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Veröffentlicht am 30.06.2022

Finding Shara Wheeler

I Kissed Shara Wheeler
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Das Buch wandelt ganz stark auf "Margos Spuren" von John Green, und das ist gar nicht mal so schlecht. Diese kleine Schnitzeljagd bringt definitiv ein bisschen Spannung in die Geschichte und war für mich ...

Das Buch wandelt ganz stark auf "Margos Spuren" von John Green, und das ist gar nicht mal so schlecht. Diese kleine Schnitzeljagd bringt definitiv ein bisschen Spannung in die Geschichte und war für mich auch der Hauptmotivator, das Buch zu lesen. Nur an der Begründung, wieso Chloe so verbissen nach Shara sucht (und darüber auch komplett ihre alten FreundInnen vergisst), hapert es. Was passiert denn, wenn sie Shara endlich gefunden hat, hab ich mich des öfteren gefragt während Shara, Smith und Rory den rosa Kärtchen nachjagten.

Das letzte Viertel des Buches fiel für mich dann um einiges ab, das war viel Geschwafel und (inneres) Gerede das mich an "Dawson's Creek" erinnerte in der Hinsicht, dass auch dort die Teenies in einer Art und Weise redeten oder sinnierten, die überhaupt nicht zu ihrem Alter passte. Und auch die Idee mit dem Anti-Abschlussfest kennt man schon von anderen Teenie-Büchern oder Filmen (u.a. auch "Dawson's Creek").

Die Autorin schreibt im Nachwort, dass sie das Buch speziell für all die LGBTQI+-Kids geschrieben hat, die sich immer fragten ob es für sie nicht auch Highschool-Komödien geben kann (so wie sie es sich fragte als sie noch ein Teenager war). Und ich finde es großartig, dass nicht wie sonst oft üblich eine 'Nebenrolle' mit einer queeren Person besetzt wurde sondern die Hauptrolle. An die nicht-binären Pronomen von Ash musste ich mich sehr gewöhnen, das liest sich noch sehr ungewohnt. Ist aber sicher auch nur eine Frage der Zeit, bis es 'normal' wird.
Was ich mich jedoch fragte, je weiter ich las - muss jetzt wirklich jede vorkommene Person in diesem Buch in der Rainbow-Community sein? Das wirkte dann irgendwann sehr überladen.

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Veröffentlicht am 30.06.2022

Gefährliche Reise zum Mond

Die Apollo-Morde
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Als ehemaliger Astronaut kennt Chris Hadfield das Metier, über das er hier schreibt, sehr gut, auch wenn er nie an einer Apollo-Mission teilgenommen hat sondern erst in den 90er Jahren seinen Beruf aufnahm. ...

Als ehemaliger Astronaut kennt Chris Hadfield das Metier, über das er hier schreibt, sehr gut, auch wenn er nie an einer Apollo-Mission teilgenommen hat sondern erst in den 90er Jahren seinen Beruf aufnahm. Dennoch weiß er um viele technische Details, die er auch alle verarbeitet in seinem Buch. Dadurch wird der Roman kein reiner Krimi, sondern stellenweise ein ähnlich wissenschaftlicher 'Bericht' wie es Jim Lovells Buch über die Apollo 13 Mission ist. Mir war das durchaus Recht, denn ich fand auch die rein raumfahrerischen Szenen und Kapitel spannend genug. Auch wenn es stellenweise zu viele Einzelheiten gab und das Buch damit unnötig lang wurde.

Die allerletzten Kapitel hingegen, wo es dann zum finalen Showdown aller Parteien kommt, fand ich fast schon zu reißerisch - und passte nicht so recht zum vorangegangenen recht authentisch erzählten Teil des Romans. Aber es ließe sich sicherlich sehr gut in einem Hollywood-Blockbuster umsetzen. James Cameron, dessen Meinung zum Buch als Testimonial am Cover verwendet wird, könnte sich gleich mal die Rechte daran sicher. Er, oder auch Roland Emmerich, könnten wahrscheinlich einen tollen Film daraus machen. Das einzige Problem wäre, dass die Hauptfigur eher unsympathisch ist und nicht so recht zum Helden taugt.

Hätte ich das Buch vor 6 Monaten gelesen, hätte ich noch gedacht "puh, zum Glück ist der Kalte Krieg vorbei". Jetzt allerdings denke ich mir, dass der wohl nie vorbei war und Spionage auf allerhöchstem Niveau zwischen den USA und Russland wahrscheinlich die ganze Zeit über an der Tagesordnung war.

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Veröffentlicht am 26.06.2022

Krimi aus einer ganz ungewöhnlichen Perspektive

Perfect Day
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4,5 Sterne

Es gibt zahlreiche Krimis, in denen entweder aus der Perspektive der Täter oder der Opfer berichtet wird. Manchmal sogar aus beiden. Auch Bücher, in denen die Angehörigen von Opfern im Mittelpunkt ...

4,5 Sterne

Es gibt zahlreiche Krimis, in denen entweder aus der Perspektive der Täter oder der Opfer berichtet wird. Manchmal sogar aus beiden. Auch Bücher, in denen die Angehörigen von Opfern im Mittelpunkt stehen, habe ich schon einige gelesen. Ich glaube aber, ich habe noch nie so ein Buch wie "Perfect Day" gelesen, in dem es um die Angehörigen von Tätern geht. Wobei Ann fest davon ausgeht, dass ihr Vater ganz sicher nicht der Schleifenmörder ist. Wie kann er kleine Mädchen getötet haben, wenn er ihr selbst doch immer und zu jeder Zeit in ihrem Leben ein so toller Vater gewesen ist. Da er selbst aber nicht redet und die Polizei auch nicht nach Alternativ-Tätern sucht, nachdem sie ja jetzt einen Hauptverdächtigen dingfest gemacht haben, macht sich Ann eben auf eigene Faust daran, die Unschuld ihres Vaters zu beweisen.

Ich habe bereits die beiden anderen Bücher von Romy Hausmann gelesen und weiß, dass sie durchaus unkonventionelle Krimis schreibt. Dennoch hat sie mich auch hier wieder mehrfach überrascht (und auf falsche Fährten gelockt) - und genau so soll es ja auch sein bei einem Krimi. Bis zum Ende wurde die Spannung hochgehalten! Für mich das Beste der bisherigen drei Bücher von Hausmann!

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Veröffentlicht am 17.06.2022

Designerin ohne Job sucht Anzug-Hottie

Zwei Herzen unter acht Millionen
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Bei einem Liebesroman ist ein schöner meet-cute, also der Moment wo die Hauptpersonen das erste Mal aufeinander treffen, schon die halbe Miete. Und in diesem Punkt liefert Kate Spencer ab! Auch die folgende ...

Bei einem Liebesroman ist ein schöner meet-cute, also der Moment wo die Hauptpersonen das erste Mal aufeinander treffen, schon die halbe Miete. Und in diesem Punkt liefert Kate Spencer ab! Auch die folgende Kennenlernphase von Fran und Hayes gefiel mir sehr gut, sie zog sich nur eine ganze Weile hin.

Nicht dass ich wollte, dass sie sofort zusammenkommen, ihr Tempo ist schon genau richtig. Nur sehen sie sich anfangs doch recht selten, und andere Erzählstränge werden stattdessen eingebaut. Das hätte wahrscheinlich auch ein bisschen gestrafft werden können. Immerhin lernen wir LeserInnen dabei auch ein bisschen New York City kennen, bzw. dessen Bezirk Brooklyn. (Und auch wenn ich "Mondsüchtig" schon mehrmals gesehen habe, hätte ich auch nicht gewusst, dass es in der Cranberry Street spielt).

Gegen Ende gibt es dann doch noch ein bisschen überflüssiges Drama, was aber glücklicherweise doch schnell gelöst werden kann. Und dann schließt Autorin Kate Spencer auch noch ganz wunderbar den Kreis ihrer Erzählung und findet ein schönes Ende für die beiden Liebenden.

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Veröffentlicht am 11.06.2022

Erwachsen werden unter erschwerten Bedingungen

Die Freundinnen vom Strandbad (Die Müggelsee-Saga 1)
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Passend zum Titel habe ich das erste Viertel des Buches im Freibad gelesen. Der Beginn versprüht auch richtige Sommer-Vibes, und zu diesem Zeitpunkt - 1956 - ist das Leben der Freundinnen auch noch weitgehend ...

Passend zum Titel habe ich das erste Viertel des Buches im Freibad gelesen. Der Beginn versprüht auch richtige Sommer-Vibes, und zu diesem Zeitpunkt - 1956 - ist das Leben der Freundinnen auch noch weitgehend unbeschwert. Der Krieg rückt langsam in die Ferne, die Menschen haben wieder genug zu essen und die Kinder können in die Schule gehen und von einer glücklichen Zukunft träumen.

Zeitsprung zu 1960: aus den Mädchen sind Teenager geworden, die von Jungs schwärmen oder sich ausmalen, was sie einmal werden wollen. Doch so langsam wird ihr Leben und auch das Buch immer ernster. Die Repressalien, die einige DDR-Bürger schmerzlich zu spüren bekamen, wurden am Beispiel von Clara auf bedrückende Art und Weise geschildert. Ihre Familie will sich nicht gleichschalten lassen, weshalb ihr Vater nicht in der Partei und sie nicht in der Jugendorganisation FDJ ist. Bei jeder Gelegenheit lässt man sie spüren, dass das eine falsche Entscheidung ist. Bei all der Gängelung, die sie dadurch von Schule und Stasi erfährt, ist es ja kein Wunder dass so viele Menschen dieses Land verlassen, dachte ich mir. Man kann doch nicht jemand die komplette Lebensgrundlage wegnehmen, und dann erwarten dass er das einfach so hinnimmt. Zumindest nicht, solange es noch eine Alternative gibt wie vor dem Bau der Berliner Mauer im August 1961.

Ich bin selbst in der DDR aufgewachsen, habe in den 80ern aber gänzlich andere Erfahrungen gemacht als die drei Freundinnen in diesem Buch. Sicherlich weil die Situation lockerer geworden ist (es wurde niemand mehr 'gejagt' weil er West-Fernsehen geschaut hat), andererseits auch weil hier im Buch komplette Extreme dargestellt wurden. Eine Stasi-Familie mit Walter Ulbricht Foto an der Wohnzimmerwand und eine, die sich aus allem staatlichen raushalten will und dafür geächtet wird. Und mittendrin eine Mutter, die sich mittels Alkohol dem Alltag und seinen Sorgen entzieht.
Mir waren keine dieser Lebensstile persönlich bekannt, und ich fände es ein bisschen schade, wenn viele LeserInnen nach dem Buch glauben würden, es hätte ein 'normales' Leben in der DDR gar nicht gegeben sondern nur diese Extreme. Dem war glücklicherweise nicht so, allerdings hätte ich gern meiner Mutter - die ebenfalls in den 50ern und 60ern aufwuchs - das Buch zum Lesen gegeben und sie nach ihren Erfahrungen von damals befragt. Schade, dass das nicht mehr geht.

Mein Fazit: Es ist unbestritten ein spannender Roman, auch wenn man viele Dinge weit im vorhinein erahnen kann (die Geheimnisse, die Martha 'aufdeckt' oder auch Bettys Geheimnis gegen Ende hin). Dennoch will man natürlich wissen, wie sich die Dinge für die drei Mädchen fügen werden, denn ich fand alle drei sympathisch und hatte sie schnell in mein Herz geschlossen. Und der Berliner Dialekt war für mich ein netter Bonus, der lockert selbst in ernsten Situationen einiges auf und ich finde es immer schön, meinen Heimatdialekt zu lesen.

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