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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.12.2025

Gänsehaut Momente

Gruselige Stunden
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'Gruselige Stunden' ist der dritte Band der Schaurige-Geschichten-Reihe aus dem Dumont Verlag - und was soll ich sagen: davon bitte gern jedes Jahr einen neuen Band. 😍
Schon der erste Teil hatte mir gut ...

'Gruselige Stunden' ist der dritte Band der Schaurige-Geschichten-Reihe aus dem Dumont Verlag - und was soll ich sagen: davon bitte gern jedes Jahr einen neuen Band. 😍
Schon der erste Teil hatte mir gut gefallen, der zweite wartet noch auf mich, und auch dieser Band konnte mich wieder bestens unterhalten.

Sechs Autor*innen, sechs unheimliche Kurzgeschichten, die wie gemacht sind für die dunkle Jahreszeit. Die Vielfalt der Geschichten sorgt dafür, dass keine Langeweile aufkommt: ein kleines Waisenmädchen wird für düstere Zwecke benötigt, ein gefühlskalter Vater wird von schrecklichen Ereignissen von Raum zu Raum gehetzt, auf einer Insel verschwinden Pilger auf geheimnisvolle Weise - und meine persönliche Lieblingsgeschichte 'Doppelter Faden' erzählt von der stillen, aber wirkungsvollen Rache eines Dienstmädchens.

Wer Freude an atmosphärischen Gruselgeschichten hat, sollte zu diesem wunderbar kurzweiligen Buch greifen - Enttäuschung ist hier kaum zu erwarten.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Familiengeheimnisse

Die Verlorene
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Mit 'Die Verlorene' hat Miriam Georg uns einen wirklich unterhaltsamen und zugleich bewegenden Roman vorgesetzt.
Er vereint vieles, was ich besonders schätze: eine vielschichtige Familiengeschichte, zwei ...

Mit 'Die Verlorene' hat Miriam Georg uns einen wirklich unterhaltsamen und zugleich bewegenden Roman vorgesetzt.
Er vereint vieles, was ich besonders schätze: eine vielschichtige Familiengeschichte, zwei Handlungsstränge auf unterschiedlichen Zeitebenen sowie einen Roman über Frauen und ihre Schicksale.

Der erste Handlungsstrang spielt im Jahr 2019 in Frankfurt. Laura stößt auf ein lange verborgenes Familiengeheimnis und macht sich daran, dessen Ursprung auf die Spur zukommen. Nach anfänglicher Skepsis lässt sich auch ihre Mutter Ellen auf diese Suche ein - ein Prozess, der für beide weitreichende Folgen hat.

Die zweite Zeitebene führt zurück ins Jahr 1943 nach Schlesien, auf den Pappelhof. Dort wachsen die Zwillingsschwestern Änne und Luise auf einem Pferdehof auf und erleben trotz der Kriegswirren zunächst eine behütete Kindheit und Jugend. Doch eine Krankheit zwingt Änne plötzlich dazu, im Verborgenen leben zu müssen. Ihr einziger Halt ist Luise - während sich für diese das Leben weiterdreht. Als schließlich der Kriegsgefangene Karl auf den Hof kommt, nimmt das Schicksal seinen Lauf ...

Ich mochte beide Handlungsstränge sehr gerne. Normalerweise fesselt mich vorallem die Vergangenheit, doch hier war ich ebenso gespannt auf die Entwicklung in der Gegenwart. Besonders eindrücklich fand ich die Darstellung vererbte Traumata und zu beobachten, wie sich die zunächst kühle Ellen Schritt für Schritt öffnet.
In der historischen Ebene geschieht naturgemäß mehr, und mit beiden der Schwestern konnte ich intensiv mitfühlen.
'Die Verlorene ' ist ein Roman, der vieles vereint: Enteignung, Kriegstraumata, (Geschwister-)Liebe, Verlust und Mutterschaft - getragen von starken Frauenfiguren und sehr bildhaften Beschreibungen. Ich habe das Buch gelesen als auch gehört und konnte der Sprecherin Tanja Fornaro ausgesprochen gut lauschen.

Ein rundum gelungener Roman, den ich uneingeschränkt empfehlen kann. 📚✨️

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Veröffentlicht am 11.12.2025

Tierisch schöne Weihnachten

Das Wintermärchen von Kerry
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Mein erstes Weihnachtsbuch in diesem Jahr - und wenn ich in diesem Tempo weitermache, wahrscheinlich auch mein letztes 😅🙈 - hat mich direkt ins winterliche Kerry in Irland entführt.

Schon das Setting ...

Mein erstes Weihnachtsbuch in diesem Jahr - und wenn ich in diesem Tempo weitermache, wahrscheinlich auch mein letztes 😅🙈 - hat mich direkt ins winterliche Kerry in Irland entführt.

Schon das Setting verspricht pure Weihnachtsstimmung. Und wenn ich euch verrate, dass ein gemütlicher Buchladen, zahlreiche Tiere sowie ein attraktiver Tierarzt plus Lovestory darin vorkommen - da hört man die Glocken doch quasi schon klingen. 🔔✨️

Eilis wagt nach einer beruflichen Enttäuschung den Sprung ins kalte Wasser und zieht von Chicago ins irische Kerry. Dort übernimmt sie den alten Buchladen von Malachy - seines Zeichens Matchmaker - und trifft gleich zu Beginn auf dessen Enkel Cilian. Obwohl beide alle Hände voll zu tun haben - Eilis wird nämlich von einem unerwarteten und äußerst tierischen Empfangskomitee begrüßt - entwickelt sich zwischen ihnen etwas. Natürlich nicht ohne die ein oder anderen Hindernisse.

'Das Wintermärchen von Kerry' von Julie Larsen entführt in eine wunderbare cozy Winterwelt voller warmherziger Figuren. Eilis und Cilian habe ich auf ihre jeweils eigene Art sehr ins Herz geschlossen. Auch die Dorfbewohner, Eilis' Großmutter und natürlich Malachy fand ich sehr gelungen - sie hätten für meinen Geschmack allerdings gerne noch etwas mehr Raum bekommen dürfen.

Alles in allem ist es eine schöne, wohlig-winterliche Geschichte, die perfekt in diese - bisher leider wenig winterliche - Adventszeit passt.

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Veröffentlicht am 29.11.2025

Was das Meer uns gibt

Das Geschenk des Meeres
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Was für eine zutiefst berührende, traurige und zugleich hoffnungsvolle Geschichte.

Der Roman 'Das Geschenk des Meeres' von der Autorin Julia R. Kelly hat mich von Anfang bis zum Ende völlig in seinen ...

Was für eine zutiefst berührende, traurige und zugleich hoffnungsvolle Geschichte.

Der Roman 'Das Geschenk des Meeres' von der Autorin Julia R. Kelly hat mich von Anfang bis zum Ende völlig in seinen Bahn gezogen.

In einem kleinen Fischerdörfchen an der schottischen Küste wird ein kleiner Junge vom Meer an den Strand gespült - ein Ereignis, das wie ein Sturm in das Leben der Dorfbewohner fährt.
Besonders für Dorothy, die Lehrerin die sich dem Jungen annimmt, bedeutet seine Ankunft weit mehr als nur ein außergewöhnliches Ereignis.
Ihr eigenes, traumatisches Erlebnis liegt erst wenige Jahre zurück und ähnelt dem Schicksal des Jungen auf schmerzhafte Weise. Durch ihre kühle, entbehrungsreiche Kindheit geprägt, wirkt Dorothy oft zurückhaltend und unnahbar - etwas, das ihr die Menschen im Dorf nur allzu kritisch auslegen.

Die Geschichte ist so eindringlich und bildhaft erzählt, dass ich mich der rauen Brandung, dem Wind und der melancholischen Stille des Küstenortes kaum entziehen konnte. Die Figuren wirken unglaublich echt: Ich habe Dorothys Schmerz gespürt, ebenso wie das leise Aufflammen ihrer Hoffnung. Auch Joseph, der Fischer, der den Jungen findet, hat mich bewegt - seine stille Stärke, seine Zweifel, seine unerwartete Verbundenheit zu Dorothy. Seine innere Zerissenheit hat mich sehr berührt.

Gut gefallen hat mir auch die geschwätzige Damenrunde im Dorflädchen, allen voran Mrs. Smith, die mit ihrer ehrlichen, direkten und unverblümten Art immer wieder Wärme in die Geschichte bringt.

Dieses Buch vereint die Gewalt der Natur mit der Zerbrechlichkeit menschlicher Emotionen. Es hat mich tief getroffen, mich gefesselt, mich zum Nachdenken gebracht- und es hat das Potential, mein persönliches Lesehighlight 2025 zu werden.

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Fluch und Segen

Das Dreizehnte Kind
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'Das dreizehnte Kind' von Erin A. Craig ist schon optisch eine Highlight. Das Cover ist ein echter Hingucker - und das Besondere: Der Einband unter dem Schutzumschlag ist sogar noch schöner. Solche Details ...

'Das dreizehnte Kind' von Erin A. Craig ist schon optisch eine Highlight. Das Cover ist ein echter Hingucker - und das Besondere: Der Einband unter dem Schutzumschlag ist sogar noch schöner. Solche Details liebe ich einfach. 🥰

Die Protagonistin Hazel hat ein bewegtes Leben. In Armut geboren, als das titelgebende dreizehnte Kind, wird sie mit Missachtung gestraft und wartet Jahr um Jahr sehnsüchtig auf ihren ihr noch gänzlich unbekannten Paten.
Der Pate ist niemand Geringeres als der Gott des Todes. Besonders schön fand ich, dass er nicht diese furchteinflößende Gestalt ist, die man erwarten würde, sondern ein kluger, einfühlsamer Gott, der Hazel mit Respekt begegnet.
Hazel hat als dreizehntes Kind eine besondere Gabe - das Heilen - und diese Gabe ist Fluch und Segen zugleich.
Als der König schwer erkrankt und sie an den Hof gerufen wird, um ihn zu retten, stellt sich ihr Leben völlig auf den Kopf.

Dies ist ein schöner Fantasyroman mit düsteren Elementen und einer tollen Geschichte. Am liebsten mochte ich die anfängliche Erzählung der kleinen Hazel, und wie sehr habe ich mitgefiebert, dass sie endlich aus diesem lieblosen Elternhaus geholt wird. Ihre Entwicklung zur großen Heilerin hätte von mir aus gerne länger erzählt werden können und dafür etwas weniger von dem Leben auf dem königlichen Hof. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Dafür fand ich das Ende wieder ganz großartig.

Ich hatte eine wirklich tolle Lesezeit mit Hazel. Die Geschichte ist durchdacht, die Figuren sind lebendig und interessant und der Schreibstil ist angenehm flüssig.
Ich empfehle dieses Buch allen, die Fantasy mit sanft düsteren Untertönen lieben.

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