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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.11.2020

Zu kurz um sich zu entfalten

Die Liebe Geld
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Glattauer hat ein neues Buch geschrieben, yeah! Oh, soo dünn nur, mmmh, schade. Ach, wie ein Drehbuch geschrieben. Oh! Na mal schauen...

Und dann entspann sich eine leicht absurde Geschichte um Heinrich, ...

Glattauer hat ein neues Buch geschrieben, yeah! Oh, soo dünn nur, mmmh, schade. Ach, wie ein Drehbuch geschrieben. Oh! Na mal schauen...

Und dann entspann sich eine leicht absurde Geschichte um Heinrich, dem der Zugriff auf sein Geld von der Bank verweigert wird. Er muss förmlich darum betteln beim Bankmanager, und selbst das bringt nichts. Heinrichs Hilflosigkeit war förmlich spürbar, und machte mich beim Lesen sogar wütend. Emotionen erzeugen hat also funktioniert, allerdings vermisste ich hier trotzdem sehr den Schreibstil von Glattauer, der vor allem in der Prosa-Form glänzt, wo er wunderbar mit der Sprache spielt und Dinge auf ihre ganz eigene Art und Weise beschreibt. Schon in "Gut gegen Nordwind" und "Alle sieben Wellen" hat er sich auf einen 'Dialog' zwischen 2 Protagonisten beschränkt. Mit dem Unterschied, dass diese Protagonisten sich schrieben statt miteinander zu reden, und dadurch tolle bildhafte Texte schufen. Wenn in diesem Buch hingegen der Czerny etwas weiter ausgeholt und eine Sache gleich mit drei Vergleichen zu verdeutlichen suchte, so wirkte das auf mich unauthentisch. Wer redet denn so?

Abgesehen davon mag die Geschichte an sich auch überzogen wirken. So unwahrscheinlich ist sie dann aber doch nicht, wie einige Österreicher im Sommer 2020 erfahren mussten als der Bilanzbetrug in einer burgenländischen Bank aufflog. Vielleicht holte sich der Autor auch genau dort seine Inspiration.
Und meine Assoziation mit dem Drehbuch war auch nicht falsch. Kurz nach dem Beenden des Buches sah ich schon eine Werbung für das Theaterstück gleichen Namens, das im September seine Uraufführung in Wien feierte. Als solches kann ich es mir tatsächlich auch sehr viel besser vorstellen (und hat ziemlich gute Kritiken bekommen) In Buchform hat es mich nicht so abgeholt wie ich es von anderen Glattauer-Büchern gewohnt bin.

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Veröffentlicht am 17.11.2020

Weihnachten mit Freunden

Weihnachten mit Opa (Spaß mit Opa 2)
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Nach den tollen Sommerferien mit ihrem Hippie-Opa, verbringen die Geschwister Jonas und Marie nun auch Weihnachten mit ihm. Und sogar Lucky, das Mädchen dass sie beim Wald-Camping kennenlernen, ist mit ...

Nach den tollen Sommerferien mit ihrem Hippie-Opa, verbringen die Geschwister Jonas und Marie nun auch Weihnachten mit ihm. Und sogar Lucky, das Mädchen dass sie beim Wald-Camping kennenlernen, ist mit von der Partie. Zusammen gehen sie die Weihnachtsvorbereitungen auf ihre ganz eigene Art & Weise an.

Erneut hatten meine Jungs viel Spaß mit der Geschichte um die 3 Kinder und ihre Freunde. Mir gefiel, dass hier auf kindgerechte Art auf Sozialprobleme eingegangen wird, und es zu einem schönen Weihnachtswunder kommt. Wie auch schon in ihren anderen Büchern wählt Sarah Welk einen der Kinder als Ich-Erzähler. Dabei ist mir der Schreibstil allerdings zu bemüht "kindlich" und simpel geraten. In dem Alter können sie sich durchaus schon anders ausdrücken, und zum anderen ist das Vorlesen in diesem Stil auf Dauer etwas nervig.

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Veröffentlicht am 10.11.2020

Im Aufzug auf Wolke 7

Aller guten Dinge sind zwei
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Bücher von Mhairi McFarlane sind automatisch auf meiner Leseliste, da muss ich gar nicht erst den Klappentext lesen. Tat ich auch hier nicht, so weiß man immerhin die erste Hälfte der Geschichte nicht ...

Bücher von Mhairi McFarlane sind automatisch auf meiner Leseliste, da muss ich gar nicht erst den Klappentext lesen. Tat ich auch hier nicht, so weiß man immerhin die erste Hälfte der Geschichte nicht schon im voraus (die zweite Hälfte kann man sich bei Chick-Lits meist eh schon zusammenreimen). Ist auch hier ganz ähnlich, wobei es doch ein paar kleinere Wendungen gab. Und außerdem gilt bei diesem Genre ja eh: der Weg ist das Ziel! Den Weg beschreiten nun also Laurie und Jamie mit ihrer Fauxmance, und ich habe sie gern dabei begleitet, denn es waren 2 äußerst sympathische Charaktere.

Hier gibt es noch nichtmal den herzlosen Schürzenjäger, der sich im Laufe der Geschichte zum Guten hin wandelt, denn trotz seinem Ruf ist Jamie irgendwie von Anfang an ein Guter. (Umso unverständlicher fand ich dann einige Dinge am Ende der Geschichte). Dennoch fand ich die Entwicklung der Liebesgeschichte, der Gefühle zwischen den beiden, zu mager. Das hab ich nicht so ganz gespürt wie die zwei wohl, und vor allem deshalb sind es keine 5 Sterne für mich geworden.

Der Schreibstil von McFarlane hingegen ist einmal mehr toll und passend für so eine moderne Chick-Lit-Story. Ein bisschen erinnerte es mich auch an aktuelle Bücher von Shari Low, die ihre Stories auch immer außerhalb von London ansiedelt und eine komplizierte Vater-Tochter-Beziehung einbaut.

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Veröffentlicht am 07.11.2020

Rache der Natur

Rache, auf ewig (Ein Grall-und-Wyler-Thriller 3)
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Lars Schütz schmeißt den/die LeserIn gleich mitten rein in seinen neuen, perfiden Fall, bei dem die Profiler Grall und Wyler erneut zu Rate gezogen werden. Doch wie fasst man einen Täter, der an immer ...

Lars Schütz schmeißt den/die LeserIn gleich mitten rein in seinen neuen, perfiden Fall, bei dem die Profiler Grall und Wyler erneut zu Rate gezogen werden. Doch wie fasst man einen Täter, der an immer neuen Tatorten zuschlägt und seine Opfer jedes Mal auf eine ganze eigene Weise quält. Dabei verfolgt er offensichtlich einen ganz persönlichen Racheplan. Wann macht der "Erlöser" endlich mal einen Fehler?

Das Buch war mitreißend, und auch ziemlich kreativ. Da hatte der Autor ein paar interessante (aber auch kranke) Ideen.
Es gefiel es mir besser als der 2. Teil, obwohl auch hier das Motiv des Täters für meinen Geschmack zu wenig nachvollziehbar aufgebaut wurde - wie schon beim Rapunzel-Mörder. Das übergeordnete Thema Natur & Umweltschutz kann ich allerdings sehr gut verstehen. Und fühlte mich auch insgesamt 'spannend unterhalten'.

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Veröffentlicht am 03.11.2020

Unterhaltsam, authentisch, kurz

Die Ältern
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Kolumnenhafte erzählte Erlebnisse eines Vaters, dessen Kinder die Welt der Pubertiere so langsam verlassen und flügge werden. Obwohl Jan Weiler durchaus die Klassiker bedient (keine Lust mehr auf Familienurlaub, ...

Kolumnenhafte erzählte Erlebnisse eines Vaters, dessen Kinder die Welt der Pubertiere so langsam verlassen und flügge werden. Obwohl Jan Weiler durchaus die Klassiker bedient (keine Lust mehr auf Familienurlaub, die Unordnung in den Kinderzimmern, und der Gestank erst!, Taxi spielen für die Nachkommenschaft, und was die alles so essen - unglaublich!) beschreibt er es unterhaltsam und authentisch. Obwohl ich stark hoffe, er hat übertrieben als er detailliert erzählt was Sohn Nick und seine Freunde im Laufe eines Nachmittags und Abends so alles verputzen! Immerhin präsentiert mir Jan Weiler mit ihrer neuen Familienaufteilung ein ganz neues Konzept, von dem ich so noch nirgendwo gehört oder gelesen habe.

Leider ist das Buch mit seinen 150 Seiten nicht übermäßig lang. Man hat es schnell durch. Und auch wenn die kurzen Kapitel eine ideale Klo-Lektüre sind, so wäre mir eine echte durchgängige Geschichte lieber gewesen.

Der Titel allerdings ist wirklich super. Keine Ahnung, ob Jan Weiler persönlich für diese Wortschöpfung verantwortlich ist, oder ob er es irgendwo geklaut hat. Es passt jedenfalls perfekt. Das nächste Buch in diese Reihe beschreibt dann wahrscheinlich, wie die 'Ältern' mit dem Empty-Nest-Syndrome umgehen.

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