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Veröffentlicht am 04.01.2026

Unterhaltsamer Ausflug nach Bad Gastein

Sturzwasser
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Im zweiten Teil dieser Krimi-Reihe stößt Carolin Halbach, die „Miss Marple von Bad Gastein“, bei einer Wanderung auf der idyllischen Wiesner Alm auf die Leiche eines russischen Investors. Ist der Mörder ...

Im zweiten Teil dieser Krimi-Reihe stößt Carolin Halbach, die „Miss Marple von Bad Gastein“, bei einer Wanderung auf der idyllischen Wiesner Alm auf die Leiche eines russischen Investors. Ist der Mörder unter seinen „Geschäftspartnern“ zu suchen oder innerhalb der Familie Grassl, den Besitzern der Alm? Wieder kann Carolin es nicht lassen, ein paar Nachforschungen anzustellen. Daneben erregen auch seltsame Vorkommnisse in der von ihr geleiteten Bibliothek im Zentrum Bad Gasteins ihre Aufmerksamkeit.

Wie schon im Vorgänger („Bitterwasser“) ist auch in diesem Regionalkrimi das Regionale präsenter als der Krimi. Es wird diesmal aber doch mehr Spannung aufgebaut.
Im Mittelpunkt stehen jedoch Gastein und seine Bewohner. Dabei werden auch brisantere Themen wie fragwürdige Umtriebe von Investoren oder Auswüchse des Massentourismus angerissen (wenn auch nicht weiter vertieft).
Ansonsten ist es wieder schön, Carolin bei ihren Wegen durch den Ort und dem einen oder anderen Abenteuer zu begleiten. Positiv hervorheben möchte ich, dass in direkter Rede oft die typische Umgangssprache des Landes Salzburg verwendet wird. Außerdem hat mir gefallen, dass die Nebenhandlungen nicht zu sehr auf Happy End getrimmt sind.
Insgesamt ein unterhaltsamer und gut geschriebener Ausflug nach Bad Gastein, sofern man über ein paar kleinere Ungereimtheiten hinwegsehen kann.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Drei Geschichten auf drei Zeitebenen

Die Geschichte der Bienen
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Dieser erste Teil des Klima-Quartetts von Maja Lunde umfasst drei Handlungsstränge, die zu verschiedenen Zeiten spielen und alle auf die eine oder andere Weise mit Bienen zu tun haben:
China im Jahr 2098: ...

Dieser erste Teil des Klima-Quartetts von Maja Lunde umfasst drei Handlungsstränge, die zu verschiedenen Zeiten spielen und alle auf die eine oder andere Weise mit Bienen zu tun haben:
China im Jahr 2098: Einige Jahrzehnte nach einem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kollaps, der insbesondere durch das Aussterben aller Bienen ausgelöst worden war, wird Tao gemeinsam mit Hunderten anderen Arbeiterinnen dafür eingesetzt, die Bäume einer riesigen Plantage von Hand zu bestäuben. Als ihr kleiner Sohn einen rätselhaften Unfall erleidet, dessen Ursache offenbar vertuscht werden soll, gerät ihr Leben aus den Fugen.
England 1852: William schafft es seit Monaten nicht, das Bett zu verlassen. Die Erkenntnis, dass seine einstmals vielversprechende wissenschaftliche Karriere vorbei war, bevor sie richtig beginnen konnte, hat ihn in eine schwere Depression gestürzt. Aus dieser findet es erst wieder heraus, als er sich der Erforschung der Bienen widmet und sich entschließt, eine neue Art von Bienenstock zu entwickeln.
Ohio 2007: George betreibt eine Imkerei, die sich seit Generationen im Familienbesitz befindet. Er wünscht sich, dass sein Sohn eines Tages das Unternehmen weiterführen wird. Doch dieser scheint andere Pläne zu haben.

Das Buch liest sich flott. Dadurch, dass sämtliche Handlungsstränge in Ich -Form erzählt werden, erhält man sehr unmittelbare Einblicke in die verschiedenen Persönlichkeiten und Situationen, und ich konnte mich gut in die Protagonisten hineinversetzen.
Die relativ kurzen Kapitel und das Herumspringen zwischen den Zeiten sorgen für Abwechslung. Außerdem ist es interessant, darüber nachzudenken, wie die Handlungsstränge wohl zusammenhängen und welche Gemeinsamkeiten es zwischen ihnen gibt. Neben den Bienen ist als weitere Gemeinsamkeit zu nennen, dass alle Protagonisten auf die eine oder andere Weise einen Sohn verloren haben. Wobei Taos Sohn tatsächlich verschwunden ist, während Williams und Georges Söhne noch da sind, sich aber von ihren Vätern entfremdet haben.
Ich muss allerdings sagen, dass der Reiz des Romans vor allem aus dieser Zusammenstellung entsteht. Jeweils für sich genommen haben die einzelnen Geschichten nicht wirklich viel zu bieten. Es handelt sich über weite Strecken eher um Familiendramen, wobei Taos Schicksal noch mit ein bisschen Dystopie gewürzt ist. Gerade dieser in der Zukunft angesiedelte Handlungsstrang hätte das meiste Potential, weist aber auch die größten Schwächen auf. Zum einen wird erst ziemlich spät und dann nur unvollständig erklärt, was bei dem Kollaps eigentlich passiert ist und wie die Welt danach aussieht. Zum anderen sind viele Handlungselemente und vor allem Verhaltensweisen unlogisch oder unglaubwürdig.
In allen Handlungssträngen kommt der Umweltaspekt nur hin und wieder am Rande vor und erst gegen Ende wird einigermaßen klar, worauf das Ganze eigentlich hinauslaufen soll.
Dennoch hat mich das Buch gut unterhalten und ich bin schon auf den zweiten Teil der Reihe gespannt.

Veröffentlicht am 04.01.2026

(Mit ein paar Abstrichen) empfehlenswerter Erfahrungsbericht zum Thema Alzheimer

Der alte König in seinem Exil
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Der Autor Arno Geiger erzählt hier von der Alzheimer-Krankheit seines Vaters und davon, was sie für diesen und seine Familie bedeutete. Er berichtet von den ersten Anfängen, die von den „Kindern“ noch ...

Der Autor Arno Geiger erzählt hier von der Alzheimer-Krankheit seines Vaters und davon, was sie für diesen und seine Familie bedeutete. Er berichtet von den ersten Anfängen, die von den „Kindern“ noch nicht ernst genommen wurden, und vom weiteren Verlauf der Krankheit, im Zuge derer der Vater immer mehr Fähigkeiten verliert und immer mehr auf Betreuung angewiesen ist. Aber auch beispielsweise von Momenten, in denen der Vater, der nicht mehr in der Lage ist, einfachste Alltagsdinge zu erledigen, Bemerkungen macht, die genauso gut von einem großen Philosophen stammen könnten. Dazwischen werden immer wieder Rückblicke auf verschiedene Stationen aus seinem Leben eingestreut.
Dieses Buch kann schon als „Klassiker“ der Alzheimer-Literatur gelten und tatsächlich hat es insbesondere für Angehörige von Betroffenen tröstende und inspirierende Gedanken zu bieten und regt auch zum Nachdenken über den Umgang mit dieser Krankheit bzw den Erkrankten an.
Dennoch gibt es ein paar Dinge daran auszusetzen:
Zunächst mal hatte ich den Eindruck, dass der Autor die Gesamtsituation zu positiv darstellt und sich vieles schön redet. Er schildert überwiegend Szenen, in denen eine angenehme Grundstimmung herrscht und die zumindest von außen betrachtet harmlos oder sogar amüsant wirken. Solche, in denen der Vater beispielsweise aggressiv reagiert, sind selten. Auch welcher (vor allem psychischen) Belastung Betreuungspersonen ausgesetzt sind, deutet er nur an. Wenn etwa die Rede davon ist, wie viele Pflegekräfte nach kurzer Zeit das Handtuch geworfen haben oder dass er selbst bisweilen schlecht schlafen konnte aus Angst, was ihn am nächsten Tag wieder erwarten wird. Ebenso wie er das Pflegeheim, in das der Vater schließlich übersiedelt, als gemütlichen Ort beschreibt. Dabei aber zumindest zugibt, dass andere Familienmitglieder dies anders sehen.
Außerdem ist oft nicht klar, wie viel Zeit eigentlich zwischen den verschiedenen Episoden vergangen (und wie schnell die Krankheit folglich vorangeschritten) ist, und es hätten zumindest der Vollständigkeit halber auch ein paar Hintergrundinformationen zum Thema Alzheimer eingeflochten werden sollen.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Zu viele Beschreibungen von Schlachten

King Arthur: Der Winterkönig
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Dies war mein erstes Buch von Bernard Cornwell. Zugegeben, ich hätte durch seine Charakterisierung als „König des historischen Abenteuerromans“ gewarnt sein müssen, und natürlich bietet gerade der Stoff ...

Dies war mein erstes Buch von Bernard Cornwell. Zugegeben, ich hätte durch seine Charakterisierung als „König des historischen Abenteuerromans“ gewarnt sein müssen, und natürlich bietet gerade der Stoff rund um den mythischen König Arthus viel Raum für bluttriefende Schlachtenszenen. Mir was dies aber zu viel.
Dieser erste Teil der Arthus Trilogie handelt von den Ereignissen von Mordreds Geburt bis zu Arthurs bedeutendem Sieg in der Schlacht bei Lugg Vale, welcher die Vereinigung Britanniens gegen die Sachsen einleitet. Erzählt wird von all dem von Derfel Cadarn, der nach dem Tod seiner Mutter als eines von zahlreichen Ziehkindern des berühmten Druiden Merlin aufgewachsen war und der schließlich als einer von Arthurs Kriegern Ruhm erwirbt und zum Lord ernannt wird.
Das Britannien der Arthur-Ära, die in das „dunkle Zeitalter“ der britischen Geschichtsschreibung fällt, ist ein Land, das nach dem Abzug der Römer innerlich zerrissen und von äußeren Feinden bedroht ist. Die innere Zerrissenheit liegt zum einen daran, dass es in zahlreiche Königreiche zersplittert ist, deren Könige um die Vormachtstellung kämpfen und dabei auch von persönlichen Animositäten geleitet werden. Zum anderen ergibt sich eine Spaltung auch aus religiösen Gründen. Einige, die hier insbesondere durch Merlin und seine Priesterin Nimue repräsentiert werden, hängen immer noch dem alten Glauben an und sehnen sich nach einer Rückkehr der alten Götter, während andere längst zum Christentum übergetreten sind. Daneben gewinnen auch weitere, von den Römern ins Land gebrachte, Kulte an Boden, wie etwa die Verehrung von Mithras oder Isis. Bei den äußeren Feinden handelt es sich in erster Linie um die Sachsen. Daher ist es auch Arthurs wichtigstes Ziel, innerhalb Britanniens Frieden zu schaffen, um sich geeint gegen die Sachsen zur Wehr setzten zu können.
Diese Ausgangslage ist grundsätzlich interessant. Aufgrund der mangelhaften historischen Überlieferung, sowohl was die Person des „Arthur“ (falls eine solche überhaupt jemals existiert haben sollte) als auch was die Verhältnisse im Britannien des fünften Jahrhunderts betrifft, hatte der Autor natürlich auch viele Freiheiten bei der Ausgestaltung der Handlung. Abgesehen von ein paar unrealistischen Elementen und einigen Anachronismen, die bei einer derartigen Geschichte wohl unvermeidlich sind, wirkt die Erzählung insgesamt stimmig und zu ihrer Zeit passend.
Außerdem sind die auftretenden Figuren überwiegend gut und nachvollziehbar gezeichnet. So tritt etwa Arthur hier nicht nur als strahlender Held in Erscheinung, sondern auch als Mensch mit Schwächen, der öfters von Selbstzweifeln geplagt wird. Gelegentlich fällt es zwar schwer, den Überblick über die vielen verschiedenen Personen zu behalten, dabei hilft aber das Personenverzeichnis.
Ich hätte es allerdings besser gefunden, die einen oder anderen Persönlichkeiten, ihre Motive und Beziehungen zueinander genauer auszuleuchten und dafür auf allzu ausführliche Beschreibungen diverser Schlachten (bei denen es sich letztlich ohnehin nur um Variationen desselben Themas handelt und deren Ausgang man meist schon kennt oder zumindest erahnen kann) zu verzichten.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Über Methoden zur Manipulation von Genen und die Personen, die an ihrer Entwicklung beteiligt waren

Der Codebreaker
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Der Journalist Walter Isaacson beschreibt hier den Lebensweg von Jennifer Doudna, Chemie-Nobelpreisträgerin des Jahres 2020, stellt die von ihr (mit)entwickelte Technologie des Gen-Editierens vor und beleuchtet ...

Der Journalist Walter Isaacson beschreibt hier den Lebensweg von Jennifer Doudna, Chemie-Nobelpreisträgerin des Jahres 2020, stellt die von ihr (mit)entwickelte Technologie des Gen-Editierens vor und beleuchtet deren Implikationen.
Es handelt sich bei diesem Werk also um eine Art Mischung aus Biographie und Sachbuch. Wobei es sogar richtiger wäre, von „Biographien“ zu sprechen. Denn wenngleich sich die Darstellung natürlich auf Doudna konzentriert, wird doch bei den meisten erwähnten Personen, seien es ihre Mitarbeiter, Kollegen oder „Gegner“, zumindest ein kurzer Blick auf Herkunft und Werdegang geworfen. So interessant es auch sein mag, die Persönlichkeiten verschiedener Wissenschaftler auszuloten, hätte ich es allerdings doch besser gefunden, sich auf die Wissenschaft zu konzentrieren.
Zwar finden sich sehr wohl immer wieder Passagen, in denen beispielsweise detaillierter beschrieben wird, wie Forschungen an bakterieller DNA zur Entdeckung von CRISPR führten, einer Genomsequenz, mit der sich Bakterien gegen Viren wehren, und wie daraus eine Methode entwickelt wurde, die unter anderem dazu dienen kann, Genome verschiedener Lebewesen, auch des Menschen, zu ändern. An ein paar Stellen hinterfragt der Autor dann, unter welchen Voraussetzungen derartige Eingriffe in das menschliche Erbgut akzeptabel wären, welche Folgen sie für den Einzelnen wie auch auf gesellschaftlicher Ebene hätten und welche ethischen Dilemmata damit verbunden sind. Derartige tiefschürfendere Abschnitte werden jedoch gewissermaßen verwässert durch die Wiedergabe von jemandes Lebenslauf oder die Beschreibung der Stimmung auf irgendeiner Konferenz. Angesichts der Seitenzahl hätte ich mehr „echten“ Inhalt erwartet.
Immerhin gestaltet sich die Lektüre angenehm. Die einzelnen Kapitel sind meist relativ kurz und lesen sich flott. Durch diesen Aufbau wird zudem bisweilen eine gewisse Spannung erzeugt, wenn es etwa darum geht, wem ein wissenschaftlicher Durchbruch als erstes glückt oder wer ein Patent erhält. Allerdings werden manche Themen zu oberflächlich behandelt und zu schnell wieder abgehakt.
Außerdem nimmt die Auseinandersetzung mit Covid-19 zu großen Raum ein und der mögliche Nutzen von CRISPR in diesem Zusammenhang wird zu optimistisch geschildert. Dies erklärt sich aber auch daraus, dass das Buch inmitten der Pandemie verfasst wurde.