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Veröffentlicht am 04.01.2026

Sieben Erfindungen und was sie für uns bedeuten

Nägel mit Köpfen
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Darüber, was die bedeutendsten Erfindungen der Menschheit sind, gibt es sicher zahlreiche unterschiedliche Ansichten. Roma Agrawal beantwortet diese Frage hier aus der Perspektive einer Ingenieurin. Sie ...

Darüber, was die bedeutendsten Erfindungen der Menschheit sind, gibt es sicher zahlreiche unterschiedliche Ansichten. Roma Agrawal beantwortet diese Frage hier aus der Perspektive einer Ingenieurin. Sie hat sieben „Erfindungen“ (wobei eine eher eine Entdeckung ist) ausgewählt, beschreibt deren Ursprünge und stellt jeweils einige wichtige Anwendungsgebiete vor. Etwa, dass wir dem Magneten Fernsehen und Internet zu verdanken haben, wie Schnüre in Musikinstrumenten oder beim Brückenbau Verwendung finden oder welche Superkräfte uns die Nutzung von Linsen verleiht. Zusätzlich lässt sie immer wieder persönliche Betrachtungen und Erinnerungen einfließen.
Natürlich ist die Auswahl des Inhalts teilweise subjektiv, und die Aneinanderreihung von Themen wirkt manchmal unstrukturiert. Außerdem sind einige der hier präsentierten „Fakten“ (etwa, dass Bronze „aus Kupfer und Blei“ bestehe) fragwürdig.
Es werden aber doch viele interessante Informationen verarbeitet und die Zusammenstellung zeigt, welch vielfältige und für den „Erfinder“ definitiv nicht vorhersehbare Auswirkungen eine simple Idee haben kann. Dass beispielsweise eine direkte Linie von der Töpferscheibe zur Internationalen Raumstation oder von antiken Bewässerungsanlagen zu Herztransplantationen führt.
Das in anderen Rezensionen kritisierte Gendern fand auch ich manchmal nervig und vor allem inkonsistent, allerdings nicht schlimmer als es heute leider oft üblich ist.
Insgesamt bietet dieses Buch einen abwechslungsreichen Einblick darin, womit Ingenieure sich so beschäftigen. Dieser geht zwar nicht besonders in die Tiefe und enthält kaum technische Details, ist gerade deswegen aber auch für Einsteiger geeignet ist.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Amüsanter Krimi mit unbefriedigendem Ende

Tod in Mistletoe Manor
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Im dritten (und letzten?) Teil der Reihe um die „Senioren WG“ von Sunset Hall steht eine Hochzeit im Mittelpunkt: Bernadette möchte ihre Jugendliebe Jack heiraten. Doch sowohl Braut als auch Bräutigam ...

Im dritten (und letzten?) Teil der Reihe um die „Senioren WG“ von Sunset Hall steht eine Hochzeit im Mittelpunkt: Bernadette möchte ihre Jugendliebe Jack heiraten. Doch sowohl Braut als auch Bräutigam haben eine bewegte Vergangenheit und bald wird klar, dass jemand es auf das Brautpaar abgesehen hat.
Ex-Polizistin Agnes Sharp nimmt die Ermittlungen auf, tatkräftig unterstützt von ihren Mitbewohnern. Daneben hat sie auch mit anderen Problemen zu kämpfen: Der Mord an dem Küster von Duck End ist immer noch nicht aufgeklärt und außerdem ist Agnes seit kurzem heimlich verlobt.

Wie schon bei den Vorgängern gestaltet sich die Lektüre sehr amüsant. Bei den menschlichen und tierischen Bewohnern von Sunset Hall handelt es sich um interessante und skurrile Persönlichkeiten, die allesamt liebevoll gezeichnet sind. Agnes und ihre Mitstreiter verfügen über einigen trockenen Humor und lassen sich von ihren altersbedingten Einschränkungen nicht davon abhalten, sowohl alltägliche als auch außergewöhnliche Herausforderungen mit Energie und Zuversicht anzupacken.
Neben dem Unterhaltungswert kommt auch die Krimi-Handlung nicht zu kurz. Es ist spannend, mitzurätseln, wie die Todesfälle wohl zusammenhängen.
Der über weite Strecken sehr positive Eindruck wird jedoch durch das für mich nicht zufriedenstellende Ende getrübt. Sowohl der Kriminalfall als auch die WG hätten einen erfolgreicheren Abschluss verdient gehabt.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Tiefschürfende Gedanken zum Verhältnis von Mensch und Natur

Wer wird überleben?
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Sehen Sie sich als Teil der Natur? Wem soll die Natur nutzen? Wann haben Sie sich zuletzt als Mitglied einer Spezies gefühlt? Gibt es unter den Geschöpfen eine Art, der Sie den Zutritt auf die Arche verweigern ...

Sehen Sie sich als Teil der Natur? Wem soll die Natur nutzen? Wann haben Sie sich zuletzt als Mitglied einer Spezies gefühlt? Gibt es unter den Geschöpfen eine Art, der Sie den Zutritt auf die Arche verweigern würden und damit ihr Existenzrecht als Spezies? Was würden Sie wählen: Wahrheit oder Hoffnung?
Derartige Fragen stehen am Beginn jedes Kapitels. Der Biologe und Journalist Lothar Frenz tastet sich an ihre Beantwortung heran, indem er jeweils verschiedene Beispiele von stark gefährdeten oder vom Aussterben bedrohten Tierarten betrachtet. Das Spektrum reicht dabei von riesigen Büffeln bis zu winzigen Vögeln und von Dschungelbewohnern bis zu Tiefseegeschöpfen. Oft hat er diese bzw die Menschen, die für ihr Überleben kämpfen, auch selbst besucht und kann die Schilderungen so mit persönlichen Eindrücken anreichern.
Dabei wird immer wieder deutlich, welchen Schwierigkeiten sich der Artenschutz gegenübersieht, wie diese gelöst werden könnten, aber auch, dass das Zusammenspiel verschiedener Spezies, die sich einen Lebensraum teilen, meist weitaus komplexer ist als es scheint.
Doch es geht bei all dem eben um viel mehr als nur darum, ein paar bedrohte Arten vorzustellen (und vielleicht noch ein bisschen über den negativen Einfluss des Menschen zu jammern.)
Der Autor lotet das Verhältnis von Mensch und Natur in diversen Facetten aus. Er zeigt, welche vielfältigen Einflüsse es in beide Richtungen gibt und hinterfragt, welchen Sinn der Schutz der Biodiversität hat oder worin der Wert der Natur besteht (der sich nicht nur, aber auch aus den mit Billionen Dollar zu bewertenden „Ökosystemdienstleistungen“ ergibt). Zu guter Letzt möchte er dem Homo Sapiens sogar zu einem neuen Selbstbild als Art verhelfen.
So regt dieses Buch sehr zum Nachdenken an, sodass die Lektüre noch lange nachwirkt.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Relevantes Thema geht in zu vielen Plattitüden unter

Das Wunder der Wertschätzung
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Der Psychiater Reinhard Haller, der sonst eher für Veröffentlichungen rund um verschiedene Spielarten der Kriminalität bekannt ist, hat sich diesmal eines positiveren Themas angenommen. Ausgehend von der ...

Der Psychiater Reinhard Haller, der sonst eher für Veröffentlichungen rund um verschiedene Spielarten der Kriminalität bekannt ist, hat sich diesmal eines positiveren Themas angenommen. Ausgehend von der Feststellung, dass sich in unserer Gesellschaft ein Mangel an Wertschätzung breitmache, möchte er dieses elementare menschliche Grundbedürfnis genauer ausloten und die Leser dazu anregen, eine neue Kultur der Wertschätzung zu entwickeln, von der sie selbst am meisten profitieren würden.
So weit so gut und die Einleitung war wirklich vielversprechend. Die Lektüre ist dann allerdings sehr trocken und streckenweise fad Der Autor erklärt lang und breit und auf sehr theoretische Weise, was man unter Wertschätzung versteht, welche Stufen der Wertschätzung es gibt oder welche Folgen mangelnde Wertschätzung haben kann. Nur die immer wieder eingestreuten (anonymisierten) Fallbespiele, viele aus seinem Berufsalltag entnommen, sorgen für etwas Auflockerung. An ein paar Stellen werden außerdem auch ganz nützliche „Tipps“ dazu gegeben, wie man seine Denk- und Verhaltensweisen optimieren könnte, jedoch Großteils nichts, was ich nicht schon aus anderer Ratgeberliteratur kannte.
Wirklich gestört hat mich während des Lesens aber zweierlei: Zum einen die extrem negative Art, mit welcher der Autor die „heutige“ Gesellschaft charakterisiert. Ich habe meine Zweifel, ob es gerade in punkto Wertschätzung „früher“ wirklich besser war.
Zum anderen ist der Text mit zahlreichen Plattitüden, Floskeln, Banalitäten, etc gespickt. Beispiel: „Was kränkt macht krank.“, „Dankbarkeit macht glücklich“, ... Alles nichts Neues oder Originelles.
Eigentlich schade. Man hätte aus dem Thema mehr machen können und gerade von einer Kapazität wie Prof Haller hätte ich mehr erwartet.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Portrait einer schwierigen Persönlichkeit

Die Tore des Himmels
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Bei Elisabeth von Thüringen handelt es sich wohl um eine der bekanntesten Frauenfiguren des Mittelalters. Die Autorin und Historikerin Sabine Weigand spürt hier ihrem Lebensweg nach – von 1211, als sie ...

Bei Elisabeth von Thüringen handelt es sich wohl um eine der bekanntesten Frauenfiguren des Mittelalters. Die Autorin und Historikerin Sabine Weigand spürt hier ihrem Lebensweg nach – von 1211, als sie in jungen Jahren aus ihrer ungarischen Heimat nach Thüringen gebracht wird, um am Hof ihres künftigen Gatten auszuwachsen, bis zu ihrem frühen Tod 1231.
Elisabeths Leben ist geprägt von Frömmigkeit, dem Wunsch nach einem Leben in Armut und für die Armen und von dem fast fanatischen Bestreben, eine Heilige zu werden. Später übt auch ihr Beichtvater Konrad von Marburg starken und oft negativen Einfluss auf sie aus.

Berichtet wird von all dem unter anderem aus der Perspektive der fiktiven Gisa, die von Kindheit an Elisabeths Freundin und später eine ihrer Zofen ist.
Daneben wird auch die Geschichte von Primus erzählt, einem Burschen aus ärmsten Verhältnissen, dessen Familie tagtäglich ums Überleben ringt.
Die Handlung ist facettenreich und streckenweise spannend und ich konnte mich überwiegend gut in die verschiedenen Protagonisten hineinversetzen.
Dabei war Primus mein Lieblingscharakter, nicht zuletzt, weil sein Schicksal einen guten Kontrast zu dem höfischen Leben darstellt. Die von ihm (in Ich-Form) erzählten Passagen heben sich auch stilistisch vom Rest ab und verdeutlichen so seine Persönlichkeit. Trotz seiner einfachen Sprache und Herkunft ist er ein schlaues Kerlchen und lässt sich nicht unterkriegen. Auch werden an seinem Beispiel die echten Probleme der Armen anschaulich gemacht, für die Elisabeths Wohltätigkeit nur eine kurzfristige Linderung bedeutet, aber nichts an den Ursachen ändert.
Mit Elisabeth bin ich dagegen so gar nicht warm geworden. Das mag auch daran liegen, dass nie wirklich aus ihrer Perspektive, sondern immer nur über sie erzählt wird. Sie wirkt meist wie eine Fanatikerin, für die ihre guten Werke nur ein Mittel zum Zweck sind, sie leidet um des Leidens willen, in der Hoffnung, dass Gott ihre Entbehrungen würdigt. Auch ist sie wenig reflektiert, macht sich weder große Gedanken darüber, was die Personen in ihrem Umfeld (wie ihre Zofen und nicht zuletzt ihre Kinder) wegen ihren Eskapaden so alles zu erdulden haben, noch ist sie in der Lage, längerfristige Pläne zu machen oder umzusetzen.
Was mich an der Handlung insgesamt ein bisschen gestört hat, war der eigentlich unnötige und vor allem unnötig dramatische Handlungsstrang rund um die Katharer, für den es, wie die Autorin im Nachwort einräumt, keine historische Basis gibt. Es wäre besser gewesen, sich auf Elisabeths Persönlichkeit und Lebensweg zu konzentrieren, für die, wie ebenfalls aus dem Nachwort hervorgeht, ohnehin mehr als genug Quellen vorhanden sind.