Nachdenkliche Geschichte mit ein paar Schwächen
Das Jahr des Dugong – Eine Geschichte für unsere ZeitGerade war Toby Markham, Chef einer Investmentfirma, auf einer Skipiste in Val-d-Isere damit beschäftigt, sich von den jüngeren Kollegen nicht allzu sehr abhängen zu lassen. Nun wacht er an einem wahrhaft ...
Gerade war Toby Markham, Chef einer Investmentfirma, auf einer Skipiste in Val-d-Isere damit beschäftigt, sich von den jüngeren Kollegen nicht allzu sehr abhängen zu lassen. Nun wacht er an einem wahrhaft seltsamen Ort auf. Was er zunächst für ein Krankenhaus hält, erweist sich als Gefängnis und er sieht sich einer Anklage wegen Komplizenschaft bei Terrazid und Genozid gegenüber. Die dafür vorgesehene Strafe soll der langsame Tod sein. Zunächst denkt er noch an einen schlechten Scherz einer fanatischen Gruppe von Klimaaktivisten. Die Wahrheit ist aber noch weitaus überraschender und verstörender.
Diese nur ca 140 Seiten lange Geschichte befasst sich mit ebenso aktuellen wie brisanten Themen und lotet die Folgen von Klimawandel und Artensterben aus. Sie regt daher durchaus zum Nachdenken an.
„Handwerklich“ finde ich sie aber trotzdem nicht wirklich gelungen. Das hier entworfene Szenario wirkt unrealistisch und ist auch in sich oft unlogisch, und das Verhalten einiger Personen nicht nachvollziehbar. Auch finde ich die Wahl des Protagonisten nicht gerade ideal. Toby ist zu unsympathisch, als dass man sich mit ihm identifizieren könnte, aber auch nicht unsympathisch genug, um einen passablen Anti-Helden abzugeben, und außerdem nicht wirklich repräsentativ für einen Menschen seiner Zeit und seiner Position.
Lesenswert ist das Ganze dennoch, es wäre allerdings mehr drinnen gewesen.