Roadmovie der besonderen Art
Straße der SterneRegensburg 1246: Die junge Pilar hatte es bisher nicht gerade leicht im Leben. Als sie zehn war, hat ihre Mutter die Familie verlassen und ihr blieb nur ein kryptischer Abschiedsbrief. Kurze Zeit später ...
Regensburg 1246: Die junge Pilar hatte es bisher nicht gerade leicht im Leben. Als sie zehn war, hat ihre Mutter die Familie verlassen und ihr blieb nur ein kryptischer Abschiedsbrief. Kurze Zeit später ist sie langsam erblindet. Als auch noch ihr geliebter Vater bei einem Brand ums Leben kommt, beschließt sie, nach Santiago de Compostela zu pilgern. Sie hofft, dass der Heilige ihr das Augenlicht wiedergibt. Doch diese Pilgerreise wird ihr Leben weitaus umfassender verändern und ihr unerwartete Erkenntnisse über die Vergangenheit ihrer Mutter bescheren.
Zur gleichen Zeit begeben sich auch andere auf den Jakobsweg. Unter anderem der ehemalige Kreuzritter Camino, der sich danach sehnt, irgendwo anzukommen, Moira, die ihrem verstorbenen Mann aber auch sich selbst die Schuld am Tod ihrer Tochter gibt, der Templer Armando, der auf der Suche nach dem größten Schatz der Christenheit ist, oder Estrella, die vorgibt, mit ihren Karten die Zukunft lesen zu können.
Zunächst ist natürlich festzuhalten, dass das hier konstruierte zufällige Aufeinandertreffen der richtigen Leute zu den richtigen Zeitpunkten reichlich unrealistisch ist. Davon abgesehen ist an der Handlung aber nicht viel auszusetzen. Die Erlebnisse der Protagonisten und die Beschreibung der Pilgerreise sind interessant, und zu den verschiedenen Stationen des Jakobswegs dürfte gut recherchiert worden sein. Es wird aus wechselnden Perspektiven erzählt und auch die eingestreuten Rückblicke ins Jahr 1227 sorgen für Spannung.
Die auftretenden Personen sind gut und überwiegend nachvollziehbar gezeichnet. Es ist schön zu beobachten, wie unterschiedliche Charaktere miteinander interagieren.
Was mir nur ein bisschen gefehlt hat, ist das Historische. Im Prinzip könnte dieselbe Geschichte auch mehrere Jahrhunderte später spielen und manche Geisteshaltungen und Gedankengänge wirken überhaupt zu „heutig“.
Davon abgesehen kann ich dieses „Roadmovie“ der besonderen Art aber durchaus weiterempfehlen.