Profilbild von Kelo24

Kelo24

Lesejury Star
offline

Kelo24 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kelo24 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.06.2025

Erschütternde Kindheitstraumata

Am Meer ist es schön
0

„Das Meer ist schön“ wird wohl der Gedanke des kleinen Mädchens auf dem Cover gewesen sein. Dass dieser Eindruck für viele der Kinder, die Ende der 60-er Jahre in ein Kinderkurheim verschickt worden sind, ...

„Das Meer ist schön“ wird wohl der Gedanke des kleinen Mädchens auf dem Cover gewesen sein. Dass dieser Eindruck für viele der Kinder, die Ende der 60-er Jahre in ein Kinderkurheim verschickt worden sind, ins genaue Gegenteil umschlug, hat die Autorin Barbara Leciejewski in diesem Roman zu Papier gebracht.
Susanne ist eines dieser Verschickungskinder, die das dort Erlebte durch ihr ganzes Leben geschleppt hat und erst am Sterbebett ihrer Mutter damit abschließen kann. Abwechselnd wird in zwei Erzählebenen der erschütternde Alltag im Kurheim geschildert sowie Susannes Familienleben der Gegenwart.
Obwohl ich sonst durch die Romane der Autorin eher hindurchfliege hat mich dieses Thema sehr berührt, so dass ich das Buch öfter als sonst aus der Hand legen musste, um das Gelesene erst einmal sacken zu lassen. Da der Roman auf wahren Begebenheiten beruht hat sich mir immer wieder die Frage gestellt, wie so etwas passieren konnte und warum so lange niemand davon erfahren hat. Gut, dass auch dieses dunkle Kapitel jüngerer Zeitgeschichte nicht mehr unter den Teppich gekehrt wird.
Ein schweres Thema, gut recherchiert, und eine klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.05.2025

Rückblick auf ein bewegtes Leben in zwei gegensätzlichen Welten

Das Licht in den Wellen
0

Janne Mommsen mal ganz anders. Ich habe fast alle seine Romane gelesen und es waren durchweg Wohlfühlgeschichten. „Das Licht in den Wellen“ schweift ein bisschen davon ab. Ich habe schon viele Urlaube ...

Janne Mommsen mal ganz anders. Ich habe fast alle seine Romane gelesen und es waren durchweg Wohlfühlgeschichten. „Das Licht in den Wellen“ schweift ein bisschen davon ab. Ich habe schon viele Urlaube auf Föhr verbracht und so auch einiges über die Auswanderer-welle gehört und gelesen. Daher war ich sehr neugierig, mehr über Inge und ihr bewegtes Leben zu erfahren.
Kurz vor ihrem 100. Geburtstag möchte Inge noch einmal all die Plätze in New York besuchen, die ihr etwas bedeutet haben, denn dort hat sie viele Jahre ihres langen Lebens verbracht. Begleitet auf ihrer Reise in die Vergangenheit wird sie von ihrer Urenkelin Swantje.
Aus einem kleinen beschaulichen Inseldörfchen in das trubelige New York. Was für ein Kulturschock muss das für die junge Inge gewesen sein. Aber sie beißt sich immer wieder gegen alle Widrigkeiten durch, schließt erste Freundschaften und wird dann doch sesshaft. Im Rückblick auf dieses ereignisreiche Leben lernt Swantje ihre Uroma mal von einer ganz anderen Seite kennen und erfährt, wie aus einer schüchternen und verunsicherten jungen Insulanerin eine starke Frau wird, die es geschafft hat, ihre Träume zu leben.
Der Roman spiegelt ein Stück Zeitgeschichte wieder und Janne Mommsen hat Inges Lebensgeschichte sehr realistisch wiedergegeben. Auch die Atmosphäre in New York war gut nachzuempfinden.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen und ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.05.2025

Spannend und sehr emotional

Der Kindersuchdienst (Kindersuchdienst 1)
0

In ihrem neuen Roman „Der Kindersuchdienst – für Immer in deinem Herzen“ entführt uns die Autorin Antonia Blum nach Hamburg in das Jahr 1955.
Auch 10 Jahre nach Kriegsende haben die Beschäftigten des Kindersuchdienstes ...

In ihrem neuen Roman „Der Kindersuchdienst – für Immer in deinem Herzen“ entführt uns die Autorin Antonia Blum nach Hamburg in das Jahr 1955.
Auch 10 Jahre nach Kriegsende haben die Beschäftigten des Kindersuchdienstes immer noch alle Hände voll zu tun, um in den Kriegswirren verlorene gegangene Kinder wieder mit ihren Eltern zusammen zu bringen. Inmitten sympathischer Kolleginnen lernen sich hier Annegret und Charlotte kennen, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Die ledige Annegret will sich und ihren Sohn alleine durchbringen, wohingegen Charlotte als Reederstochter bisher ein sorgloses Leben genossen hat. Beide haben aber eine Gemeinsamkeit: sie verbergen beide ein Geheimnis vor ihrem Kollegium.
Antonia Blum schildert den Alltag des Kindersuchdienstes sehr realistisch und man kann die Schicksale, die hinter den Suchanzeigen stecken, miterleben. Beide Frauen sind schnell sehr engagiert und geben alles, um Kinder und Eltern möglichst wieder zu vereinen.
Auch die Atmosphäre der 50-er Jahre wird wunderbar auf Papier gebracht und lässt sich gut nachvollziehen.
Die Kapitel wechseln zwischen den beiden Protagonistinnen ab, was die Handlung sehr lebendig gemacht hat. Außerdem war es schwer, das Buch aus der Hand zu legen, denn die Neugier, wie es wohl bei Annegret und Charlotte weiter geht, war dann doch immer zu groß. Auch der Spannungsbogen zieht sich durchgängig durch die Handlung, einerseits im Hinblick auf die Geheimnisse der beiden jungen Frauen, andererseits im Bezug auf einen Fortbestand des Kindersuchdienstes. Auch daneben ist auch noch Platz für die Liebe…
Mich hat das Thema „Kindersuchdienst“ gleichermaßen fasziniert wie berührt, und die Verbindung mit den Lebenswegen zweier junger, starker Frauen ist der Autorin gelungen. Der Roman hat mir sehr gut gefallen und ich möchte natürlich wissen, wie es bei Annegret und Charlotte im 2. Band weitergeht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.05.2025

Kein Wohlfühlbuch

Unter den Sternen von Paris
0

Das stimmungsvolle Cover, das so einladend wirkt, sowie die Inhaltsangabe hat mich auf einen Wohlfühlroman mit viel Pariser Flair hoffen lassen.

Das Leben hat die Protagonistin Sophia gerade sehr gebeutelt. ...

Das stimmungsvolle Cover, das so einladend wirkt, sowie die Inhaltsangabe hat mich auf einen Wohlfühlroman mit viel Pariser Flair hoffen lassen.

Das Leben hat die Protagonistin Sophia gerade sehr gebeutelt. Eine unschöne Scheidung, ein stalkender Ex-Mann, ein verpasster Traumjob und eine vorschnell untervermietete Wohnung sind daher Grund genug, einen Ortswechsel vorzunehmen. Denn Sophia hat von ihrer Großmutter Emmy eine kleine Bar im Quartier Latin in Paris geerbt. Vor Ort trifft sie auf Louis, einen alten Freund Emmys, der viel zu Sophias bisher unbekannten Familiengeschichte beitragen kann.

Es hätte so schön sein können, denn die Geschichte an sich hätte Potenzial zu so viel mehr gehabt. Leider zieht sich die Handlung über gut 2/3 des Buches recht zäh dahin. Sophia ist recht anstrengend und ihre Handlungsweise war für mich oft nicht greifbar und nachvollziehbar. Louis war ein kleines Highlight im lahmen Geschehen. Sein Charakter hat mir sehr gefallen und durch die Erzählungen aus der Vergangenheit war zumindest auch ein kleiner Hauch Pariser Flair vorhanden. Im letzten Drittel nahm die Handlung endlich etwas an Fahrt auf. Aber dann folgte ein merkwürdiges und sehr offenes Ende, das auf eine Fortsetzung hindeuten könnte, die ich mir allerdings schenken werde.

Für zwischendurch ganz nett, mehr aber auch nicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2025

Spannung im Doppelpack

Das Geheimnis der toten Mädchen: Thriller
0

Und wieder ein Thriller, bei dem ich die Spannung im Doppelpack genießen konnte . in der Gegenwart und der Vergangenheit.
Sowohl Bastian als auch Oliver sind ja schon so etwas wie alte Bekannte und ich ...

Und wieder ein Thriller, bei dem ich die Spannung im Doppelpack genießen konnte . in der Gegenwart und der Vergangenheit.
Sowohl Bastian als auch Oliver sind ja schon so etwas wie alte Bekannte und ich freue mich jedes Mal aufs Neue, bei den Ermittlungen mit zu rätseln. Auch dieser Band war wieder von der ersten bis zur letzten Seite hochspannend und leider viel zu schnell durchgelesen. Das ist der einzige Nachteil an den Thrillern der Autorin: einmal begonnen kann man nicht mehr aufhören zu lesen. Im steten Wechsel zwischen den Zeiten bleibt auf beiden Zeitebenen der Spannungsbogen hoch, und am Ende eines jeden Kapitels gibt es den einen oder anderen kleineren Cliffhanger, so dass man eigentlich gar keine andere Wahl hat als weiter zu lesen.
Bei beiden Männern gibt es eine tote junge Frau, der noch weitere Leichen folgen werden. Wo die Verbindung zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart besteht, wird erst zum Ende klar. Wie von Catherine Shepherd gewohnt, gibt es bis dahin jede Menge Verdächtige, Motive und viele kleinere und größere Spuren. Und auch dieses Mal ist es der Autorin gelungen, mich lange Zeit an der Nase herumzuführen. Aber irgendwie gehört das einfach dazu und ich hoffe sehr, dass ihr so schnell nicht die Ideen ausgehen werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere