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Karschtl

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.12.2018

Leidenschaft fürs Kochen, serviert mit Ehrlichkeit, Gefühl, Witz und Liebe

Einmal Liebe zum Mitnehmen
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Der erste Satz der Kurzbeschreibung würde sich super auf diesen Holzschildern machen, die man sich dann in der Wohnung aufhängt: 'Wenn alle Träume platzen, musst du dir neue suchen!'. Eine sehr schöne ...

Der erste Satz der Kurzbeschreibung würde sich super auf diesen Holzschildern machen, die man sich dann in der Wohnung aufhängt: 'Wenn alle Träume platzen, musst du dir neue suchen!'. Eine sehr schöne Lebenseinstellung, die so simpel klingt aber in der Umsetzung dann doch so schwer sind. Lily aber lässt buchstäblich Land und vor allem alle unangenehmen Leute hinter sich, um erstmal ihren Vater zu besuchen den sie bisher viel zu selten gesehen hat da er in Irland lebt.
Hier kommt sie dann auch auf die Idee, ihre außerordentlichen kulinarischen Fähigkeiten fortan in einem Foodtruck unter Beweis zu stellen. Fand ich super! Doch irgendwann holt Lily ihr alter Traum (sich einen Stern zu erkochen) wieder ein, und sie steht vor einer schwierigen Entscheidung. Denn mittlerweile hat sich auch ein Mann wieder in ihr Leben geschlichen.

Dieser Collum kam zwar recht zögerlich und auf 'rein freundschaftlicher Basis' in ihr Leben, aber auch gute Freunde möchte man nicht wieder verlieren. Oder sind sie nicht vielleicht sogar wichtiger als Liebhaber, die kommen und dann wieder gehen? Aber sind sie auch wichtiger als die Karriere?

Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, Lily und ihren Weg zu verfolgen. Der Schreibstil lag mir sehr, genauso wie die Charaktere, die auch wirklich Charakter hatten und keine Abziehbilder von typischen Liebesroman-Protagonisten waren. Ihre Dialoge hatten Witz und Schlagfertigkeit, ohne unrealistisch zu wirken. Beide durchlaufen auch eine Entwicklung und Veränderung, genauso wie sich ihre Beziehung zueinander immer mehr entwickelt. Und alles war sehr glaubwürdig herausgearbeitet.

Abschließend noch ein paar Worte zum Cover, das nicht nur farbenfroh und sehr einladend aussieht sondern vor allem Lilys Food Truck haargenau wie im Buch beschrieben abbildet. Da das eigentlich eher selten ist, dass das Cover so genau auf den Inhalt abgestimmt ist, fand ich das besonders bemerkenswert. Und auch der Titel passt wie die Faust aufs Auge.

Veröffentlicht am 28.12.2018

Schöne Geschichte, doch leider typischer US-Romance-Schreibstil

Maybe this Time - Und auf einmal ist alles ganz anders
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Ein Buch über Eishockeyspieler ist mir noch nie unter die Finger gekommen. Das Setting (Colorado) passt dazu, und der Sport kommt tatsächlich auch einige Male vor. Die Protagonisten sind beide sehr sympathisch, ...

Ein Buch über Eishockeyspieler ist mir noch nie unter die Finger gekommen. Das Setting (Colorado) passt dazu, und der Sport kommt tatsächlich auch einige Male vor. Die Protagonisten sind beide sehr sympathisch, die Story süß und sogar nachvollziehbar aufgebaut.

Doch wieso nur haben US-Autorinnen von Frauenromane so einen nervigen Schreibstil? Lernen die das in einem verpflichtenden 'Writers Course 1.0', oder was? Immer und immer und immer wieder kommt es zu überflüssigen Wiederholungen von Dingen, die der Leser schon längst weiß. Jedes Mal wenn Jackson auf Abby trifft oder umgekehrt, beschreibt die Autorin ausführlich die jeweiligen Gefühle der Person, die der auktorialer Erzähler gerade begleitet. Soweit so gut, das ist ja fast noch vertretbar (auch wenn die Gefühle eh immer die gleichen sind; und vor allem auch recht übertrieben - bei jedem Zusammentreffen kann keiner der beiden mehr klar denken, sondern allein nur die Anwesenheit des Anderen löst sofortige körperliche Reaktionen aus). Doch dann erklärt die Autorin auch bei wirklich jeder Gelegenheit wieso diese Gefühle und Reaktionen denn so falsch sind (Abbys Ex-Mann war mal Jacksons bester Freund) und dass Jackson schon seit 20 Jahren in dieses Mädchen verliebt ist. Ich finde es immer besser, wenn nicht alles bis zur Ermüdung durchgekaut wird.
Wie ebenfalls oft in solchen US-Romanzen wirken einige 'Aussagen' der Protagonisten wie reine Phrasen, die im Musterkatalog für Romanschreiberlinge enthalten sind. Und dann widersprechen die sich auch noch teilweise. Da lässt sie Jackson denken, dass ihr 1. Mal miteinander genauso war wie er es sich schon immer vorgestellt hätte. Und nur 2 Sätze später meint er, sie hätte eine Leidenschaft mit der er niemals gerechnet hätte. Und sie war noch unglaublicher als er es sich je vorgestellt hatte. Ja was denn nun?

Für manche LeserInnen sind das vielleicht nur Kleinigkeiten, und sie lesen über diese Wiederholungen einfach drüber. Für mich verderben sie leider doch ein ansonsten recht nettes Buch, und ich bin noch unentschlossen ob ich die Reihe fortsetzen möchte.
Blöderweise wird diese Buchreihe im deutschen auch in falscher Reihenfolge heraus gebracht. Als 2. Band erscheint bald "Maybe this Kiss", die Geschichte wie Becky und Neil sich kennen lernen. Wie das ausgeht, wissen die LeserInnen von "Maybe this Time" bereits, denn im englischen Origianl ist "Kiss" Teil 1 und "Time" Teil 2. Über den Playboy und Womanizer Ben muss ich auch nicht unbedingt was lesen. Am ehesten würde mich noch ein Buch über Asher interessieren, der dann in Teil 4 dran wäre.

Veröffentlicht am 28.12.2018

Trip durch Europa

Wir zwei auf Wolke sieben
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Dass ein Frauenroman mit einem Break-Up endet ist nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich sind aber vielleicht die Umstände - Sebastian hatte seine Freundin Lea gerade erst überredet, eine gemeinsame Wohnung ...

Dass ein Frauenroman mit einem Break-Up endet ist nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich sind aber vielleicht die Umstände - Sebastian hatte seine Freundin Lea gerade erst überredet, eine gemeinsame Wohnung zu beziehen, alles schien Richtung Heirat und Happily Ever After ausgerichtet - und ganz plötzlich macht er die Fliege, nicht ohne vorher noch ihr Sparkonto leer zu räumen! Durch ihren neuen Job bei einer Zeitschrift reist Lea kurz darauf quer durch Europa, und ist dadurch zufällig immer genau da wo auch Sebastian gerade weilt, der nämlich mit dem geklauten Geld seinen ganz eigenen Traum verwirklicht hat. Und trotz seines arschlochmäßigen Verhaltens träumt Lea tatsächlich immer noch von einer gemeinsamen Zukunft mit dem Kerl!

Wie gesagt war die Storyidee nicht neu, aber es versprach eine unterhaltsame Unterhaltung. Die war es auch durchaus, doch leider geriet es mir zu oft ins slapstickhafte wenn Lea bei ihren Beauty-Treatments, über die sie schreiben soll, so einige Mißgeschicke passieren. Oder wenn sie krampfhaft versucht Sebastian zu treffen. Oder ihre besten Freunde heimlich ein Boyfriend-Casting durchführen. Es gab so einige Stellen, die bei mir eher unfreiwillig komisch ankamen. Anfangs rennt Lea auch wie ein kopfloses Huhn durch die Gegend, das irgendwie nichts mehr auf die Reihe kriegt. Das bessert sich zum Ende hin, denn spätestens im schön beschriebenen Wien ist Lea deutlich gereift und überlegt endlich, was ihr wirlich wichtig im Leben ist. Sowohl beruflich wie privat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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  • Gefühl
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 25.12.2018

Dominosteine bis zum Abwinken

Zwei Herzen und ein Weihnachtswunder
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Die Kurzbeschreibung verrät nicht wirklich viel von der Geschichte, so dass ich nicht darauf vorbereitet war, wie hanebüchend diese wird. Nika täuscht eine Entführung vor, in der Hoffnung dass sich ihr ...

Die Kurzbeschreibung verrät nicht wirklich viel von der Geschichte, so dass ich nicht darauf vorbereitet war, wie hanebüchend diese wird. Nika täuscht eine Entführung vor, in der Hoffnung dass sich ihr Ex-Lover (den man eigentlich noch nicht mal als Freund bezeichnen kann, es war eher eine lockere Affäre) darauf besinnt dass ihm doch was an ihr liegt und die 50.000€ Lösegeld zahlt.
Ob dieser Plan gelingt könnt ihr gerne selbst lesen, ebenso was drumherum und danach noch so passiert. Mich hat die Unglaubwürdigkeit der Geschichte leider abgeschreckt, so dass ich das Buch im Gesamten dann auch nicht mehr wirklich genießen konnte.

Die beiden Autorinnen haben jahrelang Drehbücher für Vorabend-Seifenopern geschrieben. Vielleicht würde diese Story im Rahmen einer Daily Soap ganz gut klappen, für mich - die ich auch solche Serien nicht schaue - war es nicht das Richtige.

Veröffentlicht am 17.12.2018

Spannung fehlte mir

toi, toi, TOT!
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Neuartig und kreativ war in den ersten Rezensionen zu diesem Buch zu lesen. Damit war mein Interesse schon geweckt.
Leider konnte das Buch dann meinen Erwartungen nicht gerecht werden. Vielleicht war es ...

Neuartig und kreativ war in den ersten Rezensionen zu diesem Buch zu lesen. Damit war mein Interesse schon geweckt.
Leider konnte das Buch dann meinen Erwartungen nicht gerecht werden. Vielleicht war es mir dann doch zu innovativ, jedenfalls fiel es mir unheimlich schwer in das Buch reinzukommen. Ich hatte noch nicht mal so ein Problem damit, die Namen und ihre Beziehungen untereinander zuzuordnen. Es war vielmehr der Stil, der mir das Lesen erschwerte. Allein der Satzbau ist gewöhnungsbedürftig. Ebenso der Aufbau der Geschichte.
Das Buch springt ständig zwischen verschiedenen Schauplätzen hin und her, wechselt von einem Protagonisten zum nächsten, und von einem Thema zum anderen. Und immer wieder werden Dinge angedeutet, zu denen es offensichtlich Vorwissen benötigt dass dem Leser zu dem Zeitpunkt noch fehlt. Klar soll das die Spannung aufbauen, aber nachdem sowas mehrmals passiert ist war ich auch etwas frustriert. Irgendwas muss mir der Autor auch geben, um mich bei der Stange zu halten, um mir eine Chance zu geben wenigstens selbst ein paar Schlussfolgerungen zu ziehen. Aber dafür fehlte mir jeglicher Anhaltspunkt.

Aber da ich ja nicht vorschnell aufgeben wollte habe ich weitergelesen. Manchmal dauert es ja auch, bis man in so eine Geschichte eintauchen kann, und wird dann am Ende doch belohnt.
Doch als dann kurz vor der Hälfte unterschwellige Botschaften und mysteriöse Schatten hinzu kamen wurde es mir a) zu abstrus und b) hat es mich vor allem gar nicht interessiert, was jetzt die Auflösung der Geschichte ist. Weder waren mir die Figuren ans Herz gewachsen noch noch der Fall spannend genug.