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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.06.2025

Zwiegespalten

Freizeit
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2,5
Ich habe gerade das fünfte Buch in diesem Jahr vom SuB befreit, doch leider konnte mich dieses Mal keine große Begeisterung erreichen.
Es ist eher eine zwiegespaltene Erfahrung.
In 'Freizeit' von ...

2,5
Ich habe gerade das fünfte Buch in diesem Jahr vom SuB befreit, doch leider konnte mich dieses Mal keine große Begeisterung erreichen.
Es ist eher eine zwiegespaltene Erfahrung.
In 'Freizeit' von Carla Kaspari begleiten wir die 27- jährige Franziska durch eine eher verlorene Phase nach ihrem Studium.
Sie hat zwei Jahre in Paris gelebt, geliebt und Affären gehabt.
Nachdem alles vorbei ist, lebt Franziska nun zurück in ihrer Heimatstadt und treibt so vor sich hin.
Sie schreibt Werbe- und Songtexte und arbeitet zwischendurch an ihrem ersten Roman.
Es passiert viel, aber irgendwie bleibt alles oberflächlich und ohne große Highlights.
Durch die Passagen, in denen sie ihre Gedanken zum Buch aufschreibt, entsteht ein Roman im Roman - allerdings auch hier ohne klare Zusammenhänge.
'Freizeit' greift viele Themen beiläufig auf, bleibt aber insgesamt eher oberflächlich und lässt vieles ungenutzt.
Der Schreibstil hat mir grundsätzlich gefallen, doch leider hat sich beim Lesen kein flüssiger Lesefluss eingestellt.
Ich habe das Buch lange gelesen, was für mich ein Zeichen dafür ist, dass es mich nicht richtig packen konnte.
Was ich an Franziskas ehrliche Art und ihren Gedanken schätze, ist, dass ich mich des Öfteren darin wiederfinden konnte.
Dennoch bleibt für mich die Frage offen, was die Autorin mit diesem Roman eigentlich vermitteln wollte - ich bin am Ende etwas ratlos.
Schade, aber wie so oft im Leben: Nicht jedes Buch passt für jeden. Manchmal stimmt einfach die Chemie nicht, und das ist völlig in Ordnung.

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Vom Trauern und Heilen

Die Frau und der Fjord
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So, nun bin ich zurück von meiner Lesereise nach Norwegen zu den Lofoten, und was soll ich sagen - es war einfach wunderschön.
Auf den Roman 'Die Frau und der Fjord' von Anette Strohmeyer habe ich mich ...

So, nun bin ich zurück von meiner Lesereise nach Norwegen zu den Lofoten, und was soll ich sagen - es war einfach wunderschön.
Auf den Roman 'Die Frau und der Fjord' von Anette Strohmeyer habe ich mich schon im Vorfeld sehr gefreut. Das hübsche Cover, das traumhafte Setting und der vielversprechende Klappentext haben mich sofort angesprochen.
Wir begleiten Gro Kristjánsdóttir, die nach dem tragische Tod ihres Ehemanns einen Weg aus dem tiefen Tal der Trauer finden muss.
Während sich die einen ablenken, sucht Gro die Einsamkeit, um zu heilen.
Sehr authentisch wird beschrieben, wie schwer das Trauern um einen geliebten Menschen ist - doch noch viel schwerer ist der Heilungsprozess.
Obwohl Gro die Einsamkeit sucht und auch genießt, sind es die kleinen und großen Begegnungen mit Menschen und Tieren, die sie allmählich zurück ins Leben führen.
Neben den anschaulichen Naturbeschreibungen - der Flora und Fauna, den Jahreszeiten und Herausforderungen des Lebens in einem einsam gelegenen Fjord - fand ich auch die Rückblicke auf ihre Arbeit als Geologin auf einer Ölplattform äußerst spannend. Man kennt diese riesigen Bohrinseln oft nur aus der Ferne, und ich finde sie immer beeindruckend, aber auch etwas furchteinflößend.
Das Setting des rauen norwegischen Fjords auf den Lofoten ist absolut mein Ding, und ich habe die atmosphärischen Naturbeschreibungen so sehr genossen, dass das ganze Buch damit gefüllt sein dürfte.
Im letzten Drittel gibt es ein Zwischenspiel, das eher in einen Krimi passen würde. Diesen Abschnitt hätte ich nicht vermisst, da er für mich eher störend wirkte.
Das Ende wiederum hat mir sehr gefallen.
Gut fand ich auch die Einteilung in die vier Jahreszeiten. Beginnend mit dem Winter begleitet man Gro ein ganzes Jahr.
Die Sprache ist wunderschön und ich habe viele Stellen markiert, z.B.:
"Ihre Augen tranken das pastellfarbene Licht, das draußen schwerelos über den Fjord schwebte."
"Wäre sie irgendwann wieder in der Lage, diese Leichtigkeit zu spüren, die der Juni einem mit seinem warmen Atem unter die Flügel blies?"
Es ist ein ruhiger, teils trauriger, aber auch spannender und vor allem hoffnungsvoller Roman, der nachwirkt und mir sehr gut gefallen hat.
Eine ganz klare Leseempfehlung meinerseits. 🥰

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Veröffentlicht am 26.05.2025

Unter der Sonne Kaliforniens

Über den Wolken wohnen die Träume
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Dies war nun mein drittes Buch von Meike Werkmeister, und sicherlich wird es nicht mein letztes bleiben.
In ihrem neuen Roman 'Über den Wolken wohnen die Träume' fliegen wir diesmal mit der 17-jährigen ...

Dies war nun mein drittes Buch von Meike Werkmeister, und sicherlich wird es nicht mein letztes bleiben.
In ihrem neuen Roman 'Über den Wolken wohnen die Träume' fliegen wir diesmal mit der 17-jährigen Morlen über den Atlantik nach Kalifornien.
Für ein Mädchen von der Insel Norderney ist das ein aufregendes Abenteuer.
Es ist schön, dass sie in eine nicht ganz unbekannte Gastfamilie kommt. Heather, eine gute Freundin ihrer Mutter, braucht Unterstützung im Haushalt und bei der Betreuung ihrer kleinen Tochter Hazel, die an Diabetes erkrankt ist.
Da Morlen sowieso erstmal reisen möchte und noch nicht genau weiß, wohin es sie zieht, ergreift sie die Gelegenheit.
Die Geschichte wird immer abwechselnd aus Morlens und Heathers Sicht erzählt - und das ist wirklich super. So lernen wir beide Charaktere noch intensiver kennen und bekommen auch die Sichtweisen aller anderen Figuren aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln.
Das macht die Geschichte noch spannender und unterhaltsamer.
Dieser Roman bietet nicht nur kalifornisches Sonnenschein- und Surfer-Feeling, was richtig Lust auf Sommer, Sonne und Meer macht.
Gleichzeitig zeigt der Roman auf, wie die unterschiedlichen Probleme der Figuren aus Meike Werkmeisters Geschichte gelöst werden, und ich konnte mich sehr gut in die Charaktere hineinversetzen.
Es ist spannend zu lesen, wie alles zusammenkommt und sich im Laufe der Handlung entwickelt.
Im Nachwort ist mir dann bewusst geworden, dass ich einige bekannte Gesichter aus 'Sterne sieht man nur im Dunkeln' und 'Über dem Meer tanzt das Licht' wiedergetroffen habe.
Fand ich ziemlich witzig und, ich frage mich, warum mir das nicht vorher aufgefallen ist. 😅
Insgesamt ist es ein wirklich schöner, vielschichtiger Roman voller sommerlicher Vibes.

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Veröffentlicht am 20.05.2025

Perlen der Erinnerungen

Perlen
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Zunächst vorab: Dies ist kein Wohlfühlroman, aber ein äußerst lesenswertes Buch, das tief unter die Haut geht und auch Stellenweise weh tut.
In 'Perlen' von Siân Hughes begleiten wir Marianne, die mit ...

Zunächst vorab: Dies ist kein Wohlfühlroman, aber ein äußerst lesenswertes Buch, das tief unter die Haut geht und auch Stellenweise weh tut.
In 'Perlen' von Siân Hughes begleiten wir Marianne, die mit gerade einmal acht Jahren ihre Mutter verliert. Diese liebenswerte Frau verlässt das Haus und kehrt nie wieder zurück.
Zurück bleiben Marianne, ihr kleiner Bruder Joe, der noch ein Baby ist, und der Vater Edward.
Was genau mit der Mutter geschah, können wir im Laufe der Geschichte nur erahnen.
Der Roman trägt durchgehend eine melancholische Grundstimmung, und es ist kaum auszuhalten, wie sehr Marianne unter dem Verlust leidet. Viele Jahre lang versucht sie, zu verstehen, was passiert ist.
Es schien doch alles so schön - ein perfektes Familienidyll, so scheint es auf den ersten Blick.
Doch Marianne wächst mit einer tiefen Verlorenheit und Trauer auf, gespickt mit Schuldgefühlen, die mir sehr ans Herz gegangen sind.
Warum hat sie es nicht bemerkt, als die Mutter ging? Hätte sie sie vielleicht sogar aufhalten können? Diese Fragen beschäftigen sie, und kein Kind sollte ein solches Päckchen mit sich herumtragen müssen.
Als Marianne schließlich selbst Mutter wird und sich die Puzzelteile langsam zusammenfügen, beginnt sie, die Geschehnisse zu verstehen und zu verarbeiten.
Ein Weg dorthin ist hart, und wird auf eine rohe und doch poetische Weise erzählt.
Besonders interessant ist die Verbindung zu dem mittelenglischen Gedicht 'Pearl', das in der Geschichte eine zentrale Rolle spielt.
Nach Beendigung des Buches empfehlen ich, die Übersetzung dieses Gedichtes zu lesen - es bringt noch einmal einiges klarer zum Ausdruck.
'Perlen' ist ein bewegendes Buch mit einer gewissen Schwere und ordentlich Tiefgang, das bei mir lange nachwirkt.

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Veröffentlicht am 16.05.2025

Strandliebe

Mein Leben am Strand
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So, ich wäre dann so weit ...
Nun bin ich endlich bereit, einen Italien-Strandurlaub zu planen.
Dank des Buches 'Mein Leben am Strand' von Stefan Maiwald weiß ich jetzt genau, worauf es ankommt: Wie man ...

So, ich wäre dann so weit ...
Nun bin ich endlich bereit, einen Italien-Strandurlaub zu planen.
Dank des Buches 'Mein Leben am Strand' von Stefan Maiwald weiß ich jetzt genau, worauf es ankommt: Wie man den perfekten Ort findet um sich häuslich niederzulassen (die erste Reihe der Sonnenliegen ist nicht gleichzeitig die Beste Wahl ☝🏻), worauf man achten muss, mit wem man die besten Unterhaltungen führen und gleichzeitig seine Ruhe genießen kann.
Außerdem habe ich gelernt, wen man ein bisschen bestechen muss, um hin und wieder eine zusätzliche Liege zu ergattern - all das und noch vieles mehr lässt sich in diesem unterhaltsamen Werk nachlesen.
Ich gebe zu, ich habe das Buch während meines Urlaubs in Griechenland gelesen, abseits der Sonnenliegen und Sonnenschirmen.
Dennoch hat es mich köstlich amüsiert und inspiriert.
Stefan Maiwald, der selbst in Grado an der Nordküste der Adria lebt, nimmt uns mit auf eine Reise durch die gesamte Saison am Strand.
Dabei lernen wir einige seiner Strandbuddys kennen und lieben.
Den einen mehr, den anderen weniger. 😉
Meine Favoritin ist natürlich Valentina, neben ihr würde ich auch zu gerne meine Strandtage verbringen und hin und wieder in gepflegtes schimpfen und lästern verfallen.
Das Buch ist wirklich unterhaltsam und äußerst sympathisch geschrieben und somit ruckzuck weggesnackt ...
Ein luftigleichter Sommerhappen für zwischendurch!

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