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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.03.2025

Wohlfühlroman mit viel Inselcharme

Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben
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Eigentlich war die 55-jährige Journalistin Anna mit der 85-jährigen Lister Bücherfrau Fenja Lorenzen zu einem Interview verabredet, trifft sie allerdings zu Hause nicht an. Stattdessen erhält sie unerwartet ...

Eigentlich war die 55-jährige Journalistin Anna mit der 85-jährigen Lister Bücherfrau Fenja Lorenzen zu einem Interview verabredet, trifft sie allerdings zu Hause nicht an. Stattdessen erhält sie unerwartet Einblick in die Familiengeschichte und wird mit einem Geheimnis konfrontiert, das sich bis in die Gegenwart erstreckt.
Ich habe schon einige Bücher der Autorin Gabriella Engelmann gelesen und war gespannt auf die Sylt-Dilogie.
Was für ein schönes Cover, bei dessen Anblick meine Gedanken gleich mal ans Meer vorausgeeilt sind. Und auch im Inneren des Buches hat jedes Kapitel eine kleine liebevolle Illustration.
Es gibt zwei Handlungsstränge in Gegenwart und Vergangenheit. Diese hat die Autorin so geschickt miteinander verbunden, dass sie sich ergänzen, aber nicht zu viel verraten, so dass sich erst im Laufe der Handlung beim Blick zurück so einiges erklärt.
Die Geschichte lebt von ihren starken Frauencharakteren, die realistisch geschildert werden und mit denen ich mitgefiebert und mitgelitten habe. Darüber hinaus hat Gabrielle Engelmann eine einzigartige Inselatmosphäre entstehen lassen, die mir ein lebendiges Kopfkino beschert hat. Es ist mir schwergefallen, das Buch aus der Hand zu legen.
„Der Gesang der Seeschwalben“ hat mir schöne Lesestunden mit viel Inselcharme beschert und mich neugierig auf die Fortsetzung gemacht.

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Veröffentlicht am 18.02.2025

Netter Roman für zwischendurch mit viel maritimen Flair

Die Inselfamilie
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„Die Inselfamilie“ ist der 2. Band von Jette Hansens und spielt auf der Nordseeinsel Amrum. Obwohl ich Band 1 nicht gelesen habe, ist mir der Einstieg in die Geschichte problemlos gelungen.
Immer, wenn ...

„Die Inselfamilie“ ist der 2. Band von Jette Hansens und spielt auf der Nordseeinsel Amrum. Obwohl ich Band 1 nicht gelesen habe, ist mir der Einstieg in die Geschichte problemlos gelungen.
Immer, wenn du anfängst Pläne zu schmieden, grätscht das Leben dazwischen. Und das trifft auf die Handlung hundertprozentig zu. Die junge Liebe zwischen Anne und dem Insulaner Ben wird schnell auf die Probe gestellt, als seine Ex-Freundin ihm ihre gemeinsame 5-jährige Tochter Marie vorstellt, um die er sich die nächste Zeit kümmern soll. Anstrengend ist auch immer noch das angespannte Verhältnis zwischen Anne und ihrer leiblichen Mutter Emma, und eine gute Freundin der beiden hat auch gesundheitliche Probleme. Und dann spielt Anne noch mit der Idee, einen Pflegedienst zu gründen.
Das Cover fügt sich gut in die „Inselreihe“-Bände ein und macht allein schon Lust auf eine Auszeit am Meer. Und auch während der Handlung kommt die Inselatmosphäre nicht zu kurz. In Gedanken kann man gut mit den Protagonisten über Amrum spazieren und das malerische Ambiente genießen.
Der Schreibstil gefällt mir, die Kapitel haben eine angenehme Länge und lassen sich zügig lesen. Die Protagonisten wirken auf den ersten Blick durchweg sympathisch, aber im Laufe der Handlung konnte ich doch manche Vorgehensweise nicht nachvollziehen. Es gibt einige Höhen und Tiefen zu meistern, doch für die 251 Seiten des eher dünneren Romans waren es mir dann doch zu viele Baustellen auf einmal, die dann auch recht oberflächlich behandelt worden sind.
Das Ende war recht schnell vorhersehbar und einige Fragen sind am Ende offen geblieben. Aber vllt. gibt es im 3. Band die Lösung dazu.
„Die Inselfamilie“ ist kein reiner Wohlfühlroman, bietet aber viel maritimes Flair. Ein netter Roman für zwischendurch, den ich mit 3,5 Sternen (aufgerundet 4) bewerte.

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Veröffentlicht am 23.01.2025

Spannender Fall mit ganz spezieller Atmosphäre

Verlassen
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Mehrere Generationen des vermögenden Snæberg-Clans treffen sich für ein Wochenende zu einem Familienfest in einem stylischen Hotel irgendwo im isländischen Nirgendwo. Neben gemeinsamen Unternehmungen wird ...

Mehrere Generationen des vermögenden Snæberg-Clans treffen sich für ein Wochenende zu einem Familienfest in einem stylischen Hotel irgendwo im isländischen Nirgendwo. Neben gemeinsamen Unternehmungen wird auch das gesellige Beisammensein an einer langen Tafel ganz groß geschrieben, und vor allem am Alkohol wird nicht gespart. Aber nicht nur deshalb kommt es zu verbalen Entgleisungen. Viele der so unterschiedlichen Familienmitglieder scheinen noch das eine oder andere Geheimnis mit sich herumzutragen und Reibereien sind an der Tagesordnung. Und dann wird eine Leiche entdeckt…
„Verlassen“ ist bereits der 4. Band der Autorin Eva Björg Ægisdóttir. Ich kenne bisher nur Band 1.Die Reihe lässt sich aber auch ohne Vorkenntnisse lesen.
Auch dieser Teil hat mich fasziniert. Der Schauplatz im von Lavagestein umgebenen Hotel hat schon etwas Surreales und wirkt nicht gerade einladend und dazu dann noch diese anstrengende Familie mit ihrer internen „Hackordnung“. Der Wechsel zwischen den einzelnen Familienmitgliedern war zum Teil verwirrend, andererseits aber auch sehr abwechslungsreich. Hilfreich war bei der Fülle der Namen der Stammbaum, der mir wiederholt bei der Zuordnung der Verwandtschaftsverhältnisse behilflich war.
Zum Teil fiel es mir schwer, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen, denn aufgrund der angenehmen Kapitellänge ging irgendwie immer noch ein Kapitel.
Die Handlung spielt im Zeitraum von Freitag Nachmittag bis Sonntag (jetzt), wobei dieser Tag den Ermittlern gehört. In der Zeit „vor 2 Tagen“ bekommt man einen Einblick in die unterschiedlichen Familiengeschichten, die weit entfernt vom „Heile-Welt“-Eindruck sind. Durch die ständigen Zeit-Wechsel braucht es etwas, um den roten Faden zu entdecken, aber auf diese Weise bleibt der Spannungsbogen auch hoch, denn um wen es sich bei der Leiche handelt, wird erst sehr spät klar.
Ein spannender Fall mit einer ganz speziellen Atmosphäre.

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Veröffentlicht am 01.12.2024

Eher ein Jugendbuch

Das kleine Café der zweiten Chancen
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Himari, ein junges Mädchen, war bis zu einem Unfall ein Wunderkind am Klavier. Bisher zu Höchstleistungen angetrieben von ihrer lieblosen Mutter, kann sie dieser nichts mehr Recht machen. Nach einer merkwürdigen ...

Himari, ein junges Mädchen, war bis zu einem Unfall ein Wunderkind am Klavier. Bisher zu Höchstleistungen angetrieben von ihrer lieblosen Mutter, kann sie dieser nichts mehr Recht machen. Nach einer merkwürdigen Begegnung mit einer alten Frau landet sie im kleinen Café der zweiten Chancen.
Wer hat es sich nicht schon einmal gewünscht, ein Erlebnis, das man bereut oder eine Entscheidung, die man vielleicht vorschnell getroffen hat, rückgängig machen zu können? Genau das ist an diesem fast schon magischen Ort möglich und hat mich neugierig gemacht.
Dies ist mein erstes Buch einer japanischen Autorin und der Schreibstil war zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, da er so schnörkellos und klar war, dafür aber mit durch seine auf mich sehr entschleunigend wirkende Erzählweise punkten konnte. Im Café selbst herrschte eine ganz besondere heimelige Wohlfühlatmosphäre und die, wenn auch nur kurzen, Rückblenden in die Vergangenheit der Gäste haben zum Nachdenken angeregt.
Leider haben sich im Laufe der Handlung aber Himaris Alltagssorgen mehr und mehr in den Vordergrund gedrängt und ich hatte zunehmend den Eindruck, ein Jugendbuch zu lesen. Der Roman hat sicherlich einige magische Momente, aber im Großen und Ganzen hatte ich etwas völlig anderes erwartet.

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Veröffentlicht am 04.11.2024

Mord im Dunkeln

Der Nachtschattenmann: Thriller
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Auch dem aktuellen Teil der Reihe um die Gerichtsmedizinerin Julia Schwarz fehlt es nicht an Spannung, Gänsehautmomenten und überraschenden Wendungen.
Bereits nach den ersten Zeilen des Prologs hatte mich ...

Auch dem aktuellen Teil der Reihe um die Gerichtsmedizinerin Julia Schwarz fehlt es nicht an Spannung, Gänsehautmomenten und überraschenden Wendungen.
Bereits nach den ersten Zeilen des Prologs hatte mich die Geschichte bereits in ihren Bann gezogen. Wieder steht ein Serienkiller im Mittelpunkt, der seine Opfer gekonnt in Szene setzt und ihnen einen Kinderballettschuh in die Hand drückt. Kein leichter Fall für die Ermittler.
Wie so oft ist es schwergefallen, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen. Catherine Shepherd versteht es meisterhaft, durch kurze Kapitel und vor allem raffiniert gesetzte Cliffhanger zum Weiterlesen zu animieren. Und ein Kapitel geht doch meistens immer noch – nur bleibt es selten dabei…
Wie so oft habe ich wieder mitgerätselt und mir den Kopf zerbrochen, wer wohl in die engere Täterauswahl fallen könnte. Verdächtige gab es einige, aber so richtig überzeugt war ich von keinem. Die Autorin hat in gewohnter Weise wieder viele falsche Fährten gelegt, so dass mich das Ende letzten Endes wieder überraschen konnte. Der Spannungsbogen war wieder von der ersten bis zur letzten Seite gleichbleibend hoch und was es mit dem „Nachtschattenmann“ auf sich hat, zeigt sich erst auf den letzten Seiten.
Ich wünsche mir, dass Catherine Shepherd nie die Ideen ausgehen und es noch viele spannende Fälle geben wird. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung mit verdienten 5 Sternen.

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