ewig auf ...

'Drei Frauen am See' ist ein wunderbar angenehmer Auftakt zur Haus-am-See-Triologie von Dora Heldt.
Erschienen bereits 2018, ist es mal was Älteres - und wie schön ist das bitte, wenn man nicht ewig auf die Fortsetzungen warten muss. 😍

Die Geschichte ist schnell erzählt:
Vier Freundinnen, seit ihrer Jugend eng verbunden, jede mit ganz eigener Persönlichkeit - bilden zusammen ein lustiges Mädchen-Kleeblatt.
Nichts scheint sie trennen zu können, bis ein Zerwürfnis alles auseinanderreißt.
Eine von ihnen, Marie, ist leider mit keiner guten Gesundheit gesegnet, und ihr letzter Wunsch ist, alle wieder zu versöhnen.
Ob ihr das gelingt?

Ich mochte besonders die atmosphärische Kulisse am See, die unterschiedlichen Charaktere der Protagonistinnen und ihre liebevoll gezeichneten Eigenheiten.
Trotz der vielen Seiten empfand ich das Buch als sehr kurzweilig - es liest sich leicht und flüssig. Die Perspektiven wechseln regelmäßig, sodass jede der Frauen zu Wort kommt.
Rückblenden in die Vergangenheit ergänzen das Bild und lassen uns als Leser*innen die tiefe Verbindung zwischen den Figuren nachvollziehen.
Ein wirklich schöner Roman über Freundschaft, Verlust, Versöhnung und das Leben selbst - mit emotionalen Höhen und Tiefen, aber ohne ins Kitschige abzudriften.
Für alle die einfach mal wieder in eine warmherzige Geschichte abtauchen möchten, eine klare Empfehlung.
Ich freue mich jetzt schon auf Teil zwei und drei.


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Veröffentlicht am 29.09.2025

Bunte Welt

Was du siehst
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Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist ... bunt wie ein Farbmalkasten.
So vielfältig liest sich auch der Roman 'Was Du siehst ' von Laura Maaß.
Ihr Debütroman - und meiner Meinung nach ein sehr ...

Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist ... bunt wie ein Farbmalkasten.
So vielfältig liest sich auch der Roman 'Was Du siehst ' von Laura Maaß.
Ihr Debütroman - und meiner Meinung nach ein sehr gelungener.
Wir begleiten Andi und Jule ab dem Jahr 1967 und erleben, wie sie sich im Laufe der Jahre immer näherkommen.
Eine besondere Freundschaft wächst heran, zu der beide mit ihren sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten etwas beitragen.
Jule ist getrieben von der Sehnsucht, ihren Vater zu finden, und reist nach der Wende durch die Welt.
Andi hingegen geht seinen eignen Weg - und wartet auf seine Jule.
Ob sie zu ihm zurückkehrt? Das müsst ihr selbst lesen. ☺️
Besonders gefallen haben mir die farblich betitelten Kapitel - ein schöner Einfall - sowie die kleinen Rituale zwischen Jule und Andi, die ihre Verbindung so besonders machen.
Auch die Nebenfiguren haben mich berührt - allen voran Frieda, die für meinen Geschmack ruhig noch mehr Raum in der Geschichte hätte einnehmen dürfen.
Ihre kleine Erzählung war ebenfalls sehr schön und, wie ich finde, noch nicht auserzählt.
Auch Andis Vater - verschroben, aber liebenswert - ist mir im Gedächtnis geblieben.
Es ist kein spannungsgeladener Roman, aber einer, der zu Herzen geht.
Manche Leser*innen fanden bestimmte Stellen etwas langatmig - das habe ich persönlich nicht so empfunden.
Lediglich das Ende wirkte auf mich etwas konstruiert, was aber sicher Geschmackssache ist.
Ich habe diesen Roman gerne gelesen und empfehle ihn mit gutem Gewissen weiter.


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Veröffentlicht am 22.09.2025

(Un)glaube

Monstergott
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Auch mit ihrem zweite Buch greift Caroline Schmitt ein sensibles Thema auf, den Glauben - und das gefällt mir ausgesprochen gut.
Ich mag besonders ihre mutige und ehrliche Art zu schreiben, die immer wieder ...

Auch mit ihrem zweite Buch greift Caroline Schmitt ein sensibles Thema auf, den Glauben - und das gefällt mir ausgesprochen gut.
Ich mag besonders ihre mutige und ehrliche Art zu schreiben, die immer wieder von einem gewissen Humor durchzogen ist.
Einfach herrlich.
Im Mittelpunkt stehen die Geschwister Ben und Esther, die fest in ihrer Freikirche und ihrem Glauben verwurzelt sind.
Doch nach und nach treten Widersprüche und Erfahrungen zutage, die sie dazu bringen, ihren Glauben zu hinterfragen - auf ganz unterschiedliche Weise.
Was mir besonders gut gefallen hat, ist der feministische Aspekt von Esthers Geschichte. Ihre Sehnsucht nach einem selbstbestimmten und selbstverwirklichenden Leben ist absolut nachvollziehbar, und die innere Spannung, die sich daraus ergibt, dass ihr Glaube - oder Gott selbst - ihr im Weg zu stehen scheint, ist sehr eindringlich geschildert.
Ben hingegen hat mich mit seiner inneren Zerrissenheit tief berührt und ich habe bis zum Schluss mit ihm gefühlt und auf ein gutes Ende gehofft.
Ich fand es total spannend, in anderen Rezensionen zu lesen, wie realistisch die Darstellung des Lebens in einer Freikirche empfunden wird.
Da fehlte mir persönlich der Erfahrungshintergrund - umso interessanter war dieser Einblick für mich.
Im Vergleich zu Schmitts Debüt 'Liebewesen' reicht 'Monstergott' für mich nicht ganz heran. 'Liebewesen' hatte mich damals komplett mitgerissen.
Ich finde der Einstieg in 'Monstergott' war etwas zäh, aber dann nimmt die Geschichte deutlich an Tiefe und Tempo auf.
Alles in allem ein lesenswertes Buch, das ich gerne weiterempfehle - vor allem denjenigen die sich für Glaube, Identität und Selbstbestimmung interessieren.

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